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Thema: Diskussion zum Urheberechtsgesetz

  1. #11
    Denkmal
    Gast
    Zitat Zitat von Erkunder
    .... Und ein Bunker (samt Innenleben) ist kein Kunstwerk höchstens ein Museum oder ein Denkmal.
    UrhG spricht bei den geschützen Werken nicht ohne Grund von "Werk der Baukunst" (also keinesfalls von "Kunstwerken") und Werk der angewandten Kunst einschließlich deren Entwürfe (bei Bauwerken also inbegriffen derer technischer Zeichnungen, im weiteren Wortlaut des UrhG ausdrücklich benannt).

    Sofern ein Bunker durch die Synthese von Funktion (Zuordnung der Räumlichkeiten), Konstruktion und (Form-)Gestaltung bestimmt ist, treffen die Merkmale von Architektur ganz sicher zu - dann ist es auch Werk der Architektur=Baukunst. Insofern gilt der Grundsatz: "Kunst kommt von Können".

    Erkunder,
    frag doch bitte einfach mal bei der Berliner Architektenkammer nach, ob Du Deine Behauptung so auf feste Füße stellen kannst und dann stellst Du Deine fachlich und aus erster Hand begründeten Erkenntnisse hier rein. Mit Behauptungen und persönlichen Meinungen kommen wir hier sicher nicht weiter.

    Gruß

    Denkmal

  2. #12
    Erfahrener Benutzer
    Registriert seit
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    819
    Zitat Zitat von Denkmal
    Erkunder,
    frag doch bitte einfach mal bei der Berliner Architektenkammer nach, ob Du Deine Behauptung so auf feste Füße stellen kannst und dann stellst Du Deine fachlich und aus erster Hand begründeten Erkenntnisse hier rein. Mit Behauptungen und persönlichen Meinungen kommen wir hier sicher nicht weiter.
    Da hast Du Recht, so kommt man nicht weiter.

    Evtl. ist das Thema Baukunst eine Auslegungssache die von voll zu Fall entschieden wird. Beim Hundertwasserhaus ist die Sache glasklar, aber beim nakten Fels, gebaut um im III. WK zu überleben? Nunja, für mich persönlich ist manch düsterer Ort ein grösseres Kunstwerk als was so in den Galerien hängt, ein gewachsenes Kunstwerk eben

    MfG!

  3. #13
    Denkmal
    Gast
    Zitat Zitat von Erkunder
    ....Evtl. ist das Thema Baukunst eine Auslegungssache die von voll zu Fall entschieden wird. ....
    In einem Rechtsstaat haben alle Gesetze ihre Lücken und Tücken.

    Du kannst aber ziemlich sicher sein, daß ebenso wie bei Lichtbildern auch bei Gebäuden in 99% der Fälle ein Richter einen "Werks"-Anspruch sieht, insofern der Urheber über ein gewisses Maß an geistigem Vermögen und Gestaltungswillen besitzt.

    Beim Knopfdruck eines Babys auf den Auslöser einer Kamera dürfte der Nachweis geistiger Schöpferkraft allerding etwas schwerfallen - obwohl ein solches Anerkenntnis auch schon versucht wurde.

    Ansonsten:

    @ rst:

    einen Freibrief haste von mir nicht :cry: - ist ja keine Rechtsberatung gewesen und ich bin auch nicht dazu berufen.

    Ein jeder muß selbst wissen, wie er Gesetze für sich auslegen möchte und ob er sich damit gegebenenfalls selbst ein Bein stellen könnte oder doch noch die Lücke findet, um auf Grundlage anderer Rechtsvorschriften Recht zu bekommen.

    Gruß

    Denkmal.

  4. #14
    Erfahrener Benutzer
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    819

    voila!

