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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : "Unbekannter" Bunker gefunden



frankk
17.05.2007, 23:44
Heute, 21.00 Uhr brachte der Berliner Rundfunk die Nachricht, daß bei Bauarbeiten am Alex, gegenüber dem HdL ein bisher unbekannter Tiefbunker gefunden wurde. Ahh ja. Unbekannt also.

Squad
18.05.2007, 13:01
Bunker löst Baustopp am Alexanderplatz aus

In 60 Zentimetern Tiefe stießen Bauarbeiter auf eine Betondecke. Aufgrund des Fundes mussten die Arbeiten für einen Abwasserkanal gestoppt werden. Nun wird es zu erheblichen Verzögerungen bei der Realisierung des Masterplans des Architekten Hans Kollhoff für den Alexanderplatz kommen.

Bei Baggerarbeiten stießen Bauarbeiter auf dem Alexanderplatz auf einem Areal gegenüber dem Haus des Lehrers völlig überraschend auf eine Bunkeranlage. Auf einer Länge von vierzig Metern wurde eine Betondecke freigelegt, die offenbar dem größten Tiefbunker Berlins zuzuordnen ist. Nach Information dieser Zeitung mussten bereits vor knapp vier Wochen die Arbeiten für den Abwasserkanal gestoppt werden. Wegen der eklatanten Planungspanne wird es zu erheblichen Verzögerungen bei der Realisierung des Masterplans des Architekten Hans Kollhoff für den Alexanderplatz kommen.
Wie auch schon in den Tagen zuvor hatten die Arbeiter des zuständigen Tiefbauunternehmens am 23. April auf dem Areal an der Nordseite des Alexanderplatzes mit Erdarbeiten begonnen. Im Auftrag der Berliner Wasserbetriebe sollte an dieser Stelle ein neuer Abwasserkanal gelegt werden. Doch schon nach 60 Zentimetern Tiefe stieß der Baggerführer auf Beton. „Zunächst glaubten wir nur an ein Trümmerteil, aber wir kamen nicht weiter“, berichtet einer der Bauarbeiter. Schließlich legten die Männer auf vierzig Metern Länge eine Betondecke frei. Wie die Berliner Wasserbetriebe bestätigen, sollte das Gelände „frei für Leitungsarbeiten sein“. Mit Hindernissen habe man nicht gerechnet.

Falsche Planung

Nach näherer Untersuchung des Areals mussten sofort die Bauarbeiten eingestellt werden. Wie es zu der Panne kommen konnte, müssen jetzt die zuständigen Behörden klären. Nach Auskunft des Sprechers der Wasserbetriebe, Stephan Natz, habe man mit der Planung für eine alternative Abwassertrasse begonnen. „Es steht nicht fest, ab die Verzögerung wieder aufgeholt werden kann.“ Ursprünglich wollte man Ende Juli fertig sein. Auch die Alex-Baukoordinatorin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Silke Fürstenau, zeigte sich von der Planungspanne betroffen: „Wir hatten nicht damit gerechnet, dass an dieser Stelle der Bunker ist.“ Fest steht, dass bei der Planung nicht sauber gearbeitet wurde. Da der jetzt gefundene Teil der Bunkeranlage direkt an das Grundstück der Immobiliengruppe Hines grenzt und offenbar hineinragt, dürften auch für den geplanten Neubau des Büro- und Geschäftshauses an der Nordseite des Platzes Schwierigkeiten auftreten.
Bauexperten bezweifeln, dass der ursprüngliche Masterplan Alexanderplatz in der vorliegenden Form realisiert werden kann. „Bei einer Beseitigung von Betonbunkeranlagen müssten Beträge in zweistelliger Millionenhöhe aufgebracht werden“, beurteilt Dietmar Arnold, 1. Vorsitzender der Gesellschaft „Berliner Unterwelten“, die Situation. Er ist es auch, der sich im Bunker-Labyrinth rund um den Alexanderplatz bestens auskennt.
So kommt der plötzliche Baustopp für ihn nicht überraschend: „Uns war bekannt, dass es noch Bunkerräume unter dem Alex gibt, die nicht zugänglich sind.“ Offenbar sind die Arbeiter auf solch einen Bunkerteil gestoßen.
Dietmar Arnold geht davon aus, dass im Bereiche des Hines-Areals noch mit einigen baulichen Überraschungen im Untergrund zu rechnen ist. Dass möglicherweise noch Tote gefunden werden könnten, schließt der studierte Architekt aus. Er wies darauf hin, dass vor Jahren mit sogenannten Schlüssellochkameras versperrte Bunkerräume unter dem Alex erkundet wurden. „Allerdings konnte nicht jeder Flur eingesehen werden“, sagt er. Auch deshalb sei es „peinlich für die Planer“, wenn sie vom Bunker nichts gewusst hätten.

