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Thema: Die spinnen doch...Fledermausbrücken!!!

  1. #11
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    Maus,
    Fledermäuse lesen sich nichts durch,denn sie handeln instinktiv.Werden Bunker oder andere unterirdische Bauwerke verschlossen und kehrt anschließend Ruhe ein,dann bleiben die Tiere auch dort. Von uns möchte auch keiner ständig beim schlafen mit Lampen oder Blitzgeräte gestört werden. Fledermäuse müssen im Winter ihren Stoffwechsel ständig hochfahren wenn sie gestört werden, wie oft das vor dem Besuch einer Anlage bereits geschehen ist oder durch nachfolgende Besucher noch passiert,dass weiß keiner von uns. Das schlafende Tiere einfach erschlagen und an Kabelenden aufgespießt wurden habe ich auch schon erlebt. Es hilft nur der Verschluß einer Anlage um die Tiere zu schützen. Nebenbei schützen die Fledermäuse auch die Bunker, denn viele wären ohne sie schon längst abgerissen worden. Einige verschlossene Bunker sind sogar Privateigentum der Fledermausschützer. Oft werden sie verschenkt oder man muss privates Geld aufbringen. Ins Grundbuch wird Fledermausquartier eingetragen,dann ist eine andere Nutzung nicht mehr möglich. Aktuell werden gerade Stralsunder, Peenemünder, Wolgaster,Neubrandenburger und Rostocker Bunker nur an Fledermausschützer verschenkt oder verkauft.

  2. #12
    Benutzer Avatar von Büttner
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    Du scheinst ja vom Fach zu sein, vielleicht kannst du das alles noch etwas näher erläutern. Es kann nicht schaden darüber aufzuklären. Wenn du schreibst "Verschluss", was genau ist damit gemeint. Also bleibt ein Fledermausquartier damit noch begehbar und wenn ja, gibt es hier Regeln bezüglich von möglichen Kontrollgängen? Was genau wir wie kontrolliert, wer macht das? Vielleicht kannst du das näher ausführen.
    Welche Vorteile und Nachteile hat es eigentlich wenn Fledermausschützer so ein Bauwerk privat erwerben? Kosten, Rechte und Pflichten beispielsweise. Oder Umwidmungen wenn es nicht angenommen wird. Das ist alles schon interessant.
    Rote Plätze: Online-Update (5) vom Februar 2010 Luftfahrtpublizistische Referenzen: www.flugschrift.net

  3. #13
    Moderator Avatar von Frank K.
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    Zustimmung. Mich würde noch speziell die Anzahl der Bunker pro Fledermaus interessieren. Gab es Fledermäuse schon vor 1990 ? Wenn ja, was haben die da wo wie gemacht, die armen Viecher

  4. #14
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    Mich würde interessieren, wie schafft man es, dass die Tiere die für sie vorgesehenen Domizile finden? Gerade wenn es zuvor dort keine Fledermäuse gab, ist das doch sicher kein Automatismus. Gibt es, bevor man Fledermausquartiere schafft entsprechende Erhebungen über die Population, oder verfährt man nach dem Prinzip Hoffnung? Werden einmal als Fledermausquartier deklarierte Objekte auch wieder "entwidmet", wenn sich dort partout keine Fledermäuse einfinden wollen?

