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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Standorte der A4 (V2)



Martin K.
07.07.2009, 08:20
In diesem Beitrag sollen die Orte die im Zusammenhang mit der Entwicklung, Produktion und dem Einsatz der A4 (V2) stehen zusammengetragen werden. Auch können wichtige Zulieferbetriebe erwähnt werden.

Entwicklung / Tests:
- Peenemünde
- Kummersdorf-West, Versuchsstelle Gottow
- Tüp Heidekraut
- Tüp Heidelager

Produktion:
- Nordhausen, KZ Mittelbau-Dora
- Bleicherode
- Triebwerksprüfstand in Lehesten (Vorwerk Mitte)
- Triebwerksprüfstand in Redl-Zipf (Österreich)
- Triebwerksprüfstand in Raderach / Friedrichshafen
- Friedrichshafen, Zeppelinwerke
- Wiener Neustadt, RAX-Werke
- Ebensee, Anlage Zement & B1

Einsatz:
- Bunker La Coupole / Wizernes
- Bunker Eperlecques
- Richtstrahlbunker Roquetoire

Zulieferbetriebe:
- Triebwerke: Linke-Hofmann-Busch Werke AG Breslau

Die Liste wird je nach Beteiligung nach und nach vervollständigt.

Beste Grüße
Martin

Tester U3L
07.07.2009, 19:49
Zulieferbetriebe:

- Triebwerke: Linke-Hofmann-Busch Werke AG Breslau

Heute ALSTOM-LHB GmbH Salzgitter. Im Werksmuseum in Salzgitter steht ein entsprechendes Triebwerk.

Gruß
Tester

Torsten.OSL
08.07.2009, 17:51
Im Lager Rebstock bei Dernau an der Ahr wurden in ehemaligen Eisenbahntunneln Bodenanlagen und Fahrzeuge für die Rakete produziert. Weitere Beispiele sind die Firmen Gustav Schmale in Lüdenscheid, wo Teile der Brennkammer gefertigt wurden und die Accumulatoren Fabrik AG (AFA) in Hagen, wo die speziellen Akkumulatoren gefertigt wurden. Anfang 1944 wurde im KZ-Nebenlager Redl-Zipf der Betrieb eines Triebwerksprüfstands aufgenommen. In Kummersdorf wurde meines wissens nach nie ein A4 gestartet. In Kummersdorf fanden Triebwerksprüfungen und Starts des A2 und A3 statt.

Ein empfehlenswertes Buch zu diesem Thema:
Walter Dornberger: Peenemünde. Die Geschichte der V-Waffen. Ullstein Verlag, Frankfurt/Main, ISBN 3-548-33119-X

teddie
08.07.2009, 19:25
Erprobungsstelle Gottow

Skynet
08.07.2009, 20:05
In Kummersdorf fanden Triebwerksprüfungen und Starts des A2 und A3 statt

Ist das mit den Starts sicher? Dachte bisher immer, ausser Brennversuchen (A1 explodierte wohl dabei) sei dort nicht viel mehr gelaufen? 2 Stück A2 wurden meines Wissens nach auf Borkum gestartet.

Torsten.OSL
09.07.2009, 07:22
Ist das mit den Starts sicher? Dachte bisher immer, ausser Brennversuchen (A1 explodierte wohl dabei) sei dort nicht viel mehr gelaufen? 2 Stück A2 wurden meines Wissens nach auf Borkum gestartet.

