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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : NORGE 2016, Vorbereitung und Tourtagebuch



jollentreiber
20.11.2015, 23:54
http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/mg61652h0oq47yu8.jpg (http://www.fotos-hochladen.net)


100817

Mit diesem bildlichen Eindruck habe ich meinen letzten Tagesbericht der NORGE 2015 hier im HP-Forum beendet.

http://forum.hidden-places.de/showthread.php/9891-Tour-NORGE-2015-Vorbereitung-und-Reisetagebuch



Und genau mit diesem letzten Sonnenuntergang, auf der Rückreise von einer meiner bisher besten Touren, möchte ich auch die Vorbereitung der neuen Exkursion NORGE 2016 hier im Forum beginnen.

Warum schreibe ich wieder bei Hidden-Places und nicht in einem deutschsprachigem Reiseforum für den skandinavischem Raum? Gäbe es dort doch viel mehr Reisetipp´s und auch Fachleute die sich jedes Jahr in diesen nördlichen Gefilden dort rumtreiben.

Da gibt es u.a. zwei wichtige Gründe.

Zum ersten brauche ich keine Fachdiskussion wo man am günstigsten sein Wohnmobilklo entsorgen kann bzw. wo sich die besten Stellplätze für deutschsprachige Naturliebhaber im Rentenalter befinden.
Auch kann ich sehr gut auf das ständige gejaule über die aktuellen Wechselkurse und Spritpreise in den Foren verzichten.

Der zweite und bedeutendere Grund ist aber das in den allgemeinen Reiseforen die wenigsten User sich für die Ziele interessieren welche auch im Jahr 2016 wieder angesteuert werden.
Ziele und Objekte, die sich zum großen Teil mit dem geschichtlichem Wirken unserer Großväter im Zeitraum der Besetzung Norwegens von 1940 bis 1945 auseinander setzen werden.

Wir reisen also als interessierte HP-Gemeinde auch im Jahr 2016 wieder zusammen in den kalten Norden.

WIR?

Das große Interesse an den Berichten der letzten "NORGE" hat mich überzeugt das die tägliche Lagemeldung hier bei HP eindeutig besser aufgehoben ist als in irgend einem „Allerweltsforum“.

Alles klar? Also machen WIR das dann so:

Ich muß wieder fahren, klettern, knipsen was die Akkus hergeben, Unmengen an Salami´s essen, wenig und im kalten schlafen aber dafür viel schreiben, mal verzweifelt mal überrascht oder ab und an auch total happy sein usw.

Ihr braucht dafür nicht fahren, nicht klettern, schlaft im trocknen, könnt genau so mal überrascht sein oder auch über einen meiner Fehlschläge auf Tour lächeln, werdet erschwingliches Feierabendbier trinken und Eisbein essen. Und ihr könnt im Vorfeld oder während der Tour den einen oder anderen (schlauen) Tipp mit einbringen.

Also, ihr seht schon, ich werde wieder leiden müssen....das aber gerne!! :highly_amused:

Ok, wann geht es los und wo genau geht es dieses mal hin?

Die Planung für die NORGE 2016 sieht wieder 4 Wochen (Ende Mai/Anfang Juni) vor und mein Chef hat dies schon mit leichtem Stirnrunzeln zur Kenntnis genommen. Es dürfte also aus dieser Richtung nun nichts mehr im Wege stehen.
Aber mal schauen wenn ich dann die offizielle Urlaubsplanung abgebe.

Die grobe Richtung gibt der Name der Tour ja wieder vor. Genauer gesagt wird es sofort und auf dem zeitlich kürzesten Weg mit der Fähre nach Helsinki und dann durch Finnland in den nordöstlichsten Teil von Norwegen gehen um mich dann Punkt für Punkt in Richtung Südwesten durchzuarbeiten.
Schwerpunkte sind, neben den ganzen noch offenen Objekten des Atlantikwall´s nördlich beginnend über Bodø z.B. auch die noch vorhandenen Zeugnisse der geplanten und teilweise erstellten Polarbahn vom nördlichen Kirkenes nach Mittelnorwegen.
Soll also heißen das es bis zum eigentlichen Beginn der Tour erst einmal straff bis an die unmittelbare Grenze des Oblast Murmansk geht und dann wieder geplant zurück.
Hmmm, mal schauen ob ich dieses mal meine Anreise in einem Ritt und ohne Probleme hinbekomme.


Was sich 2016 ändern wird ist z.T. meine Ausrüstung.

