Seite 2 von 4 ErsteErste 1234 LetzteLetzte
Ergebnis 11 bis 20 von 37

Thema: Artikel: Rekonstruktion zerrissener Stasi-Akten scheitert an der Technik

  1. #11
    Erfahrener Benutzer Avatar von martin2
    Registriert seit
    15.02.2005
    Beiträge
    2.053
    Zitat Zitat von gerd Beitrag anzeigen
    Fast 30 Jahre nach dem Mauerfall sollte man ernsthaft darüber nachdenken ob man mit dem ganzen Zeug nicht langsam aufhört und die Schnipseln lieber ins Altpapier gibt. Irgendwann ist es Zeit nach vorne zu schauen. Falls man aber gern in der Vergangenheit bleiben möchte sollte man sich eher den Aktivitäten der Treuhand zuwenden.
    Du guckst im BArch nach den treuhandakten - ich weiter bei BStU nach Militärsachen. Das passt doch fein.

    Ich wundere mich ja immer, warum Leute, die mit den MfS-Akten nichts zu tun haben, das Archiv unbedingt schließen wollen. Wo ist da die Motiavtion? Die angst, dass da was Persönliches hoch kommt - oder was ist da die Motivation?

    Deine Argumentation zieht auch grundsätzlich nicht. Mit Deiner Begründung müsste man alle Archive schließen. Ist doch was aus der Vergangenheit ...
    Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt. Jean-Paul Sartre

  2. #12
    Erfahrener Benutzer Avatar von fernaufklärer
    Registriert seit
    24.02.2005
    Alter
    51
    Beiträge
    915
    Mit dem StasiUnterlagenGesetz hat sich die Staatshoheit ein Instrument geschaffen, indem sie es selbst ist, die letztlich kontrolliert, wessen Akten wozu benutzt werden. Einerseits kann damit Lynchjustiz verhindert, anderseits können andere Schurken gedeckt werden.

    Besser eine Enquete- Kommission über die TreuhandDiktatoren – wie @ Gerd meinte.
    FA
    Der Sozialismus hat ein Zentralkomitee - die kapitalistische Diktatur hat eine Zentralbank.

  3. #13
    Erfahrener Benutzer Avatar von martin2
    Registriert seit
    15.02.2005
    Beiträge
    2.053
    Zitat Zitat von fernaufklärer Beitrag anzeigen
    Mit dem StasiUnterlagenGesetz hat sich die Staatshoheit ein Instrument geschaffen, indem sie es selbst ist, die letztlich kontrolliert, wessen Akten wozu benutzt werden.
    Naja - irgendwer muss nun halt Regeln aufstellen und kontrollieren.

    Zitat Zitat von fernaufklärer Beitrag anzeigen
    Einerseits kann damit Lynchjustiz verhindert
    Komm runter. BStU kam erst 1992 in die wirkliche Arbeitsfähigkeit. Und selbst ich, der sehr früh einen Antrag stellte, sah 96 seine Akte. Vorher war der Zustand "keine Akten ansehen" - hattest Du irgendwie den Eindruck, dass der Mob lynchte?

    Zitat Zitat von fernaufklärer Beitrag anzeigen
    Besser eine Enquete- Kommission über die TreuhandDiktatoren – wie @ Gerd meinte.
    Auch das ist Dir vermutlich nicht aufgefallen - selbst die gab es schon. DIe empfiehlt dem Bundestag, das BStU-Archiv in das BArch zu überführen und den Deckel drauf zu tun.

    Ich glaube, dass Du (und nicht nur Du) zwei Denkfehler hast:

    1) Persönliche Akte - Rache.
    Das stimmt eben gerade nicht. Die Leute wollen einfach nur wissen, was die Stasi fand.

    2) Viel wichtiger: Die Masse der Stasi-Akten haben garnichts mit Personenakten zu tun. Und sind ein reicher Forschungsschatz. Du glaubst nicht, was ichda alles sah.

    Wir können es kurz und knackig machen:
    Alle die, die die Schließung des BStU-Archivs fordern - haben ein schlechtes Gewissen. Sie haben Angst! Die echten IM ja sowieso. Aber auch viele andere haben Angst - wurden sie etwa als IM geführt? Und noch andere haben Angst: Anschwärzen ging in der DDR ja schnell, dafür brauchte es doch gar keine Stasi. Alle die haben Angst, dass das in den zerrissenen Akten stehen könnte.

    Der eigentliche Schatz sind die Sachakten.

    Ich weiß aber sehr genau, wer Angst hat, wer an irgend einer Stelle ein schlechtes Gewissen hat. Denn die sehen gar nicht, dass die Masse der Akten Sachakten sind - fordern aber immerzu die Verbrennung oder mindestens Schließung.

    Es ist ganz süß - die mit dem schlechten Gewissen melden sich ganz freiwillig selbst.
    Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt. Jean-Paul Sartre

  4. #14
    Erfahrener Benutzer Avatar von gerd
    Registriert seit
    02.06.2005
    Ort
    irgendwo zwischen PiBB2, FRA4134 und ZGS14
    Beiträge
    346
    Zitat Zitat von martin2 Beitrag anzeigen
    Du guckst im BArch nach den treuhandakten - ich weiter bei BStU nach Militärsachen. Das passt doch fein.

    Ich wundere mich ja immer, warum Leute, die mit den MfS-Akten nichts zu tun haben, das Archiv unbedingt schließen wollen. Wo ist da die Motiavtion? Die angst, dass da was Persönliches hoch kommt - oder was ist da die Motivation?

