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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Müll gegen Devisen. Mülldeponien in der DDR...



Martin K.
22.11.2008, 22:24
Da wir gerade munter im Nordwesten der Republik sind und mir auch gänzlich neu war.

Die Deponie Schönberg befindet sich im "ehemaligen Sperrgebietes der innerdeutschen Grenze":


Vermutet werden auf der Deponie Ihlenberg/Schönberg u.a. brisante Abfälle wie der Reaktorinhalt aus dem Sevesounglück und radioaktive Abfälle aus dem mutmaßlichen Unfall bei der GKSS.

Den Höhepunkt erreichte die Deponie Schönberg im Jahre 1989. Hier wurden in einem Jahr 1,3 Millionen Tonnen überwiegend Sondermüll, aber auch Gewerblicher Abfall verkippt oder vergraben. Insgesamt lagerten am Ende 1989 etwa 10 Millionen Tonnen Müll in Schönberg...

Quelle & Mehr: wikipedia.de http://de.wikipedia.org/wiki/Deponie_Sch%C3%B6nberg


Gabs vor Berlin-Ost nicht auch eine Deponie für Berlin-West?

Grüße
Martin

teddie
22.11.2008, 22:45
Da wir gerade munter im Nordwesten der Republik sind und mir auch gänzlich neu war.

Die Deponie Schönberg befindet sich im "ehemaligen Sperrgebietes der innerdeutschen Grenze":



Gabs vor Berlin-Ost nicht auch eine Deponie für Berlin-West?

Grüße
Martin


ja, die gabs, die sind doch mit den westmüllautos aus richtung mariendorf gekommen und wenn du zur interflug oder flugplatz nach schönefeld wolltest, kamen die dir auf der - lass mich schnell gucken - 96 entgegen.
wo die hinfuhren weiss ich auch nicht genau

andre901
23.11.2008, 00:45
ja, die gabs, die sind doch mit den westmüllautos aus richtung mariendorf gekommen und wenn du zur interflug oder flugplatz nach schönefeld wolltest, kamen die dir auf der - lass mich schnell gucken - 96 entgegen.
wo die hinfuhren weiss ich auch nicht genau

Die fuhren nach Schöneiche bei Zossen.War dort als Jugendlicher selbst mit ein paar Kumpels drauf zum "Mülldurchsuchen",aber nicht nur wir,sondern auch ca 100 andere Leute.Dort hat ich meine erste Auto BILD her,man was hat man sich da gefreut.Nur hat auch öfters die Polizei gestört und alle flüchteten.Und dann gab es bei Ketzin auch noch eine Deponie für Westberliner Müll.Die LKWs kamen über die GÜST Staaken(F5).

Martin K.
23.11.2008, 09:40
Habe mal den Beitrag umbenannt. Folgen ja scheinbar noch mehr Deponien.

Ich hatte die hier zwischen Rudow und Großziethen gefunden, dort gabs wohl extra ne Güst für die Entsorgungsfahrzeuge:

http://maps.google.de/?ie=UTF8&ll=52.413571,13.457608&spn=0.017564,0.038452&t=h&z=15

Beste Grüße
Martin

Tester U3L
23.11.2008, 12:09
Also, im Raum Berlin gab es drei derartige 'Westmüll-'Deponien, die heute von der MEAB (Märkische Entsorgungsanlagen-Betriebsgesellschaft) in Potsdam betrieben werden.

Es waren das die Deponien:

Schöneiche (Güst Mahlow F/B96)

http://www.berlin.de/sen/umwelt/abfallwirtschaft/de/deponien/schoeneiche.shtml

Vorketzin (Güst Staaken F/B5)

http://www.berlin.de/sen/umwelt/abfallwirtschaft/de/deponien/vorketzin.shtml

Deetz (nur für Bauschutt, Bodenaushub u.ä.) (Güst Staaken und per Schiff)

http://www.berlin.de/sen/umwelt/abfallwirtschaft/de/deponien/deetz.shtml

zusätzlich wurde noch vor der Wende in Schöneiche direkt neben der Deponie eine Sonderabfall-Verbrennungsanlage (SVA) gebaut, um z.B. ölhaltige Abfälle zu verbrennen.

Ein Vorteil dieser Deponien war es, dass die Straßen von den Grenzübergängen zu den Deponien immer in tadellosem Zustand waren, da der Westen dafür gut bezahlte.

Gruß

Tester

Martin K.
23.11.2008, 12:36
Also, im Raum Berlin gab es drei derartige 'Westmüll-'Deponien, die heute von der MEAB (Märkische Entsorgungsanlagen-Betriebsgesellschaft) in Potsdam betrieben werden.


Na dann haben wir jetzt 4 Anlagen um Berlin. Bei der Anlage bei Großziethen fand ich jetzt folgendes:


Das Gelände wurde im Zeitraum Juli 1973 bis Dezember 1977 von den Berliner Stadtreinigungs-Betrieben (BSR) aufgrund vertraglicher Regelungen mit der DDR-staatseigenen Firma Berlin Consult für die Deponierung von Hausmüll, unsortiertem Bauschutt und Bodenaushub aus dem Bereich des vormaligen Stadtgebietes Berlin (West) genutzt.