Das Kajak wird wohl keinen Platz mehr auf dem Defender finden. Der Platz wird, zur Sicherheit, den Skiern reserviert bleiben müssen.
Aber mal sehen wie ich mich dann aktuell entscheide..... :stupid:

Des weiteren lebe ich, wenn ich ab und an mit dem „Dicken“ unterwegs bin, auch heute noch von meinem verstauten Proviant der NORGE 2015.
Die Tüten und Büchsen mit dem ganzen Kartoffelpüree, Kurzkochreis, Hühnersuppe und all das andere Zeugs werden einfach nicht weniger. Da brauche ich mich ja auch nicht zu wundern das die Kiste immer noch so tief in den Federn steht
Da hätte im September locker auch die Hälfte gereicht.
Na jut, hat man jetzt immer eine Reserve für schlechte Tage oder sogar für die 2016er Tour.

Was mir noch aufgestoßen ist, mein (neues) Beil aus dem Baumarkt war keinesfalls zum Feuerholz machen geeignet.....effektiver wäre es da wohl gewesen wenn ich mit dem Ding nach Fische im Fjord geschmissen hätte.
Aber auch quatsch...hätte dann toten Fisch gehabt aber eben auch wieder kein Feuerholz!! :dejection:
Egal, habe es nun schon anderweitig entsorgt und einen hochwertigeren Ersatz an Bord.


Gut, das mal schnell als kurze und erste Einstimmung auf die anstehende NORGE 2016, die sich jetzt allerdings wirklich noch in den Planungsanfängen befindet.

Ich hoffe und wünsche mir das sich auch hier wieder einige aktiv mit Vorschlägen und Wünschen einbringen. Ich werde natürlich versuchen auch spezielle Anregungen den Möglichkeiten entsprechend in die Tourplanung mit einzuflechten.
Auf geht's die Herren!!!

Danke und Gruß
Lutz

saska
21.11.2015, 20:34
Hallo Lutz


Herzlichen Glückwunsch zur erneuten Wahl Deines Reiseziels im hohen Norden. Norwegen ist immer wieder ein spannendes Abenteuer und hat da so einen gewisses Suchtpotenzial......:)

Ich erlaube mir einmal einige praktische Hinweise zu geben, was die von Dir geplante Reisezeit betrifft. Allgemeine Schneeschmelze in der Finnmark ist in der Regel im Mai, je nach Witterung läuft das auch schon mal in den Juni hinein. Tendenziell kann man aber sagen, dass Ende Mai/Anfang Juni zumindest in den Niederungen der Schnee zum größten Teil weg ist. In den Höhenlagen jedoch noch nicht. Somit wären die Skier eher unnötig - falls es nicht in die Höhen gehen soll. Um sich noch kurzfristig vor der Reise einen letzten Eindruck über die Schnee- und Wetterlage in der Finnmark zu machen ist der norwegische Wetterdienst mit seinen Webcams (ganz unten am Ende der Seite) sehr hilfreich - falls nicht schon bereits bekannt. Einfach oben im Suchfeld den gewünschten Ort eintragen (ich habs mal bereits auf Kirkenes eingestellt): http://www.yr.no/place/Norway/Finnmark/Sør-Varanger/Kirkenes/

Viel viel wichtiger aber sind in der Jahreszeit Mai/Anfang Juni dort Gummistiefel. Alle Bäche und Sümpfe sowie Senken haben dann nämlich Hochwasser und je nachdem macht dies einem das Vorrankommen im Gelände gar nicht so einfach. Zudem steht dann gerne in einigen der tiefergelegten Bunker das Wasser oder zumindest davor im Eingangshof. Das sind dann so Momente wenn man gerne in die Anlage will, aber sich ärgert dass man nicht kann, weil ganz einfach die falschen Schuhe mit dabei sind.

Zu den von Dir erwähnten Bunkeranlagen und Hinterlassenschaften der deutschen Besatzungszeit in Nordnorwegen sollte man unbedingt eines beachten, bevor es ansonsten nach der langen Reise plötzlich zu einer bösen Überraschung kommt und man gefrustet ist:

