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Thema: Ahrenshoop: Bunker am Strand / Steilküste

  1. #71
    Moderator Avatar von Frank K.
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    @Parzival2, vielen Dank für deinen Einsatz, auch aus ganz persönlicher Sicht. Nach so vielen Jahren bescheid zu Wissen über etwas, was schon lange nicht mehr da ist. Das hätte ich nicht gedacht als ich mich vor etlichen Jahren hier in diesem Thread mit einbrachte.

    Ich hatte gegen 1980 ein paar mal den Bürgermeister von Dierhagen-Ost dazu befragt. So nebenbei, beim Bier. Ich hatte dort eine Ferienunterkunft. (Auch) von ihm kommt die Info einer ehemaligen Flak-Stellung und daß die sowj. Truppen die Anlage (nachträglich) gesprengt haben. Zu damaliger Zeit kein Grund das zu Bezweifeln. Wobei er auch meinte, besser damit zum Pfarrer von Wustrow zu gehen, der führe ein ordentliches Archiv. Was ich nicht machte ...

    Grüße Frank

  2. #72
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    Zitat Zitat von Sven K. Beitrag anzeigen
    Für Mecklenburg-Vorpommern gibt es die sowjetischen Luftbilder

    https://www.gaia-mv.de/gaialight3/?p...YHc4COlA%3D%3D
    Dank Sven K.s wunderbaren Hinweis kann man noch mal einen virtuellen Ausflug zum Bakelberg machen. Ortsangabe Ahrenshoop OT Althagen.
    Selbst ein ungeübter Luftbildauswerter (wie ich) kann die ehemaligen Lafetten der 17,5 cm Geschütze sofort ausmachen. Nr. 3 war das 1944 demontierte Geschütz.

    Es bestanden in 2015 immer mal Unklarheiten, wo sich genau der Leitstand befand. Auf der Lageskizze des Buches „Gesunken und Verschollen“, gab es nur einen symbolisierten Eintrag. Jetzt sehe ich ein Objekt zwischen 9 und 10 Uhr, gesehen von Geschütz 1. Geht das als gesprengter Leitstand durch? Wenn man die 53er Aufnahme ausblendet, sehe ich meine Vermutung bestätigt.

    @Büttner: Als ich Deine Frage damals las, dachte ich, ich hätte das doch erwähnt. Sorry!
    Also ich bediene mich wieder ungeniert der tollen Recherche von Müller/Krämer – die wiederum zitieren aus „Ahrenshoop“ von F.Schulz.

    Am 02.05.45 gab der NSDAP Ortsgruppenleiter den „Befehl“:
    Alle Kriegsgeräte (Geschütze und Munition) sind bis 24:00 zu vernichten.
    (so schreibt F. Schulz.)

    Nach längeren Abwägungen wurden an allen Geschützen und im Leitstand Sprengladungen angebracht. Abwägungen daher, weil immer noch kleinere Gruppen Waffen SS aus dem Darss kommend, in Richtung Wustrow zogen.
    Als erstes sprengten wir den Leitstand und danach das 2. Geschütz. Beabsichtigt war die Sprengung des Rohres und der Turmtechnik. Unerwartet für uns kam es zur Ansprengung der tieferliegenden Munition. Das ganze Geschütz flog auseinander und die umherfliegenden Trümmer hätten uns fast erwischt. Bei den nächsten Sprengungen gingen wir etwas vorsichtiger zu Werke. Wir verblieben in unseren Unterkünften und warteten auf den nächsten Morgen. Am frühen Morgen des 03.05. erschien aus Wustrow eine sowjetische Vorausabteilung und kontrollierte sozusagen unser Vernichtungswerk. Da alles zerstört war, ließ man uns in Ruhe und sie fuhren zurück.
    Der Batteriecheff Kptlt. Krappmann befand sich zu dieser Zeit auf dem Weg zu einer Lagebesprechung in Kiel. Leitstandsmaat Werner Ekgnigk und sein Leitstandsoffizier Ob. Fähnrich Hans Ekat leiteten die Sprengung.

    Offenbar hatte Werner Ekgnigk während seiner Dienstzeit sein Herz in Althagen verloren. Zum Zeitpunkt der Recherche der Autoren 1994 lebte Ekgnigk in Althagen.

    @Frank: Ist die Frage Standort Leitstand jetzt zuverlässig geklärt? Die Sequenz aus #56 ist tolles Zeitzeugnis. Danke für die Mühe.

    @Büttner: Sorry für den späten Nachtrag in Sachen „Die Verdienste des Werner Ekgnigk“
    Man findet selten eine so gut dokumentierte „Befehlssituation“. Ranghöchster Offizier in dieser Nacht war Kptlt d.R. Wegner. Der Lehrgruppenoffizier einer FM Kompanie. Man hatte seit Januar im Kurhaus Quartier genommen. Er überließ Ekat und Ekgnigk die Durchführung.

    @Sven K.: Danke für den Tipp. Das war Anregung, noch einmal nachzuschauen und letztlich, so hoffe ich, den Leitstand endlich wasserdicht verortet zu haben.

  3. #73
    Moderator Avatar von Frank K.
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    Zitat Zitat von Parzival2 Beitrag anzeigen
    Ist die Frage Standort Leitstand jetzt zuverlässig geklärt?
    Ich denke schon, der größere Teil davon war wohl ~1980 schon unten. Die Lage passt auch. Das hatte uns ja längere Zeit beschäftigt, auch du hattest dich ja bzgl Klärung ganz schön reingehängt hier. Das ist doch toll das man nach so langer Zeit das nun bildhaft vor Augen hat. Auch die anderen Strukturen am Ende des Weges von Althagen in dem Wäldchendreieck - die später von der NVA genutzt worden - sind schon vorhanden.

    Auch ich hatte nach @Sven's Link unmittelbar da nachgeschaut

    Grüße Frank

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