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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Diskussion zum Urheberechtsgesetz



RADOM
06.04.2005, 10:43
@Erkunder
so einfach ist das nicht. auch beim fotografieren von gebäuden kann man das Eigentums- und Hausrecht des besitzers oder pächters verletzen.
sollen die aufnahmen genehmigungs- und zustimmungsfrei sein, müssen folgende bedingungen eingehalten werden:
1. das foto muss von einem öffendliche zugänglichen platz aus gemacht wurden sein
2. es dürfen keine technischen hilfsmittel, wie z.bsp. leiter benutzt werden

sobalb man von einem privatgrundstück aus fotografiert, benötigt man die zustimmung des eigentümers und wenn vorhanden des pächters des gebäudes. in innenräumen trifft dies erstrecht zu. dabei spielt es auch keine rolle, ob die fotos für den privaten gebrauch oder sogar für veröffendlichungen gemacht werden.

zur rechtlichen stellung von eigentümer und pächter ist zu sagen, dass zumeist das Hausrecht auf den pächter übergeht. somit ist der eigentümer für eine fotogenehmigung eigendlich der falsche ansprechpartner, wenn es einen pächter gibt.
gruß
RADOM

Denkmal
06.04.2005, 13:13
@ Erkunder, All,

Bei Fotoaufnahmen bitte Urheberechtsgesetz Abschnitt 2 §2 und Abschnitt 6 §59 (1) beachten!

Demnach sind Bauwerke urheberechtlich geschützt. Außenaufnahmen (Lichtbildwerke) von öffentlichen Wegen und Plätzen aus sind zugelassen.
Bei Innenaufnahmen gilt das Hausrecht.

Gruß

Denkmal.

Erkunder
06.04.2005, 15:08
UrhG § 2 Geschützte Werke

--------------------------------------------------------------------------------

(1) Zu den geschützten Werken der Literatur, Wissenschaft und Kunst gehören insbesondere:

1. Sprachwerke, wie Schriftwerke, Reden und Computerprogramme;2. Werke der Musik;3. pantomimische Werke einschließlich der Werke der Tanzkunst;4. Werke der bildenden Künste einschließlich der Werke der Baukunst und der angewandten Kunst und Entwürfe solcher Werke;5. Lichtbildwerke einschließlich der Werke, die ähnlich wie Lichtbildwerke geschaffen werden;6. Filmwerke einschließlich der Werke, die ähnlich wie Filmwerke geschaffen werden;7. Darstellungen wissenschaftlicher oder technischer Art, wie Zeichnungen, Pläne, Karten, Skizzen, Tabellen und plastische Darstellungen.
(2) Werke im Sinne dieses Gesetzes sind nur persönliche geistige Schöpfungen.


UrhG § 59 Werke an öffentlichen Plätzen

--------------------------------------------------------------------------------

(1) Zulässig ist, Werke, die sich bleibend an öffentlichen Wegen, Straßen oder Plätzen befinden, mit Mitteln der Malerei oder Graphik, durch Lichtbild oder durch Film zu vervielfältigen, zu verbreiten und öffentlich wiederzugeben. Bei Bauwerken erstrecken sich diese Befugnisse nur auf die äußere Ansicht.

(2) Die Vervielfältigungen dürfen nicht an einem Bauwerk vorgenommen werden.

rst
06.04.2005, 15:22
... :D ich wills mal einfach ausdrücken. In H. kannst Du fotografieren soviel Du willst, nur nicht die (noch ?) vorhandenen Müllberge, das Gelände außerhalb der HSA hat nen Wachschutz mit Wauwau da noch dem Bund gehörig und der Müll leicht schädlich ist. Der Müll wird aber seit letztem Jahr entsorgt, mal sehen wie weit die sind. Ab der HSA gibts einen Pächter für die gesamte Parkzone inklusive Bunker und auch für den Zufahrtweg von der Lindenalle. (denkmal kann mich gerne korrigieren :D ) Der kann von seinem Hausrecht gebrauch machen und Knipsen zulassen oder nicht. Du mußt Dich zwangsläufig damit abfinden.


Gruß
RST

PS: ich würde auch meilenweit für einen Bunker gehen, wenn ichs noch könnte :cry:
Warum krieg ich nur so selten oder nie Antwort auf PNs? :oops:

Erkunder
06.04.2005, 15:33
Ok RST. Aber hier gings erstmal ums Urherrecht. Und ich wage zu behaupten, dass weder ein Bunker noch eine Kaserne ein Werk im Sinne des Urherrechts darstellt. Bei künstlerischen Gebäuden mag das ja anders sein, aber nicht bei Bauten, wo nicht mal ein Architekt zu finden ist :lol:

Wenn dem nicht so wäre, dann kenne ich viele viele Webseiten, die Urheberrechtstechnisch gleich dichtmachen könnten. (Diese hier eingeschlossen).

Deine älteren Harnekop-Fotos sind dein geistiges Eigentum und du hast darauf Urheberrecht und Nutzungsrecht. Wer sollte dir das denn heute auf welcher Grundlage untersagen?

MfG!

rst
06.04.2005, 15:46
ganz einfach :D auf den Bildern steht kein Datum, im Ernstfall müßte ich aber nachweisen von wann die Bilder stammen. Damals hatte ich halt noch keinen Knipser mit Datumanzeige. Es gibt da so Winkeladvokaten, die drehen Dir das Wort im Munde rum. Aber ich werde mal suchen, ob ich was definitives finde, dann stell ichs rein. Was interessiert Dich denn denn besonders? :?:

Gruß
RST

Denkmal
06.04.2005, 16:12
UrhG § 2 Geschützte Werke

--------------------------------------------------------------------------------

(1) Zu den geschützten Werken der Literatur, Wissenschaft und Kunst gehören insbesondere:

....
4. .... einschließlich der Werke der Baukunst ....


(2) Werke im Sinne dieses Gesetzes sind nur persönliche geistige Schöpfungen.


UrhG § 59 Werke an öffentlichen Plätzen

--------------------------------------------------------------------------------

(1) ..... Bei Bauwerken erstrecken sich diese Befugnisse nur auf die äußere Ansicht.



Sicher haben alle ein Problem, die sich eins schaffen.....

Grundsätzlich ist jedes Bauwerk als Werk der Baukunst anzusehen. Ausgebildete Fachleute auf dem Gebiet der Baukunst nennen sich Architekten.

Im Gesetz ist ausdrücklich festgelegt, welche Rechte eines Bürgers nicht eingeschränkt werden dürfen. Dazu gehört die Schaffung von Lichtbildern bzw. -werken aus der äußeren Ansicht der Bauwerke von öffentlichen Wegen und Plätzen heraus.

Einen unterirdischen Bunker allerdings kann man nur selten von außen aufnehmen....

Das Fotografieren im Innenraum kann demzufolge durch den URHEBER eingeschränkt werden. Der URHEBER kann dieses Recht auf den Besitzer übertragen bzw. diesen damit beauftragen. Dieser Umstand wird im allgemeinen mit dem Architektenvertrag geregelt.

Selbstverständlich hat wohl auch der Besitzer einer Immobilie das Recht, Innenaufnahmen zu verweigern, da sich in Innenräumen letztendlich auch sein Privateigentum (nämlich die Ausstattung als Nichtbestandteil der Baukunst) befindet. Das hat sicher etwas weniger mit Urheberrecht und mehr mit Hausrecht zu tun.

Allerdings ist es wohl allgemein üblich, Verbote vor einer Handlung auszusprechen. Dies geschieht durch die Abgrenzung eines Grundstückes (Befriedung = gleich Ausübung des Hausrechtes) und / bzw. bei öffentlich zugänglichen Flächen durch eine Hausordnung bzw. mündlich ausgesprochene Verhaltensregelungen.

IN EINKAUFSCENTERN war beispielsweise noch vor Jahren das Fotografieren nur mit gesonderter Genehmigung gestattet.
Mit Inkraftsetzung des UrhG wurden fast durchgängig die darin befindlichen Ladenstraßen als "öffentlich zugängliche Straße" durch die Verwalter gesehen und dieser Passus aus der Hausordnung entfernt. Die Shops bzw. Läden selbst gelten jedoch als Innenräume, für die eine gesonderte Genehmigung des Ladeninhabers eingeholt werden muß.
(HINWEIS: Immer die Hausordnung VORHER lesen, ob dort Verbote ausgesprochen sind!)




UrhG § 59 Werke an öffentlichen Plätzen

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(2) Die Vervielfältigungen dürfen nicht an einem Bauwerk vorgenommen werden.

Dieser Passus bezieht sich auf den "Nachbau" eines Bauwerkes an einem anderem Ort.
Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel; die Vervielfältigung - also der "Nachbau" von "Typenprojekten" - wird ebenfalls mit dem Architekten als Urheber in einem Werkvertrag geregelt.

