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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schabowskis Zettel / Doku aus 2009



Bunkerratte
02.11.2009, 08:35
heute abend, 21.00 Uhr, ARD

Link (http://daserste.ndr.de/reportageunddokumentation/schabowskiszettel104.html)

fulcrum
06.11.2009, 18:51
Der Film erzaehlt nur die offiziell gewuenschte Sichtweise. Fakten sind etwas anderes: W.Momper hat sich dazu kuerzlich geaeußert. Er wußte durch ein Treffen im Palasthotel bereits im Vorfeld von der Maueroeffnung, Schabowski`s angeblicher Versprecher rueckt damit in ein ganz anderes Licht, zumal kaum glaubwuerdig ist, daß ein Mann wie Schabowski absolut nichts von der Sperrklausel gewußt haben will.
Momper wußte bereits 14 Tage vorher, was auf West-Berlin zukommen wird. Senat, Polizei, Krankenhaeuser, Zivilschutz etc. waren in "Alarmbereitschaft" versetzt, West-Berlin gut vorbereitet.

Wer sich tiefer mit der Materie beschaeftig, wird noch ganz andere Vorzeichen in der BRD ( alt ) sowie WB finden, das "Märchen von Schabowski`s Zettel" kann man gut im Klo runterspuelen...

Zitat: "Der damals Regierende Bürgermeister von West-Berlin, Walter Momper (SPD), kommt nicht zu Wort. Momper wusste von Schabowski seit dem 25. Oktober von einer Grenzöffnung "vor Weihnachten". In West-Berlin liefen intensive Vorbereitungen. Am 9. November nahm Momper bei Springer die Druckfahnen einer Begrüßungs-Zeitung ab, die der Senat für den Tag der Grenzöffnung drucken lassen wollte. Auch Ricardo Ehrman, für seine Schabowski-Frage 2008 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, kommt nicht zu Wort. Dabei erklärte der 80-Jährige erst kürzlich, der Chef der damaligen DDR-Nachrichtenagentur ADN habe ihm den Tipp gegeben, nach der Reiseregelung zu fragen". Zitatende


Quelle: http://www.rp-online.de/politik/deutschland/Schabowskis-Zettel_aid_777771.html

Martin K.
07.11.2009, 08:18
Mmmhhhh.... W. Momper hat erst vorgestern folgendes bei einer Ausstellungseröffnung berichtet.

Bei den Gesprächen wurde gebeten das man dem westberliner Senat bei einer bevorstehenden Maueröffnung Bescheid gäbe um Polizei, Feuerwehr, ÖPNV usw. entsprechend darauf vorzubereiten. 2 Wochen wären gut, im schlimmsten Fall muss 1 Woche vorher genügen.
Als W. Momper dann am 9.11.1989 von der Maueröffnung erfuhr dachte er: "verdammt, es wurde ja gar nicht Bescheid geben".

Das eine Grenzöffnung bevor steht war also klar, einer genauer Tag also nicht.

Beste Grüße
Martin

fulcrum
07.11.2009, 09:26
Das sieht eher danach aus, als ob Momper seine Aussage jetzt revidiert, damit er der offiziellen Geschichtsschreibung nicht im Weg steht, sonst haette er sich vor Wochen schon genauso aeußern koennen / muessen.

fernaufklärer
08.11.2009, 12:58
Die Film- Doku scheint mir eh eine Gefälligkeits- Doku ganz im Sinne der aktuellen politischen Meinung zu sein; kritische Meinungen zur damaligen Situation kommen nicht zu Wort.

Desweiteren hatten Amis ja an der Westseite des Brandenburger Tores einen Gittermast zwecks Live- Übertragung aufgestellt. Rein zufällig ;)

Eben ein nettes Geschichtchen fürs Volk, findet FA

genesis263
08.11.2009, 14:29
Für mich als jüngeren Menschen der die Sache damals nochals FDJ ler miterlebte stellt sich die Frage wie es den nun wirklich zu dieser Übernahme kam. Gerüchteweise wurde mir schon zugetragen, das es 1987 verhandlungen zwishen der DDR Führung und der BRD gegeben haben soll.
War das wirklich möglich das die Bürger auf der Strasse mit den Demos das ereicht habe oder waren sie nur Statisten in einer geplanten inzenierung. Gibt es zu diesem Thema weiterführende Literatur bzw. andere Quellen?

Martin K.
08.11.2009, 15:11
Eure "Verschwörungstheorien" kann ich nicht teilen. Natürlich war allen klar das was passieren muss. Aber ein Tag, noch eine Uhrzeit noch ein geregelter Abaufplan war meiner Meinung nach nicht vorhanden.


Gibt es zu diesem Thema weiterführende Literatur bzw. andere Quellen?