Die Wehrmacht hat während ihres Rückzuges aus der Finnmark im Winter 1944 auf Befehl aus Berlin hin beinahe alle militärischen und zivilen Anlagen, Gebäude, Bauwerke, Straßen, Häfen, Wohnhäuser etc. zerstört, gesprengt, verbrannt oder zumindest hochgradig unbrauchbar gemacht. Grund hierfür war die Absicht der vorrückenden Sowjetarmee keine Möglichkeit zu geben sich schnell in der Finnmark im arktischen Winter eine Landebasis oder Stützpunkt dort zu errichten um die Wehrmacht schneller und besser bekämpfen zu können. Was ich nun damit sagen will ist, der Großteil der Bauwerke und Bunker der Wehrmacht dort sind gesprengt und dies meißt planmäßig und sehr gründlich. Man trifft immer wieder auf Überraschungen und es finden sich einzelne intakte Bunkeranlagen, dennoch sind diese deutlich in der Unterzahl. Was oft überlebt hat sind in Küstenbatterien die offenen Bettungen der Geschütze, wobei die seitlichen Munitionsnieschen wiederum oft zerstört wurden. Ebenfalls haben sich oft die Stollenanlagen im Felsausbau innerhalb der Batteriestellungen erhalten, welche als Munitionslager dienten. Vereinzelt finden sich auch immer wieder intakte oder teilintakte Tobrukstände oder feldmäßige oder verstärkt feldmäßige Anlagen. Die Wehrmacht beendete ihren Rückzug Anfang 1945 dann im Bereich Nordland und Tromsö und setzte sich hier wieder fest. Somit kann gesagt werden, dass etwa im Bereich Nördlich Tromsö bis Petsamo fast alle deutschen Anlagen zerstört wurden. Wer sich aber dennoch auch für gesprengte Bunker begeistern kann, der kommt dort wirklich auf seine Kosten und es gibt wirklich einige Highlights dort oben. Dennoch empfiehlt es sich seine Erwartungen runterzuschrauben.

Vielleicht erzähle ich hier auch nur bereits bekanntes Wissen - weshalb man mir in dem Fall verzeihen mag, ich dachte mir nur ich spreche diese Tatsache gleich zu Beginn an um bösen Überraschungen vorzubeugen. Denn in Anbetracht des langen Weges sollte man wissen auf was man sich da einlässt.

Grüße Saska

jollentreiber
21.11.2015, 21:17
https://www.youtube.com/watch?v=OwIfryzHGig


Hallo meine Freunde der nordischen Volksmusik....ähmmm Thema verfehlt. :dejection:


Ok, noch mal.

Hallo in die geschichtsinteressierte Runde

Öfters lese ich hier im Forum von User die dringend Hilfe bei der Urlaubsgestaltung suchen. Da stehen also zwangsläufig 2 bis 3 Wochen an in denen man nicht nur faul mit der Mutti auf der Matte liegen will.
Nee man sucht händeringend Objekte die einem im Urlaubsland einen spannenden Freizeitvertrieb im Hobbybereich versprechen.
Natürlich sollen diese Ziele auch noch (fast) unbekannt sein und einen gewissen Spannungsfaktor bieten.

Ist gewiss nicht einfach für manchen Regionen da noch brauchbare Tipp´s zu geben.

Ich habe da nun wieder genau das gegenteilige Problem. Aktuell stehen ca. 70 Objekte auf dem Schirm die alle mehr oder weniger von Interesse für die NORGE 2016 sein könnten.
Es ist so gesehen also kein Problem die Zeit sinnvoll „tot zu schlagen“, zumal ich ja diesmal in der Mitsommernachtszeit reise und in den geplanten Bereichen die Sonne auch Nachts am Horizont erstrahlt. Ich kann auch so beim besten Willen nicht alle Ziele schaffen.

Wie kann nun das Auswahlverfahren bzw. die Objektauswahl zu meistern sein? Ich habe mir ein gewisses Bewertungssystem zu dem Problem erstellt.

Als erstes bekommen alle in die größere Auswahl kommenden Ziele einen sehr genau positionierten Marker auf Google Earth. Dieser Marker ist anfangs noch neutral gehalten. Es ergibt sich so nun schon mal eine Karte voller Geschichtsorte die entsprechend der Suche rasch anwächst.
Im aktuellen Fall für 2016 beschränkt sich dieser Bereich allerdings nur auf norwegischen Objekte die sich nördlich des 67ten Breitengrades, sich also über Bodø befinden.

So weit so gut. Das ist noch der einfachste Teil der Vorbereitung.
Da auch ich nicht alle Zeit der Welt im Urlaub verbringen kann, kommt nun der zweite Teil der Planung. Die Einstufung der gefundenen Ziele in drei Gruppen.

Gruppe I : scheinbar sehr spannend, lohnenswert
Gruppe II : hmmm, evtl. eine Überraschung
Gruppe III : sicher Touristenfalle bzw. museale Nutzung

Um diese Gruppierung zu erreichen, so hat es sich auch bei der NORGE 2015 schon bewährt, wird zu jedem Objekt eine Recherche im Internet gemacht. Die Suche in verschiedenen norwegischen Fachforen bzw. auf thematischen Internetseiten nach Anhaltspunkte zum jeweiligen Objekt.
Bei einigen geht es sehr schnell und man bekommt eine große Anzahl von Informationen und Bildern. Das sind dann leider oft die Ziele die zum großen Teil auch museal genutzt werden oder in der Nähe von größeren Ortschaften liegen. Diese fliegen dann fast immer gleich in die Gruppe III.

