Templin / Groß Dölln: Flugplatz

@Büttner, sei nicht so streng zu den Autoren:apologetic:, schließlich ist es kein Fachbuch und die Autoren auch sicher keine Fachleute; es ist halt Unterhaltungslektüre.
Die Autoren haben sich nach eigener Auskunft Rat von Fachleuten geholt bzw. stützen sich auf Angaben die diese verschiedentlich in der Vergangenheit gemacht haben. Davon abgesehen, das Buch stammt ja aus dem letzten Jahr und seit über 20 Jahren sind die entsprechenden Informationen korrekt dargestellt verfügbar.
 
Vor einiger Zeit machte mich @the passenger auf ein Buch aufmerksam das sich mit der Geschichte des hier behandelteten Flugplatzes beschäftigt. Und war auch gleich noch so nett mir ein Exemplar zu beschaffen, Vielen Dank dafür!

Das Buch hat keine ISBN-Nummer lässt sich aber doch irgendwie beschaffen:
Die Russen als Nachbarn – Vom Leben in den Dörfern am Flugplatz Groß Dölln 1945-1994
Manfred Lentz und Mitwirkung von Siegfried Haase und Birgit Halle, 1. Auflage 2020
Auf der Seite www.kurtschlag.de wurde der Leserbrief eines Zeitzeugen veröffentlicht als Reaktion auf das bereffende Buch. Ich zitieren diesen sehr interessanten Leserbrief hier vollständig:

Bauaktivitäten auf dem Flugplatz Groß Dölln in den 1980er Jahren

von Hans-Michael Fritz

Hans-Michael Fritz war bei diesem Bauvorhaben der verantwortliche Vorbereitungsingenieur für sämtliche Planungsunterlagen in deutscher und russischer Sprache. Heute wird diese Funktion als „Projektsteuerer“ bezeichnet. Gewissenskonflikte veranlassten H.-M. Fritz ab Herbst 1988 dazu, mit seinem Staat zu brechen. Im Februar 1989 kündigte er seine Anstellung im "VEB Spezialbau Potsdam, Betrieb Eberswalde" mit der Absicht, die DDR zu verlassen. Mehrere Monate ohne Beschäftigung und damit ohne Einkommen folgten, da aus politischen Gründen keine Baufirma ihn mehr einstellen durfte. Auf einen Ausreiseantrag verzichtete er. Als Geheimnisträger in einem Militärbaubetrieb hätte ihn ein solcher Antrag seinen eigenen Worten zufolge "unweigerlich mit einer fingierten Anklage nach Brandenburg oder Bautzen II gebracht". Schließlich entschied er sich für eine Flucht zusammen mit seiner Frau über Polen, die CSSR und über Ungarn durch den Stacheldraht nach Österreich. Heute lebt er als Rentner in Meiningen.



Der Flugplatz Groß Dölln war Mitte bis Ende der 1980er Jahre Schauplatz einer umfangreichen Erneuerung der Flugbetriebsflächen einschließlich diverser Nebenanlagen, und das teilweise bei laufendem Betrieb. Diese Flugbetriebsflächen in Groß Dölln waren nach knapp 30jähriger Nutzung in die Jahre gekommen. Die Fugenvergussmassen zwischen den mit Betonstahl verspannten Betonflächen waren insbesondere im Start- und Landebereich erheblich ausgebrochen, somit auch etliche Betonkanten. Der Beton war durch Frost-Tau-Wetterwechsel und durch Schneeräumeinsätze mittels Schiebeschild und/oder Einsatz einer Triebwerkturbine in seiner Oberflächenstruktur stark geschädigt und glich eher einem sogenannten Waschbeton, d.h. Kies- und Splittkörner waren sichtbar und konnten durch ständige mechanische Beanspruchungen herausgelöst werden. All diese Verschleißerscheinungen stellten für den Flugbetrieb eine wesentliche Gefährdung dar. Aus Sicht der damaligen Nutzer war also die Erneuerung der Flugbetriebsflächen dringend geboten.

Im Frühjahr 1984 erteilte die GSSD (Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland) mit Sitz in Wünsdorf bei Berlin ihrem „Baustab Zossen“ einen Befehl zur Erneuerung des Flugplatzes. Daraufhin erhielt Mitte 1984 der „VEB Spezialbau Potsdam“ vom „Baustab Zossen“ den Auftrag zur „Rekonstruktion des Platzes 101“ (101 war eine Codebezeichnung für den Flugplatz Groß Dölln).

Der „VEB Spezialbau Potsdam“ war ein im Jahr 1947 geschaffener Sonderbaubetrieb mit dem Namen „Sonderbaubüro Potsdam“ und diente der materiellen Sicherstellung der in der damaligen sowjetischen Besatzungszone (der späteren DDR) zeitweilig stationierten Truppen der Roten Armee, später der Gruppe der Sowjetischen Streitkräft in Deutschland (GSSD). In den 1950er Jahren wurde das Sonderbaubüro in „VEB Spezialbau Potsdam“ umbenannt. Dieser Baubetrieb hatte neben der Hauptdirektion in Potsdam-Rehbrücke in den 1980er Jahren 15 Betriebsteile, einen Zentralen Entwurfsbetrieb und einen Betriebsteil, der für die Versorgung der GSSD verantwortlich war.

