Sonderwaffenlager des Sowjet-Flugplatzes Siauliai (Litauen)

Diese Datenbank beinhaltet einen sehr großen Bestand an Informationen. "Mal stöbern" wird da nicht reichen.

Hier ein Beispiel mit einem Typ III aus Dolon, im Dokument als "cruciform building" bezeichnet:

UNUSUAL FACILITIES AT DOLON AIRFIELD, USSR (Juni 1961)
www.cia.gov/readingroom/document/cia-rdp78t05439a000300350033-8
www.cia.gov/readingroom/docs/CIA-RDP78T05439A000300350033-8.pdf

Typ III Dolon.jpg

Gleiches Thema, andere Darstellungen dazu, etwas umfangreicher und tlw. von den Abbildungen her in besserer Qualität.
Hier könnte man den Eindruck bekommen das der Bunker in der Baugrube dokumentiert wurde, mit noch fehlender Decke über der Haupthalle:

UNUSUAL FACILITIES AT DOLON AIRFIELD, USSR (Juni 1961)
www.cia.gov/readingroom/document/cia-rdp78t04751a000100010030-1
www.cia.gov/readingroom/docs/CIA-RDP78T04751A000100010030-1.pdf

Tschagan Typ III.jpg
 
Von den Typ VII- Bunkern habe ich die 2 in Ostdeutschland und die 3 in Polen besucht. In Tschechien den Javor 51 bei Misov.
Weiss jemand wo die anderen beiden Anlagen in Tschechien verortet sind (vermutlich Javor 52+ 53)?
 
Dieses Bild könnte unsere Vermutung, zum Schließen und Öffnen der Tore bestätigen, oder?
100 Prozent!
Aber die Kurbel hatte ich nicht auf dem Schirm.
Wobei Basalt-Tore auch alternativ mit einer Kurbel geöffnet und geschlossen werden konnten.

Wenn man genau hinschaut dann ist kein Elektromotor zu sehen. Nur die Kurbel an einem Gehäuse in dem sich möglicherweise ein Übersetzungsgetriebe befand? Dann wäre die Tore nicht elektrisch sondern manuell bedienbar. Also zumindest die betonierten Schutztore.
 
Moin.
Dazu:
Borovno (Javor 51) ist inzwischen ein interessantes Bunkermuseum mit Einrichtungen und Infos über Atomnutzung. Kann im Rahmen von Führungen besichtigt werden.
 
hallo, könnte bitte jemand etwas zu den verwendeten Transportwagen die innerhalb des SWL benutzt wurden schreiben. Existieren Fotos? beladen, unbeladen, waren die nach oben offen oder geschlossen?
Gibt es in den Lagerkammern Hinweise auf eine besondere Lagerungsart, also evtl. 2 übereinander stehende Lagerort/"Regal" Nummern?(weil Hebebühne? == gestapelt?), existiert eine max Lagerkapazitätsangabe die nicht zur verfügbaren Grundfläche passt?
das Rätsel muss doch...usw

Grüße
 
Thomas, es gab/gibt keine Hebebühne. Die These mit der Hebebühne wurde entkräftet.

Mir sind keine Angaben zur Kapazität des Typ III bekannt.

In den Weiten des russischen Internets gibts Fotos von Teleschkas mit "Eisenbahnrädern". Aber nicht aus einem Typ III sondern aus einer Stollenanlage. Hier aus einem Arsenal-Bunker, so etwas in der Art sollte es gewesen sein:
IMG_8205_tonemapped.jpg

Es gibt da auch Fotos von den mittleren Lagerkammern des Typ III mit dem podestartigen Aufbau auf noch die langen rohrartigen Stahlrollen zu sehen sind. Die sind natürlich bei den Schrottis immer sehr beliebt gewesen.

Hier ein Link mit zwei sehr interessanten Fotos, Lagerung (vermutlich) atomarer Fliegerbomben auf Ebene Arsenal. In Siauliai sollten aber größere Bomben der RDS-Reihe gelagert gewesen sein.

hranenie-yadernyh-boepripasov-aviacionnoi-nomenklatury-na-obekte-s-yaderno-teh-22pci5xz-160862...jpg

vpk.name/news/473321_nemye_voiska_i_yadernyi_uran-6.html

Das Rätsel mit der Grube kann erstmal nicht gelöst werden.

