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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Rauschunterdrückung



Sven K.
10.03.2005, 08:30
Hallo!

Es gibt verschiede Möglichkeiten der Rauschminderung bei, vorallem kompakten Digitalkameras.

- Um so höher der ISO-Wert, um so höher das Rauschen, deshalb immer mit dem kleinst möglichen ISO-Wert fotografieren.

- Um so länger der Bildwandlerchip unter Strom steht, um so größer das Rauschen, deshalb erst kurz vor dem fotografieren die Kamera einschalten und bei nichtstun wieder ausschalten.

- Um so wärmer der Bildwandlerchip wird, um so größer das Rauschen, deshalb die Kamera vor Sonne und anderen Wärmequellen schützen.

- Eine andere Methode ist, möglichst auf den Blitz verzichten und dafür eine Langzeitbelichtung zu machen.

Wenn man die obrigen Regeln einhält, wird das Bildrauschen nicht verschwinden, aber minimiert.

Der letzte Schritt ist die Rauschunterdrückung mit Hilfe eines Programms. Ich habe mal 3 Programme getestet (PaintShopPro, Helicon Noise Filter und Noise Ninja). Das Ergebnis könnt ihr euch auf den Bildern selbst ansehen.
Für mich hat das Programm "NoiseNinja" am besten abgeschnitten. Der Vorteil sind die nachladbaren Profile für sehr viele Kameras. Dadurch ist das Programm in der Lage sich genau an das Rauschverhalten der Kamera anzupassen und optimale Ergebnisse zu liefern.

Gruß Sven!

Martin K.
10.03.2005, 09:34
@Sven: Danke für die klasse Empfehlung/Hinweise. Kann NoiseNinja auch mit Batch-Verarbeitungen umgehen?

Viele Grüße
Martin

Sven K.
10.03.2005, 09:44
@Martin

Ja, NoiseNinja kann es, aber Helicon Noise Filter nicht.

Die neueste Version von NoiseNinja kann man hier downloaden. Ist aber nur ein Testprogramm.

http://www.picturecode.com/nn_standalone.htm

Gruß Sven!

Bollerfritze
10.03.2005, 14:34
-- Eine andere Methode ist, möglichst auf den Blitz verzichten und dafür eine Langzeitbelichtung zu machen.


Gruß Sven!
Hallo Sven,
Fotografie ist wohl Dein Hobby?
Bei der Problematik thermisches Rauschen also wenn der Sensor kocht, sollt man auf Langzeitbelichtung verzichten. Die einzelnen Pixel werden hierbei regelrecht als Magnet für Rauschstörungen missbraucht.

Was ist eigentlich günstiger, das Rauschen von der internen Bildbearbeitung der Kamera beseitigen zu lassen oder entsprechende Bearbeitungsprogramme zu nutzen (dabei die Rauschunterdrückung Kameraseitig abzuschalten).

Grüße vom Bollerfritzen

Sven K.
10.03.2005, 20:40
@Bollerfritze
Fotografie gehört mit zu meinem Hobby, wie bei den meisten hier.

Bei der internen Rauschunterdrückung kann ich mir nicht vorstellen, das sie sehr gut sind, weil die guten Programme auf schnellen Rechnern schon 10 bis 20 sek pro Bild brauchen. Eine Kamera soll aber in kürzester Zeit wieder einsatzbereit sein. Oft ist es auch so, das bei den internen Bearbeitungsroutinen der Kameras die Qualität zu stark leidet ( Schärfen und Komprimieren). Deshalb arbeiten Profis meist mit dem Rohdatenformat (RAW) um mit Hilfe von Grafikprogrammen das optimale herauszuholen. Ich selbst arbeite nicht mit diesem Format, weil ich recht lange warten muß bis die Kamera wieder startklar ist und meine Speicherchips zu schnell voll sind (je Bild etwa 12M).

Übrigens, bei meiner Kamera (Fuji S7000) habe ich mit den Langzeitbelichtungen andere Erfahrungen gesammelt. Die Bilder musste ich nie entrauschen.

Gruß Sven!

Bollerfritze
10.03.2005, 21:19
@Sven,
obwohl die Bearbeitungszeit der Rauschunterdrückung nach der Aufnahme bei meiner Kamera schon mal 10 Sekunden dauern kann, bin ich aber mit dem Ergebnis recht zufrieden.
Ab wann nun das Foto zu „Rauschen“ beginnt ist von Kamera zu Kamera sehr unterschiedlich. Ausschlaggebend ist u. a. die Größe des Sensors. Kleinere Sensoren sind bei weitem lichtunempfindlicher als ihre größeren Pedanten. Bei gleicher Lichtmenge wird bei den kleinen Sensoren das Signal- Rausch- Verhältnis ungünstig verschoben - im Bild kann man ein stärkeres Rauschen sehen.

Weil es mit Langzeitbelichtung, etc. im Bunkerbauwerk nicht immer so gut funktioniert habe ich mit ISO 400, externen Blitz (LZ 36) und einer einer DIMAGE A200 experimentiert. Bei diesen ungünstigen Lichtverhältnissen konnte man fast rauschfreie Fotos knipsen.


Gruß Bollerfritze

Sven K.
10.03.2005, 21:40
@Bollerfritze

Im Grunde hast Du recht, aber die Chipgröße ist fast gleich, nur in Anzahl der Fotodioden auf dem Chip nehmen zu. Ich glaube das meinst Du. Um so mehr Fotodioden auf der selben Fläche des Chips untergebracht sind, um so mehr Rauschen sie. Wer sich also eine teure 6 bis 8 Megapixelcam kauft darf sich auf viel Rauschen freuen. Bis 3 Megapixel hält es sich in Grenzen.
Dieses Problem gibt es bei digitalen Spiegelreflexkameras nicht, weil die Chipfläche viel größer ist, aber auch der Preis.

Gruß Sven!

Bollerfritze
10.03.2005, 22:13
Hallo Sven,
nein ich würde Deiner Theorie nicht ganz zustimmen wollen. Die Größe der Chips ist doch unterschiedlich. Gerade bei den etwas preiswerteren Kameras werden „kleine Sensoren“ verbaut - deswegen auch ein größeren Rauschen als bei den Hochpreisgeräten.
Du hast Recht: Je kleiner die Fläche des Sensors ist, je mehr Pixel auf dem Chip enthalten sind und je näher die Pixel beieinander liegen, desto mehr stören sich die einzelnen Elemente gegenseitig und das Rauschen steigt an.
Deswegen verbaut man in den etwas teueren Kameras größere Chips, das Rauschen hält sich so in Grenzen. Und damit man den Preis rechtfertigen kann werden Peltier- Kühlelemente für den Chip verbaut. Damit kann man das Grundrauschen infolge von Wärmebildung fast gänzlich vermeiden.

So, egal was für eine Kamera - fotografieren soll in erster Linie Spaß machen ohne groß nachdenken zu müssen was der Sensor jetzt wohl gerade macht - einfach nur sich auf das Motiv konzentrieren und dabei nicht mit dem Thermometer vor der Optik herumfuchteln :wink:

Beste Grüße Bollerfritze