Der o.g. Auftrag zur Erneuerung des Flugplatzes Groß Dölln wurde dem Betriebsteil Eberswalde übertragen. Dieser stellte zeitweilig vier Beschäftigte für die Vorbereitung und Baudurchführung zur Verfügung. Das Auftragsdokument vom „Baustab Zossen“ bestand lediglich aus einem DIN-A3-formatigen Lageplan aus relativ grobem bräunlich gefärbtem Papier, auf dem nur der Lageplan des gesamten Flugplatzes aufgetragen war. Rechts war der handschriftliche Befehl eines Verantwortlichen aus dem Baustab mit den russischen Worten vermerkt: „Ich befehle die Rekonstruktion der Flugbetriebsflächen vom Platz 101“. Stempel und eine Unterschrift folgten.

Um zu veranschaulichen, um welche Flächen es ging, hier ein Dokument des US-amerikanischen Nachrichtendienstes CIA:

Aufgrund der äußerst dürftigen Auftragsdokumentation war zunächst eine Präzisierung dringend geboten. Diese erfolgte in schier endlosen fachlichen Beratungen zwischen dem Betrieb Eberswalde und den russischen Vertretern vom Baustab mit dem Ziel, eine Übereinstimmung der technischen Anforderungen zwischen den damals geltenden fachlichen Normen der DDR (TGL = Technischen Normen, Gütevorschriften und Lieferbedingungen) und den sowjetischen Normen (Gossudarstwenny Standart GOST) zu erreichen.

Neben der beim Militär üblichen Geheimniskrämerei rückten außerdem die russischen Vertreter bei diesen Verhandlungen ewig nicht die so wichtigen Angaben heraus wie z.B. Einzel-Radlasten, Anzahl der Flugbewegungen (Starts und Landungen), Lastwechsel, welche Flugzeugtypen künftig zum Einsatz kommen würden, Anzahl der Flugzeuge an der Vorstartlinie (Bereitstellungsflächen), Details zur Treibstoffbevorratung und zur Flugwarnbefeuerung.

Nach mehreren Monaten intensivster Gespräche war ein Arbeitsstand erreicht, der die nächsten zwei Vorbereitungsphasen ermöglichte. Ziel war es in dieser Vorbereitungsphase, zwei Dokumentationen zu erarbeiten:

1. die Aufgabenstellung (AST) für die künftige Investition mit einer groben Leistungsdarstellung und einer Kostenschätzung und
2. die Dokumentation zur Grundsatzentscheidung (GE) mit einer präzisen Leistungsbeschreibung mit einem möglichst hohen Anteil von verbindlichen Preisen sowie ausführungsreifen Plänen.

Der "VEB Spezialbau Potsdam Betriebsteil Eberswalde" befand sich mit diesem Auftrag bei der gesamten Auftragsvorbereitung und -abwicklung in einer Doppelrolle. Einerseits fungierte er gegenüber der GSSD als General-Auftragnehmer, andererseits wirkte er als General-Auftraggeber sowohl für Planungs- als auch für Ausführungsleistungen, so z.B. gegenüber den von ihm beauftragten Projektierungsbetrieben des "VEB Autobahnbaukombinat Magdeburg" mit Sitz in Potsdam und Dresden sowie für die eigentliche Bauausführung dem "VEB Straßenbaubetrieb Weimar". Mit diesen Betrieben waren die notwendigen Mengen- und Preisabstimmungen die Voraussetzung für die Erstellung der Dokumentation Grundsatzentscheidung. Beide Dokumentationen waren nach erfolgreicher Abstimmung mit den Nachauftragnehmern komplett in die russische Sprache zu übersetzen und nach intensiver Überprüfung und Zustimmung durch das "Amt für Preise" in Berlin und Potsdam vor dem sowjetischen Auftraggeber zu verteidigen. Erst nach dessen Zustimmung konnte bzw. durfte der Auftrag zur Erarbeitung der Ausführungspläne ausgelöst werden.

Der erste Schritt nach den Präzisierungsverhandlungen mit der sowjetischen Seite war das komplette Aufmaß sämtlicher Flugbetriebsflächen durch einen von der sowjetischen und deutschen Sicherheit zugelassenem Geodäsiebetrieb. Hierzu wurde nach entsprechender Bilanzverordnung durch das Ministerium für Bauwesen Abt. 1 der "VEB Geodäsie- und Kartographiebetrieb Neubrandenburg" beauftragt. Dieser musste für etliche Monate vier Geodäsiemitarbeiter abstellen, die anschließend bei jedem Wetter sämtliche Flächen des Flugbetriebs aufmaßen. Dabei gab es im Objekt wegen der Flugbewegungen häufig Behinderungen durch den russischen Sicherheitsdienst mit der Folge von Zeitverzügen und Berechnung von Ausfallzeiten.

Ausführungs- und Lagepläne vom Neubau des Flugplatzes Anfang der 1950er Jahre standen dem Vorbereitungsteam nicht zur Verfügung. Es kann nur vermutet werden, dass diese Pläne in irgendwelchen Geheimarchiven schlummerten und niemand von der sowjetischen Seite Kenntnis von diesen Plänen hatte oder auch nur interessiert daran war. Bei Verwendung dieser Pläne wären erhebliche Mittel für die Aufmaßarbeiten nicht notwendig gewesen.