Da kannst Du Recht haben. Habe nochmal nachgelesen, und Dornberger bestätigt in seinem Buch was Du schreibst.
Gruß Torsten

Skynet
09.07.2009, 07:34
Triebwerke, siehe:

http://www.aggregat-2.de/kummersdorf.html

Zitat:


Im Ergebnis aufwändiger Recherchen konnte der Autor im Jahr 2001 die vollständige Kopie einer der von Schumann betreuten Geheimarbeiten zur Raketenthematik auffinden. Es handelt sich um die Arbeit von Dr. phil. Heinz-Otto Glimm, geboren am 4.01.1911, zuletzt bei WaF Leiter des Referates I c „Ballistik, Raketen, Leichtgeschütz, Düsengeschütz, Weitreichengeschoß“. Glimm machte 1929 sein Abitur in Cottbus und nahm danach an der Universität Berlin das Studium der Physik, später zusätzlich der Mathematik auf. Ab 1932 begann er am II. Physikalischen Institut der Universität Berlin an seiner Dissertation zu arbeiten. Schumann hatte ihn als Thema vorgegeben: „Über die Rückstoßkraft von Gasstrahlen, die durch explosive Verbrennung moderner kolloidaler Pulver in einer Bombe mit Ausströmöffnung erzeugt werden“. Die notwendigen Experimente erfolgten in Kummersdorf, in der Versuchsstelle Gottow, einer eigenständigen Forschungseinrichtung von WaF.

Martin K.
10.07.2009, 21:21
Ist das mit den Starts sicher? Dachte bisher immer, ausser Brennversuchen (A1 explodierte wohl dabei) sei dort nicht viel mehr gelaufen? 2 Stück A2 wurden meines Wissens nach auf Borkum gestartet.

Borkum: korrekt. Siehe http://forum.hidden-places.de/showthread.php?t=5893

Beste Grüße
Martin

Sven K.
23.07.2009, 19:18
Hier ist ein Hinweis und Bilder von Prüfständen in Raderach/ Österreich. Sie wurden nur sehr kurz benutzt.

http://www.v2werk-oberraderach.de/Pruefstaende_2_1.html

Gruß Sven!

Martin K.
23.07.2009, 19:29
Hier ist ein Hinweis und Bilder von Prüfständen in Raderach/ Österreich. Sie wurden nur sehr kurz benutzt.

http://www.v2werk-oberraderach.de/Pruefstaende_2_1.html

Gruß Sven!

Vor Ort ist nur noch wenig zu entdecken. Die Abnahme und Prüfstelle wurde nahezu komplett rückgebaut. Anbei einige Fotos vom Zustand von vor wenigen Wochen.

Bild 1 - Betonweg
Bild 2 - Lüftungsrohr Luftschutzstollen
Bild 3+4 - Barackenfundamente
Bild 5 - Kreisstrasse in der Nähe des Areals
Bild 6+7 - Reste Umspannwerk
Bild 8+10 - Mülldeponie
Bild 9 - Reste vom großen Püfstand

Beste Grüße
Martin

trabi
25.07.2009, 13:13
Ich kenne den damaligen Kommandanten der Anlage in Raderach, er ist inzwischen zarte 93 Jahre alt. Wir haben schon viele interessante Gespräche geführt. :-)
Auch die Peenemünder Anlagen und Beschäftigten kennt er noch da er dort am Gerät ausgebildet wurde.

trabi
25.07.2009, 13:18
Hier ist ein Hinweis und Bilder von Prüfständen in Raderach/ Österreich. Sie wurden nur sehr kurz benutzt.

Raderach liegt aber nicht in Österreich sondern in der Nähe des deutschen Bodenseeufers bei Friedrichshafen. ;-)

Sven K.
22.08.2009, 01:20
Habe noch einen Hinweis auf ein Heimatlager Slate bei Parchim gefunden.

http://home.snafu.de/veith/Texte/slate.htm

Gruß Sven!

rak64
22.08.2009, 15:32
Damit das Rad nicht nochmal erfunden wird, hier die Links zu Geheimprojekte.at und unterirdisch.de
http://www.geheimprojekte.at/t_isabella.html
http://www.unterirdisch-forum.de/forum/showthread.php?t=4077

rak64
24.08.2009, 21:00
Walter Dornberger gibt in seinem Buch über Peenemünde verschiedene Hinweise.
Der eine ist die großen Bunker waren von Ihm nicht gewollt, da zu teuer und zu auffällig. Er wollte Verschuss aus mobilen Startstellungen. Dabei erwähnt er das Probleme durch quellende Dichtungen auftraten, deswegen die Raketen innerhalb von 3 Tagen verschossen wurden. Weswegen ich die Heimatlager als Zwischenlager ausschliessen mag.

