Templin / Groß Dölln: Flugplatz

@sam_matze schau mal unmittelbar vor die linke und rechte Gebäudeecke! Zumindest links ist eindeutig ein Teil der Be- und Entlüftung erkennbar....
Aufgrund dessen was heute dort noch vorhanden ist gehe ich davon aus das nur der oberirdische Teil des Gebäudes abgerissen wurde. Ich vermute das ungefähr in der Gebäudemitte das Treppenhaus war, da gings möglicherweise nicht nur nach oben in den turmartigen Aufbau sondern eben auch nach unten.

Vielen Dank für den Nobelpreis „Unterwelten des FP Dölln“, der Herr.

Ironie an: Passbilder, Autogramme und Touren können kostenlos geordert werden. Ironie aus.

Ich kann mich noch genau an diesen Tag erinnern, als ich dir die Bunkertransformatorstation gezeigt habe. Aus dem Staunen bist du nicht mehr herausgekommen und irgendwie hatte ich den Eindruck, dass es dir die Sprache verschlagen hat. Sehr zu meiner Freude.

Genug der guten Worte.

Zur Vertiefung o. Abgang auf der rechten Seite des Bildes:
Ich vermute, dass es sich hierbei um einen Unterstand aus „B1“-Fertigteilen handeln könnte.
Siehe Video
Unterstände aus "B1"-Fertigteilen

Auf der linken Seite des Bildes habe ich auch einen gefunden.
Insgesamt sind mir zwei begehbare und zwei zugeschüttete Unterstände bekannt.

Der von Marco erwähnte versenkte Ein-Mann-Bunker ist mir auch bekannt.
Video ab Min. 14.00.
Flugplatz Groß Dölln

Dieser quadratische Schacht, Be- und Entlüftungsanlage links unten, ist mir auch bekannt.
Und ich habe da so eine Vermutung, wo es in den Keller geht.
Ich denke du auch.
 
Vielen Dank für den Nobelpreis „Unterwelten des FP Dölln“, der Herr.

Ironie an: Passbilder, Autogramme und Touren können kostenlos geordert werden. Ironie aus.

Ich kann mich noch genau an diesen Tag erinnern, als ich dir die Bunkertransformatorstation gezeigt habe. Aus dem Staunen bist du nicht mehr herausgekommen und irgendwie hatte ich den Eindruck, dass es dir die Sprache verschlagen hat. Sehr zu meiner Freude.

Genug der guten Worte.

Zur Vertiefung o. Abgang auf der rechten Seite des Bildes:
Ich vermute, dass es sich hierbei um einen Unterstand aus „B1“-Fertigteilen handeln könnte.
Siehe Video
Unterstände aus "B1"-Fertigteilen

Auf der linken Seite des Bildes habe ich auch einen gefunden.
Insgesamt sind mir zwei begehbare und zwei zugeschüttete Unterstände bekannt.

Der von Marco erwähnte versenkte Ein-Mann-Bunker ist mir auch bekannt.
Video ab Min. 14.00.
Flugplatz Groß Dölln

Dieser quadratische Schacht, Be- und Entlüftungsanlage links unten, ist mir auch bekannt.
Und ich habe da so eine Vermutung, wo es in den Keller geht.
Ich denke du auch.
Dann müssen wir tatsächlich noch mal vor Ort genauer schauen.
 
Letzten Monat erschien im Herder-Verlag von Matthias Uhl das Buch "Wie stark ist Russland wirklich? Die Wahrheit über Putins Militärmacht".
Im "historischen Rückblick" gibt es das Kapitel "Der Kalte Krieg und die sowjetische Rüstung 1945-1991", von Seite 48/49 zitiere ich folgende Aussagen zum Flugplatz Groß Dölln.

Die geplanten mitteleuropäischen Einsatzbasen der Fernbomberflotte im Herrschaftsgebiet der Sowjetunion waren in der ČSSR, Polen, Ungarn und der DDR zu errichten. Da beispielsweise die Entfernung zwischen Templin, dem für die DDR vorgesehenen Reserveflugplatz für die sowjetischen Fernfliegerkräfte, und New York „lediglich“ 6400 Kilometer betrug, wies die sowjetische Führung ebenfalls die rasche Fertigstellung der ausländischen Einsatzbasen an. Spätestens bis 1955 sollten alle dafür erforderlichen Maßnahmen abgeschlossen sein. Entsprechend diesen Vorgaben begannen u. a. im Frühjahr 1953 in Templin umfangreiche Bauarbeiten. Noch im gleichen Jahr wurde die 3500 Meter lange und 80 Meter breite Start- und Landebahn, damals die größte in der DDR, fertiggestellt. Dass ihre Aufsetzzone aus 60 Zentimeter dickem Stahlbeton bestand, beweist den vorgesehenen Einsatzzweck als vorgeschobene Fernbomberbasis.
[63]

Quelle 63:
RGASPI, 17/164/697, Bl. 131–135, Beschluss Nr. 250–117 des Ministerrats der UdSSR: ‚Über den Bau von Flugplätzen für schwere Fernbomber‘, 27.1.1953.
[Seite 329]

Es handelt sich beim RGASPI um das Russisches Staatsarchiv für sozio-politische Geschichte, die Archivsignatur schlüsselt sich vermutlich in Fond 17, Opis 164, Delo 697 auf.