Nach Vorlage der Messpläne wurde die Erarbeitung der Aufgabenstellung in Schrift- und Zeichnungsform vorgenommen. Zwischendurch waren immer wieder präzisierende Abstimmungen mit den Sowjets notwendig. So z.B. wegen der moderneren Militärflugzeuge die Anpassung der Kurvenradien von Nebenrollbahnen zur Start- und Landebahn, die Verbesserung der Längs- und Querneigungen zwecks sicherer Entwässerung, notwendige Holzeinschlagsarbeiten, die notwendige Verbreiterung der Start- und Landebahn auf 80 m, neuwertige unterirdische Betankungsanlagen an der Vorstartlinie, neue stabile Stromversorgung der Flugwarnbefeuerung incl. Tower, neues Dienstgebäude für die Piloten usw. Dabei war bei den Verhandlungen als Option auch die Rede von der Möglichkeit eines Ausweich-Flugplatzes für die damalige Erstversion der sowjetischen Raumfähre „Buran“. Dies wurde jedoch nie konkret Gegenstand weiterer Planungen. Jedoch wurde das damalige, in der Ukraine entwickelte Großraumflugzeug „AN 124“ mit seinen vier Triebwerken und einer knapp 74 m messenden Flügelspannweite in die statische Bemessung der Flugbetriebsflächen mit aufgenommen.

Für die statische Berechnung war die Ermittlung der restlichen Tragfähigkeit der Betonflächen von der Start- und Landebahn und von den Nebenflächen (Vorstartlinie, Bereitstellungsplatz und Nebenrollbahnen) eine wichtige Kenngröße. Der in den 1950er Jahren hergestellte Beton hatte eine durchschnittliche Dicke von rund 60 cm. Diese Dicke wurde mittels zahlreicher Kernbohrungen in den Betonflächen ermittelt. Die entnommenen Betonbohrkerne wurden dann auf ihre restliche Druckfestigkeit überprüft. Die Ergebnisse flossen in die Statik ein. Im Ergebnis der statischen Berechnung wurde eine Mindestdicke für die neue Betondeckschicht von 28 cm ermittelt. Infolge der geänderten Längs- und Querneigungen ergaben sich zum Teil Dicken von bis zu 45 cm. So gesehen hat die jetzige riesige Solaranlage auf der ehemaligen Start- und Landebahn einmalig überdimensionierte Fundamentdicken von bis zu einem guten Meter!

Die Dokumentation AST wurde in die russische Sprache übersetzt und fristgerecht dem sowjetischen Auftraggeber übergeben. Dieser ließ sich jedoch mit der Prüfung und Bestätigung derselben viel Zeit. Die Folge war ein Zeitverzug für den Beginn der Erarbeitung der Dokumentation zur Grundsatzentscheidung. Infolgedessen geriet die Projektierung der gesamten Dokumentation in einen immensen Zeitdruck, weil bereits mit der Bauausführung begonnen werden sollte. Letztlich war es ein gleitender Prozess: Die Planer erstellten die Ausführungspläne, die den Planern von der Bauausführung förmlich aus den Händen gerissen wurden, und parallel hierzu erfolgten die Mengen- und Preisberechnungen durch die Planungsabteilungen im "VEB Autobahnbaukombinat".

Anschließend waren die Preisverhandlungen zwischen dem Auftragnehmer "VEB Straßenbaubetrieb Weimar" und dem General-Auftraggeber "VEB Spezialbau Potsdam, Betrieb Eberswalde" zu führen, und erst im Ergebnis dieser Abstimmungen konnte dem sowjetischen Auftraggeber die gesamte Dokumentation mit einem verbindlichen Preis und den Ausführungsplänen (ins Russische übersetzt) übergeben werden.

Die eigentliche Bauausführung durch den "VEB Straßenbaubetrieb Weimar" verlief zügig und in guter Qualität.

Absurd war die Situation, dass westdeutsche Straßenfertiger * der Firmen „Vögele“ oder „Wirtgen“ für die Betonflächen zum Einsatz kamen, die im Ernstfall bei einer militärischen Auseinandersetzung zwischen Ost und West genutzt worden wären.

* Straßenfertiger sind Baumaschinen zur Herstellung von Verkehrsflächen aus Bitumen oder Beton.

Die Bereitstellung von wichtigen Baustoffen wie Kiese, Sande und Splitt war überwiegend kontinuierlich, während die Zementversorgung einige Male ins Stocken geriet. Dann geisterten Gerüchte auf der Baustelle umher, dass im Rostocker Überseehafen wohl ein großes Frachtschiff läge, das einen Güterzug voll Zement nach Afrika verladen würde. Insbesondere bei sich anbahnenden Stockungen der Bauproduktion wurden einige im Hintergrund agierende Mitarbeiter der Staatssicherheit verschiedenster Bereiche einschließlich des Ministeriums für Bauwesen und der Hauptdirektion des "VEB Spezialbau Potsdam" sehr aktiv. Letztlich ist anzunehmen, dass der dringend benötigte Zement dann zu Lasten anderer Bedarfsträgern einfach „umgeleitet“ wurde.

Die Staatssicherheit war immer dabei. Sie entschied, wer den Zutritt zur Baustelle bekam oder wem diese Zulassung ggf. auch wieder entzogen wurde, wenn sich im Ergebnis einer Überprüfung die Einschätzung „unzuverlässig“ ergab. Ganz sicher waren auch sogenannte Inoffizielle Mitarbeiter „IM“ im Einsatz.