Warum?
Weil ich nun überhaupt keinen Bock habe mich auf meiner Exkursion mit anderen Leuten um den letzten Parkplatz vor Ort zu streiten oder mich in völlig entkernten oder gar vermüllten Anlagen zu bewegen.

Also Gruppe III ist eher weniger von Interesse und als "Beifang", bei noch vorhandener Zeit, auf dem Weg eingestuft.

Gruppe II....jut hier schwanke ich jetzt aktuell mit meiner Einteilung. Hat es sich doch ergeben das ich dieses Jahr in einem G II Ziel, etwas abseits des Weges, den Würzburg Riese gefunden habe. Recherchen vorab hatten zu dem vorhanden sein keine Anhaltspunkte gegeben.

Es passiert aber auch oft das sich im Vorfeld, z.B. zu einer Heeresküstenbatterie oder einer Torpedobatterie, so gut wie nichts findet. Da kannst die alte Tante Google noch so jagen. Es kommen, wenn dann überhaupt, nur spärliche Infos und die auch noch in unverständlichen Sprachen.
Hier nehme ich dann nochmal die Bildsuche in Anspruch.
Meistens bringt das aber im Nachgang auch keinen großen Erfolg. Da ist es erforderlich sich zu entscheiden, zu hinterfragen.

Warum gibt es nichts genaueres zu den Anlagen zu finden? Ist das gesuchte Objekt nicht mehr vorhanden (nicht gebaut oder schon kompl. geschliffen) oder aber liegt es „nur“ etwas vom Weg abgelegen.

Letztere Überlegung kann es dann schnell zu einem „Gruppe I“ Objekt machen.....einfach wa?

Nee, das macht es nun nicht unbedingt einfach!
Stellt sich doch die ernste Frage warum ist es noch nicht abgebildet oder im Net beschrieben?
Ein genauerer Blick auf Google Earth bringt dann meistens schnell die Lösung. Es ist nicht „nur“ abgelegen sondern auch sehr schwer erreichbar.

Der landseitige Kletterweg mag ja noch halbwegs erträglich sein, aber wenn man ein Boot benötigt und dann noch einen halben Tag „krakseln“ muß, tja dann scheint sich hier wohl auch das Interesse der einheimischen „Bunkerbekloppten“ einzuschränken. Könnte so sein.

Ja ja, kann schon verflixt sein....man kriecht morgens wohlgelaunt aus dem kaltem Defender, fährt seine Tourplan weiter ab und freut sich wie Bolle. Noch besser, man sieht das nächste Ziel der Begierde (Gruppe I) schon vor dem geistigem Auge und dann.....dann kommt man nicht ran!!
Selbiges ist mir dieses Jahr bei der Torpedo-Batterie „Ledangholm“ so passiert.

https://www.google.com/maps/@64.5180792,11.1230527,997m/data=!3m1!1e3

Ich stehe am Wasser der Bucht Litlvika und finde einfach keine Möglichkeit, über Land oder Wasser an die Torpedo-Batt. zu gelangen. Über Land versperrte eine große Felsformation den Zugang zur Halbinsel und über Wasser ging es mit dem Kajak, auf Grund sehr windigem Wetter, starkem Wellengang und ungewissen Anlandebedingungen auf der nicht einsehbaren nordöstlichen Seite, auch nicht.
Ein größerer Fußmarsch westlich um den ganzen Berg wäre als einziger Versuch noch möglich gewesen, aber dazu fehlte mir die Lust und die trockenen Klamotten an dem Tag sowiso.

Was ist also weiter passiert?
Ich habe für die Nachwelt noch einige Steine ins Wasser geworfen, (evtl. entsteht ja so für die Nachwelt in den Jahren mal ein Landweg zur Halbinsel :triumphant: :stupid: ) und bin weiter gezogen.
Erst etwas mürrisch, aber das nächste erfolgreiche Etappenziel hat mich wieder schnell aufgemuntert.

Wo waren wir stehen geblieben? Ja genau, bei der Objektklassifizierung.

Auf diese Art, der drei Stufen, bereite ich nun in den nächsten Wochen meine genaue Routenführung für die Tour vor.
Am Ende der Vorbereitung werden dann zu jedem Ziel alle vorab gesammelten Informationen im Roadbook vermerkt sein und in Papierform, auf dem Laptop sowie zum ständigen Zugriff auf dem Tablet zur Verfügung stehen.

