PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Diskussion aus 'Überleben im Notfall' » Fallout



martin2
01.09.2016, 22:49
Ja bei einem Krisenfall mutiert der zivilisierte Mensch wieder zum Raubtier. Jeder wird sich der nächste sein. Wer zuerst tötet überlebt.
Ganz deutlicher Widerspruch! Das stimmt so nicht.

Wenn man sich das geschichtlich ansieht, hast Du einen starken Solidarisierungseffekt im Nahbereich: Es bilden sich Gruppen von Menschen. Innerhalb der Gruppe gibt es starke Solidarität (das letzte Hemd teilen). Es gibt zudem einen starken Abwehrmechanismus nach außen, man könnte das Verteidigung der eigenen Ressourcen nennen. Angriff auf andere Gruppen ist selten - da muss das Ziel schon wirklich lohnen.


Bei einem Kriegsfall mit A-Bomben kann man dann nur hoffen, dass man in der ersten Reihe steht wenns knallt. Und das es schnell geht.
Auch das ist falsch. Beziehungsweise zu vereinfacht.
Ok, in der A-Zone der Waffenwirkung bist Du tot. In der B-Zone bist Du übermorgen tot. In der C-Zone bist Du vielleicht in 10 Jahren tot - aber bis da hin hast Du Überlebenswillen - und willst essen und trinken.

Und außerhalb dieser Zonen geht das Leben irgendwie weiter: Ich darf daran erinnern, dass Atomwaffen keinen Fallout haben, Fallout haben kaputte Kernkraftwerke.

Ich darf zudem daran erinnern, dass dieses "50.000 Jahre lebt da kein Mensch" mal kritisch hinterfragt gehört: Hat sich jemand schon mal gefragt, warum die 50.000 Jahre in Hiroshima schon vorbei sind? Siehste.


Für mich selber denke auch ich, dass ich nicht in der Lage bin autark zu überleben. In der Natur kenne ich mich bestimmt aus und auch ein Feuer werde ich noch hinbekommen. Doch mit der Nahrungsbeschaffung sieht es dann nicht mehr so doll aus.
Platz ist erstmal genug: Deutschland ist das waldreichste Land Europas, man glaubt es nicht: 390 Bäume pro EInwohner. Also für Heizung ist gesorgt.

Ich habe zudem 50 Feuerzeuge, das reicht erstmal. Schwieriger wird das mit den Kräutern: Obwohl ich auf dem Land lebe und einen großen verwilderten Garte habe, habe ich nicht die geringste Idee, was von dem Grünzeug man essen könnte: Das schmeckt alles bitter. Bitter --> gefährlich.


Ich hoffe mal das dieser Fall nicht eintreten wird.
Das hoffen wir alle.
Aber mal darüber nachdenken schadet ja nicht.
Das primäre Problem ist Strom. Das sekundäre Problem ist Trinkwasser. Alles andere wäre notfalls autonom machbar.

* Wir alle stehen einen Tag problemlos durch.

* Wir stehen mit großen Problemen in Kleingemeinschaft drei Tage durch.

* Mit extrem großen Problemen stehen wir sieben..zehn Tage in einer größeren Kleingemeinschaft durch - darauf zielen diese Ernährungs-Bevorratungshinweise.

* Wenn wir den Wiederanlauf der Infrastruktur nicht spätestens in drei Wochen schaffen, dann ist die Ifrastruktur irreparabel zerstört: Wir wären auf dem Stand von 10.05.1945.


Interessantes Thema. Gerade im Schnee sind die Spuren von Wildkaninchen gut zu erkennen. An geeigneter Stelle kann man eine Schlinge legen und es funktioniert. Das hat mein Vater früher gemacht und er hatte viele Erfolge und die Kaninchen haben geschmeckt.
Mal angenommen, es geht morgen los: Wo nehme ich denn den Schnee her?

Und Wildkaninchen gibt es in meiner Region auch nicht. Ok, einen Dachhasen (das ist ein Begriff?) hätte ich notfalls. Irgendwann treibt es der Hunger rein. Aber nur einmal, den kann man ja nicht immer wieder neu schlachten.