Vor einer Teilobjektübergabe war einmal die Rede davon, dass ein angespitzter Metallbolzen mit der Spitze nach oben in die Fugenvergussmasse in ein Fugenkreuz eingedrückt worden war. Das hätte bei Flugbetrieb fatale Folgen haben können. Der Verursacher, so hieß es, sei nicht ermittelt worden. Eigenartig war bei diesem Gerücht der Umstand, dass niemand von den Objektverantwortlichen diese Sabotage jemals bemerkt hatte. Es wurde deshalb geargwöhnt, dass dieses Gerücht vielleicht ganz bewusst in Umlauf gebracht worden war, um einen Vorwand für eine erhöhte Wachsamkeit zu begründen.

Die Bauarbeiten für sämtliche Betonflächen, für eine neue und stabilere Stromversorgung inner- und außerhalb des Flugplatzgeländes, für ein neues zweigeschossiges Dienstgebäude, für die unterirdische Betankungsanlage, für die Rasenlandebahn und für eine neue Flugwarnbefeuerung fanden Ende der 1980er Jahre ihren Abschluss. Der gesamte Auftrag zur Erneuerung der Flugbetriebsflächen wurde weitestgehend termingerecht und in guter Qualität abgewickelt. Zur Objektübergabe fand ein „Prasdnik“ statt, eine große Feier. Der Großteil der geladenen Gäste war an der Vorbereitung und Durchführung des Bauauftrags kaum beteiligt gewesen, während die Baumannschaften bei dieser Feier leer ausgingen. Salopp gesagt war es die „sechste Investitionsphase – Auszeichnung der Nichtbeteiligten“!

Summa summarum betrug der im Jahr 1988 angebotene Gesamtpreis für die beauftragte Erneuerung der Flugbetriebsflächen einschließlich aller Nebenanlagen 134 Millionen DDR-Mark. Für diese Investitionssumme hätten in der DDR etwa

- drei medizinische Kliniken oder
- rund 2.600 Wohnungseinheiten oder
- rund 45 Autobahnkilometer gebaut werden können.

In Auslegung des im Jahr 1957 mit der UdSSR vereinbarten Stationierungsabkommens ist anzunehmen, dass die genannte Investitionssumme vom DDR-Haushalt getragen wurde.

Nach Fertigstellung des Flugplatzes wurde 1994 mit dem Abzug der sowjetischen Truppen die militärische Nutzung eingestellt. Die aufwändige Modernisierung des Flugplatzes Groß Dölln war somit Geschichte, und etliche Millionen DDR-Mark Volksvermögen sind förmlich in den Sand gesetzt worden!

https://www.kurtschlag.de/damals/di...achträge/bauaktivitäten-in-den-1980er-jahren/
 
Der Flugplatz Groß Dölln war Mitte bis Ende der 1980er Jahre Schauplatz einer umfangreichen Erneuerung der Flugbetriebsflächen einschließlich diverser Nebenanlagen, und das teilweise bei laufendem Betrieb. Diese Flugbetriebsflächen in Groß Dölln waren nach knapp 30jähriger Nutzung in die Jahre gekommen. Die Fugenvergussmassen zwischen den mit Betonstahl verspannten Betonflächen waren insbesondere im Start- und Landebereich erheblich ausgebrochen
Hier ergibt sich ein Widerspruch.
In der sehr sehenswerten Doku über die Autobahnen und den Autobahnbau in der DDR äußerte nach meiner Erinnerung die Cheftechnologin, dass weder das sog. 3. Reich noch das Autobahnkombinat in der Lage waren, gegenseitig verspannte Betonplatten zu fertigen.
 
Hier ergibt sich ein Widerspruch.
In der sehr sehenswerten Doku über die Autobahnen und den Autobahnbau in der DDR äußerte nach meiner Erinnerung die Cheftechnologin, dass weder das sog. 3. Reich noch das Autobahnkombinat in der Lage waren, gegenseitig verspannte Betonplatten zu fertigen.

Sind damit die Verbindungsbolzen gemeint zwischen den einzelnen Feldern?
 
Hallo,

ich bin der Meinung, da ist einfach Spannbeton gemeint, damit wurden auch in der DDR u.a. Autobahnen gebaut:

Zitat: " Im Jahre 1962 wurde im Zuge der Autobahn A 67 Berlin - Hermsdorfer Kreuz zwischen den Anschlußstellen Leipzig/Merseburg und Bad Dürrenberg ein Spannbetonversuchsstreckenabschnitt durch den VEB Bau-Union Süd Dresden fertiggestellt"

Quelle: http://www.strassengeschichte.de/Menueoptionen/Geschichte/Organisation/DDR-S/ddrstr.htm

Grüße Skynet
 
In der Doku zu Autobahnen und Autobahnbau in der DDR ging es aber um etwas anderes: Die Technologiechefin des Kombinats (wie auch andere leitende ehemalige Kombinatsangehörige) nahm kein Blatt vor den Mund: Die Platten verschoben sich gegenseitig, da man in der DDR (anders als im Westen) nicht in der Lage war, die Platten gegenseitig zu verspannen.

Das blieb bei mir so deutlich hängen, weil ich bis dahin gar nicht wusste, dass man das machen kann und in anderen Ländern auch so machte.