Allerdings gilt heute immer:

Ein "Rechtsstaat" hat nichts mit "Gerechtigkeit" zu tun. D.h. im Einzelfall:
Man bekommt lediglich Recht oder auch nicht!

Insofern ist dieser Beitrag keine Rechtsberatung.

Urheber-Rechtshinweis:
Wiedergabe dieses Beitrages ist nur als Großzitat (also nur insgesamt und keinesfalls auszugsweise = Kleinzitat) gestattet.

Gruß

Denkmal.

Denkmal
06.04.2005, 17:05
....Wenn jemand zb. behauptet, dass ich eine CD geklaut habe, muss ich ja auch nicht den Kassenzettel aufheben, um den Kaufzeitpunkt zu dokumentieren.


Da hast Du sicher schlechte Karten, wenn die CD NUR IN EINEM EINZIGEN Shop zu haben ist.... und Du in flagranti erwischt wirst.
Ansonsten hast Du möglicherweise recht und die Verdächtigung wäre mittels Videoaufnahmen oder Aussage mehrerer Zeugen nachzuweisen.


Denke mal wenn dich jemand verklagen will, muss er DIR nachweisen, dass du Unrecht begangen hast und nicht andersrum -> in diesem speziellen Fall gegen ein Fotoverbot verstossen hast.

Begrenze das mal nicht nur auf ein Fotoverbot. Der Hausfriedensbruch ist ziemlich klar definiert.


StGB
Siebenter Abschnitt. Straftaten gegen die öffentliche Ordnung
§ 123 Hausfriedensbruch

(1) Wer ..... in das befriedete Besitztum eines anderen ..... widerrechtlich eindringt ...., wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

Vor dem Fotografieren könnte also bereits eine vorhergehende Starftat bestehen.
Stelle Dir vor, jemand dringt in Deine Wohnung ein - nimmt Dein Barvermögen mit und gibt es als Fundsache ab... Zumindest stände ihm dann (ich vermutete Deiner Auffassung nach richtigerweise) ein Finderlohn zu :wink: . Wäre nur die Verhältnismäßigkeit Aufwand (Strafe wegen Einbruch) und Nutzen (Finderlohn) vorab zu prüfen...


....Nunja, IMHO ist Fakt lediglich, dass dir die Person mit Hausrecht auf einer Liegenschaft die Fotoerlaubnis verweigern kann und dich dafür haftbar machen kann, wenn du dem zuwider handelst.

Siehe meinen vorherigen Beitrag. Voraussetzung ist allerdings, daß eine solche Liegenschaft ausreichend befriedet ist. Dazu reicht mitunter ein Graben bzw. eine Steinreihe aus. Eine solche Kennzeichnung darf (ebenso wie eine Einfriedung) Lücken haben.



Alles andere kann ich mir nicht vorstellen, da mir der Zusammenhang "Werk" und Liegenschaft fehlt.


"Liegenschaft" bezeichnet das "Liegende", also den Grundbesitz - den Besitz an Boden. Die darauf befindlichen Bauwerke gehen üblicherweise in das Eigentum des Grundbesitzers ein, auch wenn er nicht der Besitzer des Bauwerkes bzw. der Bauwerke ist. (Eigentümer und Besitzer sind unterschiedliche Rechtsverhältnisse).

Urheber-Rechtshinweis:
Wiedergabe dieses Beitrages ist nur als Großzitat (also nur insgesamt und keinesfalls auszugsweise = Kleinzitat) gestattet.


Gruß

Denkmal

Denkmal
06.04.2005, 17:29
Denkmal : leider ist aber generell in der Parkzone knipsen nicht gestattet, das widerspräche ja Deinem Schreiben :?: :D von wegen nur innen...


@rst,

ist die Parkzone "öffentlich"?

Ich glaube das nicht.

Zutrittsberechtigt ist sicher nur, wer am Einlaß zur P-Zone durchgelassen wird (ein Hinweis auf eine "Anmeldepflicht" am Eingang ist wahrscheinlich ausreichend). Damit ist die Parkzone nicht für Jedermann - egal woher er kommt - zugänglich -> also meiner Meinung nach "nichtöffentlich". Da greift der Gesetzestext kaum.

Zum anderen obliegt es dem Hausrechtinhaber, eine Hausordnung zu erlassen, die Gesetzen nicht widerspricht- auch wenn es sich dabei nur um ein Fotografierverbot handelt. (Wobei man schon für sich selbst unterscheiden sollte, ob es sich um ein ernstzunehmendes oder eher um ein "historisches" Schild handelt. Ein "militärisches Sperrgebiet" ist Harnekop meiner Meinung nach sicher nicht mehr.
Wird nachfolgend ein Fotografierverbot durch einen Vertreter des Hausherrn mündlich ausgesprochen, sollte man sich schon daran halten, um Ärger zu vermeiden.