    Gruß Klaus

  5. #15
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    Nein ich bin nicht vom Fach, ich durfte aber in den letzten jahren dazu lernen. Ich wurde mal erwischt als ich unerlaubt ein Fledermausquartier betreten habe. Die Fledermausleute haben sich dafür eingesetzt,dass ich keine Anzeige wegen Hausfriedensbruch bekommen habe,denn ich hnen konnte glaubhaft versichern,dass ich nicht mit Gewalt eingedrungen bin. Als Strafe musste ich aber helfen zwei Bunkeranlagen zu sichern. Aus zwei sind dann 10 geworden und es hat einen riesigen Spass gemacht. Ich habe Anlagen gesehen, die bist jetzt in noch keinem Forum aufgetaucht sind. Die Bunker werden Fledermausgerecht umgebaut d.h. alle Einbauten,Kabel usw. fliegen raus und es werden dafür spezielle Fledermausverstecke eingebaut. Oft wird der Bunker unter Wasser gesetzt oder es wird die Decke angebohrt. Hauptsache feucht und kühl ist es. Bei besonders heißen Objekten werden oft Kontrolltüren oder Schlösser eingebaut die keine Funktion haben. Die neuen Eingänge werden dann nur Nachts eingebaut oder bei der Kontrolle freigebuddelt. Alle Schlösser kann man nur von innen bedienen d.h. man muss immer irgendwo den Arm reinstecken. CS-Patronen in Röhrchen, die man durchschneiden muss, wenn man an das Schloss zerstören will, werden hin und wieder auch einbaut.Seit letztes Jahr nimmt man Pfefferpatronen. Der Aufwand dient dazu, um Eindringlinge lange genug zu beschäftigen bis der Betreuer und die Polizei vor Ort ist. Ortsansässige Vertrauensleute kontrollieren unregelmäßig von außen und überprüfen ob das Lämpchen von der Alarmanlage noch leuchtet,denn viele Bunker sind neuerdings mit einer GSM-Alarmanlage ausgerüstet. Schlüssel von ca.250 Anlagen haben nur drei Personen im ganzen Land(Stralsund,Greifswald und Neubrandenburg). Der Erwerb eines Bunkers hat keine Vorteile, die Grundsteuer muss alleine bezahlt werden,dann kommt die Haft- und Sicherungspflicht und andere Auflagen. Eigentlich hat man nur Ärger damit. Die Grundsteuer kommt immer wenn man sie nicht gebrauchen kann oder man ist der Willkür der Gemeinde ausgesetzt wenn die Gemeindekasse leer ist. Eine Umwidmung wenn ein Quartier nicht angenommen wurde ist nicht möglich,wenn es einmal als Quartier bei der Umweltbehörde gemeldet wurde,dann ist nichts anderes mehr.Bunker werden nur in der Not gekauft,denn wenn schon Fledermäuse nachgewiesen wurden,dann kann der Eigentümer, meistens ist es die Gemeinde, nichts anderes mehr daraus machen bzw.abreißen. Ein gleichwertiger Ersatz ist meistens zu teuer(wurde aber schon durchgesetzt). Die Bunker bleiben begehbar und werden hauptsächlich im Winter kontrolliert. Es werden dann wie bei einer Inventur die Tiere gezählt und sich gefreut wenn eine neue Art dazu gekommen ist. Die Regel bei der Begehung ist, so störungsarm wie es geht und nur zum wissenschaftlichen Zweck. Die Behörde kann den Betreuer die Betreuung auch entziehen oder einen anderen bestimmen. Auch bei Eigentum !

  6. #16
    Erfahrener Benutzer Avatar von Maus
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    Zitat Zitat von Frank K. Beitrag anzeigen
    Gab es Fledermäuse schon vor 1990 ? Wenn ja, was haben die da wo wie gemacht, die armen Viecher
    Ich bin in der Lage glaubhaft zu versichern, daß es auch vor 1990 schon Fledermäuse gab

    Quelle: Persönliches Antwortschreiben an mich von Prof. Dr. Dathe (Direktor Tierpark Berlin), dem ich als ganz kleine Maus mal einen Brief mit ein paar Fragen zu Fledermäusen (also was die da wo wie machen) geschickt hatte.

    Gruß M.