In der Konsequenz bedeutet das, dass die Platten in Groß Dölln eigentlich auch nicht verspannt sein können - das Autobahnbaukombinat baute das dort ja. Und das war mein Hinweis.
 
Das wurde in dem von Büttner zitieren Text doch auch garnicht behauptet? " mit Betonstahl verspannte Betonflächen" = Spannbetonplatten, verfugt, aber nicht miteinandern verbunden.

Was in der Doku sicherlich gemeint war ist das hier:

Die einzelnen Betonplatten werden untereinander mit Dübeln (Querfugen) und Ankern (Längsfugen) verbunden. Dübel sorgen für die Übertragung der Lasten und sichern die Höhenlage der Betonplatte in Längsrichtung. Durch Anker wird das Auseinanderwandern der Platten verhindert. Betondecken werden an stark befahrenen Busbahnhöfen und Haltestellen eingesetzt, wo das Fließen von Asphalt rasch Spurrillen entstehen ließe.

Quelle: Wikipedia, Decke (Straßenbau)
 
Seit ein paar Jahren befinden sich auf den Flugbetriebsflächen Oberleitungsmasten für Fahrdraht. Dort wurde eine Versuchsstrecke errichtet:
https://www.fr.de/wirtschaft/o-lkw-rechnen-sich-13636520.html
Ich werde denjenigen mal fragen der die Gründungsrohre für die Masten gerammt hatte, zuvor wurden Öffnungen dafür in den Beton gemeißelt/geschnitten. Er hatte mir von zwei sehr dicken Betonschichten berichtet - was ja mit den tatsächlichen Gegebenheit vor Ort auch so übereinstimmt.
Möglicherweise kann er sich an Bewehrungsmatten, Dübel bzw. Anker erinnern.
 
Hier ein kleines Detail zum Thema Bogendeckungen. Diese waren ja an ein Pipelinesystem angeschlossen damit das Flugzeug in der Bogendeckung selbst betankt werden konnte. Hatten nicht alle Bogendeckung und irgendwann hat das auch nicht mehr funktioniert. Der Übergaberaum befand sich vorn hinter dem Giebel. Die Aufnahmen habe ich in der westlichen Staffeldezentralisierungszone gemacht, dort stehen ein paar AU-13 die zugänglich sind. Zwischen zwei AU-13 fand sich dieser Schacht in den zwei Leitungen rein führen. Unten ein senkrechter zylinderartiger Behälter, kann auch der Dom von einem Tankbehälter sein. Und ich muss ja nicht sagen, es richt auch hier wieder nach Treibstoff ....
 

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Aus meiner Erfahrung im Rückbau-und Entsorgungsmanagement kann ich nur sagen, jede Räumlichkeit in der über einen längeren Zeitraum mit Kraft- und/oder Schmierstoffen gehändelt wurde, richt es nach MKW. Und das ist nicht nur in militärischen sondern auch in zivilen Einrichtungen so. Da hilft nur beproben!.
 
MKW == Mineralölkohlenwasserstoffe - also ein allgemeiner Begriff für Flüssigkeiten, die man so vertanken kann.

Deine doppelte Bachquerung könnte übrigens eine Doublierung sein - in diesem Fall müssten beidseits in der Nähe des Bachs Schächte sein. Der Sinn war folgender: Falls eine Rohrleitung den Geist aufgibt, muss man nicht aufwändig neu bauen oder reparieren: Man schiebert diese Leitung ab und schiebert die zweite Leitung auf.

Ich habe natürlich im konkreten Fall keine Ahnung, ob das real zwei Leitungen waren - oder eine Doublierung der Gewässerpassage.
 
Im 20. Garde-Fliegerregiment der Jagdbomber wurde so um 1990/91 herum mit hohen Aufwand ein Film zur Erinnerung gedreht, gewissermaßen ein Kultfilm. Manch einer hatte damals eine Kopie von diesem Video erhalten können. Mit etwas zeitlichen Abstand erneut draufgeschaut ist hier mMn zwischen Minute 23 und 24 das Sonderwaffenlager in der Kaserne Neu-Thymen zu sehen. Gefilmt wird in Richtung des hinteren Tores, ungefähr hinter dem Rücken der Kamera der Zugang zum kleineren Bunker dort. Die Szenen wechseln ab mit dem Gefechtsstand im Keller der Flugleitung. Anschließend wird eine Suchoj aufmunitioniert und der Gegner wohl bekämpft ;)

 
Im 20. Garde-Fliegerregiment der Jagdbomber wurde so um 1990/91 herum mit hohen Aufwand ein Film zur Erinnerung gedreht, gewissermaßen ein Kultfilm.