Andererseits können Hausrechtinhaber auch Einschränkungen für Besucher in Anspruch nehmen, die sie dem Gesetz nach nicht dürfen. Dann gibt es möglicherweise einen Rechtsstreit - und nicht immer ist der Ausgang vorhersehbar oder vom Geldbeutel abhängig.

Gruß

Denkmal

Denkmal
06.04.2005, 18:01
ganz einfach :D auf den Bildern steht kein Datum, im Ernstfall müßte ich aber nachweisen von wann die Bilder stammen. Damals hatte ich halt noch keinen Knipser mit Datumanzeige. Es gibt da so Winkeladvokaten, die drehen Dir das Wort im Munde rum. Aber ich werde mal suchen, ob ich was definitives finde, dann stell ichs rein. Was interessiert Dich denn denn besonders? :?:


@ rst,

auch Filmmaterial altert...

Wenn nicht aufgrund der Fotos auf dem Filmstreifen ein zeitlicher Zusammenhang hergestellt werden kann, gibt es da noch andere Methoden.

Im Übrigen gilt auch heute noch in Deutschland der Grundsatz, daß eine Schuld (insbesondere wenn lediglich behauptet) nachzuweisen ist und nicht der Angeklagte seine Unschuld nachzuweisen hat.
Im konkreten Fall: Dir muß nachgewiesen werden können, daß die Fotos nur in einer bestimmten Zeit gemacht worden sind und in dieser Zeit Du gesetzwidrig gehandelt hast.

Gruß

Denkmal

Denkmal
06.04.2005, 18:55
.... Und ein Bunker (samt Innenleben) ist kein Kunstwerk höchstens ein Museum oder ein Denkmal.


UrhG spricht bei den geschützen Werken nicht ohne Grund von "Werk der Baukunst" (also keinesfalls von "Kunstwerken") und Werk der angewandten Kunst einschließlich deren Entwürfe (bei Bauwerken also inbegriffen derer technischer Zeichnungen, im weiteren Wortlaut des UrhG ausdrücklich benannt).

Sofern ein Bunker durch die Synthese von Funktion (Zuordnung der Räumlichkeiten), Konstruktion und (Form-)Gestaltung bestimmt ist, treffen die Merkmale von Architektur ganz sicher zu - dann ist es auch Werk der Architektur=Baukunst. Insofern gilt der Grundsatz: "Kunst kommt von Können".

Erkunder,
frag doch bitte einfach mal bei der Berliner Architektenkammer nach, ob Du Deine Behauptung so auf feste Füße stellen kannst und dann stellst Du Deine fachlich und aus erster Hand begründeten Erkenntnisse hier rein. Mit Behauptungen und persönlichen Meinungen kommen wir hier sicher nicht weiter.

Gruß

Denkmal

Erkunder
06.04.2005, 19:16
Erkunder,
frag doch bitte einfach mal bei der Berliner Architektenkammer nach, ob Du Deine Behauptung so auf feste Füße stellen kannst und dann stellst Du Deine fachlich und aus erster Hand begründeten Erkenntnisse hier rein. Mit Behauptungen und persönlichen Meinungen kommen wir hier sicher nicht weiter.


Da hast Du Recht, so kommt man nicht weiter.

Evtl. ist das Thema Baukunst eine Auslegungssache die von voll zu Fall entschieden wird. Beim Hundertwasserhaus ist die Sache glasklar, aber beim nakten Fels, gebaut um im III. WK zu überleben? Nunja, für mich persönlich ist manch düsterer Ort ein grösseres Kunstwerk als was so in den Galerien hängt, ein gewachsenes Kunstwerk eben :D

MfG!

Denkmal
06.04.2005, 20:03
....Evtl. ist das Thema Baukunst eine Auslegungssache die von voll zu Fall entschieden wird. ....

In einem Rechtsstaat haben alle Gesetze ihre Lücken und Tücken.

Du kannst aber ziemlich sicher sein, daß ebenso wie bei Lichtbildern auch bei Gebäuden in 99% der Fälle ein Richter einen "Werks"-Anspruch sieht, insofern der Urheber über ein gewisses Maß an geistigem Vermögen und Gestaltungswillen besitzt.

Beim Knopfdruck eines Babys auf den Auslöser einer Kamera dürfte der Nachweis geistiger Schöpferkraft allerding etwas schwerfallen - obwohl ein solches Anerkenntnis auch schon versucht wurde.

