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Thema: Projekt: Rügenhafen

  1. #1
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    Projekt: Rügenhafen

    Das NVA-Objekt Bobbin bestand tatsächlich aus ca.10 Mannschaftsbaracken und 1 Kulturbaracke mit Kino und Bibliothek. Dazu gehörten ein Küchentrakt mit Speisesaal, 1 Badehaus mit Duschen, der Kfz-Park, die Sani-Stelle, die Wache am Tor aus Richtung Bobbin, 2 Muni-Bunker, 1 Feuerwehrhaus mit Schlauchturm, das als Sportraum, aber auch als Testraum für die Schutzmasken genutzt wurde. Außerdem gab es eine Gaststätte mit Verkaufsstelle, ein Postamt und eine MfS-Dienststelle, wo man die Westpakete öffnen musste.
    1. Das Lager entstand ca.1939 als Arbeitslager für den U-Boot-Hafen-Bau.
    2. Nach dem Krieg nutzte es eine Hoch- und Tiefbaufirma für den gleichen Zweck.
    3. 1953 zog für ca.9 Jahre dort die Marine ein, obwohl weit und breit keine Handbreit Wasser unter'm Kiel war. Antennenreste und Größe des Notstromaggregates ließen auf eine leistungsstarke Funkstation schließen.
    4. Ca.1962, nach dem Mauerbau, wurde dieses Objekt als Ausbildungslager für Soldaten und Unteroffiziere übernommen, obwohl es weit weg von der Grenze war. Ich war dort von 5.67-11.68 und erlebte den Israeli-Krieg, die Abstimmung zur sozialistischen Verfassung und schließlich den Prager Frühling. Mein Bedarf war damit gedeckt.
    5. Ab ca.1980 soll das Objekt für die ideologische Ausrichtung von Offizieren aller Waffengattungen genutzt worden sein.
    6. Ich habe 1994 im Urlaub dieses Objekt besucht und fand nur noch Ruinen und einen Berg geschredderter Barackenteile vor.
    7. Alle Angaben sind nur vom Hören-Sagen und können nicht wissenschaftlich belegt werden. Vielleicht bestätigt es einmal einer.

    Mit vielen Grüssen Sudokusz

  2. #2
    Administrator Avatar von Martin K.
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    Zitat Zitat von Sudokusz Beitrag anzeigen
    1. Das Lager entstand ca.1939 als Arbeitslager für den U-Boot-Hafen-Bau.
    2. Nach dem Krieg nutzte es eine Hoch- und Tiefbaufirma für den gleichen Zweck.
    Herzlich willkommen im Forum! Meinst Du den geplanten Hafen der Kriegsmarine im Jasmunder Bodden samt Bau eines Kanals / Durchstichs bei Glowe in die Ostsee?

    BG
    Martin

  3. #3
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    Der Admin hat mich, dem Org.-Schema entsprechend, per Mail angeschrieben und gefragt, ob es sich bei dem U-Boot-Hafenbau um den berüchtigten Marinehafen des II.Weltkrieges und später des kalten Krieges handelt. Jawohl kann ich da nur sagen oder schreiben. Wir haben unseren Gottesacker gegenüber von Rügen-Radio in der ehem.geplanten Kanal-Hafeneinfahrt Glowe in den Jasmunder Bodden gehabt. Die ca. 1000 Bauarbeiter aus dem Barackenlager hatten mittels Universalbagger 1 (Spaten) ab der Straße bis zum Jasmunder Bodden die Kanalrinne ausgeschachtet. Angeblich sollen bei ähnlich gelagerten Projekten die Rinnen zu schnell und antriebsgefährdend versandet sein. An dieser Stelle soll jedenfalls die flache Ostsee nicht für ein derartiges Projekt nicht geeignet sein. Meine Vorgänger durften dann auf beiden Dämmen Schützenlöcher ausheben und allmählich zu durchgehenden Schützengräben erweitern. Für uns war es lebenswichtig, erst in das Loch zu schauen, bevor man hinein sprang. Ich habe selber Kreuzottern gesehen, die mindestens 2 Meter lang und dick wie mein Arm waren. Das ruhige Isotop Jasmunder Bodden hat nicht nur Architekten und das Militär angelockt und fett gemacht. Im Bodden selbst sollen schon halbfertige Betonbauten vorhanden sein. Wir hatten damals andere Interessen, als uns verarbeiteten Beton anzusehen. Immerhin mußten wir den täglichen Weg zwischen Lager und Gottesacker zu Fuß und in allen Varianten der Fortbewegung bewältigen. Da träumten wir nur von dem kalten Wasser für die Füße und der waagerechten Lage auf der Pritsche.
    Gruß Sudokusz

