Frank auf so ein Frage habe ich gewartet. Müsste die Frage nicht heißen: „Was haben wir mit dem Lebensraum der Fledermäuse nach 1990 gemacht “ ? Aber du meinst mit Sicherheit, vor 1990 war alles verschlossen und sie konnten die Bunker damals auch nicht nutzen. Diese Vermutung ist falsch. Viele Bunker hatten eine Zwangslüftung und waren nie hermetisch abgedichtet. Hangars z.B. haben super Fledermausquartiere oder Muni-Bunker mit ihren Lüftungsschächten waren immer bzw. meistens für Fledermäuse zugänglich. Bunker sind nur im Winter für die Tiere interessant, im Sommer ist es ihnen dort zu kühl. Vor 1990 waren die Tiere auch nicht wirklich auf Bunker angewiesen. Wer den Zustand der Häuser in der DDR kannte weiß wo die Tiere früher Unterschlupf gefunden haben. Auch die Wälder, wo die Fledermäuse zum größten Teil hingehören, wurden vor 1990 auch nicht so geplündert wie es heute der Fall ist. Der letzte Höhlenbaum wird noch als Brennholz abgesägt. Harvester sägen am Tag einen ganzen Wald weg, die Geräte gibt erst seit den 80er Jahren, in der DDR gab es sie nicht (glaube ich). Die Häuser werden saniert, so soll es sein und gut ist es auch. Aber Plattenbauten mit ihren Fugen können im schlimmsten Fall bis zu 1000 Zwergfledermäuse beherbergen, d.h. meistens sind es Weichchen und die Jungtiere. Dämmplatte am Tag rangeklebt und die Tiere kommen nicht mehr raus. Glaube nicht dass die Tiere bei der Unruhe auf der Baustelle fliehen. Wenn sie dickfällig sind,dann bleiben sie an Ort und Stelle, im vermeintlich sicheren Versteck. Fledermäuse bekommen nur ein junges im Jahr, ganz selten zwei. Die ständig getriebenen, können gar nicht so schnell nachzüchten wie sie getötet werden. Der Aufwand einen Bunker für Fledermäuse zu sichern ist sehr groß. Ich kenne riesige Bunker in denen nur 10 Tiere drin sind, oder eine Anlage mit 13 Bunker mit nur 60 Tiere insgesamt. Hätte nicht ein Bunker gereicht werden sich jetzt viele fragen. Man muss aber wissen, dass nicht alle Fledermausarten die gleichen Ansprüche haben. Jeder Bunker wurde anders eingerichtet und befeuchtet bzw. trocken gelassen. Es gibt auch Arten die niemals einen Bunker nutzen werden.
Um Klaus seine Frage gleich mit zu beantworten. Die Tiere finden nicht,denn sie haben meistens schon gefunden. Wenn Bunkerforscher keine Fledermäuse sehen,dann heißt es nicht sie sind nicht da. Fledermausschützer wissen genau wo und nach was sie suchen müssen,finden sie z.B. nur einen einzigen Kotkrümmel , dann ist es sicher das die Fledermäuse den Bunker kennen und andere Tiere anlocken. Meistens kennen die Fledermausschützer die Bunker schon über längere Jahre und entscheiden Jahr für Jahr neu und nach vorkommenden Arten, die sie im Sommer ermittelt haben, welcher Bunker dringend gesichert werden muss. Dass ein Bunker nicht besiedelt wird kommt ganz selten vor. Ob man ein zuvor deklariertes Fledermausquartier entwidmen kann hat noch keiner ausprobiert. Wenn jemand einen Bunker als Fledermausquartier erwerben und offiziell deklarieren will, dann ist die zuständige Umweltbehörde mit im Boot. Die wird auf eine Eintragung als Quartier ins Grundbuch drängen. Sollte der Besitzer es sich nach einiger Zeit anders überlegen, dann wird drei Sommer und Winter geprüft ob sich wirklich keine Tiere dort befinden. Waren Tiere schon drin,dann geht es ohne gleichwertigen Ersatz nicht. Bunker befinden sich meistens im Außenbereich von Siedlungen,eine Umnutzung ist baurechtlich meistens nicht mehr möglich. Vielleicht kann man darin Fahrad fahren, Holz stapeln oder sich verstecken wenn Bomben fallen. Eine Ertüchtigung für einen eventuellen Krieg,Pilzucht oder Führungen usw. sind allerdings nicht möglich.