Schauen wir nun direkt in das Dokument zur betreffenden Textstelle:

3. Принять предложение Военного Министерства СССР о необходимости постройки в странах народной демократии в течение 1953-1955 гг. 4-х оперативных аэродромов для указанных самолетов, в том числе: в Германской Демократической Республике, Чехословакии, Венгрии и Польше.
В связи с этим, поручить Военному Министерству СССР через Главных военных советников в Чехословакии и Венгрии и Военного атташе в Польше просить военное командование этих стран осуществить строительство указанных аэродромов.

3. Den Vorschlag des Verteidigungsministeriums der UdSSR über die Notwendigkeit des Baus von 4 operativen Flugplätzen für die genannten Flugzeuge in den Ländern der Volksdemokratie im Zeitraum von 1953–1955 anzunehmen, darunter in: der Deutschen Demokratischen Republik, der Tschechoslowakei, Ungarn und Polen.
In diesem Zusammenhang ist das Verteidigungsministeriums der UdSSR zu beauftragen, über die Hauptmilitärberater in der Tschechoslowakei und in Ungarn sowie den Militärattaché in Polen die militärische Führung dieser Länder zu bitten, den Bau der genannten Flugplätze durchzuführen.

Bislang fehlte es – falls ich falsch liege, möge man mich korrigieren – in Publikationen oder öffentlichen Diskussionen an schriftlichen Belegen aus Russland für die ursprünglich Zweckbestimmung des Flugplatzes Groß Dölln. Möglicherweise wurde mit dem Beschluss Nr. 250–117 des Ministerrats der UdSSR über den ‚Bau von Flugplätzen für schwere Fernbomber‘ erstmals die amtliche Bestätigung dafür geliefert, dass Groß Dölln eine Sonderrolle innerhalb der sowjetischen Militärinfrastruktur in der DDR einnahm und einen direkten Zusammenhang zu den sowjetischen Fernfliegerkräften erlaubt.

Besonders brisant ist, dass in der Akte Delo 697 im Kontext von ‚Templin‘ explizit eine Liste mit strategischen Zielen aufgeführt wird. Dabei werden New York, Washington, Chicago und Ottawa als Angriffspunkte in Nordamerika sowie Lajes (in der Akte als ‚Lagens‘ geführt) auf den Azoren (‚Asorkich‘) und Dakar genannt, ergänzt um die jeweiligen Distanzberechnungen

Der Name "Templin" wird mehrfach an anderer Stelle in Delo 697 genannt. Was Polen, Ungarn und die CSSR betrifft, hier wirds etwas "kompliziert" nach dieser Aktenlage. Die Pendants zu Groß Dölln entstanden ja in Powidz, Mosnov und Mezökövesd. Diese Ortsnamen tauchen aber dort so nicht auf, stattdessen: Kunmadaras, Zatec und "Flugplatz Poznan".

Möglicherweise wurde Delo 697 bereits von Matthias Uhl im 2008 erschienenen Buch "Krieg um Berlin? - Die sowjetische Militär- und Sicherheitspolitik in der zweiten Berlin-Krise 1958 bis 1962" genutzt. Das Buch liegt mir nicht vor.

In Delo 697 taucht übrigens nicht einziges Mal die Typenbezeichnung Tu-16 auf.
Stattdessen wird von "swerchdalnyich" Bombern, schweren Fernbombern und den Typen Tu-4, Tu-95 und dem Typ "M" (Mjasischtschewa) gesprochen, jeweils mit unterschiedlichen Triebwerkskonfigurationen wie AM-3, WD-5, 2 TW-2F, TW-12 und TW-16.
 
Möglicherweise wurde Delo 697 bereits von Matthias Uhl im 2008 erschienenen Buch "Krieg um Berlin? - Die sowjetische Militär- und Sicherheitspolitik in der zweiten Berlin-Krise 1958 bis 1962" genutzt. Das Buch liegt mir nicht vor.
Ich habe es. Und muss es dann noch finden...
 
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