Zerbst: Kaserne und unklarer Turm

martin2

Well-known member
Wegen des Flugplatzes Zerbst geht völlig unter, dass in Zerbst auch noch das 56. Panzerregiment der 7. Panzerdivision (Roßlau) lag.

Deren Kaserne etwa bei 51°58'29.4"N 12°05'33.1"E ist ein Musterbeispiel für erfolgreiche Konversion, ich zeige mal einige Fotos, insbesondere möchte ich darauf hinweisen, dass die Exerzierhalle/Reithalle dem ursprünglichen Zweck gemäß nun PKW-Garage ist...
 

Anhänge

  • img_8840_1200.jpg
    img_8840_1200.jpg
    109,4 KB · Aufrufe: 13
  • img_8841_1200.jpg
    img_8841_1200.jpg
    146,1 KB · Aufrufe: 13
  • img_8842_1200.jpg
    img_8842_1200.jpg
    150,3 KB · Aufrufe: 12
  • img_8843_1200.jpg
    img_8843_1200.jpg
    163,1 KB · Aufrufe: 12
  • img_8846_1200.jpg
    img_8846_1200.jpg
    137,8 KB · Aufrufe: 13
Nördlich davon scheint mir der erste Ausweichraum des 56. PzReg gewesen zu sein. Dort (51°58'54.3"N 12°05'43.6"E) steht ein mir ziemlich unklarer Turm, ich schreibe das auch, weil das hier öffentlicher Bereich ist und Google vielleicht in zwei Jahren jemanden findet, der das erklären kann:

Also mitten in diesem ehemaligen Militärraum steht ein Turm, mit Inschrift die auf Befreiungskriege hinweist. Das ist der erste Blick. Der zweite Blick sagt mir: Die Inschrift ist eher neu, die ist "nach der Wende". So weit, so unauffällig.

Wenn ich mir den Turm noch genauer ansehe, fällt noch mehr auf:
1) Der Turm hat Fenster, also wohl ein Innenleben. Aber es gibt keinen Zugang. Oder übersehe ich etwas?

2) Es gibt einen ganz offensichtlich aufgemauerten Aufsatz: Der Turm selbst dürfte Reichsgründung (1872) bis 1. Weltkrieg (1914) sein, deutschtümelnde Verehrung. Aber da ganz oben platzt der Putz ab, da sehe ich Hohlblocksteine aus DDR-Zeit, ursprünglich verputzt. Meine Interpretation wäre, dass die sowjetische Seite sich da aus einem alten Helden-Verehrungs-Turm einen schönen Manöverbeobachtungsturm baute.

Nur - wie kamen die denn da hoch? Wurde da etwas nach der Wende im Sinne von Sanierung wieder abgerissen? Oder stellte Kolja die Leiter an und der Genosse Oberst kletterte da hoch?
 

Anhänge

  • img_8828_1200.jpg
    img_8828_1200.jpg
    144,5 KB · Aufrufe: 22
  • img_8829_1200.jpg
    img_8829_1200.jpg
    139,4 KB · Aufrufe: 22
  • img_8830_1200.jpg
    img_8830_1200.jpg
    120,3 KB · Aufrufe: 25
  • img_8831_1200.jpg
    img_8831_1200.jpg
    144 KB · Aufrufe: 23
  • img_8832_1200.jpg
    img_8832_1200.jpg
    139 KB · Aufrufe: 23
  • img_8833_1200.jpg
    img_8833_1200.jpg
    103,4 KB · Aufrufe: 19
  • img_8836_1200.jpg
    img_8836_1200.jpg
    234,1 KB · Aufrufe: 19
Hallo Martin,
Danke für die Themeneröffnung!
Da wohl ein Zusammenhang besteht, mit Blick auf die Wohnzone betreffender sowjetischer Einheiten die dort stationiert waren, da gibt es ein kleines unklares Detail.
Es gibt da so Hinweise darauf das in der sowjetischen Wohnzone in der Stadt auch Personal vom Flugplatz Zerbst untergebracht war. Möglicherweise auch der Stab der Fliegerdivision. Möglicherweise gabs im Zerbster Stadtgebiet daher auch eine Art von "Fliegerstädtchen".

Der Turm kann ein Bismarck-Turm sein?
 
Möglicherweise gabs im Zerbster Stadtgebiet daher auch eine Art von "Fliegerstädtchen".

Also ein Sternenstädtchen kann ich da nicht sehen. Tatsächlich ärgerlich ist aber, dass ich über viele Jahre den beruflichen Kontakt hatte, ihn aber nicht nutzte: Was gibt schon so eine Kaserne her? Und das ist alles ja auch Aufwand, wir alle haben aber nur ein Leben.

Mal aufdröseln:
Der Großraum Zerbst hat verblüffend viele sowjetische Liegenschaften, aber gleichzeitig nur zwei Militärstädtchen. Das sind nach bundesdeutscher Bezeichnung MG 109 (Flugplatz) und MG 116 (fragliche Kaserne und versprengte Grundstücke Stadt Zerbst).