Die folgende Darstellung beschreibt u. a. vermutlich genau diesen Film, der Titel lautet "Jeder zieht in die Schlacht!“ aber die angegebene Länge stimmt nicht überein. Der folgende lesenswerte Text stammt von einen sowjetischen Offizier der zweimal für 5 Jahre in der DDR diente. Es geht um den Regimentskommandeur von der Jagdbombereinheit aus Groß Dölln. Der Text wurde am 20. März 2021 auf www.dzen.ru veröffentlicht.
Teil 1/2 wegen Zeichenbegrenzung

20. Garde-APIB und ihr Kommandeur.

Von allen Regimentern des 16. WA hat mich das 20. Garde-APIB in Groß Dölln bei Templin am meisten berührt. Die erste Bekanntschaft mit diesem Regiment und der Garnison erfolgte im Herbst 1989, als das 487. owp B i U vom Flugplatz Prenzlau nach Groß Dölln zum 20. Garde-APIB verlegt wurde. Zunächst, noch vor der Verlegung, wurde ich als Teil der operativen Gruppe der Führung der Fliegerkräfte des 20. OA mit der Verhandlung der Abstellflächen für die Hubschrauber des Regiments und einer Reihe von Fragen im Zusammenhang mit dessen Aktivitäten auf dem neuen Flugplatz beauftragt (Bewachung, Logistikunterstützung, Sicherstellung von Flugdiensten usw. usf.). Dann traf ich zum ersten Mal den Gardekommandeur, Oberst W. W. Tamarowski und seinen Stellvertreter für den IAS, Oberstleutnant W. Ja. Gladyschewym. Fast von diesem Tag an bis Mitte 1993 musste ich diesen Flugplatz oft besuchen, zunächst als stellvertretender Leiter des IAS der Fliegerkräfte der 20. OA, dann als Chefingenieur der 16. WA für Flugzeuge und Triebwerke (SD). Der Garde-Kommandant bewunderte mich am meisten! Ein wunderbarer Pilot, wie man in der Luftfahrt sagt, ein Pilot von Gott! Als ausgezeichneter Organisator gelang es ihm, mit seinen Plänen und kreativen Gedanken zunächst seine Stellvertreter, Staffel- und Truppenführer und dann einen bedeutenden (wenn nicht den gesamten) Teil des Regiments zu fesseln. Das Militärstädtchen mit dem Flugplatz selbst lag in einem ausgedehnten Waldgebiet, wo die nächste deutsche Stadt mindestens zwanzig Kilometer entfernt war. Aber die Bevölkerung spürte diese Abgeschiedenheit und Abgeschiedenheit nicht – in ihrer Stadt herrschte immer Lärm und Spaß bei den Dingen, die sie taten. Der Frauenteil der Stadt entwickelte unter der Leitung des Frauenrats die Themen des nächsten Konzerts mit lokalen Laienaufführungen (und war gestalterisch recht gut vorbereitet). Hallo, wir sind auf der Suche nach Talenten, die ihren vollen Ausdruck in der Leidenschaft der Menschen finden. Der Sport in der Garnison genoss hohes Ansehen: Regelmäßig fanden Garnisonsmeisterschaftsspiele im Sport und in der Leichtathletik statt. Eine solche Fülle an Sportveranstaltungen hatte ich in einem Militärlager noch nie erlebt, nicht einmal während meines Dienstes in der GSWG 1969–74. Nicht in den fernöstlichen Garnisonen. Wie in jeder Fliegergarnison steht die Flugaktivität an erster Stelle. Aber bei Tamarowski wurden Flüge immer vor einem taktischen Hintergrund mit der Lösung von Problemen zur Verbesserung der Flugfähigkeiten von Piloten, Ingenieuren, Technikern, Offizieren, Stabsmitarbeitern und Spezialisten von Unterstützungseinheiten durchgeführt. Und das alles mit sichtlicher Freude und voller Hingabe! Die Leistungsfähigkeit des Flugplatzes und das Vorhandensein von zwei Landebahnen ermöglichten es, die wichtige Aufgabe, das Regiment durch Training vom Angriff abzuhalten, erfolgreich zu lösen. Denn bei jeder militärischen Eskalation werden die ersten Ziele der Angreifer die Flugplätze sein. Waleri Wladimirowitsch reduzierte die Abflugzeit von drei Staffeln des Regiments auf eine halbe Stunde ab dem Zeitpunkt der Alarmierung, wobei die Norm bei einer Stunde und dreißig Minuten lag! Der gleichzeitige Start von Flugzeugen von der WPP 3500 x 80 Meter mit einer Fliegerstaffel ist wirklich ein faszinierender Anblick! Aber nur der Kommandeur der Gardisten wusste, welche Hindernisse er überwinden musste, um die Aufgaben der Kampfausbildung des Regiments erfüllen zu können, denn er, der Kommandeur, verstand dies! Durch das Üben des Kampfeinsatzes mit Bombenangriffen, Schießereien und Raketenabschüssen auf Übungsplätzen und Zielfeldern verbesserten die Gardisten gezielt ihre militärischen Fähigkeiten, weshalb der Slogan „Jede Bombe und jede Granate ist am Ziel!“ lautete. War mit echten Inhalten gefüllt. Mit seiner Ankunft war das Regiment ausnahmslos das Beste in der 16. WA und nicht nur darin. Hier ist eine Aussage eines der Forumavia-Teilnehmer unter dem Nutzernamen AFL: „20. APIB war eines der Stärksten in der Vorbereitung der Frontfliegerkräfte der Luftstreitkräfte der UdSSR. Schade, dass es aufgelöst wurde.“ Aber sein Streben nach Perfektion in allem verlangte dasselbe vom gesamten Flug- und Ingenieurstab. Und sie taten es. Ich weiß das gut aus der Arbeit des Ingenieur- und Technikstabs des Regiments, das angeführt wurde von Oberstleutnant Wladimir Jakowlewitsch Gladyschewym. Gemächlich, so schien es mir zeitweise, genoss der bedächtige Chef der IAS unbestrittene Autorität und Respekt beim gesamten Regiment. Seine ausgewogenen Entscheidungen waren für alle klar und wurden unverzüglich und sofort umgesetzt. Als ich die Ingenieursabteilung des Regiments zum ersten Mal besuchte, war ich von der Atmosphäre im Ingenieursbüro des Regiments beeindruckt – eine gemütliche, heimelige Atmosphäre, ein komfortables Zimmer mit Blumen auf den Fensterbänken und fröhlichen Vorhängen an den Fenstern. Helle, eher gelbe Böden gaben das. Der Raum sieht sauber aus, wenn beim Betreten des Büros der Wunsch besteht, die Schuhe zum Wechseln anzuziehen, was die Ingenieure getan haben. Der Zustand des IAS erhielt bei etwaigen Inspektionen durch Divisions-, Armee- oder Gruppenvorgesetzte nur hervorragende Noten. Die Luftmobilität der TETsch und anderer Einheiten des IAS des Regiments ermöglichte es, nicht viel Zeit mit der Vorbereitung der Rückführung zu verbringen. Bis 1993 war die Hauptausrüstung für die Verladung vorbereitet, obwohl das Regiment zu den letzten gehörte, die abgezogen wurden: Flugzeuge im April, der Rest im Mai-Juni 1994. In all meinen bisherigen Diensten habe ich so etwas noch nie bei einem Regiment oder einer einzelnen Staffel gesehen. Ähnliches gab es in einer selbst. Hubschrauberabteilung des Eisenbahnkorps in Tschegdomyn, die dem Bau des östlichen Zweigs der BAM diente. Aber Oberst Filimonow hatte nicht mehr als hundert Leute unter seinem Kommando, acht Mi-8-Hubschrauber und anderthalb Dutzend verschiedene Spezialfahrzeuge, und hier war eine ganze Militärstadt!