Der folgende Link führt zu einem weiteren Standort mit Typ III Bunker, vermutlich Schuschtschin in Weißrussland:

Diesen Typ III Standort kann ich nicht zuordnen:
 
Der folgende Link führt zu einem weiteren Standort mit Typ III Bunker, vermutlich Schuschtschin in Weißrussland:

Diesen Typ III Standort kann ich nicht zuordnen:

Der Standort ist hier (Garnison Dalny). In den 60-gern lagerte hier der zweite Komplekt nuklearer Munition für das 132. schwere Bomberfliegerregiment (Tartu). Später wurde es u.a. von der PWO genutzt.
 
Dieses Bild könnte unsere Vermutung, zum Schließen und Öffnen der Tore bestätigen, oder?

Anhang anzeigen 116380

Hier wohl Bilder zum "Vorgänger" der Drucktore aus den Typ-III Lagerstätten. Sehr gut ist die Mechanik über eine Kette zu sehen.
Nach Ansicht der Bilder bleibt für mich die Frage, ob es nicht drei Wirkungen auf die Tore gab (elektrisch/Druckluft/per Hand)?
Ab Bild #22:
 
Wenn man genau hinschaut dann ist kein Elektromotor zu sehen. Nur die Kurbel an einem Gehäuse in dem sich möglicherweise ein Übersetzungsgetriebe befand? Dann wäre die Tore nicht elektrisch sondern manuell bedienbar. Also zumindest die betonierten Schutztore.
Hallo Büttner,

die Bildunterschrift zum Foto auf der Seite sagt allerdings, elektrisch und manuell. Und der kleine blaue Kasten am Gestell dürfte ein Motorschutzschalter sein. Ich tippe darauf, dass der Motor unter der Abdeckung mittig sitzt, dort, wo üblicherweise der Lüfters des E-Motors auf der Welle sitzt, wurde der Getriebkasten mit der Übersetzung für die Kurbel angeflanscht. Den Lüfter brauch man ja nicht, weil die Motoren nicht dauerhaft laufen - im Prinzip wie bei den VRE 80 Ventilatoren in FB-3 Bunkern, nur halt in Groß - meine Theorie.

Grüße Skynet
 
In diesem Gehäuse hätte ich jetzt keinen Elektro-Motor erwartet. Andererseits, im Text wird von knapp einer Minute geschrieben für den Vorgang öffnen oder schließen. Das dürfte mit einer Kurbel schwer zu schaffen sein.
 
Noch ein paar z.T. aufschlußreiche Bilder aus einem ziemlich baugleichen Objekt:
Wenn man sich das etwas genauer anschaut findet man noch einige interessante Aussagen die so den Tatsachen entsprechen könnten.
Zweimal wird da etwas es zu den Kammern mit der "doppelten Decke" und deren Glasscheiben gesagt.

Бывшее помещение хранилища нейтронных источников, которое было перестроено в конце 1960-х гг., когда инициаторы стали не такими требовательными к хранению и перестали быть такими радиоактивными как первые.
Освещение здесь было оборудовано за фальш-потолком с толстыми свинцовыми стёклами т.к. спирали лампочек накаливания перегорали из за сильного нейтронного излучения ранних источников. Также эти хранилища имели собственную систему вентиляции.
Automatische Übersetzung:
Der ehemalige Lagerraum für Neutronenquellen, der Ende der 1960er Jahre umgebaut wurde, als die Initiatoren nicht mehr so speicherintensiv wurden und nicht mehr so radioaktiv waren wie die ersten.
Die Beleuchtung wurde hier hinter einer falschen Decke mit dicken Bleigläsern ausgestattet. die Spiralen der Glühbirnen brannten aufgrund der starken Neutronenstrahlung früher Quellen aus. Auch diese Speicher hatten eine eigene Lüftungsanlage.


В конце его располагались крюйт-камеры хранилища нейтронных источников, служивших инициаторами ядерной реакции. Про освещение и устройство в таком хранилище мы уже писали выше.
Automatische Übersetzung:
Am Ende befanden sich die Kruit-Kammern des Neutronenquellen-Speichers, die als Initiatoren der Kernreaktion dienten. Über die Beleuchtung und das Gerät in einem solchen Speicher haben wir bereits oben geschrieben.