Quelle: http://www.teresa3.de/resultverfahren.php?verfahrensid=164&anbieterid=23572&page=anbieterliste&suchstring=&firmenname=&verfahren=&sonstigeverfahren=&standort=&referenzstandort=&plzvon=&plzbis=&stoffbezeichnung=&medien=&PHPSESSID=eed028qnlstpjc7f69etojkcq3


Auch noch was zur Deponie Schönberg:
Hier scheint die Koko wieder die Finger mit im Spiel gehabt zu haben. Die Abläufe wurden von der Intrac Teilbereich des staatlichen Außenhandelsunternehmens im Bereich der Abteilung KOKO (Teilbereich des staatlichen Außenhandelsunternehmens im Bereich der Abteilung KOKO).

Grüße
Martin

Tester U3L
23.11.2008, 13:23
Die Abteilung KOKO (Kommerzielle Koordinierung) von Herrn Schalck-Golodkowski hatte immer dabei die Finger im Spiel. Die von mir genannte SVA wurde auch von einer von KOKO beauftragten Österreichischen oder Schweizer Anlagenbaufirma gebaut. Bis zur Wende konnte aber die Anlage wohl wegen Mängeln noch nicht abgenommen werden. Zu der Zeit (1993/94) wo ich gelegentlich in Schöneiche war, befand sich die Anlage wohl noch immer im Eigentum des Herstellers und wurde von der MEAB 'nur' betrieben. Bei mittlerweile gesetzlich notwendigen Nachrüstungen saßen immer beide (Hersteller=Noch-Eigentümer und Betreiber) am Tisch.

Tester

fernaufklärer
23.11.2008, 16:20
....und per Schiff)
Gruß
Tester

Episode: ...für einen Bekannten von mir - bei Potsdam aufgewachsen - war es seinerzeit ein Gaudi, die Schubverbände abzupassen, sich schwimmend anzunähern, den Prahm zu entern, die erstbeste Titten- Zeitschrift aus dem Müll zu wühlen und zum Land zurück zu reterieren... teils unter Kohlen- Beschuß der Besatzung.

VG, FA

Passkontrolle
05.12.2008, 16:47
Diese Beiträge wecken wieder Erinnerungen bei mir. Die genannten Grenzübergänge im Bezirk Potdam sind mir bestens bekannt. So auch der Ausbau für die Abfertigung der Abfallstoffe, dem Transport von Kies aus der DDR u.a.
Es musste an den GÜST gab es gesonderte Abfertigungsspuren. GÜST Mahlow war nur für diesen Transport vorgesehen und nur am Tage geöffnet.
Natürlich hat alles Schalk-Golodkowski organisiert. Einiges dazu in meiner HP: www.passkontrolle-ddr.de

Tester U3L
05.12.2008, 21:12
Jetzt, wo Du es sagtst, fällt mir auch wieder ein, dass im Gegenzug zu den Müll-Lieferungen in die DDR der Westberliner Wirtschaft 'Sand ins Getriebe gestreut' wurde, auch gegen Devisen natürlich.
Also es wurde Kies aus der Kiesgrube am Kieskutenberg in Potsdam (in der Potsdamer Heide zwischen F/B2, BAR und Uferstraße nach Caputh) über den Grenzübergang Drewitz nach Westberlin gebracht. Die Westberliner LKW pendelten dazu tagtäglich zwischen Kiesgrube und Westberlin durch Potsdam und Babelsberg. Die Ampel am Leipziger Dreieck an der Langen Brücke in Potsdam wurde dazu so geschaltet, dass die LKW möglichst nicht an der Ampel an der Leipziger Straße unterhalb der Schwimmhalle anhalten mussten, damit sie schwer beladenen LKW den Verkehr an dieser viel befahrenen Einfallstraße nicht zusätzlich behinderten.
Dieses delikate Thema wurde seinerzeit sogar im "Potsdamer Kabarett am Obelisk" thematisiert!

Gruß

Tester

Passkontrolle
05.12.2008, 22:55
Passt haargenau hier rein und stimmt. Was mussten wir nicht alles machen, nur um die Devisen rein zu bekommen.

Frage: Wiseo konnte ich die angehängte Datei nicht öffnen - Zugriff verweigert. Sicher wieder meine Unkenntnis beim Bedienen.

Waldwichtel
06.12.2008, 00:15
Passt haargenau hier rein und stimmt. Was mussten wir nicht alles machen, nur um die Devisen rein zu bekommen.

Frage: Wiseo konnte ich die angehängte Datei nicht öffnen - Zugriff verweigert. Sicher wieder meine Unkenntnis beim Bedienen.

Wir helfen doch gern...
In deinem Alter ist das doch Ok. ;-)

Die kmz-Dateien sind für Google Earth.
Google Earth kostenlos herunterladen und installieren.

http://www.kugelerde.de/

Windows: Google Earth 4.2

Dann kannst du auch das Luftbild sehen.

Gruss