    Deine Argumentation zieht auch grundsätzlich nicht. Mit Deiner Begründung müsste man alle Archive schließen. Ist doch was aus der Vergangenheit ...
    Ich habe nicht gesagt oder geschrieben, dass Archive aufgelöst werden sollen. Alle vorhandenen Bestände und Archive sollen als historisches Meterial erhalten bleiben und sachlich, sinnvoll genutzt werden. Ich habe mich im wesentlichen auf die Sinnhaftigkeit der Schnipselrekonstruktion bezogen. Das kostet nicht nur Zeit, sondern auch viel Geld, das meiner Auffassung auch an anderer Stelle sinnvoller verwendet werden könnte. Aber auch im weiteren sollte man ruhig die Frage stellen dürfen wie und wozu werden Archive genutzt. Diese Fragen kann jeder natürlich anders sehen und für sich anders beantworten..

  5. #15
    Erfahrener Benutzer Avatar von fernaufklärer
    Registriert seit
    24.02.2005
    Alter
    51
    Beiträge
    915
    Zitat Zitat von gerd Beitrag anzeigen
    Ich habe nicht gesagt oder geschrieben, dass Archive aufgelöst werden sollen...
    Ich auch nicht. Alles andere riecht hier nach Kinderkacke.

    Meine Akte kam 2016 nach wenigen Tagen. Zwei Zettel lagen drin; mein PA- Antrag und mein Grenzpassierschein (odder dessen Antrag)

    Allet jut. FA
    Der Sozialismus hat ein Zentralkomitee - die kapitalistische Diktatur hat eine Zentralbank.

  6. #16
    Erfahrener Benutzer Avatar von martin2
    Registriert seit
    15.02.2005
    Beiträge
    2.053
    Zitat Zitat von gerd Beitrag anzeigen
    Ich habe nicht gesagt oder geschrieben, dass Archive aufgelöst werden sollen.
    Der Beitrag #9 ist gar nicht von Dir?

    Ich zitiere mal:
    Fast 30 Jahre nach dem Mauerfall sollte man ernsthaft darüber nachdenken ob man mit dem ganzen Zeug nicht langsam aufhört und die Schnipseln lieber ins Altpapier gibt. Irgendwann ist es Zeit nach vorne zu schauen.
    Nein, das ganze Zeug hört nicht auf. Und bleibt im Archiv. Und das ist auch gut so.
    Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt. Jean-Paul Sartre

  7. #17
    Erfahrener Benutzer
    Registriert seit
    23.06.2012
    Ort
    Berlin-Marzahn
    Alter
    57
    Beiträge
    382
    Lieber Martin2

    Könntest Du einem Zweifler am tieferen Sinn dieser Schnipsel-Rekonstruktion ein Beispiel für eine wichtige Sachakte geben?

  8. #18
    Erfahrener Benutzer Avatar von martin2
    Registriert seit
    15.02.2005
    Beiträge
    2.053
    Zitat Zitat von Parzival2 Beitrag anzeigen
    Könntest Du einem Zweifler am tieferen Sinn dieser Schnipsel-Rekonstruktion ein Beispiel für eine wichtige Sachakte geben?
    Kein Problem.
    Dazu muss man die Arbeitsweise des MfS verstehen.

    Abgeschlossene Vorgänge kamen ins Archiv. (Und sind daher nicht vernichtet, sondern bei BStU im Archiv.)

    Laufende Vorgänge der verschiedenen Abteilungen des MfS in ALLEN Kreisdienststellen waren naturgemäß auf dem Schreibtisch des dortigen Sachbearbeiters - oder in dessen Panzerschrank. Das betraf sowohl DDR-Personen ("ich will meine Akte sehen!") als auch viel häufiger Sachakten zu allen möglichen Dingen. Soweit ist das klar?

    Die Aktenvernichtung lief aber ausschließlich in den Bezirksverwaltungen (da einigermaßen professionell) und in den vielen Kreisverwaltungen, da in letzter Not von Hand zerrissen. Das waren deutlich mehr Sachakten als Akten mit Personen als Ziel.

    Warum fragst Du, mein Wagner?
    Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt. Jean-Paul Sartre

  9. #19
    Erfahrener Benutzer Avatar von gerd
    Registriert seit
    02.06.2005
    Ort
    irgendwo zwischen PiBB2, FRA4134 und ZGS14
    Beiträge
    346
    #16 martin2, genau so hatte ich es geschrieben: ... die Schnipsel... , nicht mehr, nicht weniger. Und nocheinmal der Hinweis, das es jeder sicher anders sehen kann und es verschiedene Ansichten gibt, was völlig normal ist.

  10. #20
    Neuer Benutzer
    Registriert seit
    06.06.2008
    Alter
    36
    Beiträge
    1
    @martin2,du bist ein erfahrener benutzer und kennst dich sehr gut mit dem mfs aus, wenn das nicht mal langsam stinkt.....wir müßten mal genauer schauen

Seite 2 von 4 ErsteErste 1234 LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Stasi-Akten Rekonstruktion steht auf dem Spiel
    Von Martin K. im Forum Objekte des MfS
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 02.01.2015, 16:28
  2. Akten-Edition zur Stasi als App
    Von Martin K. im Forum Objekte des MfS
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 13.08.2014, 13:47
  3. Stasi-Akten: Rechner soll beim Puzzeln helfen
    Von Martin K. im Forum Objekte des MfS
    Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 16.10.2013, 11:02
  4. Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 16.12.2010, 06:36
  5. Artikel: Wie die Stasi in Westdeutschland aktiv war
    Von Martin K. im Forum Objekte des MfS
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 08.08.2010, 08:11

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •