Insel Sazan: Pläne für ehemaligen Militärstützpunkt

klausm

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Vor einigen Wochen fand verzögert durch die Pandemie nun endlich die lang geplante Exkursion auf die Insel Sazan statt. Ein Traum für alle Fans von Beton und von Orten der Zeitgeschichte.

Kurze Historie:
- im 1WK durch Italien besetzt, bis 1947 blieben die italienischen Truppen dort
- nach dem 2WK auch zeitweise Stützpunkt der sowjetischen Truppen
- ab 1960 Ausbau für die albanischen Streitkräfte
- seit 2015 in Teilen freigegeben

Die Zahl der Bunker konnte beim ersten Besuch nicht vollständig erfasst werden. Meine Schätzung geht in Richtung 500 Anlagen (!). Neben den typisierten Bunkern existieren rund 20 größere und kleinere Stollensysteme. Der Ausbau der Stollenanlagen wurde bis zum Zusammenbruch des Hoxha-Regimes nicht fertig. Einige sind lediglich im Rohbau fertig, andere erhielten komplexe Einbauten.

2023 sind zwei Exkursionen geplant. Eine im Frühjahr, eine im Herbst. Wer sich anschließen möchte...

Einige Impressionen:
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Die Insel Sazan und der gegenüberliegende Küstenstreifen wurden vor geraumer Zeit von der Trump-Familie auserkoren, um dort luxuriöse Hotelanlagen zu errichten – ein Vorhaben, das nicht nur auf exklusive Adriaküste und touristisches Potenzial setzt, sondern auch im Kontext Albaniens als steuerlich attraktiver Standort für internationale Investitionen diskutiert wird.

Die sogenannte „Flamingo-Revolution“ steht dabei sinnbildlich für den wachsenden Widerstand gegen solche Prestigeprojekte: Benannt nach den geschützten Flamingokolonien in den nahegelegenen Lagunen von Narta, formierte sich eine Bewegung aus Umweltaktivisten, lokalen Gemeinden und internationalen Beobachtern, die vor den ökologischen Folgen massiver Eingriffe in dieses fragile Küstenökosystem warnen. Was zunächst wie ein regionaler Konflikt erschien, entwickelte sich rasch zu einem Symbol für den Spannungsbogen zwischen wirtschaftlicher Öffnung, politischem Kalkül und dem Schutz einzigartiger Natur- und Lebensräume entlang der albanischen Adriaküste.

Aktuell sind noch Besuch der Insel möglich, immer wieder spannend dort. Mehrere verlassene Bauten, hunderte Bunker, unzählige Tunnel/Stollen und unterirdische Küstenbatterien.
 

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