  4. #4
    Moderator Avatar von Frank K.
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    Guten Abend Sudokusz,
    kann man noch etwas vom Kanaldurchstich erkennen ?

    Grüße Frank

    PS: ich habe gerade gesehen, du warst 5.67-11.68 vor Ort

  5. #5
    Administrator Avatar von Martin K.
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    Ich finde schon, siehst Du die geraden Kanäle (zentral im Bild, Nord-Süd Verlauf) und auch den ausgebaggerten Bereich im Bodden?

    http://maps.google.de/maps?q=glowe&h...mmern&t=h&z=14

    Direkt in Glowe existierte auch ein Barackenlager (eine Baracke ist noch vorhanden), mich würde es nicht wundern wenn dies auch in Zusammenhang mit den Bautätigkeiten steht:

    http://maps.google.de/maps?q=glowe&h...mmern&t=h&z=18

    BG
    Martin

  6. #6
    Moderator Avatar von Frank K.
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    Ja, mich hatte zuerst die Düne südwestlich davon etwas irritiert. Interessant ist ja auch, von wem und wie lang nach WKII das Projekt weiterverfolgt wurde.

    Grüße Frank

  7. #7
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    Übrigens, ohne DSL ist mein PC für diesen Server zu langsam und ich bekomme öfter Error-Meldungen. Das nervt. Deswegen habe ich auch Isotop und Biotop verwechselt. Isotopen hätte es vielleicht Jahre später als U-Boot-Antrieb gegeben.
    Gruß Sudokusz

  8. #8
    Moderator Avatar von Frank K.
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    kein Problem, wer schreibt macht auch Fehler. Und Internet ohne DSL ist mittlerweile eine Qual, klar.

    Was sagst du nun zum Durchstich ? Ist es die angegebene Rinne von Rügen-Radio im Prinzip genau nach Süden ?

    Grüße Frank

  9. #9
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    Ich habe mir inzwischen die von Martin erwähnten Luftbilder usw. von Glowe und Umgebung angesehen. Dabei ist mir aufgefallen, dass das Gelände des Saurierparks nicht identisch ist mit dem ehem.Armeeobjekt bzw. Arbeitslager oder wie man es auch bezeichnen will. Dieses Objekt befindet oder befand sich auf der anderen Straßenseite der L30. Gegenüber des einmündenden Weges "Schloßallee" beginnt die Einfahrt in das Objekt und der hintere Zaun verlief parallel der Straße "Zum Kamper Bach", die nach einigen km auch am Königsstuhl vorbei kommt. Im Lager sieht man die zwei befahrbaren Hauptstraßen und die Querverbindungen. Das große Gebäude an der Einfahrt sieht sehr neu aus.
    Ich behaupte, das Lager war anhand der wenigen Lagerräume und Werkstätten nur für Spatenträger eingerichtet. Und das Lager in Glowe war für die Betonbauer, Tischler, Schweißer usw. eingerichtet. Nicht umsonst hat man das gesamte Lager bis auf das Gaststättengebäude fein säuberlich abgetragen und vielleicht auf einer anderen soz. Großbaustelle wieder aufgebaut.

    Gruß Sudokusz

  10. #10
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    Ich würde sagen, sie ist es. Sie war damals so breit, dass wir von einer zur anderen Seite ganz schön schwitzend rannten. Das weht kein Ostseesturm zu und ein anderer macht sich nicht die Mühe.

    Gruß Sudokusz

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