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Thema: Tremsdorf: OSRA

  1. #1
    Erfahrener Benutzer Avatar von Atomhirsch
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    Tremsdorf: OSRA

    Wundert mich, das hier noch nicht über das OSRA geschrieben wurde.
    Die bundesweit einmalige Anlage befindet sich zur Zeit im Dornröschenschlaf, da die Sonnenaktivität gegenwärtig kaum messbar ist. An einigen Anlagenteilen nagt sogar schon der Rost...

    Wikipedia weiß:

    Das Observatorium für Solare Radioastronomie Tremsdorf (OSRA) ist ein 1954 entstandenes Radioteleskop-Observatorium in der Nähe von Tremsdorf im Landkreis Potsdam-Mittelmark, das zum Forschungsbereich Solare Radiophysik des Astrophysikalischen Instituts Potsdam (AIP) gehört. Diese Art der Sonnenbeobachtung ist in Deutschland einzigartig. Die beobachtete Radiostrahlung stammt aus der Korona unserer Sonne.



    Das Astrophysikalische Observatorium Potsdam (AOP) wurde am 1. Juli 1874 gegründet. Es trägt heute den Namen Astrophysikalisches Institut Potsdam.

    Bereits zwischen 1893 und 1896 wurde im AOP, damals noch auf dem Telegrafenberg dem Gelände des heutigen Wissenschaftspark Albert Einstein, versucht Radioemission der Sonne zu finden. Ihnen standen damals noch keine empfindlichen Messgeräte zur Verfügung, daher versuchten sie sich den Fritter-Effekt zunutze zu machen. Die Experimente sind zwar gut dokumentiert, scheiterten letztlich aber. Danach geschah lange Zeit nichts mehr in dieser Richtung am AOP.

    Erst nach dem Zweiten Weltkrieg begannen am AOP durch Herbert Daene wieder Radiobeobachtungen den Sonne. Zunächst wurde dafür die Babelsberger Sternwarte genutzt. Am 30. Juni 1954 wurde in der Nähe von Tremsdorf das Observatorium für Solare Radioastronomie gegründet, an dem die Forschung bis heute fortgesetzt wird. Da in der Nähe von Städten die Radiowellen gestört werden können, wurde das Observatorium in dieser abgelegenen Gegend erbaut. Der Leiter der zuständigen Sonnenphysik-Abteilung am AIP ist heute Prof. Dr. Gottfried Mann.

    In früheren Zeiten hatte das OSRA etwa 30 Mitarbeiter und einen eigenen Fahrdienst. Mittlerweile arbeiten nur noch etwa 10 Wissenschaftler und einige Doktoranden in Tremsdorf. Die Daten können nun aber international ausgetauscht und ausgewertet werden. Anfangs wurden die Messergebnisse noch vor Ort auf Papierrollen aufgezeichnet. Mittlerweile erfolgt die Erfassung durch Computer. Dr. Henry Aurass, wissenschaftlicher Mitarbeiter am OSRA, während einer Besichtigung am 12. September 2007: „Aber wir haben natürlich alle Papieraufzeichnungen aufbewahrt. Denn wir brauchen sie noch, wenn wir heutige Ergebnisse mit früheren vergleichen wollen.“



    Die Antennen sind seit der Entstehung des OSRA immer wieder aufgerüstet worden. Dies musste in der DDR aus eigenen Kräften erfolgen. Dennoch waren die Ergebnisse auch damals schon gut.

    Vier Durchstimm-Spektrographen werden von einem System von vier verschiedenen Antennen in den Frequenzbändern 40 MHz - 100 MHz, 100 MHz - 170 MHz, 200 MHz - 400 MHz und 400 MHz - 800 MHz gespeist. Zur Verwendung kommen ein Paar doppel-logarithmisch gekreuzte Yagiantennen, einen 10,5 m Parabolspiegel und zwei 7,5 m Parabolspiegel, wobei die Parabolantennen parallaktisch montiert sind. Dies erleichtert die tägliche Nachführung der Antennen, die der scheinbaren Sonnenbewegung folgen müssen. Dies geschieht mittlerweile automatisch. Zwei Vielkanalspektrometer können bei speziellen Beobachtungen zusätzlich genutzt werden.
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    Signaturen sind völlig unnütz und nervig.

  2. #2
    Moderator Avatar von Frank K.
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    Schön das du das so aus der Versenkung geholt und mit aktuellen Bildern belegt hast. Es ist tatsächlich so, dass es einmal eine wichtige Rolle bei der international angelegten Erforschung der Sonnenaktivitäten spielte. Es gab da auch Briefmarken-Sonderblöcke zum 'Jahr der Sonnenaktivität'. Müsste ich theoretisch irgendwo noch haben, werde mal suchen. Dass es nicht mehr auf dem Telegrafenberg selbst angesiedelt ist, hat unmittelbar mit den Aktivitäten von Albert Einstein zu tun. Er brauchte einen Platz für sein Observatorium ('Einstein-Turm'), er war damals aktuell mehr als bekannt, da hat man ihm den Vorrang gegeben und die anderen 'Sonnenanbeter' rausgedrängelt. Ein an sich völlig normales Vorgehen.

    Grüße Frank

  3. #3
    Moderator Avatar von Frank K.
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    Nun gut, es hieß 'Jahre der ruhigen Sonne' 1964 / 65, es gab drei Sondermarkenblöcke dazu zu je 25, 40 & 70 Pfenning. Anbei ein Beispiel, mir hatten die Marken damals gefallen. Heutzutage findet man sie schneller im I-Net als im eigenen Archiv. Die Marken wurden eben deshalb aufgelegt, weil sich die DDR durch dieses Institut am internationalen Programm beteiligte.

    Quelle » Wikipedia Common
    de.wikipedia.org/...Stamps_of_Germany_(DDR)_1964


    Grüße Frank

  4. #4
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    Dieser hidden.place ist verloren. Abgeräumt, weg.

  5. #5
    Erfahrener Benutzer Avatar von untergrund-rose
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    Das ist ja echt schade darum. Bei google earth kann man sehr gut sehen, dass alles weg ist und was vorher da war.

  6. #6
    Erfahrener Benutzer Avatar von Rock30
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    Da brauchte wohl einer "Schrott".
    Echt schade, damit ist wieder ein weißer Fleck der Geschichte entstanden.
    Geschichte gerät in Vergessenheit-
    Geschichten nie..... lasst sie uns erhalten

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