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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Großeinsätze der Berliner Feuerwehr



Sven K.
20.12.2012, 11:30
Ist schon hart was man dort lesen kann. Weiß nicht wie ein Feuerwehrmann das psychisch verkraften kann.

http://www.berliner-feuerwehr.de/2972.html?&L=0Berliner

Gruß Sven!

Aschekater
20.12.2012, 13:13
Sorry , aber dafür sind diese Leute ausgebildet und sie haben ja mit solchen Extremen auch nicht jeden Tag zu tun , wie vielleicht eine Krankenschwester oder Arzt in der Notaufnahme der Unfallchirurgie . Oder wer denkt an die Bestatter etc. die nach solchen Ereignissen die menschlichen Überreste bergen müssen ??

Andi39GE
20.12.2012, 14:23
Was für Threads es neuerdings gibt.... Weltuntergang..... Katastrophen der Berliner Feuerwehr.... oi oi :lemo:


Sorry , aber dafür sind diese Leute ausgebildet und sie haben ja mit solchen Extremen auch nicht jeden Tag zu tun...

Das ist nicht ganz korrekt. Neben der Berufsfeuerwehr in Berlin sind die Freiwilligen Feuerwehren nicht zu vergessen. Um im Bereich dieses Themas "auszubilden", vorzubereiten bedürfte es einer immensen Stundezahl, daß ist so gar nicht möglich. Dein Hinweis auf Krankenschwestern, Ärzte (andere Einsatzkräfte wie Polizisten fehlen) etc. ist interessant, benötigen diese selbst in manchen Fällen psychische Hilfe: siehe auch das Schulmassaker in den USA, der Amoklauf an der Schule in Erfurt 2002 oder gerade auf das Thema Feuerwehr bezogen, der Brand in der bayrischen Behindertenwerkstatt mit unzähligen Toten. Hier waren unzählige Notfallseelsorger im Einsatz, auch für Einsatzkräfte im und nach dem Einsatz.
Ist User "Jürgen" nicht aus der Region Berlin vom Fach?? Da Sven´s Frage sich speziell auf die Berliner Feuerwehr bezieht, kann diese vermutlich am besten kompetent zu diesem Thema, ihren Einsätzen, eine Aussage treffen. Ich habe diesbezüglich eine Mail mit Verweis auf diesen Thread an die Berliner Feuerwehr gesendet.


BG
Andreas :)

frankk
20.12.2012, 18:50
Aschekater, die Feuerwehrleute ( ebenso wie Polizisten und Rettungsdienstler) kommen immer als erste zu den Katastrophen, darauf kann man sich nicht vorbereiten. Alle anderen bekommen meist weder das Umfeld bzw. die Umstände zu sehen, in die Rettungsstellen kommen die Patienten schon erstversorgt usw. Tote kommen erst gar nicht in die Rettungsstelle.
Man muss da einen eigenen Schutzmechanismus entwickeln, der aber auch nicht immer funktioniert. Dazu hilft ein intaktes Umfeld ( Freunde , Familie, Kollegen usw.) und vielleicht ein Hobby das nichts mit der Arbeit zu tun hat.
Es ist manchmal nicht leicht das Gesehene oder Erlebte zu verarbeiten, aber es gibt inzwischen bundesweit sog. Einsatznachsorgeteams, die speziell geschult sind, den Helfern zu helfen. Dazu hat jeder Kollege eine eigene Art der Verarbeitung und die Möglichkeit professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen besteht außerdem.
Vielleicht sagt Jürgen auch auch noch was dazu.
Andreas, wieso hast Du der Berliner Feuerwehr da eine mail geschickt? Und wem da?
Und Sven, Dein Job ist ja wohl auch nicht so ganz ohne.

Andi39GE
20.12.2012, 19:17
Einfach interessenhalber Frank. ich habe ja selbst etwas zum Thema auf unserer Website geschrieben. Berlin, weil Sven die Berliner ins Spiel gebracht hatte. Es bringt nichts von anderen Wehren allgemein zu schreiben, wenn der Link sich explizit auf Berlin bezieht; die Frage wohl doch nicht- mein Versehen. Trotzdem dürfte die Antwort interessant sein. Wem, schreibe ich natürlich gern nach erfolgter Antwort- wie fast immer. Ist das ein Problem für Dich? Du kannst auch gern eine Anfrage an eine andere Wehr/ Institution stellen. Man wird Dir bestimmt antworten. Ich führe das hier nur nicht weiter aus, weil es für mich in diesem Forum rein nebensächlich ist. Mich wundert schon Svens Anfrage, aber wenns ihn interessiert, warum nicht. Google gibt da übrigens ganz viele Treffer.

