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Thema: "Die vergessene Armee" von Signe Astrup, im Kino

  1. #11
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    vor dem Hintergrund, dass in Deutschland mittlerweile Tausende an jedem freien Wochenende hochaktuell uniformiert und ausgerüstet als SoftAir-Spieler durch verlassene Militärlandschaften ziehen ...
    Also das kann man wohl nicht als Vergleich gelten lassen oder?

    ich würde mir den Film auch ansehen ( bin nur nicht so der Kinogänger)

  2. #12
    Benutzer Avatar von martin2
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    Zitat Zitat von ElLennart Beitrag anzeigen
    Richtig. ... die überwiegende Zahl der einfachen Soldaten ist ja auch nach Hause gerannt, aus gutem Grund...weil es als Wehrpflichtige eben NICHT ihr Lieblingslebensinhalt war...
    Der Titel suggeriert aber die komplette Armee. Ich hätte nichts gesagt, wenn es "Die Offiziere einer vergessenen Armee" gehießen hätte.


    Zitat Zitat von ElLennart Beitrag anzeigen
    Das ist ja der Punkt: der schnellste Weg bei einer Recherche zu Armeeangehörigen führt dich nun mal zu den Traditions- und Reservistenvereinigungen.
    Dazu ein psychologischer Aspekt: Wer seit über 20 Jahren erfolgreich durchs Leben schreitet, hat anderes zu tun. Für diese Gruppe ist der Offiziersberuf ein Kapitel ihres Lebens, nicht das einzige und nicht das letzte. Anders sieht das für die andere Gruppe aus: Da ist die Offizierszeit das letzte Kapitel. (Das wird nicht in jedem Fall so stimmen, in der Masse aber wohl schon.)

    Ich habe beispielsweise im Bekanntenkreis mehrere Offiziere bis hin zum Oberst. Letzterer war bis vor wenigen Jahren erfolgreicher Geschäftsführer. Der sagte mir (ich hatte ihn gebeten, sich an einer Sache zu beteiligen), er habe sich das Forum (soll hier nicht genannt werden) angesehen. Er werde sich nicht beteiligen, man könnte ihn historisch gern fragen, auch per Mail. Ansonsten sei die Sache ein für ihn abgeschlossenes Kapitel.

    Der Film zeigt nicht die Breite, aber nichts Falsches.So ist das. Und der Titel scheint mir falsch.
    Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt. Jean-Paul Sartre

  3. #13
    Moderator Avatar von Frank K.
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    Es war klar, wie oben schon erwähnt, irgendwann musste es in den öffentlichen Medien zur Sendung kommen. Dann sucht man regelmäßig danach und wenn es soweit ist verpasst man es

    Ich übernehme einen Hinweis von @elexx aus dem Nachbarforum. Der Film soll bis 12.11.2019 online in der Mediathek bleiben.

    br.de/mediathek/dokumentarfilm-ueber-die-nva-die-vergessene-armee

  4. #14
    Benutzer Avatar von Büttner
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    Angeklickt - und in der 59. Sekunde wieder abgeschaltet. Trotzdem Danke für den Link.
    Rote Plätze: Online-Update (5) vom Februar 2010 Luftfahrtpublizistische Referenzen: www.flugschrift.net

  5. #15
    Benutzer Avatar von martin2
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    Zitat Zitat von Büttner Beitrag anzeigen
    Angeklickt - und in der 59. Sekunde wieder abgeschaltet.
    Das dachte ich zu diesem Zeitpunkt auch: Eine ostalgische kommunistische Ärztin und dazu dicke ex-Fallis und das halbe NVA-Forum.

    @Büttner
    Bei Minute 20 (von 85) angekommen, denke ich, dass Du einen richtig schweren Fehler machtest. Das wirkt mir sehr sehenswert. Das ist keine Doku, das ist ein Porträt-Film! Es geht auch nicht um "die vergessene Armee" - es geht nur um Berufssoldaten. Und da auch nur um die, die jeden Absprung verpassten. [¹]

    Übrigens wird direkt danach die Nummer gezeigt, bei der einige vor Jahren am Ehrenmal Treptow in Uniformen zwecks Kranzniederlegung antraten und konsequenterweise eine Anzeige wegen Demonstration in uniformer Kleidung kassierten.

