Hauptsendezentrum der ZGT Milovice

Radist

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Moin.
768. Nachrichtenzentrale, "Objekt 605a"


Knapp neben dem Bunker befindet sich ein Hügel, den ich für einen Zisterne hielt. Die Funktion muss aber eine andere gewesen sein. Für mich sieht es so aus wie ein Schacht aus Beton, in dem sich ein ausfahrbarer Gittermast befand. Habe ich so bei noch keinem sowjetischen Sendezentrum gesehen.


Weiterhin zu entdecken ist ein großes Becken für möglicherweise Kühlwasser. Ein Löschwasserteich sieht für mich eigentlich anders aus. Kühlwasserbecken hatten die großen Rundfunksender, für so ein ПДРЦ auch eher ungewöhnlich.

Hat jemand noch eine Idee dazu?


 

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Im Juli diesen Jahres habe ich ähnliches gefunden, einige Kilometer nördlich von Riga (LV). PDRZ "Sosna":
PDRZ.JPG

Für mich sehe ich auf deinem Photo #1 und 2 einen Montageschacht. Auf meinem Photo ist dieser Schacht direkt am rückwärtigen Ende des Bunkers. Bin von den metall-armierten Rundlöchern im Hintergrund als Standort für Antennen ausgegangen. Kann aber auch sein, das in solch wichtigen Nachrichten-Objekten mindestens zwei (oder gar drei verschiedene) technisch unterschiedliche Kommunikationsmittel erbaut/vorgehalten wurden ...

Weitere Infos zur PDRZ "Sosna" in Lettland:
 
Moin.
768. Nachrichtenzentrale, "Objekt 605a"

Bogendeckung - ok, anderer Aufbau als die PDRZ bei Wittenberg.

Für mich sieht es so aus wie ein Schacht aus Beton, in dem sich ein ausfahrbarer Gittermast befand. Habe ich so bei noch keinem sowjetischen Sendezentrum gesehen.

Möhlau, bei Bitterfeld hatte das; für dort befindliche Notsender. Die PDRZ bei Wittenberg hatte das nicht.

Weiterhin zu entdecken ist ein großes Becken für möglicherweise Kühlwasser. Ein Löschwasserteich sieht für mich eigentlich anders aus. Kühlwasserbecken hatten die großen Rundfunksender, für so ein ПДРЦ auch eher ungewöhnlich.

Hat jemand noch eine Idee dazu?

Wassergekühlte Sender. Ich wollte ja zu genau gleicher Frage seit gut einem Jahr im anderen Thread schreiben. Denn die PDRZ bei Wittenberg hatte wassergekühlte Sender. Eine gleichrangige Nachrichtenzentrale in der CSSR sollte dann ähnliche Technik und Leistung haben.

Zu wassergekühlten Sendern gibt es was auf der Seite des russischen Verteidigungsministeriums. Und eine Privatveröffentlichung ohne ISBN zu einem deutschen Sendekomplex (bis 1945) im Raum Dannenberg, da sind die Technikbeschreibungen ganz interessant.

Es ist im Übrigen nicht hilfreich, solche Nachrichtenzentralen (das war noch jemand anders) mit der NVA zu vergleichen. Wir sind hier in einer ganz anderen, höheren Ebene. Da durfte die DDR nicht mitspielen.
 
Moin. Danke für die Antworten.

Wassergekühlte Sender. Ich wollte ja zu genau gleicher Frage seit gut einem Jahr im anderen Thread schreiben. Denn die PDRZ bei Wittenberg hatte wassergekühlte Sender. Eine gleichrangige Nachrichtenzentrale in der CSSR sollte dann ähnliche Technik und Leistung haben.

Zuerst zum Sender:

Der Sender Осина wurde in zwei Ausführungen gefertigt.
Der "Осина-Водяная" ist die Modifikation mit wassergekühlter Ausgangsstufe. Er wurde 1964 vom Konstruktionsbüro des Fernsehwerks Krasnojarsk im Auftrag des Verteidigungsministeriums der UdSSR entwickelt.

Der Sender war speziell für die Installation in versteckten Einrichtungen des Verteidigungsministeriums der UdSSR vorgesehen.

Luftkühlung: "Вяз-М2УСБ"
Wasserkühlung: "Вяз-М2УСА"


Quellen:

http://r91353ba.beget.tech/osina.html

(y)

Das passt zum Kühlwasserbecken.
 
Moin

Für mich sehe ich auf deinem Photo #1 und 2 einen Montageschacht. Auf meinem Photo ist dieser Schacht direkt am rückwärtigen Ende des Bunkers.