BG
Andreas

frankk
20.12.2012, 21:33
@Andreas, ich hätte Dir gerne über PN geantwortet- geht nicht.
Ich arbeite bei der Berliner Feuerwehr im Rettungsdienst ( ich Angestellter- Jürgen richtig Feuerwehrbeamter) seit anerkannten 33 Jahren. Die ENT sind erst in den letzten Jahren etabliert worden, als man allgemein mitbekommen hat, dass auch Retter Probleme mit Einsätzen haben, Berlin war da keinesfalls ein Vorreiter. Aber es gibt sie und das ist ok.
Ich habe auch kein Problem damit, dass Du der Berliner Feuerwehr schreibst, ich frage mich nur, wen das dort interessiert und wie derjenige darauf reagiert. Weiter will ich mich öffentlich nicht dazu äußern.
Ich denke, Sven hat einfach mal wieder im Netz gestöbert und die ja nicht uninteressante Seite der Berliner Feuerwehr entdeckt. Sicher sind auch die Gebäude, die so im Laufe der Zeit niedergebrannt sind nicht uninteressant. Auch da gibt es noch einiges zu sehen.
Und ich glaube, wenn man so Berichte liest fragt man sich schon manchmal, wie ein FW- Mann das alles verarbeitet und verkraftet. Da ist aber nicht die Rede von Rettungsdiensteinsätzen, bei denen wirklich Menschenleben in Gefahr sind und das Umfeld alles andere als schön ist. Einzelschicksale sind nicht immer schön.
Es ist ein schwieriges Thema und ich könnte aus den über 30 Jahren einiges erzählen- gehört aber nicht hier hin.
Ich wollte es auch nicht verallgemeinern, aber auch die Berliner Feuerwehr fügt sich ja in Trends ein ( ENT).
Wir können uns gerne mal direkt darüber unterhalten, aber eben nicht im Forum.

jürgen
20.12.2012, 21:34
.....ohne die Arbeit von Ärzten und Pflegepersonal auf Rettungsstellen abwerten zu wollen, und wie Frankk schon geschrieben hat:

In die Rettungsstelle kommen kreislaufstabiele und antherapierte Patienten, welche durch Rettungsdienstpersonal versorgt worden sind.
Dieses Personal ist in den überwiegenden Fällen noch weit vor den ersten Notarzt am Einsatzort, und muß dort innerhalb kürzester Zeit eine Endscheidung zum Wohle des Patienten treffen.
Diese Mitarbeiter sind hoch motiviert und zum Teil in ihrem Ausbildungsstand einem Arzt gleichgestellt.

Man kann alle erdenklichen Einsatzstellen in der Theorie und in Planspielen trainieren, aber der beste Ausbildungsfilm, Verletztendarsteller oder interaktive "Kunstpatient" verhält sich leider nicht wie das wahre Leben: Er überschüttet einen nicht mit Körperflüssigkeiten aller Art, er "belästigt" nicht durch Wehklagen ,Geschrei, Gerüchen oder mit seinem Anblick, er stirbt einen auch nicht unter den Händen weg und er hinterläßt auch keine emotionellen Eindrücke oder Fragen nach seiner Auffindesituation.

Warum ich mich hier dazu äußere?

Ich bin seit über 20 Jahre als Rettungassistent der Berliner Feuerwehr auf allen bodengebundenen Rettungsmitteln unterwegs, und war an mehreren Einsätzen aus dem von Sven geposteten Link aktiv beteiligt.
Ich habe Einsatzstellen, Auffindesituationen und Verletzungsmuster oder Schicksale von Patienten gesehen, die mich bestimmt bis ins Grab verfolgen werden.

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Das soll jetzt kein Jammern oder Betteln nach Mitleid sein, mich hat niemand gezwungen diesen Beruf zu ergreifen, aber es sollte eine Anregung dazu sein, das der Faktor Mensch nicht zu berechnen ist.

Ach ja, die Bestatter.....die bekommen in der Regel ihre Patienten von uns vor die Füße gelegt.....was ihren Berufsstand auch nicht schmählern sollte!

So, das war dann mal mein Outcoming....


Gruß Jürgen

jürgen
20.12.2012, 21:42
-off topic-

Andi39GE
20.12.2012, 22:21
Danke für Eure beiden interessanten Beiträge. Das mit der leseberechtigung ist quatsch Jürgen, hier braucht man keine- und außerdem schreibt hier niemand über dienstliche Dinge die nicht hierher gehören. Was man privat über sich schreibt ist jedem fast selbst überlassen. Mir geht es jedoch nicht um Einzelschicksale Jürgen, Danke für Dein Angebot per PN, sondern um ältere Statistiken zum Thema. Wie und was genau Sven interessiert mit seiner Themeneröffnung weiß ich nicht.
Da mich das Thema am Rand interessiert, habe ich es aufgegriffen und bin auf die Antwort auf bzgl. meiner Anfrage gespannt, auch wenn es wohl erst Januar werden wird. Wer will schon über die Feiertage arbeiten. Es gibt übrigens tatsächlich Untersuchungen zum Thema die Jahrzehnte zurückliegen. Ob die Berliner Feuerwehr eine Statistik führt oder mal etwas zum Thema herausgearbeitet hat.... ??. Ich finde die ganz alten Fälle interessant oder die in Kreuzberg, das war vermutlich vom Gefühl her wie in Rostock bei den Ausländerfeindlichen Progromen (oben im link).

BG
Andreas

frankk
20.12.2012, 23:23
Andi, dann lass es dabei bewenden.
Jürgen und ich haben mehr gesehen als Du sehen willst. Was soll es also?
Sven wollte vielleicht einfach mal darstellen, dass manche Forumskollegen o.a. andere Tagesabläufe haben als Otto- Normalverbraucher und das Leben eben nicht so einfach vor sich hin plätschert mit Bunker gucken usw. Ich glaube auch, dass er diese Disskussion nicht anzetteln wollte.
Sven, sag mal was dazu.

Sven K.
21.12.2012, 05:52
...Wie und was genau Sven interessiert mit seiner Themeneröffnung weiß ich nicht...


Mir ging es in erster Linie um die Informationen im Link, beim durchlesen kam dann die Frage. Danke an Frank und Jürgen für ihre Antworten.

Gruß Sven!