Ja, Chronik des Mauerfalls
http://www.linksverlag.de/index.cfm?inhalt=detail&nav_id=1&titel_id=541

Beste Grüße
Martin

genesis263
08.11.2009, 16:20
gibt es zum thema mauerfall / vereinigung / evt schon vor 1989 tendenzen bzw verhandlungen zwischen ddr und brd bzw. welche rolle spielten geziehlte aktionen der geheimdienste (Ausgabe von Parolen auf den DEMO´s usw.) . War der CIA wirklich im Stasi HQ in der stunde null und organisierte sich geheimunterlagen als die leute drausen auf der Strasse demonstrierten?

fulcrum
08.11.2009, 19:56
Martin, dann erklaere doch mal logisch warum Momper zwei Versionen bringt? - und warum er jetzt "zurueckrudert"?

Zeigt eigentlich nur, daß Du nur die offiziellen Thesen zu dem Thema zu kennen scheinst.

Genesis, interessant ist auch, daß in der DDR ab 1986 keine Staatshaushaltbilanzen mehr gefuehrt wurden. Stellt sich u.a. die Frage: wie will man einen Staat weiterfuehren, wenn man keine Ahnung mehr hat, was in die Kasse kommt & was ausgegeben wird?! - und wielange kann das "gutgehen"?!

Martin K.
09.11.2009, 15:40
Ich gebe einfach mal den U4-Text des von mir angesprochenen Titels wieder:



Der Fall der Mauer war von den DDR-Funktionären weder beabsichtigt noch vorhergesehen worden. Aus unkoordinierten Einzelaktionen entwickelte sich unter dem Druck der Massen eine Situation, die ihre eigene Dynamik bekam und schließlich zu vollendeten Tatsachen führte. Den Verantwortlichen wurde erst am nächsten Tag bewußt, was eigentlich geschehen war. Sie versuchten nun, die Kontrolle über die Grenze zurückzugewinnen und trafen Vorbereitungen für eine militärische Aktion – doch dafür war es schon zu spät. Wer aber hatte jene ominöse »Reiseregelung« erarbeitet und warum wurde sie von Schabowski vorzeitig bekanntgegeben? Welche Rolle spielte die Staatssicherheit dabei? Was wußten die sowjetischen Militärs davon?
Hans-Hermann Hertle hat sechs Jahre lang daran gearbeitet, die genauen Umstände der Maueröffnung minutiös zu rekonstruieren. Er analysierte die entsprechenden Unterlagen in den Archiven, sichtete die Veröffentlichungen der Medien und befragte nahezu 100 Zeitzeugen, darunter die Entscheidungsträger jener historischen Nacht. Hertles Buch wurde zu einem Standardwerk und liegt nun in 11., erweiterter Auflage vor.

Link samt Leseproben / Volltextsuche:
http://www.christoph-links-verlag.de/direkt.cfm?titel_nr=541

Wenn es anders gelaufen wäre, meinst Du nicht das spätestens jetzt nach 20 Jahren die ersten Bücher, Reportagen, Zeitzeugenberichte was auch immer aufgetaucht wären alá: "Warum die Mauer wirklich fiel! Sensation: Bereits 198x erste Vorbereitungen zum Mauerfall usw..."? Die Menschen sind eitel und die Zeit läuft immer gegen sie. BTW: das Buch ist übrigends auf Grundlage einer Dissertation entstanden.

Beste Grüße
Martin

Martin K.
09.11.2009, 15:47
Die Dokumentation wirde heute Abend 23:00Uhr wiederholt ausgestrahlt oder man schaut es sich einfach in der ARD Mediathek an:

http://mediathek.daserste.de/daserste/servlet/content/3300510?pageId=&moduleId=799280&categoryId=&goto=1&show

Laufzeit: ca. 75min.

Beste Grüße
Martin

Klondike
09.11.2009, 18:12
mir ist bei dem Beitrag nur aufgefallen dass immer nur von dem einen Grenzübergang berichtet wurde... gab´s die langen Schlangen nicht auch an den anderen Übergängen?? und wann waren die offen? und hat dort auch der Wachhabende entschieden??(wie in dem Beitrag dargestellt)
Kommt mir komisch vor...
PS: hab den Abend verpennt...(vor 20 Jahren)
Grüße

Bonner
11.11.2009, 16:21
Hallo,

unter http://www.ddr-wissen.de/wiki/ddr.pl?Mauerfall-Zeitleiste gab es vor Jahren den Versuch, den Ablauf des Abends tabellarisch darzustellen. Demnach dauerte es 45 Min. nach der Flutung an der Bornholmer Brücke bis auch anderswo aufgemacht wurde.

Herrn Jäger und seiner Flutung wurde (nicht erst in dieser Doku) soviel Zeit eingeräumt weil er die Premiere abgeliefert hat. Und wahrscheinlich, weil er offen in die Kamera sagte "ich bin froh dass es die DDR nicht mehr gibt".

