PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Besteht Interesse an Tutorials/Tips zur Fotografie?



Frank_G.
21.09.2007, 20:41
Wie schaut es aus mit dem Interesse an Tips und Tricks zur Fotografie unter schwierigen Bedingungen oder Kurztutorials zu den Themen Langzeitbelichtung, DRI, Fotografie bei Nacht, Panoramen, Bildbearbeitung etc. ?

Ist das alles schon durchgekaut, oder hat jemand Fragen zu diesen Gebieten?
Bin zwar kein Profi, aber ich habe auf diesen Gebieten in den letzten Jahren einiges an Erfahrungen gesammelt.

Gruß
-Frank

andy
21.09.2007, 20:58
moin moin frank
immer her damit, man kann immer wat neues dazulernen

gruß andy

Frank_G.
21.09.2007, 21:12
Langzeitbelichtungen leicht gemacht
(Kopie des Beitrags aus dem Thread "Langzeitbelichtungen")

1) Wenn irgend möglich, die Dateien im RAW-Modus aufnehmen oder zumindest als TIFF abspeichern. Bei digitalen Kompaktkameras gibt es die Möglichkeit der Speicherung als RAW oft nicht, dann unbedingt TIFF verwenden. Die kompakten rauschen eh, was das Zeug hält, das wird durch die JPEG-Komprimierung noch schlimmer. RAW-Daten haben den Vorteil, dass sie eine größere Farbtiefe haben (12-14 Bit statt 8 Bit bei JPEG). Allein dieser Unterschied kann schon über "Sieg oder Niederlage" entscheiden, wenn das Licht schlecht ist. Je besser das Ausgangsmaterial, desto weniger muss man nachher in der Bildbearbeitung rummurksen, bis das Ergebnis hinhaut.

2) Generell die niedrigste ISO-Zahl einstellen. Die Belichtungszeiten werden dann länger, aber das Bildrauschen ist geringer.

3) Ein stabiles Stativ ist nur durch ein noch stabileres zu ersetzen

4) Wer keinen Fernauslöser hat, benutzt am besten die zeitverzögerte Auslösung. Damit vermeidet man kleine Verwackler, die durch das Drücken des Auslösers entstehen - gerade bei kleinen und leichten Kameras. Vor allem bei DRI (HDR)-Aufnahmen tödlich, da hierfür mehrere Bilder deckungsgleich bearbeitet werden müssen.

5) Die meisten Objektive liefern bei Offenblende (kleinste Blendenzahl) nur äußerst mäßige Ergebnisse. Lieber ein paar Stufen abblenden, um eine bessere Schärfeleistung zu erzielen. Klar, dass dann die Belichtungszeiten steigen, aber dafür haben wir ja das Stativ. Ich benutze je nach vorhandenem Restlicht Blende 8 bis Blende 12 und belichte selten länger als 30 Sekunden.

6) Bei ganz wenig Licht und bei Belichtungsreihen (für DRI/HDR) ist es hilfreich, wenn man den Autofocus abstellen kann. Zum einen wegen der nötigen Deckungsgleichheit der Bilder, zum anderen, weil die Focussierung im Dunkeln meist hilflos ist. Daher im Bedarfsfall Taschenlampe an die gewünschte Stelle, Focussieren, Autofocus abstellen und los gehts.

7) Bei der Wedelmethode mit Taschenlampe oder Strahler in ganz dunklen, gefliesten Räumen kommt es gern zu Überstrahlungen durch Reflexion. Das kann man beispielsweise mit LED-Taschenlampen, bei denen man das Licht nicht bündeln kann, verhindern. Oder man baut sich einen Diffusor aus weißem Material, um den Raum indirekt auszuleuchten. Das gibt weicheres Licht.

Frank_G.
21.09.2007, 21:14
moin moin frank
immer her damit, man kann immer wat neues dazulernen

gruß andy

Andy:
Gern. Ich habe schon mal einen Beitrag von mir hierher kopiert. Ich mache mich auch noch mal an einen Text über DRI/HDR-Bilderstellung. Wenn der fertig ist, lade ich ihn auch hier in diesen Thread.

Gruß
-Frank

Frank_G.
21.09.2007, 22:31
Einführung in DRI/HDR

Was bedeutet DRI/HDR und wofür ist es gut?
DRI (http://de.wikipedia.org/wiki/Dynamic_Range_Increase) steht für „Dynamic Range Increase“ (Dynamikumfangsvergrößerung) und HDR für „High Dynamic Range“ (hoher Kontrastumfang). Wozu nun das ganze?

Die Situation kennt bestimmt jeder. Man fotografiert an einem hellen Tag ein Gebäude und stellt dann fest, dass der Himmel über dem Dach komplett weiß überstrahlt ist, obwohl er doch leicht diesig blau war. Oder der Himmel ist blau, aber an dem Gebäude kann man vor lauter Dunkelheit fast nichts erkennen. Was ist passiert?

Die Kamera versucht, das Bild richtig zu belichten. Hat man auf den Himmel eingemessen, wird der Himmel korrekt belichtet. Die Belichtungszeit ist sehr kurz. Dadurch bleiben die dunklen Bildteile relativ schlecht ausgeleuchtet und detailarm. Hat man auf das Gebäude eingemessen, werden die dunklen Bildpartien sehr gut und detailliert dargestellt, aber der Himmel ist durch die zu lange Belichtung überstrahlt.

