Brand: Sowjet-Flugplatz

the passenger

Well-known member
Weil der Flugplatz (zu meinem Erstaunen) in dieser Schublade noch fehlt, eröffne ich hier mal.

Hier zwei Bilder vor einer Bogendeckung im Süden des Flugplatzes (direkt östlich neben der neuen Rettungswache), es wurde dieses Jahr wohl einiges vor diversen Bogendeckungen "entsiegelt". Die Betonstärke an der Abbruchkante habe ich mit ca. 80 cm gemessen. Sah aus, wie zwei Schichten Beton, oben exakt 40 cm:
Entsiegelung.JPG 2 Lagen Beton.JPG


Hauptziel meiner Tour war natürlich was anderes, ein spezielles Wandbild (Offizierswohnung):
Rubik cube, Professor's-Version 1.JPG
 
Wurde das dargestellte Produkt in der Sowjetunion hergestellt oder dort vertrieben?

Wenn nicht wäre das ja mal wieder so ein erstaunliches Beispiel für "kulturelle Aneignung vom Klassenfeind".
 
Der Würfel ist ab 1974 bekannt, er war auch in der DDR damals ein heißes Thema. Die ursprüngliche Variante mit 3 × 3 Elementen pro Seite wurde in der VR Ungarn erfunden und auch dort produziert, war in der DDR käuflich erwerblich. Ich erinnere mich noch an (vor allem Jugendliche) die damit 'rumdrehend' durch die Gegend liefen. Ähnlich wie heute ständig auf das Smartphone Starrende ...

mfg Frank

 
Weil er natürlich gleichzeitig zur Produktionsaufnahme in Ungarn auch im 'Westen' erhältlich war und dort die Jugend ähnlich fasziniert hat :cool:

das war damals allgemein ein heißes Thema - man beachte auch, das war noch vor der Erfindung von Homecomputern o.ä.
 
Achso war das. Ich hatte das damals irrtümlich als "Westprodukt" verstanden.

Hätte ich jetzt auch gedacht.
Im Westen war der bekannt als Rubiks Cube.

Andere Offizierswohnung
46557683ze.jpg


Irgendwie immer schräg da
Wie in einem Science Fiction Film
46557692ii.jpg


46557709pd.jpg
 
Wurde das dargestellte Produkt in der Sowjetunion hergestellt oder dort vertrieben?

Wenn nicht wäre das ja mal wieder so ein erstaunliches Beispiel für "kulturelle Aneignung vom Klassenfeind".
Hat sich erledigt meine Antwort. Antwort zum Ursprung des Würfels steht schon in den Beiträgen.
 
Achso war das. Ich hatte das damals irrtümlich als "Westprodukt" verstanden.

Es gab da einen Zeitversatz. Ich hatte meinen Würfel aus dem Westen, da gab es in der DDR noch keine. Einige Zeit später gab es die dann auch in der DDR. Und weil die DDR die nicht im ersten Produktionsmonat millionenfach hatte, war das zunächst auch Bückware. Später nicht mehr.
 
Schön, das der Rubik-Cube hier historisch so ausführlich gedreht wurde.
Mir ging es mit meinem Eingangsbeitrag allerdings eher um die Frage, warum vor einer Bogendeckung eine ca. 80 cm starke Betonzuwegung gebaut wurde. Der anstehende Boden ist hier einfach nur sandig. Hat hier wer eine Erklärung dafür?

Verweis auf die Bilder in Beitrag #1. Dazu noch aus dem Buch "Rote Plätze"( Schema der SLB in Werneuchen, Seite 44) Beton-Höhenangaben:


Rote Plätze.JPG
 
Der Text unter der Darstellung vom Startbahnquerschnitt beinhaltet die Antwort. Einfach immer wieder drüber betoniert in all den vielen Jahren. So wurde es dann beim letzten Mal fast ein Meter. An Beton wurde in Brand jedenfalls nicht gespart. Gerade dort hieß es wohl klotzen statt kleckern.
 
Bleiben wir mal noch kurz bei der Start- und Landebahn. Hier wird auf die Tu-104 eingegangen. Es gab Zeiten da hatten nur Militärflugplätze in der DDR eine entsprechende lange Piste um mit der Tu-104 darauf landen und starten zu können. Brand gehört dazu und wurde von Tu-104 genutzt, wenn auch vermutlich selten.
Hier ein Artikel der auf die Tu-104 und diesen Aspekt eingeht, automatische Übersetzung:

Die neue Jet-Technologie erforderte eine starke künstliche Start- und Landebahn von mindestens 2500 Metern Länge. In der zweiten Hälfte der 1950er Jahre besaßen solche Merkmale in der UdSSR hauptsächlich militärische Flugplätze und gemeinsam stationierte Flugplätze. Um das Flugplatznetz für den Empfang der Tu-104 in großen Städten schnell zu erweitern, war es möglich, entweder bestehende Flughäfen zu rekonstruieren (eine teure Angelegenheit, die ebenfalls viel Zeit erfordert), den militärischen Flugplatz an die Zivile Luftflotte zu übertragen, den zivilen Sektor dem militärischen Flugplatz anzugliedern oder den militärischen Flugplatz gleichzeitig für militärische und zivile Zwecke zu nutzen, ohne dessen Gebäude und Bauwerke zu verändern.
Der erste Typ wurde in Leningrad, Taschkent, Tiflis, Chabarowsk, Swerdlowsk und einer Reihe weiterer Städte übernommen.
Was den zweiten Typ betrifft – die Übertragung eines militärischen Flugplatzes an Zivilisten – so wurden auf Anordnung des Generalsekretärs Chruschtschow der Flugplatz der Scheremetjewski-Luftwaffe an die Zivile Luftflotte übergeben, um den neuen Moskauer internationalen Flughafen Scheremetjewo zu schaffen sowie während des Baus des Nowosibirsk-Tolmachevo-Flughafens und des Flughafens Kiew Boryspil.
Der dritte Typ wurde beim Bau von Flughäfen in Anadyr, Petropavlovsk-Kamtschatski und Kutaisi verwendet.
Für den vierten Typ – bei Nutzung des Militärflugplatzes Krasnovodsk zur Aufnahme ziviler Flugzeuge.
So konnte die sowjetische Aeroflot Anfang der sechziger Jahre Passagierflüge in 14 Städte der UdSSR durchführen: Moskau (Wnukowo und Scheremetjewo), Alma-Ata, Wladiwostok, Irkutsk, Kiew, Krasnowodsk, Leningrad (heute St. Petersburg), Nowosibirsk, Omsk, Petropawlowsk-Kamtschatski, Swerdlowsk (heute Jekaterinburg), Taschkent, Tiflis, Chabarowsk.

www.dzen.ru/a/aSWRkAAZmHYJWj9X

Da es zunächst nicht möglich war mit der Tu-104 in Schönefeld zu landen wurde Brand genutzt. Von dort gings mit der Eisenbahn zum Ostbahnhof. Ich kann aber gerade keinen Chruschtschow-Besuch zeitlich zuordnen. Überliefert wurde das es dann mit der Eisenbahn von Brand zum Ostbahnhof weiterging. Es kann der Staats-Besuch im August 1957 gewesen sein.
 
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