Großstädter sind einerseits richtig gekniffen. Andererseits ist dort verblüffenderweise die Solidarität höher.

Skynet
02.09.2016, 07:16
Hallo,


Und außerhalb dieser Zonen geht das Leben irgendwie weiter: Ich darf daran erinnern, dass Atomwaffen keinen Fallout haben, Fallout haben kaputte Kernkraftwerke.

Das wäre mir neu, dass nach einer KW Explosion kein Fallout entsteht.

https://de.wikipedia.org/wiki/Radioaktiver_Niederschlag

Löwenzahn: Bitter, die Blätter haben wir als Kinder trotzdem gefuttert und leben noch.

Grüße Skynet

martin2
02.09.2016, 15:26
Ja, das war unglücklich formuliert. "keinen nennenswerten" kommt der Sache näher. Zudem muss dann geschaut werden, was da konkret (und wie lange) strahlt.

Skynet
02.09.2016, 15:40
Hallo,


"keinen nennenswerten" kommt der Sache näher.

das ist eine pauschale Aussage und falsch meiner Meinung nach, steht alles im verlinkten Wiki Artikel. Dem 2. Satz würde ich zustimmen.

Grüße
Skynet

railroader
02.09.2016, 16:38
martin2,

das mit der A-Bombe war sinnbildlich gemeint.

Und das mit der Solidarität in großen oder Großstädten würde ich verneinen. Gerade dort wo es anonym ist ist die Solidarität meiner Meinung nach nicht gegeben.

Gruß Dirk

Oh habe gesehen das Lutz da schon fast meine Antwort gegeben hat. Aber gut ich lasse das dann mal trotz allem stehen..

martin2
02.09.2016, 20:20
das ist eine pauschale Aussage und falsch meiner Meinung nach, steht alles im verlinkten Wiki Artikel. Dem 2. Satz würde ich zustimmen.
Nehmen wir gedanklich 100 kg Uran. Dann kann nicht mehr als 100 kg Fallout sein. Das ist, verglichen mit der Waffenwirkung, den Radien- nicht nennenswert. Die Zerfallsreihe ist bekannt, die Halbwertszeiten auch. Das ist nicht vergleichbar mit beispielsweise Tschernobyl.


Und das mit der Solidarität in großen oder Großstädten würde ich verneinen. Gerade dort wo es anonym ist ist die Solidarität meiner Meinung nach nicht gegeben.
Die Geschichte zeigt es aber es aber genau so. In den Städten gab es die Solidarisierung in den von mir beschriebenen Kleingruppen. Da hatten alle nichts, da musste man zusammenhalten.

Wie das in einer künftigen Katastrophe aussehen mag, das wissen wir alle nicht. Und ich will es auch nicht herausfinden.

Frank K.
02.09.2016, 20:51
Nehmen wir gedanklich 100 kg Uran. Dann kann nicht mehr als 100 kg Fallout sein. Das ist, verglichen mit der Waffenwirkung, den Radien- nicht nennenswert.

Ich schlage vor du hörst mit deinen Einlassungen dazu jetzt auf. Das konterkariert ja alles zum Thema Bekannte. Falls du das wirklich noch nicht kennst dann nehme die Statistiken über am Fallout Verstorbener der beiden real eingesetzten Waffen und der oberirdischen Kernwaffen-Testversuche zur Kenntnis.

martin2
02.09.2016, 22:16
Gern - nachdem ich noch eine rhetorische Frage gestellt habe: Wieso leben in Hiroshima Menschen? Das kann doch gar nicht sein, also wenn das genannte Bekannte so auch stimmt.

B.Man
03.09.2016, 07:48
Die BW ( Poncho ) und die NVA ( Gummimann ) haben also viel Geld ausgegeben um ihre Soldaten vor einem kräftigen Landregen zu schützen ?