Übrigens wurde in einer reißerischen ZDF-Doku vor ein paar Wochen (ungef. Titel "Wie die Mauer wirklich fiel") ein Offizier der GÜST Woltersdorfer Chaussee interviewt, der nach eigener Aussage um 19:30 seine Leute entwaffnen ließ und die Grenze öffnete...

Gruß,
Bonner

Joes
13.11.2009, 20:34
Im Spiegel wurde vorige Woche ein ganz netter Artikel über das Thema geschrieben. Ich finde diese Darstellung sehr realistisch. Sollte diese Darstellung stimmen, ist das Thema "Verschwörung" totaler Quatsch.
Einzig das Chaos innerhalb der damaligen Regierung führte zu diesen Ereignissen. Auch wird das Verhalten Moskaus mit beleuchtet.
Ich halte jedenfalls diese Darstellung für glaubwürdig.

fulcrum
13.11.2009, 20:45
ist das Thema "Verschwörung" totaler Quatsch.

Von Verschwoerung hat keiner gesprochen, außer die, die nicht ueber den offiziell gewuenschten Informationsrahmen hinaus sehen wollen / koennen...die Presse transportiert ja Gott sei Dank nichts als die reine Wahrheit...oder doch eher Opium fuers Volk?!?!

Das Verlangen nach moeglichst vorurteilsloser Pruefung aller Zusammenhaenge ist ein Menschenrecht erster Klasse...denkt zumindest Fulcrum.

Joes
13.11.2009, 21:12
Von Verschwoerung hat keiner gesprochen

Richtig, aber diese Stimmen wurden teilweise laut.
Auch darüber wurde mit geschrieben.
Das Problem war doch eigentlich Schabowskis Mappe. Er hattte eben Seite 2 nicht gelesen. In der TV- Doku sieht man sehr schön, wie ein Helfer ihm die Mappe zeigt, nachdem Er in seinen Unterlagen vergeblich gesucht hatte.
Fazit-vorher lesen was in seinen Unterlagen steht!
Gruß

Bonner
14.11.2009, 11:48
Aber was hätte es gebracht, wenn er sie vorher gelesen hätte? Es fehlte ihm die alles entscheidende Pressemitteilung, in der die Sperrfist (nächster Tag 4:00 Uhr morgens) stand.

Schabowski hat die Regelungen komplett vorgelesen. Sie wurden erstellt, um die Fluchtwelle durch die CSSR zu stoppen. Insofern handeln sie zu 90% von der ständigen Ausreise, nur in einem Unterpunkt wird von Privatreisen gesprochen. Die Grenzübergangsstellen zu Berlin (West) wurden nur in dem Zusammenhang der "ständigen Ausreise" erwähnt! Ganz abgesehen davon galt für jede Reise Antrag + Pass = Visum.

Schabowski hat also eigentlich gar keinen Fehler begangen. In einem unmittelbar nach der Pressekonferenz mit dem US-Sender NBC geführten Interview bestätigt er den Ansatzpubkt der Regelungen nochmals wörtlich: "It is no question of tourism. It is a permission of leaving GDR."

Erst die Kombination aus der ersten Agenturmeldung "DDR öffnet Grenzen" und der Verkürzung von Schabowskis Aussagen auf "das gilt sofort, unverzüglich" löste dann die Lawine aus. Und wie dies verstärkt oder wissentlich gesteuert wurde sieht man eindrucksvoll bei den ARD-"Tagesthemen", wo Hanns J. Friedrichs sagte "die Tore in der Mauer stehen weit offen" - was absolut falsch war, wie die anschließende Liveschaltung nach Berlin bestätigte. Aber nach diesem Satz dürften nochmals Tausende Menschen zu Hause aufgesprungen und in Richtung Grenze gezogen sein.

Gruß,
Bonner

Joes
14.11.2009, 18:45
Aber was hätte es gebracht, wenn er sie vorher gelesen hätte? Es fehlte ihm die alles entscheidende Pressemitteilung, in der die Sperrfist (nächster Tag 4:00 Uhr morgens) stand.

Da Schabowski schlecht vorbereitet war, hat er eben nicht gewußt, dass es eine Seite 2 gab. Dort stand, ab wann diese Regelung inkraft tritt. Nachweislich hatte diese Gesetzesvorlage 2 Seiten. Er hat jedenfalls nur die erste Seite vorgelesen.
Immerhin hatte Er an den Beratungen dazu nicht teilgenommen. Somit war Er einfach schlecht unterrichtet. In diesen Tagen war innerhalb der Regierung sowieso das Chaos ausgebrochen.
Einige Tage zuvor war von Seiten der DDR-Regierung mit der BRD das Thema der Grenzöffnung besrochen wurden. Dabei wurde die Forderung nach Geldzahlungen gestellt. Es soll über Summen in Höhe von 100 Mil. pro Grenzübergang gesprochen wurden sein. Somit besiegelte Schabowskis Zettel das Ende der DDR.