Übersetzung S. Büttner

Abkürzungen:

APIBFliegerregiment der Jagdbomber
WALuftarmee
owp B i Uselbst. Hubschrauberregiment der Gefechtsführung
OAallgemeine Armee
IASFliegeringenieurdienst
GSWGGruppe der sowjetischen Streitkräfte Deutschland
WPPStart- und Landebahn
TETschKontroll- und Reparatureinheit
BAMBaikal-Amur-Magistrale
ODKWA

Erläuterung:
Kette - eine Flugformation bestehend aus vier Flugzeugen
 
Fortsetzung Teil 2/2

https://dzen.ru/a/YFNTyzcpyhEOUcNB

Es ist bedauerlich, dass nicht alle Divisions- und Armeekommandanten die Ansichten und Taten von Oberst W. W. Tamarowski teilten. Nein, Walery Wladimirowitsch hat keine grundlegenden Regierungsdokumente verletzt (wenn er es versucht hätte, würde er sofort aus dem Regiment fliegen!), aber was er und seine Untergebenen getan haben, löste Angst und Furcht aus – warum ein solches Risiko eingehen!? Start mit einer Kette von der WPP? Warum, denn man kann es einzeln machen, schlimmstenfalls zu zweit! Flüge zum Trainingsgelände mit extrem niedriger Geschwindigkeit, verborgen vor dem Radar des „Feindes“ – wozu solche Konventionen und Risiken? In engen Paar- und Flugformationen fliegen – ach ja, nicht sicher! Und es gibt genug solcher Abweichungen, um den Kommandanten mit Bedenken hinsichtlich der Flugsicherheit unter Druck zu setzen. Die beste Sicherheit für solche Menschen ist ein überdachtes Flugzeug am Boden, in einem Unterstand mit geschlossenen Türen! Ehrlich gesagt gab es so etwas. Für einige war die 16. WA eine Kampfausbildungsakademie, für andere ließ sie dieser Satz erzittern, als ob etwas passieren würde, sonst würden sie aus der Westgruppe vertrieben! Die kreative Natur von Oberst Tamarowski und seinen Mitarbeitern führte zunächst zu dem berühmten Foto seines guten Freundes, eines deutschen Fotografen, und dann zu dem zweistündigen Film „Jeder zieht in die Schlacht!“ Was für Worte musste sich Waleri Wladimirowitsch über sich selbst anhören – die meisten mit Lob und Bewunderung, aber es gab auch einige – „Das ist ein Verbrechen und eine grobe Verletzung von allem und jedem!“ Es scheint mir, dass die Form der Darstellung des gesamten Regiments, wie sie auf dem Foto gemacht wurde, noch nie zuvor irgendwo gemacht wurde und Waleri Wladimirovitsch der Pionier dieser Form war! Aber Jahre sind vergangen, aber das Foto und der Film (mir von Oberstleutnant W. Ja. Gladyschewym geschenkt) bleiben als Erinnerung an die glorreichen Leute der 20. Garde und ihre Taten! Unvergessen bleiben nicht nur diejenigen, die in dieser Garnison dienten, sondern auch die Piloten der 730. APIB, die nach dem Start von ihrem Flugplatz Neuruppin zum Auftanken landeten und dann, einen Tag später, am 29. April 1991 ihren Heimflug nach Russland antraten. Um den Flugzeugen des abfliegenden Regiments entgegenzutreten, stellte Walery Wladimirovitsch sein Regiment mit Unterstützungseinheiten in voller Paradeuniform und einer Gardeorden-Fahne auf! Das werden sie nie vergessen! (Das gibts im Film „Jeder zieht in die Schlacht“). Und seine Idee bestand darin, zusammen mit der örtlichen deutschen Führung in seiner Garnison Tage der offenen Tür mit Vorführungen von Flugzeug- und Rennwagenwettbewerben auf der Landebahn abzuhalten! Konkurrenz zwischen Sportwagen nicht nur untereinander, sondern auch mit dem Su-17! Ohne den Zusammenbruch der Sowjetunion wäre er ein großartiger Chef gewesen! Obwohl dies eine große Frage ist, war er ein sehr unabhängiger Kommandant! Oberst W. W. Tamarowski führte sein Garderegiment nicht selbst zurück, sondern verließ es ein Jahr zuvor, um zum 1. ODKWA zu gehen, wo er seinen Militärdienst als Oberst beendete, die Luftfahrt jedoch nicht verließ und leitete mehrere Jahre lang die Luftfahrtabteilung der DOSAAF (Freiwillige Gesellschaft zur Unterstützung der Armee, der Luftstreitkräfte und der Flotte) im Primorsky-Gebiet. Ja, das russische Land ist reich an Helden und Talenten! Walery Wladimirowitsch ist einer von ihnen!
 