Falls nun jemand meint das diese Form der Vorbereitung ganz schön aufwendig ist bzw. die Überraschung oder die Flexibilität schmälert....nö kann ich nicht sagen.
Mir macht es sehr viel Spaß die Reise so genau wie möglich in seinen Grundpfeilern zu planen. Die Grundlage einer solchen Tour sollten bei der Reisezeit von 4 Wochen und einer nicht unerheblichen Fahrleistung bis an den Polarkreis schon gegeben sein. Sehe ich jedenfalls so.

Und was kann mir dadurch nun überhaupt nicht passieren? Genau....die spannenden Ziele ausgehen!!
Im Gegenteil, ich befürchte sogar das ich wieder viel zu viel auf dem Schirm habe und meine intensive und zeitraubende Rumkriecherei in jedem zu findenden Loch mir am Ende einige „Gruppe I Objekte“ kosten wird.

Wäre aber auch nicht schlimm, fahre ich im Jahr 2017 eben noch mal nach Norwegen.....vielleicht gibt es ja dann auch schon den neuen Steinweg zur Torpedo-Batterie „Ledangholm“. :highly_amused:


Oha, die Zeit rennt. Ich mache jetzt hier und heute Schluß mit der Schreiberei.
Wünsche euch noch ein schönes Restwochenende.

Gruß
Lutz

jollentreiber
21.11.2015, 22:45
Herzlichen Glückwunsch zur erneuten Wahl Deines Reiseziels im hohen Norden. Norwegen ist immer wieder ein spannendes Abenteuer und hat da so einen gewisses Suchtpotenzial......:)



Ja danke Saska, die erneute Auswahl meines Reisezieles mit Norwegen ist mir wahrlich einfach gefallen. Stand eigentlich schon fest als ich das Land Ende September nach einer super Tour leider wieder Richtung Deutschland verlassen musste.





Vielleicht erzähle ich hier auch nur bereits bekanntes Wissen - weshalb man mir in dem Fall verzeihen mag, ich dachte mir nur ich spreche diese Tatsache gleich zu Beginn an um bösen Überraschungen vorzubeugen. Denn in Anbetracht des langen Weges sollte man wissen auf was man sich da einlässt.

Grüße Saska

Saska, vielen vielen Dank für deine Ausführungen.

Keines Fall´s schreibst Du hier umsonst bzw. bekanntes Wissen. Wie Du sicher erkennen kannst wird grade auch das Norwegenthema von vielen hier stark beachtet.
Es scheint wohl auch daran zu liegen das sehr viele User hier im Forum den weiten Weg in diese weit nördlich gelegenen Regionen der deutschen Geschichtsschreibungen von 1940 und 1945 bisher gescheut haben.
Sei es wegen der von Dir auch genannten Entfernung oder aber auch weil zu diesem Thema hier und auch allgemein die deutschsprachigen Info´s eher knapp gehalten sind.

Es hilft also auf alle Fälle wenn Du und auch andere User sich hier gemeinsam austauschen. Sei es durch Wissen oder auch durch sich stellende Fragen. Gewinner aus diesem Austausch kann und wird die große HP-Gemeinde sein.

Nun mal zu deinen Ausführungen im obigen Beitrag.

Das mit der Schneegrenze ist ein Punkt der mir wirklich ein wenig Kopfzerbrechen bereitet. Nicht wegen dem fahren dort oder der nächtlichen Kälte im Fahrzeug beim schlafen. Nein, ich hoffe das zu meiner Zeit im nächsten Jahr die weiten Flächen der betreffenden Objekte relativ schneefrei sind.
Ist es doch grad auch das „kleine Detail“ am Bunker oder im Gelände welches hilft ein Gesamtbild (auch bei angesprengten Anlagen) entstehen lässt. Schnee, so schön wie er dort auch sein mag, würde die Suche nach eben diesen kleinen Details doch etwas behindern.
Übrigens, danke für den Link mit der Wettercam. Schaut dort in Kirkenes ja schon winterlicher aus als bei uns....ok wen wundert´s bei der Nähe zum Polar.

Nun, falls es teilweise doch so sein sollte mit dem Schnee, tja dann erfreue ich mich eben dem, hier in unserer Region leider etwas seltenen, Anblick und baue zu meiner Auflockerung einen kleinen Schneemann am Wegesrand.