Skynet
03.09.2016, 08:21
Hallo

ich stimme Franks Beitrag zu, offenbar fehlt dann doch etwas an Kernphysikalischem Grundwissen wie die 100 kg Aussage zeigt.

Grüße
Skynet

fernaufklärer
04.09.2016, 02:22
100 kilo Atomstaub hört sich wirklich nicht viel an, den können ja ne Handvoll Muschkoten fast auffegen. Denken die Kernwaffeneinsatzstrategen so?
Allein der Gedanke, dass die zerhackstückten Uranatome völlig neue Atome gebildet haben, die ihrerseits kaskadierend unter Strahlenabgabe weiterzerfallen ("Zerfallsreihen sind ja bekannt"), darüber hinaus freigesetzte Neutronen Sekundäreffekte verursachen können und bei nahezu jedem Kernzerfall noch Gamma nach Einstein Masse/EnergieÄquivalenz abfällt, grault mir. Egal, ob eine Bombe hochgeht oder der Reaktor des KKW meines Vertrauens durchbrennt.

Atomfreies WE gewünscht!

martin2
04.09.2016, 05:22
100 kilo Atomstaub hört sich wirklich nicht viel an, den können ja ne Handvoll Muschkoten fast auffegen. Denken die Kernwaffeneinsatzstrategen so?
Ja.

Die gewünschte Waffenwirkung ist doch eine ganz andere, es geht um den Energieeintrag. Der fallout ist eher "nebenbei", jedenfalls nicht das Ziel der Waffe. Als Ergebnis kommen Cäsium-137 und Strontium-90 in die Atmosphäre. Das meiste in Zone A, da ist aber wegen der Waffenwirkung praktisch schon jeder tot. Die Abnahme (wegen der Verdünnung in der dritten Potenz) ist sehr groß, nach zwei Wochen kann das Gebiet der Zone C (mit Risiken) wieder betreten werden.

Bei einer Reaktorkatastrophe sieht das völlig anders aus: Erstens ist der Auswurf um Größenordungen höher, zweitens ist dann Jod-131, Cäsium-134 und Cäsium-137 am Start. Das ist eine völlig andere Bedrohung.

Mir wäre (und das richtet sich an alle meine Vorredner) etwas mehr Sachlichkeit recht. Mir ist durchaus klar, dass die öffentliche Wahrnehmung sowohl in ost als auch in west sich nie änderte: Das ist böse, wir sind dann alle tot. Und das ist auch gut so: Diese Waffen dürfen nie zum Einsatz kommen.

Da mich nun mehrere sehr deutlich und -wie ich fand- unhöflich belehrten, möchte ich freundlich anregen, genau das zu tun, was mir angeraten wurde: Am "Kernphysikalischem Grundwissen" zu arbeiten. Kleiner Hinweis am Rande: Die Standzeit von Bunkern wurde nicht nach volkswirtschaftlicher Kraft, sondern nach physikalischen Gesetzmäßigkeiten festgelegt. Die drei beziehungsweise 21 Tage wurden nicht ausgewürfelt - sie haben einen wissenschaftlichen Hintergrund.

Im Übrigen geht es hier um "Überleben im Notfall": Mir scheint es eine gute Idee ohne Hysterie mit sachlichen Annahmen zu diskutieren.

Aschekater
04.09.2016, 07:14
Ist nicht unser ganzer Alltag , ein einziger Notfall ( ohne Plan )??

Skynet
04.09.2016, 07:39
Martin,

die Aussage deinerseits war: kein oder keinen nennenswerten Fallout bei Kernwaffeneinsätzen, die Aussage ist schlicht falsch. Was Strategen dazu meinen, ist der Physik egal. Belassen wir es besser dabei.

Skynet

Frank K.
04.09.2016, 17:07
Einige Beiträge von

hidden-places.de/Überleben-im-Notfall-Tipp´s-und-Erfahrungen (http://forum.hidden-places.de/showthread.php/10722-Überleben-im-Notfall-Tipp´s-und-Erfahrungen?p=114853&viewfull=1#post114853)

zum Thema 'Fallout' hierher ausgelagert.