Gruß

Klondike
15.11.2009, 19:03
@Joes
Warum hätten man dafür 100 Mille bezahlen sollen?

Grüße

Bonner
15.11.2009, 20:10
Warum hätten man dafür 100 Mille bezahlen sollen?

Wenn man sich Transitstrecken, Häftlinge usw. bezahlen ließ, warum dann nicht auch die Grenzöffnung? ;-) Es gab wohl solche Überlegungen von DDR-Seite, in meiner Erinnerung aber erst nach dem Mauerfall von Krenz in einem Telefongespräch mit Kohl geäußert, so nach dem Motto "wir haben ja nun eine wesentliche Forderung der BRep. erfüllt, da könnte die sich ja erkenntlich zeigen". Und dass man Geld brauchte, zeigte sich wenige Wochen später bei Modrows Besuch in Bonn, wo es um einen 15 Mrd. DM Kredit ging.

Korrektur/Zusatz zu Beitrag #17:
Schabowski hat doch die Pressemitteilung gehabt, denn er liest auf eine Nachfrage vor: "Wie die Presseabteilung des Ministeriums ... hat der Ministerrat beschlossen". Und das ist der Wortlaut der Pressemitteilung, siehe letzte Seite des Gesamtdokuments:
http://www.chronik-der-mauer.de/index.php/de/Common/Document/field/file/id/54239
Wie man sieht, stand in der zweiten Seite der Beschlussvorlage als einzige Sperrfrist 10. November (die von mir erwähnte Uhrzeit 4:00 Uhr morgens hat Krenz mal in einem Interview angeführt).

Insofern hatte Schabowski offenbar nur die Pressemitteilung zur Hand und musste mit Blick in selbige zu dem Schluss kommen, dass dies beschlossen und in Kraft ist. Ersteres stimmt, letzteres bekanntlich nicht. Abgesehen davon wurde es von den (west-)nachrichtensehenden Ostberlinern ohnehin missverstanden - und das war auch gut so ;-)

Gruß,
Bonner

fulcrum
15.11.2009, 21:06
in meiner Erinnerung aber erst nach dem Mauerfall von Krenz in einem Telefongespräch mit Kohl geäußert, so nach dem Motto "wir haben ja nun eine wesentliche Forderung der BRep. erfüllt, da könnte die sich ja erkenntlich zeigen".

Na das macht ja richtig Sinn :mrgreen:! - analog Im Autohaus: wir schenken Ihnen ein Auto - ich: Hurra! Toll! - 2 Tage spaeter: April April - das Auto kostet Sie jetzt...der olle dicke Kohl war doch nicht daemlich...

Joes
16.11.2009, 05:15
Am 8. soll es zwischen Rau und Krenz Gespräche über Zahlungen der BRD an die DDR gegeben haben.
Zitat Spiegel:
"Seit dem Sturz Honeckers und folgenden Kassensturz ist dem Politbüro klar,dass die DDR kurz vor dem Bankrott steht. Seit der Leiter der staatlichen Plankommission Gerhard Schürer... den Schuldenstand der DDR offeriert haben, ist das Politbüro auf der Suche nach 3Mrd. Valutamark über die bisherigen Kreditlinien hinaus, und zwar sofort, wie es im entsprechenden Beschluss heißt.
Durch verbesserte Zusammenarbeit zwischen BRD und DDR könnte noch in diesem Jahrhundert Bedingungen geschaffen werden, die heute existierende Form der Grenze überflüssig zu machen."

xyz27
20.11.2009, 21:39
Ich lese da grade so'n Buch über die Pleite der DDR, geschrieben vom Stellvertreter der Staatlichen Plankommission. Da ließt sich das so das die DDR bis zum Schluß in der Lage war Ihre Auslandsschulden sehr wohl zu bezahlen. Mal abgesehen davon soll die Staatsverschuldung ggüber den NSW nur im 2stelligen Mrd. gelegen haben und die Verschuldung ggüber der Soz. Gemeinschaft gar unter 1 Mrd. (ich schau nochmal genauer nach wenn gewünscht). Auch wird erwähnt das die Treuhand es geschafft hat aus einen Mill. Plus im Staatshaushalt der DDR, nach der Einheit ein Mrd. minus zu machen. Klar ist nur das wenn man einem Staat keine Kredite mehr gewährt um die Einheit zu fördern, dieser natürlich in die Knie geht. Interessant sind auch ander Details, z.B. das die pro Kopfverschuldung zum Tage der Währungsunion im Westen 10x höher war als die in der DDR. Es gibt da viele Bsp. wo man sich beim lesen fragt, wer war hier eigentlich Pleite? D

fulcrum
21.11.2009, 11:56
Hallo Boulder,

gutes Buch, man erhaelt einen sehr guten Einblick in die tatsaechliche wirtschaftliche Lage der DDR. Sehr gut auch, daß Fehler & Ursachen einiger Entwicklungen dargestellt werden, also nichts beschoenigt wird sondern anhand von Fakten ( u.a. letztmalig erhoben durch die Bundesbank im Jahr 2000 ) die Situation aufgezeigt wird - Pleite war die DDR sicher nicht, bei den Daten der BRD sieht das ganz anders aus.
Aber man muß verstehen, wie internationale Bankpolitik funktioniert...dann erklaert sich auch schnell, warum die DDR keine Chance hatte, ihren neuen Weg zu gehen...und das wird in dem Buch ganz anschaulich erklaert.