Saska, wie Du sicher im Thema NORGE 2015 gelesen hast, unterstützt mich @kossiossi immer sehr rege bei meinen Aktivitäten in und um Norwegen. Er ist sehr oft in Norwegen und kennt sich daher auch recht gut mit Land und Leute aus.
Ok, angeln kann ich trotz seiner intensiven Bemühungen zwar immer noch nicht (fehlt mir ehrlich gesagt auch das Fingerspitzengefühl, der Nerv und oft der abgerissene Pilker), aber bei einer Sache habe ich mich nun geflissen an seinen Rat gehalten und für die Anreise in die Finnmark den Weg über die Fähre nach Helsinki vorgesehen.

Ich gehe davon aus das dieser Weg der optimale sein wird. Meine letzte Routenwahl (gegen seinen Rat) über Kiel – Oslo war zwar auf der Luxusfähre „Color Magic“ bequemer aber dafür hat mir der anschließende Landweg durch Norwegen Nerven und Zeit gekostet.

Hast Du Erfahrung mit dieser Anreiseroute?
Mir geht es im Grund darum wie viel Zeit ich für die Anreise in die Region Kirkenes einplanen muss/soll.
Meine durchschnittliche Reisegeschwindigkeit wird bedingt durch das Fahrzeug (LR Defender) und das mitgeführte Equipment (auch Gummistiefel und Wathose) so um die 90-100 km/h liegen.
Falls Du dazu etwas schreiben könntest, wäre ich dir sehr dankbar.

Danke und Gruß
Lutz

blitzpilot
22.11.2015, 11:45
Hallo Lutz,

mal eine Frage zu Deiner Tour?
Warum planst Du immer so große Abschitte? Das mit der Zielauswahl ist eine gute Methode. Vielleicht einfach vor Ort entscheiden
nach Zeit, Lust und Laune welche Ziele Du ausläßt. Und dann soweit machen wie man kommt. Den Rest für eine spätere/nächste
Tour aufheben. Da kann man so man möchte Ziele der vorherigegen Tour nochmal anfahren wo sich vielleicht neue Erkenntnisse
ergeben haben oder man was übersehen hat.
Was macht übriegens Dein Feuchtigkeitsproblem im Auto?
Hat mit Deiner Stromversorgung alles so geklappt wie Du Dir es vorgestellt hast?

Beste Grüße
BP

jollentreiber
22.11.2015, 17:46
Hallo Lutz,

mal eine Frage zu Deiner Tour?
Warum planst Du immer so große Abschitte?
........
Vielleicht einfach vor Ort entscheiden
nach Zeit, Lust und Laune welche Ziele Du ausläßt. Und dann soweit machen wie man kommt. Den Rest für eine spätere/nächste
Tour aufheben.


Hi BP

„Große Abschnitte“, hmm ja könnte man so sagen.

Norwegen ist ein großes Land. Zumindest wenn man es vom Süden nach Norden betrachtet. Auch sind die Wege zu den einzelnen Zielen, bedingt durch die vielen Fjordstraßen, beträchtlich längere als wir es hier bei uns gewohnt sind. So eine Tour erfordert dann schon einiges an gefahrenen Kilometern.
Und wie Du ja gelesen hast, habe ich mich bei meiner diesjährigen Exkursion auch „ein klein wenig“ übernommen mit meiner eigentlichen Zielvorgabe.
Ist also nicht einfach bei der beschränkten Zeit und der gegebenen Fülle der möglichen Zielpunkte da eine gute Mitte zu finden.

Wenn Du dir mal den folgenden Link öffnest, dann kannst Du mein „Problem“ erkennen.

http://www.flora-krigshistorielag.com/component/content/article/64-atlanterhavsvollen-i-norge

Alle die aufgeführten Heeres-, Marine-, und Torpedobatterien stellen u.a. mögliche Tourziele in Norwegen dar. Jut, einen (kleinen) Teil davon habe ich nun schon besucht....es ist aber nur ein gaaaaanz kleiner Teil von dem bisher gewesen.

Aus dieser Fülle gilt es die „Spreu vom Weizen“ zu trennen. Es ist (leider) nicht alles, wenn man sich den langen Anreiseweg vor Augen hält, lohnenswert.
Ich versuche das also mit einer langfristige und genauen Zielauswahl so gut als Möglich hin zu bekommen und mein Hauptaugenmerk nur auf „gute“ Ziele zu richten.

Sollte ich, wie Du es vorschlägst, vor Ort beginnen aus der Fülle der Objekte eine Auswahl zu treffen dann kostet das zu viel Zeit (Lust und Laune habe ich ja immer). Ich würde mich dann sicher auch zu sehr verzetteln.

Noch ein Punkt ist auch das es nicht, so wie wir beiden es z.B. von der Festungsfront Oder-Warthe Bogen her kennen, alles mit dem Fahrzeug erreichbar bzw. kurzläufig zu erreichen ist.
Es kann also schon mal einen halben Tag dauern bis man am ersehnten Ziel ist und dann feststellt das der Weg umsonst war. Diese Zeit möchte ich für ein s.g. Gruppe III Objekt nicht opfern. Dazu ist die Urlaubszeit zu kurz.

