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Thema: Die spinnen doch...Fledermausbrücken!!!

  1. #1
    Erfahrener Benutzer Avatar von jollentreiber
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    Die spinnen doch...Fledermausbrücken!!!

    Allein in Sachsen-Anhalt sind vier Wildbrücken, sechs Fledermaus-Überführungen, fünf Wild- und Fledermaus-Tunnel und zwölf kombinierte Wild- und Fledermaus-Unterführungen geplant.
    Quelle:http://www.mz-web.de/servlet/Content...=1229852962984

    Audiobericht:
    http://www.mdr.de/mdr-sachsen-anhalt/audio333910.html


    Da bauen die doch tatsächlich für die Flatterviecher 6 (sechs) Brücken an der BAB14. Die Kosten einer Fledermausbrücke belaufen sich auf 2,8 Mio. Euro.

    Ich würde meinen, daß das Geld in anderen Bereichen der Gesellschaft besser angelegt wäre.

    Armes Deutschland...also mir fehlen die Worte!!


    Gruß
    Lutz
    - PROJEKT 20/45 -

    Bau- & Geschichtsforschung zur Festungsfront Oder-Warthe Bogen

  2. #2
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    Du kennst doch bestimmt die neuen Bambibrücken der A12. Eine Wildbrücke nach der anderen. Und die waren bestimmt auch net billiger.. Keine oder wenige Abfahrten aber Wildbrücken ohne Ende..... Frei nach dem Motto "Karl der Käfer"! Stuttgart ebenso, da wurde der Juchtenkäfer gesichtet ( den gibt es wirklich) únd man dachte seitens der Öko echt dran, dass der Bau wegen dem Vieh eingestellt wird.. Ganze ICE Strecken mussten schon umgeplant werden, weil eine Kröte sonst totgefahren worden wäre...


    Bei dem Audiobeitrag war der Kollege vom BUND der Brüller. Natürlich kann es ein Problem geben, wenn Rehe, Hirsche und gleichzeitig der Wolf die Brücke queren müssen. Vielleicht Verkehrschilder aufstellen? Oder ne Trennwand mit Einbahnstrassenschildern ?

    OT: wenn man sich im gleichen um den Schutz der Kinder kümmern würde, wäre schon viel geholfen...

  3. #3
    Erfahrener Benutzer Avatar von Maus
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    Zitat Zitat von jollentreiber Beitrag anzeigen
    Ich würde meinen, daß das Geld in anderen Bereichen der Gesellschaft besser angelegt wäre.

    Armes Deutschland...also mir fehlen die Worte!!
    Jolle,
    mir scheint Du hast da die Verhältnismäßigkeit ein wenig aus dem Blick verloren. Laut dem verlinkten Artikel wird die geplante AB 1,3 Milliarden Euro kosten, Anteil daran der Naturschutzmaßnahmen 70 Millionen (5,38%).
    Ohne die Naturschutzmaßnahmen würde der Bau also "nur noch" 1,23 Milliarden Euro kosten. Man könnte direkt meinen, daß ggf. dieses Geld ebenfalls in anderen Bereichen der Gesellschaft besser angelegt wäre.

    Wenn man meint noch eine Autobahn zu benötigen, und diese unbedingt durch ein Flora-Fauna-Schutzareal europäischen Ranges führen zu müssen, dann sollte es ja wohl das mindeste sein, 5% der Bausumme für Naturschutzmaßnahmen mit einzuplanen. In dem Falle eben für die Möglichkeit, daß die eigentlichen Bewohner des Gebietes ohne Todesgefahr auf die andere Seite des Hindernisses wechseln können, das ihren Lebensraum dann durchschneidet.

    Gruß M.

  4. #4
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    @ Maus,

    sicher braucht Deutschland nicht noch ne schöne teure Autobahn. Aber wir leben nun mal in einer mobilen Gesellschaft. Und wir können nun nicht alle mit dem Pferdewagen zu unserer Arbeitsstelle kommen. Tierschutz ist gut und auch wichtig. Doch es muss eine Abwägung geben. Zwischen dem Schutz der Umwelt und der Notwendigkeit der Mobilität der Bürger. Also kann man bloss dem einem Übel ausweichen und dem anderen mehr oder weniger zuzustimmen.