Bekannt ist auch, es wurden rund 6000 Raketen gebaut, rund 1000 Testflüge, rund 3000 im Einsatz verschossen. Selbst bei 50% Rückläufer, dürften mindestens 1000 Raketen fehlen.

Da die großen Bunker und die Heimatlager (Holzschuppen in Fischgräten-Anordnung) als Zwischenlager, meinetwegen als Lager, auszuschließen ist, liegt die Nutzung von Munas nahe.

Geignete Gebäude umzubauen und zu beheizen dürfte mit wenigen Mitteln zu bewerkstelligen sein. Der Rest, Bewachung, Tarnung, Infrastruktur, alles vorhanden. Gibt es irgendwelche Beweise, schon 45 gab es umgebaute Munas? eventuell Räumungsbefehle oder ähnliches.

LG rak64

Daniel L.
13.09.2009, 20:26
Hallo,

ich war heute im Museum Sinsheim, und habe die nachfolgenden Bilder der Reste einer V2 Rakete gemacht. Interessant sind nicht die Reste der V2, sondern vielmehr die Geschichte. Die Raketenreste hingen 53 Jahre in der Astgabel einer Buche.

Sie wurden 1998 in der Nähe von Siegelsbach in einem ehemaligen Sperrgebiet geborgen, und zusammen mit dem Ast im Museum ausgestellt.

Viele Grüße

Daniel L.

trabi
13.09.2009, 23:07
Die erste ballistische Waffe?

Wer hat das denn geschrieben! ;-)

Daniel L.
13.09.2009, 23:47
Die erste ballistische Waffe?

Wer hat das denn geschrieben! ;-)


stammt nicht von mir !!! :)

Auch Museumsbetreiber machen halt Fehler beim Beschriften der Tafeln. Hat warscheinlich in 10 Jahren noch keiner bemerkt, oder es liest niemand die Schilder.

Viele Grüße

Daniel L.

Büttner
15.09.2009, 15:23
Daniel L., welches ehem. Sperrgebiet bei Siegelsbach meinst'en Du konkret?

Daniel L.
15.09.2009, 18:45
Ich weis auch nur was ich im Museum gesehen habe.

Ich vermute, dass es Siegelsbach im Landkreis Heilbronn ist. (passt auch von er Entfernung her zum Museum)

In Siegelsbach war im 2 WK eine Heeresmunitionsastalt. Dort wurden auch V2 Raketen montiert. Nach dem Krieg wurde das Gelände von den Amerikanern als Munitionsdepot benutzt. Dort wurden auch Atomwaffen gelagert. Das Munitionsdepot wurde inzwischen aufgegeben.

Ich selber war nocht nicht vor Ort. Die o. g. Informaionen zu Siegelsbach habe ich auf einer Website gelesen. Ich werde aber gelegentlich einmal vorbeischauen, und kann dann evtl. mehr berichten.

Viele Grüße

Daniel L.

Sven K.
20.02.2010, 21:13
Hier ein Hinweis auf eine A4-Raketenwerkstatt. Dort wurde A4-Raketen repariert oder in Einzelteile zerlegt, um die Teile wieder zu verwenden.

http://de.wikipedia.org/wiki/KZ-Au%C3%9Fenlager_Kleinbodungen

http://de.wikipedia.org/wiki/KZ-Au%C3%9Fenlager_Ro%C3%9Fla


Fertigung elektrischer V2-Komponenten bei Firma Gollnow und Sohn (Tarnname: Geyer und Sohn)

http://de.wikipedia.org/wiki/KZ-Au%C3%9Fenlager_Artern

Gruß Sven!