Ich glaube aber ich weiß was Du oben auch meinst. Länger in einer Region verweilen und wenn die Urlaubszeit verstrichen ist einfach im nächsten Jahr dort wieder ansetzen.

Könnte man auch machen und wäre sicher weit erholsamer als das Programm was ich durchziehe. Das ist aber so nicht ganz meine Art.
Ich bin da eher der rastlose Typ, der allerdings, wenn er was für sich interessantes gefunden hat, auch schon mal sehr zeitintensiv der Sache vor Ort auf den Grund geht. Könnte also durchaus mal vorkommen das ich an zwei folgenden Morgen ein und den selben Kirchturm beim Morgenkaffee erblicke.

Aber lasse uns mal schauen wie sich das ganze dann vor Ort entwickelt. Ich setze mich keinesfalls einem Termindruck bezüglich der abzuarbeitenden Ziele aus. Das was geschafft wird ist ok, was über bleibt.....tja da mache ich es wie die alte Helene Dietrich. Nur habe ich dann noch einen Koffer in Norwegen.



Was macht übriegens Dein Feuchtigkeitsproblem im Auto?


Gute Frage, seit dem ich VOR solchen Aktionen mein Bettzeug auf das Dach verstaue, seit dem geht es auch mit dem schlafen wieder besser!!
Also alles bestens.



https://www.youtube.com/watch?v=XEIDZAAGfxY




Hat mit Deiner Stromversorgung alles so geklappt wie Du Dir es vorgestellt hast?




Hier kann ich sagen das der Ein- und Umbau der E-Anlage bestens funktioniert und sich auch in den 4 Wochen Dauertest bewährt hat. Ist ja auch kein Wunder, da ein guter Kumpel (KFZ Elektriker) ein wachsames Auge auf mich geworfen hat und bei wichtigen Klemmaktionen selber Hand anlegte.

WENN ICH das alleine gemacht hätte, oh oh..... dann gäbe es sichere auch von mir so ein Video im Netz.



https://www.youtube.com/watch?v=gzvnWAIXgm0


Drei mal auf Holz geklopft und beste Grüße an Dich.
Lutz

saska
22.11.2015, 20:25
Hallo Ihr Beide

Ich kann dem von Lutz gerade gesagten nur eindeutig zustimmen. Der Atlantikwall in Norwegen und speziell im Norden des Landes ist nicht mit dem in Frankreich zu vergleichen. Das raue und felsige Küstengelände bot nur wenige mögliche Angriffspunkte für feindliche Invasionen, weshalb die Abstände der einzelnen Batteriestellungen sehr viel weiter auseinanderliegen. Oft wurden nur die Einfahrtsbereiche der Fjorde und größere Häfen gesichert. So kommt es, dass beispielsweise zu beiden Seiten des Fjordes Anlagen gebaut wurden und diese dann auch noch direkten Sichtkontakt haben, der Landweg zwischen beiden Batterien aber viele Kilometer um den ganzen Fjord Drumherum führt. So in etwa, ach ja vor 2,5 Stunden und 150 Km war ich mit dem Auto dort drüben auf der anderen Seite....

Hinzu kommt, die von mir bereits angesprochene Tatsache, dass die Wehrmacht während ihres Rückzuges die meissten Anlagen selbst gesprengt hat. Das war kein fluchtartiger Abzug sondern ein planmäßiger Rückzug bei dem eine Rückkehr absolut keine Option darstellte, weshalb die Vernichtungsarbeit dort leider mit deutscher Gründlichkeit erledigt wurde. Gerade deshalb macht es Sinn sich vorher die Sahnestücke herauszupicken und am Rest vorbeizufahren bzw. diese als Ersatzoptionen offen zu lassen. Mit diesen Infos kann man dann auch wiederum längere Teilstrecken umgehen und Zeit sparen.

Ansonsten könnte es nämlich sein, dass man nach mehreren Kilometern wieder und wieder immer nur solchen Schrott dort findet, die Fahrtstrecke nicht weniger wird, der Urlaub immer näher dem Ende zugeht und sich bald der Frust breit macht.

Anbei zwei Bilder wie viele Anlagen dort eben aussehen......

Grüße Saska

jollentreiber
22.11.2015, 20:42
Hi Saska, mal ne Frage.

Kommst bzw. wohnst Du ab und an in Norwegen oder woher kommt Dein Interesse und Wissen zu den Anlagen?
Falls hier nicht öffentlich geht die Antwort auch per PN. Danke.

