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Thema: Kagel: Funksendezentrale des MfNV

  1. #121
    Moderator Avatar von Frank K.
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    Danke für deinen Aufwand uns das hier näherzubringen !

    Zitat Zitat von Bensing Beitrag anzeigen
    Den Klub außerhalb des Objektes gab es zu meiner Dienstzeit nicht mehr. Ältere BU's hatten den aber - wenn ich mich recht erinnere - mal mit 'verklärtem' Blick erwähnt.
    Möglicherweise handelte es sich um eine Gaststätte direkt an der zentralen Kreuzung von Kagel. Die hatten neben Mittagstisch auch legendäre Abend-Veranstaltungen am WE durchgeführt, stellten Letzteres aber in dem von dir genannten Zeitraum ein.

    Wir selbst sind bei günstiger Gelegenheit am WE Umwege mit dem Bus gefahren um dort zu Essen.

    Grüße Frank

  2. #122
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    Na dann - hier der versprochene 2. Teil der aus den Videos von 1995/96 extrahierten
    Bilder (unterirdisch, nicht nur von der Lage, sondern auch von der Qualität, aber besser
    war das aus den Aufnahmen mit der Technik von vor nun (oh oh) gut 20 Jahren nicht zu machen - sorry)

    Bis denne
    Bensing
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    Geändert von Bensing (19.08.2017 um 18:41 Uhr)

  3. #123
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    Wusste nicht, dass nur 30 Bilder auf einen Rutsch gehen - hier der Rest
    Bensing
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  4. #124
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    So, Leute, jetzt das vorerst Letzte, was meine grauen Zellen hergeben, falls es euch interessiert ...
    immer bezogen auf die Zeit von 1977-80, davor oder danach war sicher einiges anders.


    Zum Funkbetriebsdienst.
    Der Funkbetriebsdienst war ein Zug in der FuSZ, der den Betrieb der Nachrichtenverbindungen für das MfNV
    senderseitig im 3-Schichtbetrieb an 7 Tagen/Woche sicherstellte. Außerhalb der normalen Stabsdienstzeit
    war er auch für die Funktion der Hilfseinrichtungen des SBW (Klima, NEA, Wasser, etc.) verantwortlich.
    Der Zug bestand aus vier Trupps, gebildet aus SaZ und/oder BU's. Jede Schicht wurde aus Mitgliedern eines
    Trupps gestellt, normalerweise 1x Wachleiter + 1 (bis 2) Mitstreiter (der zweite z.B. ein Uffz.Schüler, der ausgebildet
    werden sollte). Die Trupps wechselten wöchentlich die Schichten (Frühschicht-Spätschicht-Nachtschicht-Freischicht
    (Freischicht: z.B. Urlaub, Ausbildung, oder zur besonderen Verfügung - zbV.). Zu besonderen Anlässen (z.B. Funkübung)
    kam es auch vor, dass die Mitstreiterzahl des Wachleiters erhöht oder der Tag in 2x 12-Stunden-Schichten absolviert
    wurde. Hauptaufenthaltsort für die Schicht war das BAS.

    Hier ein gebasteltes Bild vom Arbeitsplatz des Mitstreiters, der auch den Telefondienst übernahm.
    Leider weiß ich überhaupt nicht mehr, wie das Fernbediengerät für den Antennenwahlschalter (AWS) im Lager 2
    aussah. Habe auch im Internet dazu nichts gefunden, einzig der AWS taucht auf einem Bild auf den Internetseiten
    von Rügenradio auf.

    BAS001b.jpg

    Das zweite Bild zeigt die Eingangsseite des BAS mit der 2-flügeligen, stark gedämmten Holztür, durch die
    man von außen normalerweise nur kam, wenn man klingelte/ klopfte und der Wachleiter (WLS) an seinem
    Pult den Tippschalter für den Türöffner-Magneten betätigte. Auch für das Verlassen des BAS musste der
    Türöffner-Magnet aktiviert werden.
    Die Uhr diente als 'Normal' für die Zeiteintragungen der bereitgestellten Verbindungen im Arbeitsbuch.
    (Mutteruhr stand in der DEZI).