Auf Basis dieser Informationen versuche ich das mal zusammen zu fassen und näher zu erläutern, ich hoffe ich habe nichts durcheinander gebracht:

Diese kleinen Räume, oft als Kruit-Kammern bezeichnet, waren hochgesicherte, kompakte Kammern, speziell konzipiert für die kurzzeitige, kontrollierte Handhabung von Neutronenquellen (Neutroneninitiatoren) – den Bauteilen, die in Atomwaffen die Kernreaktion zuverlässig starten sollen. Diese Neutronenquellen hat wohl die Form einer Kugel oder Zylinder und befanden sich möglicherweise in Bleikassetten.
Die absolut typische Anordnung und Aufbau verraten den Zweck dieser Arbeitsplätze. Die Beleuchtung war indirekt und geschützt. Glühlampen saßen hinter einer Zwischendecke, das Licht fiel durch eine dicke, bleihaltige Glasscheibe (ursprünglich 3–7 cm stark, mit abgerundeten Ecken, gelblich-grün). Diese Konstruktion schützte die Lampenfäden vor der starken Neutronenstrahlung früher Initiator-Modelle, die normale Glühbirnen schnell zerstörte.
Zur Belüftung: Jede Kammer hatte ein eigenes, separates Belüftungssystem, um radioaktive Partikel abzusaugen.
Auffällig die "Nichtausstattung" der Kammern: keine Schränke oder sonstiger Stauraum – die Kammern dienten nie der dauerhaften Lagerung, sondern nur der kurzzeitigen Prüfung, Messung oder Vorbereitung eines einzelnen Initiators. Es gab nur ein Brett als Tisch an der Wand und möglicherweise einen Hocker davor. In jede Kammer passt nur eine Person rein, möglicherweise noch eine zweite, hinter dem Sitzenden stehend um den 4-Augen-Prinzip zu entsprechen. Eine der Kammern (etwas größer als die anderen) ist mit einer Holzzarge versehen, hier gabs also wohl mal eine Holztür, geht man hinein fällt ein hölzernes Regal auf. Vielleicht wurden darin diese Neutroneninitiatoren gelagert? Ich zählte hier 28 Fächer.
Ursprünglich (1950er- bis späte 1960er-Jahre) waren diese Kammern für hoch radioaktive Polonium-Beryllium-Initiatoren ausgelegt: Techniker in Schutzkleidung brachten eine einzelne Bleikassette herein, öffneten sie auf dem Brett, prüften oder tauschten den Initiator und entfernten ihn sofort wieder. Der Aufenthalt dauerte nur Minuten. Ab Ende der 1960er-/Anfang der 1970er-Jahre wurden modernere, fast nicht mehr strahlende Initiatoren (z. B. Deuterium-Tritium-Röhrchen) eingeführt. Die extremen Schutzmaßnahmen (dicke Bleigläser, aufwendige Beleuchtung) waren nicht mehr nötig. Diese Kammern wurden wohl umgebaut: Die schweren Originalscheiben durch dünnere (ca. 1 cm) Röntgenschutzscheiben ersetzt, die Konstruktion aber meist belassen. Man müsste mal genauer die Fassungen dieser Scheiben anschauen.
Um in den Kruit-Kammer-Trakt zu gelangen muss man durch eine Art von doppelflügeliger Tresortür treten. Das scheint mit den Platzverhältnissen des vorbeiführenden Flures zu tun zu haben.

Hier einer von zwei Schriftzügen an der Wand in dem die Abkürzung WW auftaucht die ich nicht übersetzen kann:

ПЕРЕД РАБОТОЙ
С ДЕТАЛЯМИ ИЗ ВВ
ПРОВЕРЬ ОДЕЖДУ,
НЕ ХРАНИ ПРИ СЕБЕ
З А П Р Е Щ Ё Н Н Ы Е
В Е Щ И !

VOR DER ARBEIT
MIT BAUTEILEN AUS WW
ÜBERPRÜFE DIE KLEIDUNG,
BEWAHRE NICHT BEI DIR AUF
VERBOTENE
GEGENSTÄNDE!

Die beiden Fotos wo WW auftaucht:

Kruit-Kammer_unleserlich.JPG Kruit-Kammer.jpg

Es gibt noch weitere Beschriftungen, direkt über einer der Türen der einzelnen Kammern:
ARBEITSPLATZ Nr. 2
FÜR ARBEITEN MIT DRUCKLUFT
VERANTWORTLICHER
(Name, evt. ??RNILOW)

Kruit-Kammer_Arbeitsplatz.JPG

Und noch ein Foto über der Zwischendecke der Kammern, die Lampenhalterungen kann man noch erahnen:

Kruit-Kammer_Zwischendecke.JPG

Gibts solche Kruit-Kammern auch noch in anderen Lagerbunkern? Im Typ III gehören die ja grundsätzlich dazu. Entweder ein Trakt oder zwei Trakte an verschiedenen Stellen im Lagerbunker.