  5. #5
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    Zitat Zitat von railroader Beitrag anzeigen
    Bei dem Audiobeitrag war der Kollege vom BUND der Brüller. Natürlich kann es ein Problem geben, wenn Rehe, Hirsche und gleichzeitig der Wolf die Brücke queren müssen. Vielleicht Verkehrschilder aufstellen? Oder ne Trennwand mit Einbahnstrassenschildern ?
    Da könnten vielleicht Naturschützer als Einweiser fungieren oder es werden feste Zeitfester pro Tierart vergeben

    Spaß Beiseite, das Aufstellen von Wildzäunen Autobahnen finde ich sehr gut und nehme dann auch den Bau von Wildbrücken in Kauf. Ich habe mit dem Auto schon mal ein kapitales Wildschwein "erlegt", das muss ich nicht noch mal haben. Wie man die Fledermäuse aber dazu bewegen will, den Tunnel zu nehmen, ist mir nicht ganz klar, die Verkennen ja schon oft genug die extra für sie geschaffenen "Hotels".

    Gruß Klaus

  6. #6
    Erfahrener Benutzer Avatar von Maus
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    Zitat Zitat von klausm Beitrag anzeigen
    Wie man die Fledermäuse aber dazu bewegen will, den Tunnel zu nehmen, ist mir nicht ganz klar, die Verkennen ja schon oft genug die extra für sie geschaffenen "Hotels".
    Klaus,
    in dem Artikel ist ja beschrieben, wie sie sich an bestimmten unregelmäßigen Strukturen orientieren. Das würde dann auf ihrem Radar so aussehen, daß bei so einer bepflanzten Brücke der Wald bzw. eine Schneise weitergeht, während die leere AB als Ende der Welt / leeres Nichts erscheint. Der selbe Effekt würde dann bei Tieffliegern auch bei einem solchen Tunnel eintreten. Also "aha da ist eine Strecke wo man langfliegen kann" im Ggs. zu "hier ist die Welt zuende".

    Das klingt für mich schon so, als ob sich da jemand im Vorfeld Gedanken gemacht hat. Bei den Hotels schient es mir des öfteren nur reiner Aktionismus zu sein, einfach irgendein Bauwerk verschließen, ein Fledermausschild ranhängen und erwarten, daß die sich das durchlesen und da einziehen.

    Gruß M.

  7. #7
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    Zitat Zitat von Maus Beitrag anzeigen
    Das klingt für mich schon so, als ob sich da jemand im Vorfeld Gedanken gemacht hat.
    Komisch nur, dass man da früher nicht explizit dran gedacht hat, aber da hatte die Fledermaus wahrscheinlich noch nicht so eine Lobby wie heute Es gibt auch kritische Stimmen von Fachleuten zur Sinnhaftigkeit des Unterfangens:
    http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&...ow2zP1-vk68Dpw
    Das sind mir vielleicht ein paar Ignoranten, die Flattermänner

    Hier auch noch mal ein passender Beitrag:
    http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&...ow2zP1-vk68Dpw

    Gruß Klaus

  8. #8
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    @ Maus, Du sprichst mir aus der Seele.

  9. #9
    Erfahrener Benutzer Avatar von jollentreiber
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    Zitat Zitat von Maus Beitrag anzeigen

    Das klingt für mich schon so, als ob sich da jemand im Vorfeld Gedanken gemacht hat.

    Gruß M.
    Maus,
    "Gedanken gemacht" mag ich ja glauben, aber ob die sich auch ausreichend informiert haben das wage ich jedoch zu bezweifeln.

    Schau dir mal diesen Bericht zu Versuchen und Ergebnissen aus Großbritanien an. Unten nur zwei kurze Zitate.

    Es wurde also, selbst durch Biologen, schon festgestellt das sich die Flatterviecher u.a. auch nach 9 Jahren nicht an die menschlichen Flughilfen halten.
    Die Erkenntnisse bewegen hier aber anscheinend keinen ab es trotzdem zu versuchen. Vieleicht klappt es ja in Deutschland besser.
    Meiner Meinung nach verschwendetet Geld.