Abkürzungen:

APIBFliegerregiment der Jagdbomber
WALuftarmee
owp B i Uselbst. Hubschrauberregiment der Gefechtsführung
OAallgemeine Armee
IASFliegeringenieurdienst
GSWGGruppe der sowjetischen Streitkräfte Deutschland
WPPStart- und Landebahn
TETschKontroll- und Reparatureinheit
BAMBaikal-Amur-Magistrale
ODKWA
ODKWA ist tatsächlich die 1. Luftarmee, die gewählte Abkürzung ist mißverständlich. Das geht aus den Kommentaren zum Artikel hervor.
Der Regimentskommandeur übernahm 1993 das 302. APIB in Peresjalowka.
 
Der heute 73-jährige Jurij Kalita hatte vor gut 10 Jahren in einem sozialen Netzwerk (russisch) ein Foto gepostet mit dem Text "Kampfweg des Militärteils mit der Feldpostnummer 23318". In diesem Netzwerk ist er angemeldet (Mitglied) in zehn verschiedenen Gruppen, fünf davon haben einen Bezug zu Kernwaffen (3) und zum Flugplatz Groß Dölln (2). In einer der Gruppen wo es allgemein um Kernwaffen geht taucht die RTB mit der Feldpostnummer 22318 und Stationierungsort Groß Dölln auf. Es liegt folglich nahe das er in der RTB (Sonderwaffenlager) auf dem Flugplatz Groß Dölln diente.

Das Foto das er im betreffenden sozialen Netzwerk hochgeladen hat erteilt Auskunft über die Formierung dieses Truppenteils im Jahr 1959 in Smurawewo und die Verlegung nach Groß Dölln im Jahr 1963. Und es ist zu nachzulesen das 1972 die Feldpostnummer 23318 erteilt wurde was bedeutet das zuvor eine andere Feldpostnummer benutzt wurde. Warum die Feldpostnummer gewechselt wurde muss offen bleiben. Kurz zuvor kam es aber zu einem Stationierungswechsel. Das 20. Garde-Fliegerregiment der Jagdbomber verlegte in dieser Zeit von Parchim nach Groß Dölln.

Soweit bekannt wurden Granit-Bunker für solche Sonderwaffenlager in der DDR in der ersten Hälfte der siebziger Jahre errichtet. Folglich liegen etwa 10 Jahre Zeitdifferenz zwischen der Stationierung der RTB (Sonderwaffenlager) und dem Bau der Granit-Bunker auf dem Flugplatz Groß Dölln.
Daraus ergibt sich die Frage wo bis Anfang-Mitte der siebziger Jahre auf dem Flugplatz diese RTB eigentlich stationiert war und wo deren Atombomben gelagert wurden. Falls damals überhaupt Atombomben von dieser Einheit dort gelagert wurden. Denn in dieser Zeit war auf dem Flugplatz das 787. Jagdfliegerregiment stationiert. Über eine nuklearen Auftrag dieses Regiment betreffend ist nichts bekannt.

Jurij Kalita diente irgendwann zwischen 1973 und 1981 oder zwischen 1983 und 1994 - sehr vermutlich als Offizier, üblicherweise für fünf Jahre - in der RTB auf dem Flugplatz Groß Dölln. Der originale Eintrag im betreffenden sozialen Netzwerk ist vermutlich gelöscht worden. 2004 beendete er seinen Dienst in den ukrainischen Streitkräften.
 

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@Büttner
Folgendes Video ist wohl nach der Wende gemacht worden. Fliegt da der Kommandeur selbst?
147 Aufrufe - also wirst Du es noch nicht kennen...

Dabei u.a. auch: Start einer Kette. Gelbe 27 mit Haifischlackierung.

 
Zuletzt bearbeitet:
Das Video kenne ich wirklich noch nicht. Etliche Szenen dabei dir mir bisher unbekannt waren, ja. Aber auch etliche Szenen die in dem oben erwähnten Film Verwendung fanden. Es scheint das damals viel gefilmt wurde und was übrig blieb.
Die Aufnahmen vom 23.2.1991 sind vielleicht in der Stadt Templin gemacht worden.
 
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