Gruß F.

Link zum Buch: http://www.amazon.de/Was-war-die-wert-Abschlu%C3%9Fbilanz/dp/3360009401/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1258804080&sr=8-1

fernaufklärer
21.11.2009, 13:26
"Raubzug Ost" (Klaus Huhn) sowie "DDR- Legenden" und "Die DDR unterm Lügenberg" von Ralph Hartmann sind denjenigen Lesern zu empfehlen, die eher an Fakten anstelle von Gefälligkeitseinschätzungen und politischen Vorurteilen interessiert sind.
Einerseits, die DDR- Wirtschaft war nicht zu beschönigen; und wer mit offenen Augen durch die Welt geht weiß auch, daß die Gründe allerdings nicht nur im soz. Wirtschaftssystem zu suchen sind / waren.

Anderseits haben Ganoven und Halunken in der adhoc geschaffenen Bundesbehörde THA die gesamten DDR- Wirtschafts- Ressourcen zerschlagen und verhökert und Neufünfland somit zu einem Entwicklungsland im Herzen Europas downgegradet, um die Einfluss- Strukturen der Westindustrie zu erhalten siehe Bischofferode- Kali (einer der welteweiten DDR- Exportschlager). Heute treibt die THA- Nachfolge- Seilschaft BvvG weiterhin ihr Unwesen und versilbert Wald- und Seegflurstücke, was die damalige Bundesregierung mit dem späteren Rechtsbrecher Krause bereits im Wiedervereinigungsvertrag ausgeheckt hatten.

Wie Edgar Most (damals Ost- Chef der Deutschen Peanuts- Bank) und weitere berufene Zungen den damaligen Abbau Ost einschätzen, läßt sich in den o.a. Publikationen erlesen. Die ZItate der Bosse machen wütend, und wenn ich diese jetzt nicht wiedergebe, dann nur weil das das Netz voller Berufsdenuzianten steckt, die nur auf deartige copyright- Abmahn- Leckerlis warten. Lest ggf. selbst.

Bezeichnend für das THA- handling war die Haftungsfreistellung der Bundesregierung, der die THA- Agenten im Falle auch grober Fahrlässigkeiten beim VEB- Exekutieren vor Strafverfolgung schützte. Mitverantwortlich für diesen Persilschein sei der damalige Staatssekretär Horst Köhler gewesen.

20 Jahre Freiheit, Hurra!

meint FA

http://www.tf-home.de/20-Jahre-Freiheit.pdf

fulcrum
21.11.2009, 18:16
FA, danke fuer den Link - Du sprichst mir aus dem Herzen!


Beste Grueße aus MV v Fulcrum

Torsten.OSL
22.11.2009, 14:46
Die "Geheime Kommandosache" von Schalck, Beil, Schürer, König und Polze zur West-Verschuldung der DDR, 28.09. 1989

Anm.:
Unter Sockel ist hier der Sockelbetrag der Verschuldung zu verstehen, also der beim Schuldenmanagement bzw. bei der Frage eventueller Tilgungen schon als fest stehend betrachtete Betrag, welcher natürlich trotzdem - laufend steigende - Zinsen verursachte.

Geheime Kommandosache

b5-1111/89

Berlin, 28.September 1989


Entsprechend dem erteilten Auftrag haben die Genossen Schürer, Beil, Schalck, König und Polze darüber beraten, bis zu welcher Höhe die Entwicklung des "Sockels" im Zeitraum bis 1995 als finanziell beherrschbar angesehen werden kann. Im Ergebnis dieser Beratung kommen sie zu folgender übereinstimmenden Einschätzung:

1. Die gegenwärtige Zahlungssituation der DDR im Handel mit dem NSW ist dadurch gekennzeichnet, daß wir zur Einhaltung unserer Zahlungsverpflichtungen aus Krediten und Zinsen sowie zur Durchführung jährlicher Importe bereits jetzt weitestgehend von kapitalistischen Kreditgebern abhängig sind.

Die jährliche Kreditaufnahme der DDR liegt bei 8-10 Mrd. VM. Das ist für ein Land wie die DDR eine außerordentlich hohe Summe, die bei ca. 400 Banken jeweils mobilisiert werden muß.

Kapitalistische Banken haben für ihre Kreditausreichung gegenüber sozialistischen Ländern - ebenso wie gegenüber Entwicklungsländern - Länderlimite festgelegt.