Bunker für Reisende

Der größte Tiefbunker der Stadt wurde unter dem Alexanderplatz im Zweiten Weltkrieg als Schutzanlage von der Deutschen Reichsbahn gebaut (1941-43). Im Rahmen eines besonderen Programms aller Berliner Bahnhöfe sollten Reisende im Falle eines Fliegerangriffs bombensicher untergebracht werden. Den damaligen Architekten kam der Umstand gelegen, dass bereits 1908 die ersten Pläne für eine U-Bahnstrecke vom Alex nach Lichtenberg vorlagen, die in den 20er- Jahren umgesetzt wurden. So wurde ein riesiger Fundamentblock gegossen, in dem sich später der Bunker einpasste. Zunächst war die zweigeschossige Anlage für 3000 bis 3500 Menschen geplant, bei Kriegsende waren es 10.000. Die Deckenstärke betrug drei Meter, die der Wände 1,80 Meter. Im Herbst 1945 wurde brauchbares Material aus dem Bunker zum Wiederaufbau verwendet. Seit der Wende steht die Bunkeranlage leer.

http://www.welt.de/berlin/article878834/Bunker_loest_Baustopp_am_Alexanderplatz_aus.html
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Ob man da auch reinkommt ?

dasteil
18.05.2007, 18:53
Ahh ja. Unbekannt also.

mann sind die doof...
lesen bildet<<-- und wieder ein planungsbüro weniger.

Klondike
18.05.2007, 19:34
der Berliner Kurier heute auch

"Bunker am Alex entdeckt" hihi,
Kurztext ohne Hr. Arnolds Worte. Man wenn der die Pläne von dem Teil hat macht er bestimmt einen Haufen Schotter....

Grüße

dasteil
18.05.2007, 19:47
daran dachte ich auch.
sein gesicht wird aber auch so genug wieder im tv und der name in der presse sein...

frankk
18.05.2007, 19:54
Und welche Konsequenzen hat denn die "Planungspanne" nun für die Verantwortlichen ???
Als Wiedergutmachung könnten sie uns ja mal neilasse- oder ?

Klondike
18.05.2007, 20:24
Als Wiedergutmachung könnten sie uns ja mal neilasse- oder ?

man hab ich 5 mal gelesen bis ichs geschnallt hab, ja mal REINLASSEN, ich kümmer mich auch gerne mit um das Abtragen des Inventars.......

@frankk nicht persönlich gemeint, finds Wort superlustig...

dasteil
19.05.2007, 08:17
an der nordseite? so,so!
hier mal ein bild (2 stunden alt) von der nord-ost seite.
abriss fussgängertunnel.
vor ein paar tagen stand in der berliner, dass der alex bis ende 2009 wieder umgebaggert wird, wegen dem bau einer 3-etagigen tiefgarage.
falls der dann wirklich fertig ist, waren das insgesamt über 5 jahre bauzeit.
schade, dass die stadt angeblich so bettelarm ist, woanders entstehen da ganze hauptstädte.

wenn man da fast täglich lang muss, entwickelt man eine ganz besondere beziehung zu den meisterleistungen unseres senates...
von kaulsdorf bis zum postdamer platz, um 8:00, braucht man fast 1,5 stunden.
für aussenstehende: das sind 13 kilometer!

claus
19.05.2007, 08:43
:lol: wenn ich mir den Maschinenpark auf dem Foto so ansehe, würde ich noch ein Jahr draufschlagen...
Was ist das denn für ne Micky Maus Firma? Sogar einen ZW Bagger haben sie eingesetzt...

claus

dasteil
19.05.2007, 09:09
naja, nun gut!
der imes geht halt langsam auch das geld aus...