    Hab nochwas gefunden, wirklich eine komplizierte Thematik:

    http://remus.jura.uni-sb.de/urheberrecht/gw02.html

    bb) Werke der Baukunst

    Als Unterfall von Werken der bildenden Kunst nennt das Gesetz Werke der Baukunst. Hierzu gehören außer Gebäuden beispielsweise auch Brücken und Türme. Sofern der Gebrauchszweck überwiegt, handelt es sich um Werke der angewandten Kunst. Urheber ist der Architekt. Eine wichtige Schranke enthält § 59 UrhG <http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/urhg/__59.html> für solche Bauwerke, die sich bleibend an öffentlichen Wegen, Straßen oder Plätzen befinden (siehe Grundwissen V <gw05.html>). Zum Schutz von Bauwerken nach US-amerikanischem Rechte siehe US Copyright Office, Circular 41: Copyright Claims in Architectural Works <http://www.copyright.gov/circs/circ41.html>.


    cc) Werke der angewandten Kunst

    (1) Werke der angewandten Kunst unterscheiden sich von Werken der bildenden Kunst im engeren Sinne dadurch, daß sie einen Gebrauchszweck haben. Solche Werke können auch durch ein Geschmacksmuster geschützt werden, sofern sie nicht neu und eigentümlich sind (§ 2 Abs. 1 GeschmMG <http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/geschmmg_2004/__2.html>). Daher wird für den Urheberrechtsschutz ein höherer Grad an schöpferischer Eigentümlichkeit verlangt als bei sonstigen Werkarten. Die sog. „kleine Münze“ ist gerade nicht geschützt. Zwischen Geschmacksmusterschutz und Urheberrechtsschutz besteht ein gradueller Unterschied. Beide können aber nebeneinander zum Zuge kommen. Rechtsgrundlage für das nationale Geschmacksmuster ist das Gesetz über den rechtlichen Schutz von Mustern und Modellen <http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/geschmmg_2004/>. Rechtsgrundlage für das Gemeinschaftsgeschmacksmuster die Verordnung 6/2002/EG des Rates vom 12.12.2001 über das Gemeinschaftsgeschmacksmuster (ABl. EG Nr. L 3/1 <http://europa.eu.int/smartapi/cgi/sga_doc?smartapi!celexapi!prod!CELEXnumdoc&lg=DE&n umdoc=32002R0006&model=guichett>).

  5. #15
    Denkmal
    Gast
    Erkunder,

    ein sehr schöner Hinweis, den man beachten sollte.

    Beachten sollte man allerdings auch, daß die Meinung des Autors durch ihn (als Lehrender) sehr überzeugend dargestellt wird - Recht allerdings nur von Richtern mit ihrer subjektiven (zunächst und zumeist berufungsfähigen) Meinung gesprochen wird.

    Im Einzelfall wird man sich nicht auf diese Darlegungen als "verbindlich" berufen können.

    Dennoch:
    Zur Bildung einer eigenen Meinung über das eigenen Tun und Lassen und zur Gefahrenabschätzung sicher sehr hilfreich.

    Gruß

    Denkmal

  6. #16
    Benutzer Avatar von martin2
    Registriert seit
    15.02.2005
    Beiträge
    2.488
    Zitat Zitat von Denkmal
    "Liegenschaft" bezeichnet das "Liegende", also den Grundbesitz - den Besitz an Boden. Die darauf befindlichen Bauwerke gehen üblicherweise in das Eigentum des Grundbesitzers ein, auch wenn er nicht der Besitzer des Bauwerkes bzw. der Bauwerke ist. (Eigentümer und Besitzer sind unterschiedliche Rechtsverhältnisse).
    Urheber-Rechtshinweis:
    Wiedergabe dieses Beitrages ist nur als Großzitat (also nur insgesamt und keinesfalls auszugsweise = Kleinzitat) gestattet.

    Gruß
    Denkmal
    Dieses ist ein Kleinzitat.
    Lasse Dir von Deinem Anwalt erklären, wie es mit dem §51 UrHG so ist: Der wird Dir viel erklären.
    <smile> Martin

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