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Thema: Lutherstadt Wittenberg: Bunker Weserstraße / 'Bunkerberg'

  1. #1

    Lutherstadt Wittenberg: Bunker Weserstraße / 'Bunkerberg'

    Hallihallo.
    Seit Jahrzehnten gibt es diesen Bunkerberg in Wittenberg und nirgends ein einziges Foto aus der Zeit um 1945 online.
    Zumindest erzählen viele Einheimische, dass sich dort ein Bunker im 2. Weltkrieg befunden haben soll.
    Das Foto zeigt den Berg, aufgenommen am Standort der Luthereiche (im Hintergrund).
    Nach halbrechts im Bild geht es in Richtung Innenstadt, vorbei am Haus des Handwerks, hinten links
    im Foto das Melnchtonhaus (glaube ich zumindest). Halb links geht es zur Elbbrücke.

    War das ein Tief-oder Hochbunker? Hat jemand Fotos?

    In den Städtischen Sammlungen Wittenberg gibt es nur dieses eine Foto vom gesprengten Bunker nahe der Luthereiche. Die Sprengung erfolgte im Mai 1946, mehr ist darüber nicht bekannt.......Zehn bis 20 Jungs waren am Bunker, liefen plötzlich los, und es gab eine Explosion. „Als die Stadtbande sich wieder traf, stellte sich heraus, dass irgend einer nicht gezündete Dynamitstangen – Quelle: https://www.mz-web.de/1483150 ©2017
    Quelle: https://www.mz-web.de/wittenberg/his...bunker-1483150




  2. #2
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    Hochbunker. Es gibt einige Bilder, z.b. in den Heimatkalendern.
    Ich dürfte aber für lange Zeit das letzte Bild vom Bunker besitzen...
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken

  3. #3
    Leider besitze ich den Heimatkalender nicht, darum herzlichen Dank Lucius!
    Das Bauwerk sah aber schon ziemlich ramponiert aus (s/w).
    War da noch mehr zu sehen (bei den Umbauten) und finden sich noch mehr
    Informationen zum Bauwerk im Kalender?

    Die Stege auf dem Bunkerberg zu installieren, ist eine Herausforderung. Das hat mit der Vergangenheit zu tun, mit dem gesprengten Bunker und Hohlräumen, auf die die Bauleute stoßen. – Quelle: https://www.mz-web.de/26148596 ©2017

  4. #4
    Erfahrener Benutzer Avatar von martin2
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    Zitat Zitat von Andi39GE Beitrag anzeigen
    Seit Jahrzehnten gibt es diesen Bunkerberg in Wittenberg und nirgends ein einziges Foto aus der Zeit um 1945 online.
    Zumindest erzählen viele Einheimische, dass sich dort ein Bunker im 2. Weltkrieg befunden haben soll.
    Wittenberg war im Führersofortprogramm. An dieser Stelle stand ein runder Hochbunker - schon ziemlich groß und ordentlich hoch.

    Der Bunker wurde 1945 von der sowjetischen Besatzungsmacht teilgesprengt. Teilgesprengt deshalb, weil in der Nähe das Lutherhaus und das Augusteum stehen - und die sollten stehenbleiben. Die Reste wurden erdüberdeckt, sie sackten Jahrzehnte nach. In den ersten Jahren spielten noch Kinder in der Bunkerruine.

    Ja, ich habe ein Foto des intakten Hochbunkers.
    Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt. Jean-Paul Sartre

  5. #5
    Zitat Zitat von martin2 Beitrag anzeigen
    Ja, ich habe ein Foto des intakten Hochbunkers.
    Das ist ja wie Weihnachten heute, Danke auch für weitere Informationen zum Bauwerk

    Ich hatte noch die Zeilen von Erwin Präger gefunden:

    Zum Schutz der Zivilbevölkerung wurden in Wittenberg an verschiedenen Stellen Luftschutzbunker gebaut.
    Ich erinnere mich an die Bunker an der Luthereiche, in der Triftstraße, am Krankenhaus, in der Falkstraße und in Kleinwittenberg. Diese wurden nach dem Kriege gesprengt.
    Weiterhin gab es an verschiedenen Straßenkreuzungen ausgebaute Splitterschutzgräben. Ein solcher befand sich auch an der Ecke Charlottenstraße/Im Felde.
    Quelle: http://praeger.wittenberger.de/c2.htm

  6. #6
    Erfahrener Benutzer
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    Ja,in Wittenberg gab es einige Luftschutzbauten-der bekannteste ist wohl der Bunkerberg.Einheimische kennen auch noch den Hochbunker Falkstraße.
    Ebenso hatten viele Betriebe geschützte Keller.Zb."Spiritus Wittenberg"nach der Wende Bundesmonopolverwaltung für Brandwein.Nach der Wende aber alles zurückgebaut.Schutztüren etc.

