Werneuchen: ehem. dt. Fliegerhorst und sowjet. Militärflugplatz (allgemein)

Werneuchen gehörte zu den wenigen sowjetischen Flugplätzen in der DDR die von Mittelstreckenbombern der Fern- und Marinefliegerkräfte angeflogen wurden. Entsprechende Landungen, Aufenthalte und Starts sind belegt aber bisher gab es meines Wissens keine Fotobelege dazu.
Hier gibt es ein Foto das Tu-16 des 574. maritimen Raketenfliegerregiments der Marinefliegerkräfte der Nordmeerflotte aus Lachta zeigt. Lachta ist 2000 km von Werneuchen entfernt. Das Foto entstand im Sommer 1976 auf der Vorstartlinie von Werneuchen und wurde von einem OBATO-Angehörigen gemacht. Im Vordergrund sind zwei Tu-16K-10 zu sehen. Hauptbewaffnung war der Marschflugkörper K-10 der gegen Seeziele eingesetzt werden sollte. NATO-Bezeichnung war AS-2 Kipper.
Hier nähere Angaben zum betreffenden Regiment:

Anhang anzeigen 116060
Das Foto stammt von Rafail Achmadschin der es bei www.ok.ru hochgeladen hat. Möglicherweise leistete er seinen Wehrdienst 1976/77 in Werneuchen, zumindest legen das seine Fotos nahe.
Am rechten Bildrand ist ein Betankungsaggregat erkennbar. Anhand der Fugen und Rollmarkierungen ist zu sehen das die Tu-16 mit der Nase auf dem Rollweg vor der Vorstartlinie stehen.
Im Hintergrund ist die "Nase" einer weiteren Tu-16 zu erkennen.
 
Insgesamt sind es drei Tu-16, vorn zwei Tu-16K-10 und hinten eine Tu-16 mit einer Glasnase.

https://16va.be/long_range_eng.html kann man sich etwas zum Thema belesen.
Genauer gesagt, müsste es sich um zwei Tu-16K10-26 handeln. Dieser Flugkörperkomplex ging 1969/70 in die Bewaffnung des Regiments ein. Bei der anderen Tu-16 handelt es sich wahrscheinlich um einen Störsender oder Tanker. Letztere gingen spätestens 1960 in den Bestand des Regiments ein.
 
Werneuchen gehörte zu den wenigen sowjetischen Flugplätzen in der DDR die von Mittelstreckenbombern der Fern- und Marinefliegerkräfte angeflogen wurden. Entsprechende Landungen, Aufenthalte und Starts sind belegt aber bisher gab es meines Wissens keine Fotobelege dazu.
Hier gibt es ein Foto das Tu-16 des 574. maritimen Raketenfliegerregiments der Marinefliegerkräfte der Nordmeerflotte aus Lachta zeigt. Lachta ist 2000 km von Werneuchen entfernt. Das Foto entstand im Sommer 1976 auf der Vorstartlinie von Werneuchen und wurde von einem OBATO-Angehörigen gemacht. Im Vordergrund sind zwei Tu-16K-10 zu sehen. Hauptbewaffnung war der Marschflugkörper K-10 der gegen Seeziele eingesetzt werden sollte. NATO-Bezeichnung war AS-2 Kipper.
Hier nähere Angaben zum betreffenden Regiment:


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Hier etwas zu den Flügen der Fernflieger in die DDR, in diesem Fall zum 121. Garde schweren Bomberfliegerregiment (Matschulischtschi).


„Im Februar 1972 waren 25 Besatzungen des Regiments an der Überprüpfung der sowjetischen PWO aus westlicher Richtung beteiligt. Nachdem die 2. Staffel am zweiten Tag heimlich zum Flugplatz Templin in der DDR verlegt worden war, startete sie am Abend einen simulierten Flugkörperangriff auf die Seekriegsbasis Kaliningrad aus 1.000 m Höhe. Die Flugzeuge des Regiments wurden vom stellvertretenden Regimentskommandeur, Oberstleutnant Petr Iwanowitsch Malikow, geführt. Auch dieses Mal konnte das System PWO die Flugzeuge nicht erfassen. Das Regiment erfüllte seine Mission. Die Luftabwehr wurde ohne Verluste überwunden.“