Auf Grund der bereits jetzt hohen Kreditaufnahmen sind die Banken nicht bereit, diese Limite für die DDR wesentlich zu erhöhen.

Die weitere Beschaffung von Krediten in den Jahren bis 1995 ist maßgeblich abhängig von

der Wirkung politischer Faktoren auf die Kreditvergabebereitschaft kapitalistischer Banken und der Haltung der Regierungen solcher Länder wie Japan und der BRD, die zu den wichtigsten Kreditgebern der DDR gehören;

der wirtschaftlichen Entwicklung der DDR, insbesondere der Außenhandelsentwicklung, der Kostenentwicklung, der Akkumulationskraft, der Geldstabilität, der Arbeitskräfteentwicklung usw.;

der Beibehaltung relativ hoher Anlagen bei ausländischen Banken, die als Guthaben der DDR in Erscheinung treten, auch wenn es sich um Depositen und bereits mobilisierte, noch nicht eingesetzte Kredite handelt.
Bei Wahrung der Geheimhaltung über den tatsächlichen Charakter dieser "Guthaben" tragen sie ganz wesentlich zum Ansehen der DDR als solider und zuverlässiger Kreditnehmer bei.

Unter Berücksichtigung aller dargestellten und zum Teil durch uns nicht beeinflußbaren Faktoren ist die Bestimmung jährlich finanzierbarer Kredite bis 1995 nicht mit absoluter Sicherheit und Garantie möglich.

Unter der Voraussetzung, die jährliche Kreditaufnahme von 8-10 Mrd. VM in den Jahren bis 1991 fortzusetzen - das wird aus gegenwärtiger Sicht von uns für möglich gehalten - wird eingeschätzt, daß der zu finanzierende Ausgabeüberschuß 1995 maximal 40-45 Mrd. VM betragen kann, was mit außerordentlich hohen Belastungen an Kosten und Zinsen verbunden ist.

Dabei ist jedoch unterstellt, daß alle vereinbarten und noch nicht voll in Anspruch genommenen Kredite eingesetzt, wodurch die im Ausland gegenwärtig unterhaltenen Guthaben reduziert werden.



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2. Ausgehend von diesen maximalen Finanzierungsmöglichkeiten und unter Berücksichtigung des 1989 voraussichtlich eintretenden Importüberschusses von 0,2 Mrd. VM reichen die dem bisherigen Konzept zugrunde gelegten Exporte nicht aus.

Die zur Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit der DDR unabdingbar notwendigen Exporte bis 1995 betragen:

Mrd. VM

1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995
Exporte: 12,2 14,1 17,0 19,5 22,0 23,0 24,0


Dabei wird ab 1991 von einem im wesentlichen gleichbleibenden Import von 12,5-12,8 Mrd. VM ausgegangen.

Trotz dieser hohen Exportüberschüsse entwicklen sich der "Sockel" und die Ausgabeüberschüsse wie folgt:

1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995
Ausgabeüberschuß
(Zwischenfinanzierung): 20,7 27,0 34,9 39,8 42,9 44,7 45,2
Sockel: -41,8 -47,6 -54,7 -56,6 -56,2 -55,1 -52,6


Das ist darauf zurückzuführen, daß aufgrund des hohen Standes der Verschuldung die Kosten und Zinsen für die Kredite die geplanten hohen Exportüberschüsse noch übersteigen und wie folgt anwachsen:

Kosten und Zinsen:

5,6 7,0 8,2 7,8 8,4 8,6 8,7


Es muß ausdrücklich hervorgehoben werden, daß die geforderten Exporte unter allen Umständen materiell zu untersetzen und zu realisieren sind. Jede Nichtbereitstellung der jährlich geplanten Exporte muß unmittelbar Importkürzungen in gleicher Höhe zur Folge haben. Bei dem jetzt erreichten Niveau unserer Verschuldung würde eine Unterschreitung der geforderten Exportziele unweigerlich die Zahlungsunfähigkeit bedeuten.



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3. Für die weitere Arbeit am Plan 1990 und an der Konzeption für 1991-1995 bedeutet diese Forderung, daß prinzipielle Entscheidungen zur materiellen Untersetzung der tatsächlichen Bereitstellung verkaufsfähiger Exportfonds getroffen werden müssen. Nach dem gegenwärtigen Stand der Planberatungen mit den Ministern fehlen allein gegenüber den STAG 1990 noch Exportfonds von:

1,2 Mrd. VM

und es werden mehr Importe von:

1,3 Mrd. VM gefordert.

Das bedeutet, daß für ca. 12 Mrd. M volkswirtschaftliches Endprodukt zugunsten des NSW-Exports bzw. zu Lasten des Imports in den Bilanzen entschieden werden muß.