Kruit-Kammer_Übersicht.jpg
 
Supergut zusammengefasst, bis auf zwei Punkte sehe ich das auch so!
Nach dem, was ich im www. dazu gefunden habe:
- die Initialzünder wurden wohl nicht in diesen Holzregalen gelagert
- die Initialzünder wurden in einem eher urnenförmigen Gefäß transportiert
Auf der "wann, wie"-Zeitschiene bleiben meine Überlegungen natürlich spekulativ ...
 
- die Initialzünder wurden wohl nicht in diesen Holzregalen gelagert
Also zur Holztür und dem Holzregal. Es soll wohl so sein das Holz praktisch keine sekundäre Neutronenstrahlung (im Gegensatz zu Metall, das bei Neutronenbeschuss aktiviert wird und selbst strahlt) erzeugt. Hier würde Holz wohl als moderater Neutronenmoderator (verlangsamt schnelle Neutronen, macht sie leichter absorbierbar) wirken? Zudem funkenfrei, antistatisch und somit keine Zündquelle.

Ich habe im Typ III nichts lokalisieren können was den Eindruck eines Lagerortes für Neutronenquellen hinterlässt.
Im Link ist übrigens der Kruit-Trakt ohne Arbeitsplätze zu sehen, die Wände fehlen komplett - die Bleiglasfenster oben sind hingegen schon erkennbar. Zu sehen ist aber der kleine Raum in dem sich das Holzregal mit den 28 Fächern befindet.

Wie so eine Neutronenquelle gelagert wird bzw. transportiert, ich weiß das nicht. Kassette, Urne, Kasten ...

Es gibt ja hier noch zwei andere Reiseteilnehmer. Ich erinnere mich an gemeinsame angeregte Gespräche im Vorraum der Kruit-Kammern. Auch hinsichtlich möglicher weiterer Beschriftungen und Anweisungen an den Wänden.

Hier sieht man hinten das Regal. Arbeitsplatz Nummer 2 ist markiert. 1 und 3 nicht. Rechts sollte Arbeitsplatz Nummer 4 sein.

Kruit.jpg
 
Also zur Holztür und dem Holzregal.
Ich habe das Gefühl, dass hier viele Dinge durcheinander gehen, wegen der fortgeschrittenen Zeit kann ich heute aber nicht alles heraussuchen und prüfen. Daher nur grundsätzliche Punkte:

Neutronen fliegen relativ ungehindert durch Materie, da sie nicht mit der Atomschale, den Elektronen interagieren. Sondern nur mit den Atomkernen. Das meint in der Art, dass sie abgebremst werden. Irgendwann sind sie soweit abgebremst, dass ein Neutron eine Verbindung mit dem Atomkern eingeht. Damit entsteht ein neues Isotop - je nach konkretem Element strahlt das dann - oder aber auch nicht!

"Metall" im hier gemeinten konstruktiven Sinn besteht ganz überwiegend aus dem Element Eisen, locker 98%. Inwieweit ein Eisen-Isotop strahlen kann weiß ich im Moment nicht.

Blei ist der Endpunkt einer Zerfallskette beginnend u.a. bei Uran. Dabei ist Blei nicht selbst strahlend, auch nicht nach Neutronenbeschuss. Das macht Blei zur idealen, leider aber schweren und giftigen Isolation. Behälter mit Strahlungsquellen, darunter auch Neutronenquellen sind aus Blei.

Holz (Link) besteht aus Kohlenstoff, Sauerstoff und Wasserstoff. Alle haben eine niedrige Protonenzahl im Kern, da dürfte bei Neutronenbeschuss nichts passieren - vermute ich. Genau geprüft habe ich es nicht.
Neben den von @Büttner genannten positiven Eigenschaften gibt es auch negative: Holz ist eine Brandlast - es verbrennt also. Und Holz als Konstruktionsstoff hat in Verbindung mit Wasser unschöne Eigenschaften, quillt auf, fault, schimmelt.

Der von mir sehr geschätzte Kollege @fernaufklärer kann vermutlich aus dem Stand zur Strahlungsproblematik von Eisen, Holz mit seinen Elementbestandteilen usw. beitragen. Ich hoffe, er schaltet sich in die Diskussion ein.
 
Der Standort ist hier (Garnison Dalny). In den 60-gern lagerte hier der zweite Komplekt nuklearer Munition für das 132. schwere Bomberfliegerregiment (Tartu). Später wurde es u.a. von der PWO genutzt.
Moin. Der Standort ist nicht richtig. Der Typ III befindet sich ein paar Kilometer weiter nordwestlich:
 
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