    BAS002b.jpg

    Im dritten Bild ist die Seite rechts vom Eingang mit dem Arbeitsplatz des WLS und dem Fenster zum
    Senderaum 2 zu sehen. Das Foto darin stammt von Hr. Kampes Internetseite (danke).
    Die WL20 kann auch eine WL10 gewesen sein - dann fällt eine Tastenreihe weg.
    Glaube, die wurde auch irgendwann gegen das Nachfolgemodell getauscht.

    BAS003b.jpg

    Das vierte Bild stellt die Ansicht hinter dem WLS (also vom Eingang aus gesehen) mit dem Kreuzschienen-
    verteiler (KSV) dar. Die Beschriftung des manuellen Antennenwahlschalters rechts daneben muss nicht
    korrekt sein, da schwächelt meine Erinnerung.

    BAS004b.jpg

    Für technisch Interessierte: Bild 5(BAS_KSV) zeigt die Funktion des KSV,
    Bild 6 (BAS_WLS) die Kommunikation mit dem Wachleiter der Funkempfangszentrale bei Anforderung
    eines Senders. Die dort angegebene Frequenz ist authentisch, da gerade diese Frequenz dazu führte,
    dass eingeschaltete Radios im Objekt gerne mal totgetastet wurden, wenn man sie nicht schnell genug
    abschaltete (10,7MHz = Zwischenfrequenz (ZF) des UKW-Empfängers). Auch der wiedergegebene Dialog
    stimmt so - hat sich bei mir irgendwie sehr nachhaltig eingebrannt.

    BAS_KSV.jpg

    BAS_WLSa.jpg

    O.K. dass soll's erst einmal gewesen sein.
    Hoffe, dass ich euch nicht zu sehr gelangweilt habe, war aber angenehm überrascht, in eurem
    Forum das Thema der FuSZ gefunden zu haben, um meine Erinnerungen mal mit Interessierten
    teilen und diese Erinnerungen vielleicht berichtigen oder ergänzen zu können.
    Bensing
    Geändert von Bensing (23.08.2017 um 19:12 Uhr) Grund: kleine Korrekturen

  5. #125
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    Tolle Beiträge von Dir @Bensing, danke!!

  6. #126
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    Hallöchen,
    freut mich, wenn's gefällt.
    Bensing

  7. #127
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    Hallo,

    ein hervorragender Beitrag. Es hat sich doch einiges geändert nach meiner Zeit (1966-1969).
    Die von Frank erwähnte Gaststätte war der Club!
    Da alle Bilder verschwunden sind, werde ich diese noch mal hoch laden. Wird aber etwas dauern. Fragen an Bensing habe ich auch.

    Grüße Kellergeist

  8. #128
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    Hallöchen Kellergeist,
    schön, von dir zu hören.
    Wäre super, wenn du deine Bilder noch einmal hochladen könntest.
    Gerne beantworte ich auch deine Fragen - wenn meine Erinnerung mitspielt.
    Bis die Tage
    Bensing

  9. #129
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    Der Club der FuSZ

    Gaststätte Ecke Chauseestraße, Kageler-Straße
    Eine alte, vergammelte Kneipe. Erdgeschoß ca. 45m2 mit Veranda, 2 verbundene Kellerräume mit ca. 55m2 - grobe Schätzung schon zu lange her.
    Der damalige Ltr. der FuSZ, Major Schicht, war ein umtriebiger Typ, im positiven Sinn. Ihm kam der Gedanke diese Räume für die FuSZ zu nutzen. In den oberen Räumen konnte man baulich nichts ändern. Interessant war jedoch der Bierkeller. Dummerweise war er so niedrig, dass man sich ständig den Kopf einrannte. Doch der Chef hatte eine Idee.
    1. Statiker fragen, Keller vertiefen
    In Weidenkörben schleppte die jeweilige Tagschicht Erde nach draußen,, bis die gewünschte Absenkung erreicht war.
    2. Bodenplatte betonieren
    3. Wasserversorgung und Toiletten verbessern (Forderung vom Hygieneamt), kein Problem- das Zeug hatten wir.
    4. Malerarbeiten, einfachen Tresen bauen