    Gruß Helge

  7. #7
    Erfahrener Benutzer Avatar von martin2
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    Zitat Zitat von helge Beitrag anzeigen
    Ja,in Wittenberg gab es einige Luftschutzbauten-der bekannteste ist wohl der Bunkerberg.Einheimische kennen auch noch den Hochbunker Falkstraße.
    Östlich der Altstadt gab es mehrere Hochbunker, alle 1945 gesprengt. Auch einen OP-Bunker hatten wir beim Paul-Gerhard-Stift, dessen Reste wurden vor Jahren beim Krankenhausneubau entsorgt.

    Es gab zudem eine ganze Anzahl einetagiger Hochbunker. Einer war nahe Haupteingang Nordwerk. Dessen gesprengte Reste wurden nach der Wende gemeinsam mit der dortigen "Storchensiedlung" weggeräumt. Ein einziger dieser Art hat überdauert, nach der Wende war er mal offen. Ohne Dokumentation wurde er massiv verschlossen. Wer nicht weiß, dass dort ein Bunker ist, sieht ihn auch nicht. Falls Du weißt, wo das ist: Bitte nichts sagen. Danke.

    Beim Abriss des Empfangsgebäudes des Hauptbahnhofs sei ein Tiefbunker VOR dem Gebäude gefunden und abgerissen worden. Ich hatte den eher UNTER dem Gebäude vermutet: Unterhalb des Hauptzugangs führte eine Kellertreppe zu einer gasdichten Tür. Fotos vom Abriss dieses Bunkers kenne ich leider nicht.

    Die von Dir angesprochenen geschützten Keller gibt es auch heute noch ohne Ende: Gegenüber Aral Dessauer Straße. Und faktisch alle Gebäude Gummiwerk, östlich der damaligen Hauptzufahrt. Die Häuser am Ring um die Altstadt haben nachträglich geschützte Keller. Das alte Rathaus hatte einen geschützten Keller. Der Schlosskeller war eine geschützte Etage - da weiß ich nicht, ob die Sanierung Rücksicht nahm. Gleichso das Lutherhaus.

    Ein kleiner Bunker soll sich auf einem Grundstück östlich der Breitscheidstraße befinden, da unklare Beschreibung.

    Um zurück auf den Bunker Luthereiche zu kommen: Dessen Maße waren erheblich. Mir fällt kein Vergleich zu einem anderen Rundbunker in Deutschland ein, das war dann wohl ein Sonderbau.
    Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt. Jean-Paul Sartre

  8. #8
    Zitat Zitat von martin2 Beitrag anzeigen
    ....Dessen Maße waren erheblich. Mir fällt kein Vergleich zu einem anderen Rundbunker in Deutschland ein, das war dann wohl ein Sonderbau.
    Wie waren denn die Maße des Bunkers?

    Zitat Zitat von martin2 Beitrag anzeigen
    Ja, ich habe ein Foto des intakten Hochbunkers.
    Hast Du das selbst geschossen und kannst es daher im Forum hochladen oder an wen kann
    ich mich wenden, um davon eine digitale Kopie zu erhalten?


    VG
    Andreas

  9. #9
    Erfahrener Benutzer Avatar von martin2
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    Es gehört zwar nicht zum Bunkerberg sondern zum Bunker (Hochbunker) Falkstraße. Aber vielleicht ist es trotzdem von Interesse: Wer dort Schutz suchen wollte, benötigte eine Zulassungsberechtigung. Eine entsprechende Berechtigungskarte ist bei museum-digital zu sehen:

    https://www.museum-digital.de/st/ind...jekt&oges=1713
    Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt. Jean-Paul Sartre

  10. #10
    Neuer Benutzer
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    Es gab drei Bunker in Wittenberg und von allen drei existieren auch Fotos. - In meinem Buch "Wittenberg. Alles außer Luther" widme ich diesen Bunkern ein Kapitel. Von dem größten der drei Bunker (Bunkerberg, Lutherhaus) habe ich eine Bleistiftzeichnung der Künstlerin Else Hertzer. Sie hat auch den Zustand der Sprengung gezeichnet und wurde deswegen über sechs Stunden im Keller der Sparkasse verhört. - 2019 wird es "Lost Places - Wittenberg" geben mit 33 Hidden Places. - Zeichnung und Cover anbei.

    CoverLOstPlaces.pngDSC04565.jpg

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