Bei dem Bunker hier ist dieser Schacht ca. 20m von der Bogendeckung entfernt und hat einen eigenen aufgeschütteten Hügel. Das ist ein eigenständiges Bauwerk.

Die Bogendeckung hat zwei Zugänge. Einer führt nach oben in den (vermutlich) Sendesaal mit Kuzwellen-Antennen-Durchführungen und die Andere führt in den unteren Teil mit der restlichen Technik. Es gibt eine Treppe und eine Leiter, die die beiden Etagen verbindet. Außerdem gibt es im "Flur" eine große Öffnung in der Decke bzw dem Fußboden. Im Raum der NEA ist eine zugemauerte Tür, vermutlich nach Draußen. Einen Montageschacht der über beide Etagen bis ins Freie führt, habe ich nicht gesehen.

Der von mir fotografierte Schacht sieht genau so aus, wie der auf Deinen Bildern. Das ist sehr interessant, dem müssen wir nachgehen.

Ein freistehender Montageschacht macht für mich wenig Sinn. Deswegen dachte ich an ein Schutzbauwerk für einen Teleskopmast.

Vielen Dank für Euren Input.
 
Hat der Schacht unten einen Tunnel? Auf deinem Foto ist eine der vier Seiten durch den Bildwinkel nicht erfasst, diese Stelle meine ich mit meiner Frage.
 
Ich sehe gerade das wir diese PDRZ bereits hier im Forum haben:
hidden-places.de/index.php?threads/nachrichtenbunker-u-maxlova-cz.2068/
 
Moin.

An einen Tunnel kann ich mich nicht erinnern. Habe mal versucht aus meinem Video noch 2 Frames zu exportieren. Schon toll, was man aus einem 4k Video noch herausholen kann. Habe auch die Helligkeit ein wenig erhöht. Die Bilder musste ich für den Upload hier aber extrem verkleinern.
Hilft das?

Ich sehe gerade das wir diese PDRZ bereits hier im Forum haben:
Dann eine Bitte an die Moderatoren, Themen bitte zusammenführen.
Bei dem Wort "Maxlova" stehe ich, sowie Google Maps, aber auf dem Schlauch.


Schönes Wochenende!
 

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Zuerst zum Sender:
[...]
(y)
Das passt zum Kühlwasserbecken.

Zunächst zu den Sendern:
Ich fand auf der WebSite des russischen Verteidigungsministeriums eine Seite, da geht/ging es um wassergekühlte Sender. Erinnerlich ist mir, dass ich mit verschiedenen Sendernamen rumspielte, ggf. auch übersetzte Vokabel "wassergekühlte Sender". Leider ist mir diese Seite weggerutscht; ich müsste neu mit der Suche ansetzen.

Das Prinzip ist ganz interessant, zum Verständnis kommt mir mein Studium entgegen: Luft hat eine relativ geringe Aufnahmefähigkeit für Wärme, Wasser kann ein mehrfaches an Wärme bei gleichem Volumen speichern. Wenn man diese Wärme nun abführen will, kommt man bei Luft irgendwann entweder in irrsinnig große Strömungsquerschnitte oder an Luftgeschwindigkeiten, die in Richtung Überschall tendieren. Beides ist nicht beherrschbar. Ab diesem Punkt ist Wasser das Kühlmittel der Wahl. Dabei reden wir über sogenanntes Kesselspeisewasser, auch dreifach destilliertes Wasser genannt. Da wird aber nichts destilliert, da wird mit sog. Kolonnen chemisch was gemacht. Anders gesagt: Wir brauchen eine Wasseraufbereitung, gern im Schutzbauwerk. Ein Brunnen ist notwendig, reicht aber nicht - wir brauchen auch noch diese Aufbereitung.

Dabei wird gern aber eins übersehen:
Wenn die Wärme (gegebenenfalls kontinuierlich!) vom Sender in das Wasser geht, muss die Wärme irgendwann auch mal wieder aus dem Wasser raus. Entweder im Bauwerk (nicht sehr klug) oder außerhalb des Bauwerks (leider über Luftaufklärung infrarot erkennbar). Das kann man entweder über Wärmetauscher (Wärme vom Wasser wieder in die Luft, diesmal in die Außenluft) oder über schnödes Wegkippen des Wassers erreichen.