Um nun ein Bild zu erhalten, welches sowohl helle als auch dunkle Bildpartien ausgewogen belichtet darstellt, kann man sich eines Tricks bedienen, eben der DRI-Technik.

Grundsätzliche Überlegungen
Es ist ratsam, die Aufnahmen in möglichst hoher Bildqualität aufzunehmen, um Bildstörungen durch Rauschen und Kompressionsartefakte von vornherein zu minimieren. Die ISO-Empfindlichkeit (http://de.wikipedia.org/wiki/Filmempfindlichkeit) am besten auf den niedrigsten Wert einstellen.

Wenn die Kamera die Aufnahme von Bildern im RAW-Format (http://de.wikipedia.org/wiki/Rohdatenformat_%28Fotografie%29) unterstützt, ist dies allein schon aufgrund der größeren Farbtiefe der Bilder empfehlenswert. Kann ein Bild im JPEG-Format beispielsweise 256 Helligkeitsstufen speichern (8 Bit), sind es im RAW-Format zwischen 1024 und 16384 Helligkeitsstufen (10 bis 14 Bit).

Bilder, die zu einem DRI montiert werden, sollten im Idealfall deckungsgleich aufgenommen werden. Daher empfiehlt sich die Aufnahme mit einem Stativ. Aus diesem Grund eignet sich diese Technik auch nur sehr bedingt für bewegte Bilder.

Es ist möglich, durch nachträgliche Änderung der Belichtung aus einem RAW-Bild mehrere unterschiedlich belichtete Bilder zu erstellen und diese dann zu einem DRI zu montieren. Ich halte dies allenfalls für eine Notlösung da die Ergebnisse m. E. Nicht mit einer echten Belichtungsreihe mithalten können.

So wird’s gemacht
Von dem gewünschten Motiv wird eine Belichtungsreihe erstellt. Das bedeutet, dass das Motiv bei gleicher Blende mit unterschiedlichen Belichtungszeiten aufgenommen wird. Dafür ist es sinnvoll, wenn die Kamera eine getrennte Einstellung von Blende und Belichtungszeit zulässt.

Zunächst wird eine passende Blende (http://de.wikipedia.org/wiki/Fotografische_Blende) ausgewählt und das Motiv eingemessen (Belichtungsmessung (http://de.wikipedia.org/wiki/Belichtungsmessung)) . Dabei errechnet die Kamera eine Belichtungszeit, je nach eingestellter Messmethode (integralmessung, Spotmessung etc.). Die „korrekte“ Belichtungszeit merken wir uns. Nach dem Scharfstellen auf das Objekt am besten den Autofocus abstellen, damit es nicht zu unterschiedlich focussierten Bildern kommt, was stören würde.

Wenn möglich, die Kamera in den manuellen Modus umschalten und die Arbeitsblende und die gemerkte Belichtungszeit einstellen. Es kann mit der Erstellung der Belichtungsreihe begonnen werden. Dazu wählt man zunächst eine etwas längere Belichtungszeit, als die eingestellte, macht ein Foto, verkürzt die Zeit, macht ein neues Foto usw.

Es hängt von den jeweiligen Lichtverhältnissen ab, wie viele Bilder gemacht werden müssen und wie stark die Belichtungszeiten differieren. Eine typische Reihe bei Nachtausnahmen könnte so aussehen (korrekte Belichtungszeit in rot)

20 s | 10 s | 5 s | 2 s | 1 s

Wir haben also ein überbelichtetes Bild (hier 20 Sekunden), ein korrektes und drei unterbelichtete Bilder, bei denen die überstrahlten Bildteile immer besser belichtet werden.

Diese Bilder müssen nun aber noch montiert werden, damit man auch die jeweils optimal aufgenommenen Bildpartien in einem Endprodukt zu sehen bekommt. Dazu werden im Prinzip die Bilder in der Reihenfolge ihrer Belichtungszeit von lang nach kurz übereinandergestapelt. Dann werden Schicht für Schicht die hellsten Bildpartien des Bildes durch die des darüberliegenden Bildes ersetzt.

Das kann man von Hand im Bildbearbeitungsprogramm erledigen, was recht mühsam ist und etwas Erfahrung benötigt, oder man kann diese Arbeit Programme wie beispielsweise Photomatix (http://www.hdrsoft.com) oder FDR Tools (http://www.fdrtools.com) erledigen lassen.

Im Gegensatz zu der oben kurz angerissenen „händischen“ Methode erzeugen die o. g. Programme echte HDR-Bilder. Diese haben einen so großen Tonwertumfang, dass sie auf normalen Monitoren nicht dargestellt werden können. Um solche Bilder anschauen zu können, muss der Tonwertumfang auf den eines Monitors verkleinert werden (Tonemapping oder Dynamikkompression). Je nach Einstellungen ergeben sich mehr oder weniger natürlich aussehende Bilder.

Meiner Meinung nach ist das Tonemapping am gelungendsten, dass man nicht auf Anhieb als solches erkennt. Viel Spaß beim Ausprobieren.