    Fledermausschutz: Brücken über Straßen nutzlos

    Die nachtaktiven Tiere ignorieren die Leitsysteme und gehen ihre alten Wege

    Fledermausbrücken sollen die Tiere theoretisch sicher über die Straße leiten

    Leeds (Großbritannien) - Straßenbau hat heutzutage häufig auch den Naturschutz im Blick. Allerdings bringen nicht alle Maßnahmen den gewünschten Erfolg. Fledermausbrücken etwa, die die nachtaktiven Tiere in sicherer Höhe über Straßen leiten sollen, sind schlicht nutzlos, haben britische Biologen beobachtet. Selbst nach Jahren nehmen die Tiere die sogenannten Querungshilfen nicht an, berichten sie im Fachblatt „PLoS ONE“. Vielmehr ignorieren sie die Leitsysteme und kreuzen die Fahrbahn unbeirrt an gewohnten Stellen – oft in gefährlich niedriger Höhe. .....
    ....Die Untersuchung von Altringham und Berthinussen stellt nun aber in Frage, ob die Kosten für solche Leitsysteme wirklich gerechtfertigt sind. „Wir müssen Lösungen finden“, so Berthinussen, „die tatsächlich funktionieren, und schlagen vor, dass alternative Ansätze erforscht werden und – ganz wichtig – effektiver getestet werden als dies in der Vergangenheit der Fall war.“
    Weiter hier:http://www.wissenschaft-aktuell.de/a...015588517.html

    Zitat Zitat von Maus Beitrag anzeigen

    Jolle,
    mir scheint Du hast da die Verhältnismäßigkeit ein wenig aus dem Blick verloren.
    Nö Maus, aus den Augen verloren nicht, nur wenn ich 16,8 Millionen (in diesem Fall 6 Brücken a 2,8 Millionen) für eine Sache ausgebe dessen Zweckhaftigkeit selbst von "normalen" Naturschützern als zweifelhaft angesehen wird, da kommen mir schon einige Zweifel.

    Und wenn der Quatsch dann z.B. so endet wie in dem verlinkten Beitrag von @Klausm (http://www.youtube.com/watch?v=NMM3NO9IHJU) dann kann man sich doch wirklich fragen ob das alles noch normal ist.

    Gruß und schönes Wochenende
    Lutz
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  10. #10
    Erfahrener Benutzer Avatar von Maus
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    Jolle,
    mal abgesehen davon, daß solch ein Drahtgestell doch ein klein wenig was anderes ist als eine bepflanzte Brücke - selbstverständlich reicht es nicht bzw. ist es sinnlos, irgendwas irgendwohin zu stellen, und zu erwarten daß die Tiere ihre Gewohnheiten ändern und sich nach dem Willen des Menschen richten sollen. Genauso sinnlos wie zu erwarten, daß sie sich das Fledermausschild zB an ein einem ausrangierten Trafohaus durchlesen und das dann als Quartier nutzen sollen.


    Vielmehr ignorieren sie die Leitsysteme und kreuzen die Fahrbahn unbeirrt an gewohnten Stellen– oft in gefährlich niedriger Höhe. Unterführungen haben eine bessere Chance, genutzt zu werden, sofern sie im gewohnten Flugkorridor und damit auf der bereits bekannten Route liegen.

    Selbst neun Jahre nach dem Bau kreuzten die meisten Fledermäuse die Straße entlang ihrer von der Straße unterbrochenen, gewohnten Pendelrouten und dies auf Höhe des Straßenverkehrs.

    Immerhin an einer der beobachteten Unterführungen flogen 96 Prozent der Tiere eher durch den Tunnel als die Straße zu kreuzen. Diese Konstruktion lag allerdings exakt in einer der Pendelrouten vor dem Bau von Straße und Unterführung, so dass die Fledermäuse ihre Gewohnheiten nicht ändern mussten.
    Die Untersuchung bestätigt also exakt das, was man sich mit etwas Nachdenken auch schon alleine mit Allgemeinbildung und gesundem Menschenverstand hätte denken können. Angebote, die an dem Bedürfnissen der Zielgruppe vorbei entwickelt werden, sind halt in der Regel nicht erfolgreich, und das ist allgemein bekannt, es ist erfahrungsgemäß schon immer so gewesen, und es trifft nicht nur für Fledermäuse zu.

    Genauso könnte man versuchen, Raubtieren Mohrrüben als Futter anzubieten, und könnte zu dem selben kurzsichtigen Schluß kommen wie Du falls sie die Mohrrüben ablehnen ("verschwendetes Geld") - oder man stellt sich auf die Bedürfnisse der Zielgruppe ein.

    Gruß M.

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