Strategische Eisenbahnlinien der NVA

martin k.

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Eine der letzten derartigen in der DDR gebauten Strecken dürfte wahrscheinlich die Strecke von Oschatz nach Röderau/Zeithain gewesen sein, die ich aus meiner kurzen Riesaer Zeit kenne. Fertiggestellt wurde die erst 1987 oder 1988 - militärisch genutzt meines Wisens nach aber nie. Die zusätzliche Elbbrücke hätte ohnehin erst im Bedarfsfall errichtet werden sollen.
 
Direkt im Besitz der NVA zwar nicht, aber für den Ernstfall wurde die Strecke erhalten bzw. es gab ein Zusatzgleis "Objekt 83".
Heute ein schöner Radweg von Wriezen über die Eisenbahnbrücken über die Oder bis rein nach Polen.
Bin oft auf den Brücken.
Wriezen-Godkow
 
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hallo,
LutzS : ist der Link evtl. unvollständig? Bei mir geht nix.

Bitte Frage dazu -> "hätte ohnehin erst im Bedarfsfall errichtet werden sollen" um was für Bedarfsfall
handelt es sich? Militärisch? Oder Reichsbahn?
 
Der korrekte Link für den Post von Lutz ist dieser:

Inzwischen habe ich gesehen, dass es für die von mir genannte Strecke auch einen Wikipedia-Eintrag gibt. Lustigerweise habe ich damals von der Strecke von 'nem sowjetischen Offizier zum ersten Mal überhaupt etwas gehört. Muss 1988 gewesen sein, damit sollte sie also laut Wikipedia dann schon fertig gewesen sein:

Und last but not least gibt's in Wikipedia auch eine Auflistung solcher Strecken:
 
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Ich bin neulich über folgenden Nebensatz im Wikipedia-Eintrag über die Strategische Bahn Prettin–Dommitzsch gestolpert:
Die strategische Bahn blieb mit Ausnahme der Verbindungskurve noch bis Oktober 1990 im Besitz der Nationalen Volksarmee.
Das mit dem "Besitz" glaube ich erst, wenn ich da was Schriftliches sehe. Ansonsten ist auch das bei mir um die Ecke, ich konnte mir das nach der Wende intensiver ansehen. Die westelbische Seite (Dommitzsch/Pretzsch) ist unspektakulär, ein Gleisdreieck und gut. Die ostelbische Seite (Prettin) sah da schon anders aus. Übrigens hatte die NVA dort einen Bunker, mich hat immer gewundert, dass den nie jemand auf dem Zettel hatte. Der Bunker ist aktuell von einem Motorradclub (!) genutzt und eingezäunt. Das Gleis kam von Jessen, ging über Annaburg, streifte passenderweise den dortigen Standort des Eisenbahnbataillons der GSSD (der Gruppe direkt unterstellt) und ging über den Ort Prettin bis zum Objekt an der Elbe.

All diese strategischen Verbindungen zeigt Peter Bley in seinem Buch "Reichsbahn und Vorbereitung": https://www.amazon.de/dp/3933254620 - ich hoffe, dass ich mich nicht irre und das mit einem Buch von Bernd Kuhlmann verwechsle. Jedenfalls sind wirklich alle strategischen Verbindungen veröffentlicht, auch die an der B100 bei Hohenthurm und an der B80 nahe des süßen Sees.
 
Das mit dem "Besitz" glaube ich erst, wenn ich da was Schriftliches sehe. Ansonsten ist auch das bei mir um die Ecke, ich konnte mir das nach der Wende intensiver ansehen. Die westelbische Seite (Dommitzsch/Pretzsch) ist unspektakulär, ein Gleisdreieck und gut. Die ostelbische Seite (Prettin) sah da schon anders aus. Übrigens hatte die NVA dort einen Bunker, mich hat immer gewundert, dass den nie jemand auf dem Zettel hatte. Der Bunker ist aktuell von einem Motorradclub (!) genutzt und eingezäunt. Das Gleis kam von Jessen, ging über Annaburg, streifte passenderweise den dortigen Standort des Eisenbahnbataillons der GSSD (der Gruppe direkt unterstellt) und ging über den Ort Prettin bis zum Objekt an der Elbe.

All diese strategischen Verbindungen zeigt Peter Bley in seinem Buch "Reichsbahn und Vorbereitung": https://www.amazon.de/dp/3933254620 - ich hoffe, dass ich mich nicht irre und das mit einem Buch von Bernd Kuhlmann verwechsle. Jedenfalls sind wirklich alle strategischen Verbindungen veröffentlicht, auch die an der B100 bei Hohenthurm und an der B80 nahe des süßen Sees.

Irgendwo steht geschrieben, das die Brückenelemente wohl noch vor Ort eingelaggert sein sollen. Vielleicht in den beiden Hallen dort am Solarfeld? Ist es auch das Areal des Motorradclubs? VG Martin
 
Irgendwo steht geschrieben, das die Brückenelemente wohl noch vor Ort eingelaggert sein sollen.
Sagen wir so: Es gibt seit vielen Jahren ein in meinen Augen großes Lager mit Brückenelementen, irgendwo in der Nähe. Laut Schild ziviles Lager des Bundeslandes. Die Elemente sind olivgrün, mir sehen die auch recht neu (oder sehr gepflegt?) aus. Daher verzichte ich auf eine konkrete Ortsangabe. (Einen Zusammenhang zum ehemaligen Wasserübungsplatz Prettin hatte ich bis gestern gar nicht hergestellt...)

Ich weiß auch nicht, ob "die Elemente" so richtig ist: Es gibt ja einige Fotos von solchen Übungen, da sind ganz unterschiedliche Brückentypen in Anwendung gekommen. Nach meiner Erinnerung (ohne Nachsehen) lag diese NVA-Eisenbahntruppe in Walddrehna und gehörte gar nicht zu NVA (solche komischen Verbände hatten wir vor Wochen mal), sondern zum Verkehrsministerium. Nach der Wende hatte ich mal einen interessanten Kontakt zu einem Offizier von dort.

Vielleicht in den beiden Hallen dort am Solarfeld?
Ganz genau kann ich das nicht beantworten ob da auch was in Richtung Brückensegmenten gelagert wird, würde aber zu 95% sagen: Nein.
 
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Die westelbische Seite (Dommitzsch/Pretzsch) ist unspektakulär, ein Gleisdreieck und gut. Die ostelbische Seite (Prettin) sah da schon anders aus.
Hier ist die Zeitschiene von Interesse. Die westelbische Liegenschaft war wesentlich größer als der Teil des Wasserübungsplatzes Prettin. Auf einer TK des MfNV gibt es den handschriftlichen Eintrag
• Abgabe 1984 - Antrag Chef RD vom 25.03.83

Auf der Westseite ist zu diesem Zeitpunkt nur der Gleisbogenabschnitt in Richtung Dommitzsch farblich als dem MfNV zugehörig markiert. Den Abschnitt in Richtung Norden gab es noch nicht.

Das Objekt in Walddrehna hat keinen Eintrag (mehr) in der NVA-Objektdatenbank von 1989. Das war einmal das NVA-Eisenbahnbauregiment 2 · EBR 2.

PS: In [¹] ist es noch als NVA-Objekt aufgeführt.

[1] BStU 2015 'Sperrgebiete in der DDR'
 
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