Auch der gegenwärtige Arbeitsstand der Staatlichen Plankommission mit einem Exportüberschuß von 0,5 Mrd. VM erfüllt noch nicht die für die Sicherung der Zahlungsfähigkeit gestellten Bedingungen.

Es muß davon ausgegangen werden, daß die Beratungen mit allen Ministern mit hoher Parteilichkeit und Disziplin sowie mit großem Engagement durchgeführt wurden. Weitere Beratungen mit den Ministern - ohne vorher getroffene Entscheidungen zur Veränderung der Verteilungsproportionen zugunsten von NSW-Exporten - werden das Problem nicht lösen.



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4. Die Nichtbereitstellung der geforderten NSW-Exporte würde zur Zahlungsunfähigkeit führen.

Die bedingungslose Sicherung der Zahlungsfähigkeit der Republik ist die entscheidende Voraussetzung für die politische Stabilität der DDR und die weitere wirtschaftliche Entwicklung.

Eine Nichteinhaltung eingegangener Rückzahlungsverpflichtungen aus Krediten oder eine nicht termingemäße Bezahlung von Zinsen würde zur Einstellung der gesamten Kreditgewährung kapitalistischer Banken führen. Damit würden auch keine Kredite mehr für den Import der DDR zur Verfügung stehen.

Das beweist das Beispiel von Polen. Die VR Polen hat nachweislich seit Einstellung der Zahlungen 1981 keine neuen Kredite von kapitalistischen Banken mehr erhalten. Importe können nur durchgeführt werden, wenn sie aus Exporteinnahmen oder Devisenreserven bar bezahlt werden können.

Umschuldungsabkommen, wie sie früher üblich waren, gibt es nicht mehr. Seit Jahren werden Umschuldungsabkommen durch kapitalistische Banken nur noch unter Mitwirkung des IWF abgeschlossen.

Voraussetzung für eine mögliche Umschuldung ist die Einhaltung von Auflagen, die der IWF erteilt.

Diese Auflagen basieren auf Untersuchungen des IWF in den betreffenden Ländern zu Fragen der Kostenentwicklung, der Betriebsrentabilität, der Investtätigkeit, der Geldstabilität u.ä. und beziehen sich zum Beispiel auf

den Verzicht des Staates, in die Wirtschaft einzugreifen (Beispiel Polen);
die Einschränkung von Subventionen mit dem Ziel, sie abzuschaffen (Polen, Jugoslawien, Ungarn);
die Freigabe von Importen aus westlichen Ländern, das heißt den Verzicht des Staates, die Importpolitik zu bestimmen.
Der Frage der Sicherung der Zahlungsfähigkeit der Republik ist deshalb unter politischem und ökonomischem Aspekt oberste Priorität einzuräumen.



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5. Davon ausgehend werden folgende Prämissen für die weiteren Arbeiten am Plan 1991-1995 als unerläßlich angesehen:

a) Eine entscheidende materielle Basis unserer Produktion und damit auch der Produktion von NSW-Exportwaren sind die Rohstofflieferungen aus der UdSSR.

Die Sicherung dieser Importe setzt die konsequente Fortsetzung stabiler Außenwirtschaftbeziehungen mit der UdSSR und die Bereitstellung der zur Bezahlung der Importe erforderlichen Exporte in der notwendigen Höhe und Struktur voraus.

b) Das Erreichen der zur Sicherung der Zahlungsfähigkeit der DDR notwendigen Exporte in das NSW erfordert ein wesentlich höheres Aufkommen an absatzfähiger Exportware, wozu die erforderlichen Voraussetzungen geschaffen werden müssen. In keinem Jahr darf ein Exportplan bestätigt werden, der nicht vollständig materiell untersetzt ist. Steigerungen im NSW-Export von jährlich über 2 bis 3 Mrd. VM können nicht mit unspezifizierten Exportfonds realisiert werden und erfordern eine langfristige Bereitstellung konkreter absatzfähiger Waren.

c) Zur Bereitstellung von Exportfonds in solchen Größenordnungen sind prinzipielle wirtschaftspolitische Entscheidungen zu treffen hinsichtlich

einer konsequenten Veränderung der Grundproportionen zwischen Akkumulation und Konsumtion zur Stärkung der Akkumulation in den produktiven Bereichen als Voraussetzung für stabile und hohe Leistungsentwicklung
einer Reduzierung der gesellschaftlichen Konsumtion und falls das nicht ausreicht - auch der individuellen Konsumtion bei Beibehaltung einer sicheren Festlegung entsprechender Preise
der Entwicklung der Exportstruktur in der Industrie, der Umverteilung des gesellschaftlichen Arbeitsvermögens zu Gunsten der Industrie und innerhalb der Industrie auf exportentscheidende Zweige.
Dabei wird eingeschätzt, daß zur Sicherung der notwendigen Einlaufkurve 1991 diese Umverteilungsprozesse noch 1989/90 in Angriff genommen werden müssen.