  7. #17
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    Frank auf so ein Frage habe ich gewartet. Müsste die Frage nicht heißen: „Was haben wir mit dem Lebensraum der Fledermäuse nach 1990 gemacht “ ? Aber du meinst mit Sicherheit, vor 1990 war alles verschlossen und sie konnten die Bunker damals auch nicht nutzen. Diese Vermutung ist falsch. Viele Bunker hatten eine Zwangslüftung und waren nie hermetisch abgedichtet. Hangars z.B. haben super Fledermausquartiere oder Muni-Bunker mit ihren Lüftungsschächten waren immer bzw. meistens für Fledermäuse zugänglich. Bunker sind nur im Winter für die Tiere interessant, im Sommer ist es ihnen dort zu kühl. Vor 1990 waren die Tiere auch nicht wirklich auf Bunker angewiesen. Wer den Zustand der Häuser in der DDR kannte weiß wo die Tiere früher Unterschlupf gefunden haben. Auch die Wälder, wo die Fledermäuse zum größten Teil hingehören, wurden vor 1990 auch nicht so geplündert wie es heute der Fall ist. Der letzte Höhlenbaum wird noch als Brennholz abgesägt. Harvester sägen am Tag einen ganzen Wald weg, die Geräte gibt erst seit den 80er Jahren, in der DDR gab es sie nicht (glaube ich). Die Häuser werden saniert, so soll es sein und gut ist es auch. Aber Plattenbauten mit ihren Fugen können im schlimmsten Fall bis zu 1000 Zwergfledermäuse beherbergen, d.h. meistens sind es Weichchen und die Jungtiere. Dämmplatte am Tag rangeklebt und die Tiere kommen nicht mehr raus. Glaube nicht dass die Tiere bei der Unruhe auf der Baustelle fliehen. Wenn sie dickfällig sind,dann bleiben sie an Ort und Stelle, im vermeintlich sicheren Versteck. Fledermäuse bekommen nur ein junges im Jahr, ganz selten zwei. Die ständig getriebenen, können gar nicht so schnell nachzüchten wie sie getötet werden. Der Aufwand einen Bunker für Fledermäuse zu sichern ist sehr groß. Ich kenne riesige Bunker in denen nur 10 Tiere drin sind, oder eine Anlage mit 13 Bunker mit nur 60 Tiere insgesamt. Hätte nicht ein Bunker gereicht werden sich jetzt viele fragen. Man muss aber wissen, dass nicht alle Fledermausarten die gleichen Ansprüche haben. Jeder Bunker wurde anders eingerichtet und befeuchtet bzw. trocken gelassen. Es gibt auch Arten die niemals einen Bunker nutzen werden.

    Um Klaus seine Frage gleich mit zu beantworten. Die Tiere finden nicht,denn sie haben meistens schon gefunden. Wenn Bunkerforscher keine Fledermäuse sehen,dann heißt es nicht sie sind nicht da. Fledermausschützer wissen genau wo und nach was sie suchen müssen,finden sie z.B. nur einen einzigen Kotkrümmel , dann ist es sicher das die Fledermäuse den Bunker kennen und andere Tiere anlocken. Meistens kennen die Fledermausschützer die Bunker schon über längere Jahre und entscheiden Jahr für Jahr neu und nach vorkommenden Arten, die sie im Sommer ermittelt haben, welcher Bunker dringend gesichert werden muss. Dass ein Bunker nicht besiedelt wird kommt ganz selten vor. Ob man ein zuvor deklariertes Fledermausquartier entwidmen kann hat noch keiner ausprobiert. Wenn jemand einen Bunker als Fledermausquartier erwerben und offiziell deklarieren will, dann ist die zuständige Umweltbehörde mit im Boot. Die wird auf eine Eintragung als Quartier ins Grundbuch drängen. Sollte der Besitzer es sich nach einiger Zeit anders überlegen, dann wird drei Sommer und Winter geprüft ob sich wirklich keine Tiere dort befinden. Waren Tiere schon drin,dann geht es ohne gleichwertigen Ersatz nicht. Bunker befinden sich meistens im Außenbereich von Siedlungen,eine Umnutzung ist baurechtlich meistens nicht mehr möglich. Vielleicht kann man darin Fahrad fahren, Holz stapeln oder sich verstecken wenn Bomben fallen. Eine Ertüchtigung für einen eventuellen Krieg,Pilzucht oder Führungen usw. sind allerdings nicht möglich.