Bei der PDRZ bei Wittenberg gab es neben dem Schutzbauwerk mehrere große Blöcke, die entweder Außenklimablöcke oder eben Wärmetauscher Wasser waren. Und in dem langen Zugangstunnel zur unteren Ebene, Netzersatz usw waren die sechs bzw. sieben Rohre, die spätere Besucher nicht mehr sahen, weil die Schrottdiebe schneller waren. Bei dieser PDRZ scheint möglich, dass eine Notentsorgung heißen Wassers gab: Sehr sandiger, trockener Boden, da versickert das schnell.

Zu Deinem Bauwerk, bei dem Du einen versenkbaren Sendemast vermutest:
Da gibt es zum Vergleich die wohl standardisierte Konstruktion am vorgeschobenen Kommandopunkt Möhlau. Das ist ganz gut dokumentiert. Also mindestens Kabeldurchführung, begehbar, Schiebedach, wohl zweietagig sollte es sein. Ich meine, dass es dazu auch eine recht gute Schnittzeichnung des Kollegen @Deesge (spell?) gibt.
Falls Du da mal wieder hin kommst: Halbkugel, etwas mehr als ein Meter Durchmesser, glasfaserverstärktes Polymer ebenerdig, außerhalb des Bauwerks ist da nicht zufällig?

@Büttner
Bei halboberirdischen Bauten wie Jänickendorf, Burgkemnitz war der Montageschacht immer ein Montagetunnel. Alles andere wäre auch grober Unfug.
 
Dann eine Bitte an die Moderatoren, Themen bitte zusammenführen.
Bei dem Wort "Maxlova" stehe ich, sowie Google Maps, aber auf dem Schlauch.
Möglicherweise stand mir damals (2007) der Ortsname Lustenice für diese PDRZ nicht zur Verfügung. Dieser Name scheint sich aber über die Jahre etabliert zu haben.
Hier ein paar Fotos von damals. Die Treppe zum Obergeschoss dürfte es heute nicht mehr geben. Farbton damals in rot.
Irgendwie gelang es damals noch direkt vorzufahren.

Lustenice_IMG_8617.JPGLustenice_IMG_8627.JPGLustenice_IMG_8637.JPGLustenice_IMG_8647.JPGLustenice_IMG_8657.JPGLustenice_IMG_8697.JPG
 
Dabei reden wir über sogenanntes Kesselspeisewasser, auch dreifach destilliertes Wasser genannt. Da wird aber nichts destilliert, da wird mit sog. Kolonnen chemisch was gemacht. Anders gesagt: Wir brauchen eine Wasseraufbereitung, gern im Schutzbauwerk. Ein Brunnen ist notwendig, reicht aber nicht - wir brauchen auch noch diese Aufbereitung.
Mit Martins 2´s Kolonnen dürfte eine De-Ionisierung gemeint sein; "kalte Destillation" an Ionenaustauschern, die die Fremd-Ionen aus dem Wasser holt, bevor sich sich als Kesselstein absetzen und damit Wärmeaustausch + Fließquerschnitte behindern . Wenn ich sage rausholen, meine ich damit den Austausch von unerwünschten An- und Kationen gegen unschädliche OH- und H+ Ionen, die ihrerseits wieder Wasser bilden. Es gibt noch billigere eine Selektivaustauschmethode, die mit NaCl arbeitet; dort werden nur höhervalenzige Ionen als Na+ / Cl- rausgeholt. Letztere werden hierbei toleriert, weil sie nicht stören.
Allerdings ist die Kapazität dieser Austauscher begrenzt; je "dreckiger" das Speise-Wasser, desto schneller erschöpfen sich die Austauschkolonnen. Die werden überwacht, und es muss Ersatz im SBW vorgehalten werden.

genug geklugscheissert, FA ;)
 
Mit Martins 2´s Kolonnen dürfte eine De-Ionisierung gemeint sein; "kalte Destillation" an Ionenaustauschern,
Ja, genau das. In der DDR waren das bernsteinfarbene Kügelchen, knapp 1mm Durchmesser, Markenname wohl Wofatit. Also in solchen Bauwerken genau in den Ecken gucken: Bernsteinfarbene Kügelchen am Boden?

Allerdings ist die Kapazität dieser Austauscher begrenzt; je "dreckiger" das Speise-Wasser, desto schneller erschöpfen sich die Austauschkolonnen. Die werden überwacht, und es muss Ersatz im SBW vorgehalten werden.
Nicht zwingend. Man kann die direkt in den Kolonnen regenerieren, da wird nach meiner Erinnerung Säure und später Base entgegen des Produktionsstroms geführt. In der Zeit können die fraglichen Kolonnen natürlich nicht produktiv arbeiten.

genug geklugscheissert, FA ;)
Finde ich prima - da kommt wenigstens Wissen rum. Danke!
 
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