„Im September 1984 nahm das Regiment an der strategischen Übung „Zapad-84“ teil.
Nach dem Start in Kampfformation vom Flugplatz Matschulischtschi übte das Regiment auf dem Polygon „Ryika“ (taktischer Start von Flugkörpern Ch-22), 16 km von Tartu entfernt. Anschließend sanken sie auf eine Höhe von 100 Metern und setzten ihren Flug über der zentralen Ostsee fort. Als sie die DDR querab erreicht hatten, teilte sich das Regiment in zwei Kolonnen auf, welche eine Linkskurve in Richtung Berlin machten und die Stadt links und rechts umflogen. Anschließend landete eine Gruppe auf dem Flugplatz Templin, die andere in Falkenberg. Die Jagdflugplätze erwiesen sich für Langstreckeneinsätze als ungeeignet. In der folgenden Nacht wurden bei Triebwerkstests Bäume im Wald rund um die Rollfelder entwurzelt. Das Regiment brach in Richtung Ostsee auf. Der Rückflug erfolgte in 10.000 Metern Höhe unter Einsatz von Störsendern, wodurch es erfolgreich in die Zonen der PWO eindringen und taktische Flugkörperstarts auf dem Polygon B-46 auf der Kurischen Nehrung bei Kaliningrad üben konnte. Bald darauf landeten sie sicher auf ihrem Flugplatz.“

Quelle
 
Zur Aussage: "Die Jagdflugplätze erwiesen sich für Langstreckeneinsätze als ungeeignet."
Vielleicht ist das betreffende Regiment später dort nicht mehr gelandet, andere sind es. Die letzte Landung von Tu-22M3 auf dem Jagdfliegerplatz Falkenberg erfolgte im März 1990. Die Aussage "ungeeignet" halte ich daher für Quatsch.
Groß Dölln wurde extra für Fernbomber gebaut, die mehrheitliche Nutzung erfolgte durch Jagdbombenfliegerkräfte. Auch hier halte ich die Aussage "ungeeignet" für Quatsch.
Bezüglich "Ryika", handelt es sich dabei tatsächlich um das Polygon "Alam-Pedja"?
Ältere Sat-Fotos könnten hier Hinweise auf einen Luft-Boden-Schießplatz liefern. Für 2026 plane ich eine Exkursion in dieses Reservat. Für die Vorbereitung wäre es also hilfreich zu wissen was es dort mal alles so gab in dieser Hinsicht, Dank vorab.
 
Aus einer technischen Beschreibung zur MiG-25 gehen auch die Abmessungen der Fahrwerksräder zueinander, Reifentypen und deren Abmessungen hervor.
Das kann man nun vergleichen mit den Markierungen in den Flugzeughallen und den Bogendeckungen.
Die Angabe 3,85 Meter bezieht sich auf die Spur und 5,13 Meter auf den Abstand Bugrad zur Achse der Hauptfahrwerksräder.
Das Bugrad hat einen Durchmesser von 0,7 Meter bei Breite 0,2 Meter und die Hauptfahrwerksräder 1,3 Meter Durchmesser und 0,36 Meter Breite.

mig-25rb-technische-beschreibung-1975-page-110.jpg

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Aus einer technischen Beschreibung zur MiG-25 gehen auch die Abmessungen der Fahrwerksräder zueinander, Reifentypen und deren Abmessungen hervor.
Das kann man nun vergleichen mit den Markierungen in den Flugzeughallen und den Bogendeckungen.
Die Angabe 3,85 Meter bezieht sich auf die Spur und 5,13 Meter auf den Abstand Bugrad zur Achse der Hauptfahrwerksräder.
Das Bugrad hat einen Durchmesser von 0,7 Meter bei Breite 0,2 Meter und die Hauptfahrwerksräder 1,3 Meter Durchmesser und 0,36 Meter Breite.

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Super, das ist auch gleich etwas für unser Ergänzungsvideo.
 
Kommen wir mal zu den konventionellen "Gefahrgütern", im abgesetzten Munitionslager Werftpfuhl. Diese Fotos stammen vermutlich aus der Zeit als die MiG-25RB von Werneuchen nach Neu-Welzow verlegten und die Hubschrauber von Groß Dölln nach Werneuchen. Also Frühsommer 1991. Zu diesem Zeit wurde vermutlich dieses Munitionsdepot "aufgegeben" bzw. an die deutsche Verwaltung übergeben. Das 487. Hubschrauberregiment hat dieses Munitionslager wohl nicht mehr benutzt.
Für @Plattfuß am Rhin gibts hier wohl wieder eine kleine Hausaufgabe.
Die Anweisung scheint sich u. a. auf Sprachkommandos von Wachsoldaten zu beziehen. Das zweite Foto zeigt einen Blitzableiter und ein Schild des Lagerplatzes Nummer 5. Auf diesen Schild finden sich mehrere militärisch Abkürzungen, daraus geht u.a. wohl hervor das es sich um den 3. Kampfsatz der 1. Fliegerstaffel handelt. ASP kommt mir bekannt vor, kann ich aber ohne Recherche jetzt so nicht übersetzen. Verantwortlichkeit dafür hatte Fähnrich Trofimenko.

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So, ich erdreiste mich jetzt einfach mal, die Übersetzung zum ersten Bild hier einzufügen, da nun bereits geraume Zeit vergangen ist, ohne dass sich in dieser Richtung etwas getan hat:
 

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