Cool, danke für deinen Beitrag. Wo hast du denn die Variante her? Ich seh nirgends, dass du das erwähnt hättest. Finds echt großartig, dass sich noch wer anderes mit dem Thema befasst hat!
Na ja, es befasst sich nicht wirklich jemand anderes mit diesem Thema. Ich bin irgendwann in Vogelsang mal auf die Idee gekommen, schwer lesbare russische Schilder meiner Tante zu schicken. Sie stammt aus der Sowjetunion (russisch ist also ihre Muttersprache), zudem hat sie Sprachen studiert und arbeitet bis heute als professionelle Übersetzerin in Berlin (lebt quasi seit ihrem 22/23. Lebensjahr hier).
Und ich sagte mal zu Matze, als wir in Vogelsang vor einem nicht lesbaren Schild standen, dass ich ein Foto davon einfach mal zu ihr schicke, denn (so war meine Idee) wenn überhaupt jemand so etwas stark zerkratztes lesen kann, dann am ehesten jemand, der mit dieser Sprache ausgewachsen ist. Und diese Rechnung ging dann auch auf. Und seitdem schicke ich ihr immer Texte, die ich gern übersetzt haben möchte.
Heute war sie übrigens bei uns zu Besuch auf einer Geburtstagsfeier, und da habe ich mich mit ihr noch mal über genau diesen Text, von dem ich die zweite Variante hier eingestellt hatte, unterhalten. Mir fielen zwei Unterschiede auf, über die ich mit ihr reden wollte. Sie bestätigte dabei ihre Variante und begründete das noch mal explizit. Es ist in der ersten Zeile also tatsächlich von Gefahrgütern die Rede (nicht einfach nur Güter). Das abgerissene Wort davor (sie hat´s mehrfach genannt - ich hab´s schon wieder vergessen) und der Aufbau dessen, was darauf folgt, lässt keinen anderen Schluss zu.
Das zweite ist die von dir übersetzte "ständige Trunkenheit", die du im Anschluss amüsant fandest (was es tatsächlich auch wäre

). Aber auch das hatte sie anders übersetzt (also ohne "ständig") und hat mir das auch noch mal erklärt, warum es nicht mit "ständiger Trunkenheit" übersetzt werden kann. Das zweite Wort steht wohl im Genitiv, und deshalb kann jenes davor nur ein Substantiv und kein Adjektiv sein (ich hoffe, ich hab das jetzt richtig weitergegeben). Deshalb ergibt sich in der Übersetzung das, was sie geschrieben hatte. Also kurzum, sie fand auch im heutigen Gespräch kein Indiz, dass es anders lauten könnte als sie es vor wenigen Tagen schriftlich übersetzt hatte. Im Übrigen sind eure beiden Varianten ja so gut wie identisch.
Auch das Schild, welches Stefan jüngst geschickt hatte, übersetzte sie mir heute schon mündlich und macht es demnächst auch noch mal schriftlich. Dann hätten wir wieder zwei Varianten, die wir vergleichen können.

In meinem ersten Abriss-Video von Vogelsang ("Good Bye Vogelsang") hatte ich am Schluss ein spanndendes Schriftstück eingeblendet, welches Matze dort im Objekt gefunden hatte (in wunderschöner Handschrift, aber leider etwas verschmiert). Wir rätselten in alle Richtungen, was das sein könnte, aber lagen mit unseren Vermutungen nicht annähernd richtig. Rita (meine Tante) hatte dann das Geheimnis gelüftet und mir das Ganze übersetzt, was ich dann ebenso eingeblendet habe - Der Inhalt war dann aber doch nicht ganz so spannend wie wir dachten - na ja, wie man´s nimmt.

Zumindest warf dieses Schriftstück wieder neue Fragen auf, die scheinbar niemand beantworten kann.
