Technik: Nutzung von "westlichen" Satelliten durch das MfS?

Zu diese Thema des Threads wird gerade ein Filmprojekt vorbereitet. Die damals Verantwortlichen haben mehrere Jahrzehnte dazu geschwiegen und sind nun bereit, über ihre Arbeit zu reden.

Zum C-Netz: Also ich kenne jemanden, der Mitte der 80er Jahre mit Hilfe der Technik der HA III (war im Kofferraum eines Lada Niva installiert) von der Altmark und einmal in der Nähe des Brocken über einen Anschluss des C Netzes mit seiner Mutter in den USA telefonierte. Der Inhaber des Anschlusses hat davon nix mitbekommen. Es ist nach meiner Erinnerung auch in einem Buch beschrieben.
 
Die Anfrage in #1 seitens Martin hatte ich damals anders aufgefasst. Im Sinne des echten Hackens von SAT-Transponder-Zugängen um damit dann Kommunikations-Verbindungen E-SAT-E aufzubauen. Die Technik ist so aufgebaut und funktioniert(e) so. Natürlich ohne Hacken - eben mit normaler Zugangsberechtigung für die Kanäle.

Ich bin der Meinung dies ist immer noch Grund der Anfrage des Admin.

Wenn das auf einen (unberechtigten) Zugang in ein Mobilfunknetz reduziert wird ist das so ok. Natürlich kann man durch Weiterwahl dann auch zB die USA erreichen - wie halt heute auch. Das das MfS im C-Netz aktiv war, es so möglich abhörte im grenznahen Bereich und über die zugehörige Technik verfügte ist so unbestritten. Es ist ua in dem Dokument zur HA III der BStU umfassend dokumentiert.

Grüße Frank
 
Im Sinne der Fragestellung des Threads: Das MfS (HA III) hatte die Möglichkeit gefunden, US Satelliten für die eigene weltweite Kommunikation zu nutzen. Die Amerikaner - so wurde es mir gesagt - hätten zumindest damals nix dagegen tun können, ausser die Satelliten runter holen.

Nach dem erfolgreichen Test im Oktober 1989 von Kuba aus konnte die Sache aber aus nachvollziehbaren Gründen nicht weiter verfolgt werden.

Bei der BStU wird man dazu nix oder wenig finden, die Akten haben die Amerikaner - wie so manche anderen wirklich brisanten Dinge auch, die ihre Interessen berührten - kurz nach dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik aus den Archiven des MfS abgeholt oder abholen lassen. Wieder in den Focus gerückt ist z.B. im Zusammenhang mit den Enthüllungen von Edward Snowden zur NSA, das am 8.10.1990 auf Anweisung des damaligen Bundesinnenmisnisters Schäuble ein BGS Kommando in das Archiv des MfS eindrang und Akten der HVA zur NSA (aus denen u.a. die Aktivitäten der NSA gegen ihre Verbündeten u.a. Deutschland zu entnehmen waren) herausholte, welche an die Amerikaner übergeben wurden. Es stand damals nur eine kleine Notiz in der Berliner Zeitung, da es Ärger mit dem Berliner Innensenator bzw. der Berliner Polizei gab, die für den Schutz des Archives zuständig waren.

Das mit den Abhören und Nutzen von den Netzen (A, B und C Netz) in der Bundesrepublik durch die HA III ist bekannt, war Off Topic und ein kleiner Gedankensprung von mir, da es ein anderer user hier eingebracht hatte.
 
Na schön, wenn wir offensichtlich den gleichen technischen Standpunkt dazu haben ist das ja geklärt. Mir erschien es wichtig herauszustellen. In der heutigen Zeit kommt man schnell vom Thema ab.

Es war bisher hier immer so bei entsprechenden diffizilen Themen, daß es zumindest einen Nachweis in Bezug auf Glaubwürdigkeit gab. Diese wurden dann auch hier -durchaus anonym- gepostet. Man findet sie im Forum, ich verzichte auf Aufzählung. Ohne dieses wird es eine reine Meinungsäußerung deinerseits bleiben - wenn auch interessante.

Von Kuba ist aus verschiedenen technischen Gründen durchaus nachvollziehbar. Genaugenommen brauchte man dazu aber keine 'westlichen' SAT's.