gez.
Gerhard Schürer
Alexander Schalck
Werner Polze
Gerhard Beil
Herta König

Quelle: http://www.ddr-wissen.de/wiki/ddr.pl?Pleite

Frank K.
22.11.2009, 16:44
FA, du hast da einen ganz tollen Text verlinkt. Möchte gern wissen, wie lange Thomas F. daran herumgefeilt hat, so was schreibt man nicht so hintereinander weg - Grüße Frank

fernaufklärer
22.11.2009, 21:14
oh, Danke für dei Blumen ;)

Frank, das ist mein Beitrag zu 20 Jahren Freiheit - aus Sicht eines Ottonormalossis, der in der verfluchten DDR die Zeche nicht geprellt hat.
Entstanden an einigen Abenden in diversen Dienstreise- Hotels, während Anderswer sich an der Bar hübsch macht oder die Weltprobleme im geistvollen Gespräch mit dem Barkeeper zu lösen suchen.
Wie auch immer.
Erlebte Alltagsfakten lassen die Worte fast automatisch in die Läppi- Tasten klimpern.
Das Jubiläumsgetöne in RosamundePilcher- Art tat das Übrige an Motivation dazu

vg, FA

Weiteres:
http://www.tf-home.de/page37.html

sorry Admins, n bissi OT....

Frank K.
19.04.2015, 11:59
Schabowskis Zettel „kaltblütig“ verkauft


Der Zettel, den Günter Schabowski bei der berühmten Pressekonferenz in den Händen hielt, die DDR-Bürgern die Ausreise ermöglichte, ist verkauft worden. Allerdings soll der Verkäufer ihn nur geliehen haben – und niemals zurückgegeben.

Quelle & weiter
» faz.net/schabowskis-zettel-zur-reisefreiheit-verkauft (http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/schabowskis-zettel-zur-reisefreiheit-verkauft-13544313.html)

Gut informierte Kreise wollen nun wissen, daß die Familie S. gegen den Diebstahl Rechtsmittel einlegt. Interessant im Zusammenhang auch der Käufer.

Grüße Frank

martin2
20.04.2015, 18:55
Da sind noch einige andere Dinge interessant, da werden gern mehrere Dinge verwechselt.

Zu den Fakten:
Es existieren zwei ganz verschiedene "Zettel". Beide sind bekannt, von beiden gibt es Kopien.

1) Die Pressemitteilung des ZK zur Ausreisereglung, mehrere Seiten:
Herr Schabowski hatte ein Exemplar in der Pressekonferenz, dieses las er vor. Als Herr Schaboswki in seinen Unterlagen kramte, half ihm Herr Meyer (Regierungssprecher) und wies auf diesen "Zettel". Herr Meyer hat ihm den "Zettel" aber nicht zugeschoben, das Exemplar war in Schabowskis Unterlagen (Nachweis über Originalmitschnitt PK). Dieses Exemplar hatte keinen Sperrfristvermerk (Nachweis über Original). Das Original befindet sich heute IMHO im DHM Berlin. Abbildungen im Web existieren.

2) Sprechzettel Schabowski:
Herr Schabowski hatte sich vor der Pressekonferenz handschriftliche Notizen gemacht. Es existiert davon mindestens eine Kopie sowie IMHO ein Kopieausriss in einem Buch (ich habe nicht momentan in welchem). Die Existenz des Sprechzettels ist nicht neu.

Soweit zu den Fakten, nun zur juristischen Sache:
Diebstahl verjährt. Die Sache ist vermutlich verjährt, der Dieb kommt straffrei davon. - Man kann kein Eigentum an Diebesgut erwerben: Das Diebesgut muss an den Eigentümer zurück.

Wer aber ist der rechtmäßige Eigentümer? Ist das Herr Schabowski? Oder hat er in seiner Funktion als Politbüromitglied diese Aufzeichnungen angefertigt - und der Sprechzettel gehört der SED? Da spricht einiges dafür. Dann wäre der heutige Eigentümer das SAPMO-Archiv als Sonderarchiv des BArch, also die Bundesrepublik Deutschland.

Meine persönliche Meinung:
Natürlich gehört der Sprechzettel des Herrn Schabowski in die Hände der Bundesrepublik - und gehört ausgestellt: Das ist nationales, vermutlich sogar internationales Kultur/Archivgut, ohne Frage wurde mit dem Ereignis deutsche und europäische Geschichte geschrieben. Und ich erwarte, dass die Republik sich um ihre Geschichte kümmert. Insoweit ist das ausgegebene Geld auch ok aus meiner Sicht. Ob der Sprechzettel nun unbedingt ins Haus der Geschichte Bonn muss - naja, dazu habe ich eine andere Meinung.

P.S: Hierzu auch: http://www.ddr-wissen.de/wiki/ddr.pl?Mauerfall_-_Mythen_-_Legenden_-_offene_Fragen