Martin K.
10.06.2010, 10:11
Hat sich eigentlich schonmal jemand mit dem Thema der V2/A4 auf der Insel Amrum beschäftigt? Im Netz findet man folgende Informationen:


In den Amrumer Dünen (Nähe Norddorf/Vogelkoje) wurden 1945 Abschußbunker für die A4 gebaut, jedoch nie in Betrieb genommen. Es handelte sich um einen sechseckig-pyramidalen Bunker mit Startschacht und um einen Beobachtungsbunker. Die Anlagen waren bis in die 1970er Jahre sichtbar, aber nur Einheimischen bekannt. Sie sind heute von Wanderdünen überdeckt.

Quelle: http://www.bunker-nrw.de/php/viewtopic.php?f=30&t=1204&start=30

Beste Grüße
Martin

jollentreiber
19.12.2010, 16:09
Nabend die Herren,

bin beim Stöbern auf einen interessanten Link zum Thema gestoßen.
Ich glaube schon das dieser hier hilfreiche Infos beisteuert.

Das Video ziemlich weit unten fuktioniert bei mir nicht....bei Euch?

http://www.v2rocket.com/start/deployment/watten.html

Gruß Lutz

Frank K.
19.12.2010, 17:09
Lutz,
es ist ein schöner Link, die Anlage wird im Beitrag #1 benannt und wir haben auf der Fr-Tour das 'Kraftwerk Nordwest KNW' besucht. Logo. Der Einschlag der Toll-Boy durch die Decke am Bahnhof ist heute noch zu 'bewundern' - dies ist im Video schwer zu erkennen. Daher ist auch das Video toll, weil man es direkt einordnen kann. Dass es damals so da ausgesehen hat, ist allerdings sehr bemerkenswert.

Grüße Frank

rak64
20.12.2010, 23:35
http://www.untertage-übertage.de/Rosa.html


In einem der zahlreichen Marmor- und Kalksteinbrüchen bei Limburg an der Lahn fanden wir die Überreste der Untertage-Verlagerung "Rosa". Von dem einstigen Stollenneubau ist heute ein großer Teil dem Steinbruchbetrieb zum Opfer gefallen. In die U-Verlagerung "Rosa" wurde eine Luftzerlegeanlage zur Gewinnung von Flüssig-Sauerstoff aus der Luft, eingerichtet.


Der flüssige Sauerstoff wurde direkt aus der Luft gewonnen und war als Raketentreibstoff für die V2-Stellungen in der näheren Umgebung bestimmt. Die nächste V2-Raketenstellung befand sich in Wirbelau an der unteren Lahn.

Martin K.
15.02.2011, 13:44
Hat sich eigentlich schonmal jemand mit dem Thema der V2/A4 auf der Insel Amrum beschäftigt? Im Netz findet man folgende Informationen:



Quelle: http://www.bunker-nrw.de/php/viewtopic.php?f=30&t=1204&start=30

Beste Grüße
Martin

Diese Information stellte sich übrigends als Falschinformation heraus. Die Bauwerke in den Amrumer Dünen wurden nicht für die V2/A4 benutzt.

BG
Martin

Martin K.
29.06.2012, 19:12
Das Objekt in Ebensee konnte unlängst besichtigt werden.

Neben dem Museum für Zeitgeschichte, dem Friedhof, dem Torbogen, dem sogenannten Löwengang, kann man auch einen Gedenkstollen besichtigen...

Bg
Martin

vr6treter
30.06.2012, 20:04
Falls nicht bekannt: http://www.aggregat4.de/index.html

lg jörg...

Martin K.
13.07.2012, 19:01
Das Objekt in Ebensee konnte unlängst besichtigt werden. Neben dem Museum für Zeitgeschichte, dem Friedhof, dem Torbogen, dem sogenannten Löwengang, kann man auch einen Gedenkstollen besichtigen...


Nach den Handybildern gibt es nun eine bessere Auswahl im eigenen Beitrag zum Thema zu finden:

http://forum.hidden-places.de/showthread.php/7491-%C3%96sterreich-KZ-Au%C3%9Fenlager-Ebensee?p=76892#post76892

BG
Martin