  8. #18
    Benutzer Avatar von martin2
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    Zitat Zitat von Büttner Beitrag anzeigen
    Es kann nicht schaden darüber aufzuklären. Wenn du schreibst "Verschluss", was genau ist damit gemeint. Also bleibt ein Fledermausquartier damit noch begehbar und wenn ja, gibt es hier Regeln bezüglich von möglichen Kontrollgängen? Was genau wir wie kontrolliert, wer macht das? Vielleicht kannst du das näher ausführen.
    Vermutlich ist das in jeder Region etwas anders. Hier ist es so, dass die Untere Naturschutzbehörde (Landkreis) mit dem NABU zusammenarbeitet. Soweit es Bunkerfragen betrifft, befragt NABU mich; es geht um den Teilkomplex Sinnhaftigkeit - der von mehreren Faktoren abhängig ist.

    (Hier) ist der Verschluss so, dass regelmäßig (mindestens jährlich) Zählungen stattfinden. Besichtigungen (Begehungen) sind nicht von vornherein ausgeschlossen, aber auf bestimmte Zeiten begrenzt: Die Problematik Winterschlaf wurde schon angesprochen.

    Zitat Zitat von klausm Beitrag anzeigen
    Mich würde interessieren, wie schafft man es, dass die Tiere die für sie vorgesehenen Domizile finden?
    (Hier) gibt es ein Monitoring: Wie viele Fledermäuse halten sich im gegebenen Raum auf? Es wird geschaut, welche Arten das sind; nicht alle Arten mögen Bunkerklima. Wenn es passt, möchte man das einrichten. Es hat aber auch schon den Fall gegeben, dass es für Fledermäuse nicht passte: Da wurde dann nichts getan. Es gab zudem den Fall, dass ich bezüglich eines Fledermausaufkommens gefragt wurde, ob ein Bunkergerücht stimmt (ja, stimmt) und ob es sein kann, dass es dort einen offenen Zugang gibt, der von Fledermäusen genutzt wird (nein, gibt es nicht).

    Wie gesagt: Hier. - Schon im nächsten Landkreis kann alles ganz anders sein.

    P.S: Auch ich weiß von üblen Gruppenbesichtigungen zu berichten, bei denen ein Held die Lampe mit voller Pulle auf die armen Tierchen richtete - und so überhaupt nicht verstand, warum das keine gute Idee ist.
    Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt. Jean-Paul Sartre

  9. #19
    Benutzer Avatar von martin2
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    Zitat Zitat von Frank K. Beitrag anzeigen
    Zustimmung. Mich würde noch speziell die Anzahl der Bunker pro Fledermaus interessieren. Gab es Fledermäuse schon vor 1990 ? Wenn ja, was haben die da wo wie gemacht, die armen Viecher
    Wenn ich dem örtlichen NABU glauben darf, gab es vor der Wende deutlich mehr Fledermäuse als heute. Das sozialistische "mir hatten doch nüscht" in Kleinstädten, Dörfern und Scheunen, Hütten am und im Wald hatten Unmengen an Quartieren. Den einen Teil haben wir saniert, den anderen Teil abgerissen. Und das der Wald gefegt wird, beschreibt mein Vorredner sehr schön.
    Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt. Jean-Paul Sartre

  10. #20
    Moderator Avatar von Frank K.
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    Das stimmt schon. Und wir hatten damals auch nicht solche schönen Leuchtmittel zum Aufschrecken der armen Viecher. Allerdings haben wir deutlich mehr Krach gemacht. Ich dachte bisher, daß glich sich irgendwie aus.

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