Ansonsten:

@ rst:

einen Freibrief haste von mir nicht :cry: - ist ja keine Rechtsberatung gewesen und ich bin auch nicht dazu berufen.

Ein jeder muß selbst wissen, wie er Gesetze für sich auslegen möchte und ob er sich damit gegebenenfalls selbst ein Bein stellen könnte oder doch noch die Lücke findet, um auf Grundlage anderer Rechtsvorschriften Recht zu bekommen.

Gruß

Denkmal.

Erkunder
06.04.2005, 20:30
Hab nochwas gefunden, wirklich eine komplizierte Thematik:

http://remus.jura.uni-sb.de/urheberrecht/gw02.html

bb) Werke der Baukunst

Als Unterfall von Werken der bildenden Kunst nennt das Gesetz Werke der Baukunst. Hierzu gehören außer Gebäuden beispielsweise auch Brücken und Türme. Sofern der Gebrauchszweck überwiegt, handelt es sich um Werke der angewandten Kunst. Urheber ist der Architekt. Eine wichtige Schranke enthält § 59 UrhG <http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/urhg/__59.html> für solche Bauwerke, die sich bleibend an öffentlichen Wegen, Straßen oder Plätzen befinden (siehe Grundwissen V <gw05.html>). Zum Schutz von Bauwerken nach US-amerikanischem Rechte siehe US Copyright Office, Circular 41: Copyright Claims in Architectural Works <http://www.copyright.gov/circs/circ41.html>.


cc) Werke der angewandten Kunst

(1) Werke der angewandten Kunst unterscheiden sich von Werken der bildenden Kunst im engeren Sinne dadurch, daß sie einen Gebrauchszweck haben. Solche Werke können auch durch ein Geschmacksmuster geschützt werden, sofern sie nicht neu und eigentümlich sind (§ 2 Abs. 1 GeschmMG <http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/geschmmg_2004/__2.html>). Daher wird für den Urheberrechtsschutz ein höherer Grad an schöpferischer Eigentümlichkeit verlangt als bei sonstigen Werkarten. Die sog. „kleine Münze“ ist gerade nicht geschützt. Zwischen Geschmacksmusterschutz und Urheberrechtsschutz besteht ein gradueller Unterschied. Beide können aber nebeneinander zum Zuge kommen. Rechtsgrundlage für das nationale Geschmacksmuster ist das Gesetz über den rechtlichen Schutz von Mustern und Modellen <http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/geschmmg_2004/>. Rechtsgrundlage für das Gemeinschaftsgeschmacksmuster die Verordnung 6/2002/EG des Rates vom 12.12.2001 über das Gemeinschaftsgeschmacksmuster (ABl. EG Nr. L 3/1 <http://europa.eu.int/smartapi/cgi/sga_doc?smartapi!celexapi!prod!CELEXnumdoc&lg=DE&numdoc=32002R0006&model=guichett>).

Denkmal
06.04.2005, 22:06
Erkunder,

ein sehr schöner Hinweis, den man beachten sollte.

Beachten sollte man allerdings auch, daß die Meinung des Autors durch ihn (als Lehrender) sehr überzeugend dargestellt wird - Recht allerdings nur von Richtern mit ihrer subjektiven (zunächst und zumeist berufungsfähigen) Meinung gesprochen wird.

Im Einzelfall wird man sich nicht auf diese Darlegungen als "verbindlich" berufen können.

Dennoch:
Zur Bildung einer eigenen Meinung über das eigenen Tun und Lassen und zur Gefahrenabschätzung sicher sehr hilfreich.

Gruß

Denkmal

martin2
07.04.2005, 23:41
"Liegenschaft" bezeichnet das "Liegende", also den Grundbesitz - den Besitz an Boden. Die darauf befindlichen Bauwerke gehen üblicherweise in das Eigentum des Grundbesitzers ein, auch wenn er nicht der Besitzer des Bauwerkes bzw. der Bauwerke ist. (Eigentümer und Besitzer sind unterschiedliche Rechtsverhältnisse).
Urheber-Rechtshinweis:
Wiedergabe dieses Beitrages ist nur als Großzitat (also nur insgesamt und keinesfalls auszugsweise = Kleinzitat) gestattet.
Gruß
Denkmal
Dieses ist ein Kleinzitat.
Lasse Dir von Deinem Anwalt erklären, wie es mit dem §51 UrHG so ist: Der wird Dir viel erklären.
<smile> Martin