    Die Filmemacherin geht ganz sensibel vor: Im Grunde reden ausschließlich die Protagonisten. Und sie zeigen ihre Denkwelt daher ganz offen - auch die Lebenslügen. Beispielsweise der GT-BU, der davon erzählt, dass nur Auserwählte an die Grenze kommen und das in seiner Hand befindliche MfS-Dokument, was ihm bescheinigt, dass er nicht grenzdiensttauglich ist, gar nicht versteht (Zeitlupe, Standbild - das Dokument ist gut lesbar!). Oder die beiden ex-Fallis, die am Grab von Markus Wolf stehen und auf die Frage, warum sie da rumstehen leicht stottern: Das haben sie vergessen, das hatten sie schon vergessen, als das BKA sie damals frug. (Die Filmemacherin lässt da "Spezialaufklärer MfS" einblenden, das läuft real wohl auf AGM/S hinaus.).

    @Frank K.
    Sehr herzlichen Dank für den Programmhinweis. Zumindest bis Minute 20 ist das Werk aus meiner bescheidenen Sicht mit dem Prädikat "besonders wertvoll" auszuzeichnen.

    [¹] Nach meinem Empfinden.
    Geändert von martin2 (14.11.2019 um 05:33 Uhr) Grund: Klarstellung
    Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt. Jean-Paul Sartre

  6. #16
    Benutzer Avatar von martin2
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    Ich bin nun durch. Und bleibe bei meinem (natürlich subjektivem) Urteil.
    Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt. Jean-Paul Sartre

  7. #17
    Moderator Avatar von Frank K.
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    Du hast es in #12 & #15 schon treffend charakterisiert. Viel mehr lohnt nicht dazu zu sagen, bin nur etwas erstaunt über eine gewisse Naivität von Befragten.

    Am Anfang war ich etwas irritiert das dafür Steuermittel ausgegeben wurden, letztendlich hat es sich mE gelohnt.

  8. #18
    Benutzer Avatar von fernaufklärer
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    ...wenn ichj an Steuermittel für Dokumentarfilme zur DDR- Vergangenheit denke, fällt mir sofort der Gundermannfilm ein, bei dem die Mittel an politische Bildung zweckgebunden waren. "...Ein Film über einen, der auch Stasi- IM war? .. Nee laßt mal... " hieß es zunächst.
    Später haben die Macher dann die Zusammenarbeit mit den ÖR eingestellt.
    Und dabei muß ich an Paul B. denken; auch hier ging es um eine verzerrte Darstellung.

    S.Astrup wollte den Film nur in den skandinavischen Ländern zeigen und bat dafür auch um die Zustimmung der NVA- Kämpen.
    Der NVA- TV bestand später darauf, dass die Astrup nichts ohne besagte Zustimmung senden sollte - was sie ablehnte, und es zum Knatsch kam. Sie durfte dann nicht mehr filmen.
    Aus Kreisen der NVA- Fallis heißt es, die Dänin wollte unvoreingenommen über die einstigen Kämpfer berichten und habe daher keine offiziellen Geldgeber - aus SIcht der FJ- ler eine Falschaussage.
    Von hier stammt auch die Aussage, dass sie von den Luftstürmern eine Abtretungserklärung für Wort und BIld wollte und nicht bekam. Daher kam der Versagende im FIlm auch nicht vor - der eigentlich ein berufener Mund für eine Doku wäre, die das Wort verdient.

    Aber darum gings wohl auch nicht primär. Rausgekommen ist ein Panoptikum Ehemaliger mit unterschiedlicher Identität.

    FA
    Der Sozialismus hat ein Zentralkomitee - die kapitalistische Diktatur hat eine Zentralbank.

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