Grüße Frank
 
Es ist richtig: Zur weltweiten Kommunikation benötigte man nicht unbedingt westliche Satelliten. Das Nachrichtenbetriebsamt (der diplomatische Funkdienst der DDR) in Willmersdorf nördlich von Berlin hatte das ja ganz ut hinbekommen.

Aber die Herausforderung eines entsprechenden Dienstes im Allgemeinen bzw. der HA III des MfS im Speziellen bestand bzw. besteht ja darin, die Schwachstellen des vermeintlichen bzw. tatsächlichen Gegners herauszufinden, um diese ggf. im eigenen Interesse zu nutzen. Das es für die Ingenieure eine technische Herausforderung war, versteht sich von selbst. Und das es Ingenieure aus der kleinen DDR in diesem Bereich gegen die Weltmacht USA geschafft haben, ist eine kleine Anekdote, die wahrscheinlich Fachleute aufhorchen lassen. Aber da dies alles schon 26 Jahre her ist, ist es halt Geschichte.
 
Das es für die Ingenieure eine technische Herausforderung war, versteht sich von selbst. Und das es Ingenieure aus der kleinen DDR in diesem Bereich gegen die Weltmacht USA geschafft haben, ist eine kleine Anekdote, die wahrscheinlich Fachleute aufhorchen lassen. Aber da dies alles schon 26 Jahre her ist, ist es halt Geschichte.

Da stimme ich dir völlig zu. Es war damals fachlich gesehen eine schöne Zeit - und man war jung :cool: Nur muß das hier keine Anekdote bleiben » siehe zB

hidden-places.de/Kanalchiffriergerät-T-310
hidden-places.de/Fürstenwalde-ZGS-14-Wetterbildempfangssystem

Grüße Frank
 
anbei einige Zitate aus dem Buch
"Andreas Schmidt: Hauptabteilung III: Funkaufklärung und Funkabwehr (Handbuch). Hg. BStU. Berlin 2010"
Seite 88
Satellitenfunk: »Saturn« und »Pyramide«
Stützpunkt »Biesenthal« bei Berlin
Nachrichtensatelliten der INTELSAT- Reihe
...Aktion »Pyramide« geostationären Satelliten des Systems »Marias«...
Zu entscheidenden Impulsen, dieses Agentenfunknetz zu öffnen, verhalf die Zusammenarbeit mit den Spezialisten des kubanischen Funkabwehrdienstes. Zunächst wurden während der von März bis September 1985 gemeinsam durchgeführten Aktion »Königspalme« sämtliche das Funkregime des US-Marine-Stützpunktes »Guantanamo« bildenden Funkverbindungen kontrolliert und abgehört.


Seite 121
Seit dem Jahr 1985 arbeiteten Spezialisten an technischen Lösungen, um von Rechner zu Rechner in Datensysteme der Bundesrepublik eindringen zu können
Im Kern zielte dieser Zugriff auf »die Abschöpfung [...] relevanter Informationen aus Datenströmen gegnerischer EDV- Systeme«458, um »die gezielte Abfrage/Veränderung von Datenbeständen« verwirklichen zu können. Als Hauptangriffspunkte galten die vom Gebiet der DDR aus erreichbaren Datenfernübertragungskanäle zwischen Rechnersystemen bzw. deren Komponenten in Kabel-, Lichtwellenleiter- sowie analogen und digitalen Richtfunk- und Satellitenverbindungen

Seite 138
Die Probleme waren entstanden, als mit der seit dem Jahr 1980 von der US-Botschaft in Warschau unterhaltenen Satellitenfunkverbindung zwar ein erstklassiges Ausspähungsobjekt existierte, der über die Empfangs- und Sendestation abgewickelte chiffrierte und offene Funkverkehr aber nicht mit nennenswertem Erfolg von der polnischen Funkaufklärung aufgeschlossen werden konnte. Zum Zeitpunkt habe, wie es hieß, »nur das MfS der DDR über die für eine solche Aufklärung erforderliche Technik und über die zur konspirativen Durchführung [einer] Aktion notwendigen Erfahrungen« verfügt.

Es lohnt, die Veröffentlichung im Ganzen zu lesen.
Gruß aus Dresden
 
Aus meinem Erleben und Wissen, wurde vom MfS kein westlicher Satellit aktiv genutzt. Empfangen und Auswerten ja und dabei alles was empfangbar war.
 
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