    Zur Bunkerbesatzung gehörten zu dieser Zeit ein Betonfacharbeiter, ein Tischler und mehrere Schlosser. Das waren unsere „Vorarbeiter“. Für die optisch Gestaltung sorgte ein künstlerisches Nachwuchstalent aus Kagel.
    Des weiteren wurde ein ELA-Gestell mit Radio, Mikrofonverst., Tonbandgerät und 2 Verstärkern mit je 12W installiert. Ein Telefonanschluss und ein mehradriges Kabel wurden vom Bunker zum Club gezogen. Der Ltr. der FuSZ hatte verfügt, dass der Club zur Dienststelle gehört. Damit konnte im Prinzip jeder, der dienstfrei, hatte ohne Ausgangsschein den Club besuchen. Natürlich gab es Einschränkungen. Der Betriebsdienst und die Alarmgruppen mussten abgesichert sein. Im Alarmfall holte uns der LKW oder wir rannten wie die Irren zum Bunker.
    In der Unterkunft in Strausberg stand auch ein ELA-Gestell. Weihnachten und Sylvester wurden beide Anlagen verbunden und beide Seiten wetteiferten beim Quiz um kleine Preise.

    Der Club war auch für die Dorfjugend zu gängig. Das Erdgeschoss war weitestgehend für tanzwillige gedacht, die zwei modfizierten Kelleräume, für alle anderen. Sie waren nur über eine steile Holzstreppe zugängig. Keiner hatte bedacht, dass zu dieser Zeit Röcke üblich waren. Sonderlich aufgeregt hat das aber niemand.
    Als wir öffneten kam die männliche Jugend in Gummistiefeln und Arbeitskleidung, was uns nicht behagte. Nach hause gehen und umziehen lehnten sie ab. Lieber trotteten sie maulend zum Billerbeck, der regulären Dorfgaststätte. Später tauchten ein paar kichernde Mädchen auf und sahen sich um. Sie bemerkten die Tanzfläche, hörten die Westmusik (mit DDR-Schlager konnte man keinen locken) und verschwanden wieder. Eine Stunde später kamen sie, ordentlich herausgeputz, wieder. Damit war das Eis gebrochen. Bald kamen sie auch aus den Nachbardörfern, so dass wir zeitweilig Clubkarten ausgeben mussten, bis sich alles normalisierte. Der große Vorteil war, die Mädchen kamen zu uns und nicht umgekehrt ! Zwei Mann haben dabei die Liebe ihres Lebens gefunden.
    Manche Berufssoldaten feierten ihren Geburtstag im Club, der in dem Fall geschlossen blieb. Auch Minister und Generäle waren hier zu Gast. Wenn keine Unterhaltungsmusik nach ihrem Geschmack lief, wurde auch RIAS oder SFB eingestellt. „Wenn Nachrichten kommen, umschalten“, so einfach war damals die Welt. Dem Postminister Schulze waren die Getränke zu warm, denn wir hatten keinen Kühlschrank. Er versprach uns einen zu schenken. Der Mann hielt Wort! Eine Woche später war das Gerät da.
    Da man diese Leute per Telefon erreichte konnte, waren sie offiziell in der FuSZ. Wenn sie dann zu später Stunde etwas schwankend in ihr Dienstauto stiegen, sah das niemand.
    Wenn man überraschen Besuch bekam und das Wetter schlecht war, konnte auch man den Club nutzen. Wie es weiter ging weiß ich nicht. Mir ist nur bekannt, dass die FuSZ bald einen neuen Leiter bekam, da Major Schicht tot war.
    Anbei einig Bilder aus vom Club. Nächste Woche mehr. Ich habe am 14.10. goldene Hochzeit ! Wie sagt der HF-Techniker : das pfeift ein!
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  10. #130
    Erfahrener Benutzer Avatar von bitti
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    Super Geschichte

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