Die Kaserne 51°58'54.3"N 12°05'43.6"E hat aber die Besonderheit, dass sowohl nördlich der Goethestraße als auch östlich des Max-Sens-Platzes alles auch noch sowjetisch war. Da ist unklar, ob das im Sinne einer Kaserne eingezäunt oder offen für Deutsche zugänglich war; letzteres wäre durchaus möglich. Jedenfalls ist das Wohnraum, natürlich ist gut denkbar, dass höhere Luftwaffenoffiziere stadtnah wohnten.

In der Stadt selbst waren es wohl nur zwei, Puschkinpromenade 18/20 sowie hinter Dessauer Straße 22-28. Da würde ich rein spekulativ an Haus der Offiziere sowie öffentlich zugängliches Magazin denken wollen. Oder möglicherweise ehemalige Kommandantur, deren Gebäude man einfach mal behalten hat. - Am nördlichen Stadtausgang war der westliche 4km-Punkt, da waren wir beide mal gemeinsam. Ohne Ergebnis übrigens.

Vielleicht kann sich @Frank K. mit Blick auf sein Kartenmaterial auch äußern.

Was Du möglicherweise meinst:
1993, also sehr spät, kommt aus Großenhain die [FPN 57655], also Stab 126. Jagdfliegerdivision. Und sie geht in genau diese Stadt-Kaserne. Jedenfalls nach bundesdeutscher Aktenlage. Natürlich stimmt das vorn und hinten nicht - aber wenn sowas in den Akten steht, war da auch was. Fragt sich nur was: Da lief irgend eine Maskirowka?
 
Die Kaserne 51°58'54.3"N 12°05'43.6"E hat aber die Besonderheit, dass sowohl nördlich der Goethestraße als auch östlich des Max-Sens-Platzes alles auch noch sowjetisch war.
Das ist so, wie du schreibst, im Ganzen als Sperrgebiet eingetragen. Das bedeutet meist komplett abgeschlossen. Das Strassengeviert um den Max-Sens-Platz ist in der deutschen TK 1933 als Kaserne eingetragen. Bei Kersten / Löffler steht dazu u.a. 1935 Wehrmeldeamt, 1938 Heeresfachschule für Verwaltung, Heeresstandortverwaltung.

In der Stadt selbst waren es wohl nur zwei, Puschkinpromenade 18/20 sowie hinter Dessauer Straße 22-28. Da würde ich rein spekulativ an Haus der Offiziere sowie öffentlich zugängliches Magazin denken wollen.
Das ist auch so in den Karten eingetragen.

Zerbst.jpg
 
Da wohl ein Zusammenhang besteht, mit Blick auf die Wohnzone betreffender sowjetischer Einheiten die dort stationiert waren, da gibt es ein kleines unklares Detail.
Es gibt da so Hinweise darauf das in der sowjetischen Wohnzone in der Stadt auch Personal vom Flugplatz Zerbst untergebracht war. Möglicherweise auch der Stab der Fliegerdivision.


ГСВГ, 73-й Гвардейский ИАП, конец 1979г, посылают меня вместе с моей спаркой МиГ-23УБ, в славный город Цербст, на сборы командиров звеньев. Славный потому, что там не только родилась Государыня Всея Руси Екатерина Великая, но и дислоцировалась наша 126-я Краснознаменная дивизия вместе с 35-м ИАП ( штабы были через дорогу). Прибыл на место, а там самолет упал, пилоты катапультировались, а дело было так.
www.proza.ru/2009/02/25/366

GSWG, 73. Garde-Jagdfliegerregiment, Ende 1979, schickten sie mich und meine MiG-23UB in die glorreiche Stadt Zerbst zu einem Ausbildungslager für Flugkommandeure. Glorreich, weil dort nicht nur Katharina die Große, Kaiserin von Rus, geboren wurde, sondern auch unsere 126. Rotbannerdivision und das 35. Jagdfliegerregiment stationiert waren (das Hauptquartier befand sich direkt gegenüber). Ich kam am Einsatzort an, und das Flugzeug stürzte ab, die Piloten retteten sich mit dem Schleudersitz – so war es geschehen.

Wie muss man das jetzt verstehen, der Divisionsstab befand sich gegenüber vom Regimentsstab oder gibt es hier einen örtlichen Zusammenhang mit dem "Geburtsort Katharina die Große"?
 
Wie muss man das jetzt verstehen, der Divisionsstab befand sich gegenüber vom Regimentsstab oder gibt es hier einen örtlichen Zusammenhang mit dem "Geburtsort Katharina die Große"?

Deepl übersetzt anders - und wohl schlüssiger:
GSVG, 73. Garde-IAP, Ende 1979, schicken mich zusammen mit meinem MiG-23UB-Duo in die glorreiche Stadt Zerbst zum Training der Flugzeugführer. Ruhmreich, weil dort nicht nur die Herrscherin von ganz Russland, Katharina die Große, geboren wurde, sondern auch unsere 126. Rotbanner-Division zusammen mit dem 35. IAP stationiert war (die Stäbe befanden sich auf der anderen Straßenseite). Ich kam dort an, und dort war ein Flugzeug abgestürzt, die Piloten hatten sich mit dem Schleudersitz gerettet, und die Sache war folgende.
Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)

Im Übrigen ist Katharina II nicht in Zerbst, sondern in Stettin geboren, wo sie auch ihre Kinderheit verbrachte. Erst mit 13 Jahren zog sie nach Zerbst.
 
Oben