Zu deinen beiden Bildern...jo den Zustand den kenne ich und auch @Blitzpilot zur Genüge aus Deutschland und Polen. Das sollte man sich so weit weg von Zuhause nun nicht wirklich antun.

Gruß
Lutz

saska
22.11.2015, 20:52
Das mit der Schneegrenze ist ein Punkt der mir wirklich ein wenig Kopfzerbrechen bereitet. Nicht wegen dem fahren dort oder der nächtlichen Kälte im Fahrzeug beim schlafen. Nein, ich hoffe das zu meiner Zeit im nächsten Jahr die weiten Flächen der betreffenden Objekte relativ schneefrei sind.
Ist es doch grad auch das „kleine Detail“ am Bunker oder im Gelände welches hilft ein Gesamtbild (auch bei angesprengten Anlagen) entstehen lässt. Schnee, so schön wie er dort auch sein mag, würde die Suche nach eben diesen kleinen Details doch etwas behindern.


Hallo Lutz

Das Thema Schnee sollte Dir eigentlich im Zeitraum Anfang Juni keine großen Schwierigkeiten bereiten, so lange Du nicht auf irgendwelche Berge steigen willst. In Nordnorwegen beginnt ab dem 1. Mai die gesetzlich vorgeschriebene Zeit der Sommerreifen (kein Witz, Winterreifen sind dort genagelt und zerstören auf schneelosem Asphalt die Straßen), dass zeigt dann schon wie es 4 Wochen später dort mit dem Schnee zugehen wird. Damit man mir glaubt was ich da erzähle, anbei ein Eindruck von der Schneesituation in der Finnmark am 2. Juni.
100837

Der Zeitraum hat zudem noch was gutes, geringer Laubbestand ergibt bessere Bilder und das Insektenproblem ist noch keines.

Grüße Saska

TumraNeedi
22.11.2015, 21:13
Hei Lutz,

normalerweise würde ich sagen, der Schnee sollte kein Problem darstellen. Allerdings hatte ich 2007 das Vergnügen nach einem extrem schneereichen Winter dort gewesen zu sein und Schneereste fanden sich im Sommer noch ab ca. 900m Höhe. Am 1. Juli sah die Hardanger Vidda noch so aus:

100838.

Letztes Jahr lagen die Temperaturen des nachts trotz Jahrhundertsommer in den Bergen nur zwischen 9-15 Grad.

Gruß Tumra

jollentreiber
22.11.2015, 21:56
Hei Lutz,

normalerweise würde ich sagen, der Schnee sollte kein Problem darstellen. Allerdings hatte ich 2007 das Vergnügen nach einem extrem schneereichen Winter dort gewesen zu sein und Schneereste fanden sich im Sommer noch ab ca. 900m Höhe.


Hey Tumra, das war ja damals in 2007.

Glücklicherweise haben wir ja nun die Globale Erderwärmung. :eagerness: Die macht doch dort das Leben jetzt viel erträglicher....oder?

Übrigens Tumra, ick war dieses Jahr sogar mal in einer Stabkirche und das dann auch noch in der größten in Norwegen!!!
Jut wa? :highly_amused:

Gruß
Lutz

TumraNeedi
22.11.2015, 22:02
das war ja damals in 2007.


Ja, lange ist's her...


Ick war dieses Jahr sogar mal in einer Stabkirche und das dann auch noch in der größten in Norwegen!!!

Was soll ich sagen? Es freut mich, dass Du Deine Reise um einen Besuch in Heddal erweitert hast. Aber mal ehrlich, sind die nicht auch wunderschön?! Und dieser Geruch nach Holz und Pech...

Herrlich.

Gruß Tumra.

saska
23.11.2015, 14:57
......und für die Anreise in die Finnmark den Weg über die Fähre nach Helsinki vorgesehen.

Ich gehe davon aus das dieser Weg der optimale sein wird. Meine letzte Routenwahl (gegen seinen Rat) über Kiel – Oslo war zwar auf der Luxusfähre „Color Magic“ bequemer aber dafür hat mir der anschließende Landweg durch Norwegen Nerven und Zeit gekostet.

Hast Du Erfahrung mit dieser Anreiseroute?
Mir geht es im Grund darum wie viel Zeit ich für die Anreise in die Region Kirkenes einplanen muss/soll.
Meine durchschnittliche Reisegeschwindigkeit wird bedingt durch das Fahrzeug (LR Defender) und das mitgeführte Equipment (auch Gummistiefel und Wathose) so um die 90-100 km/h liegen.
Falls Du dazu etwas schreiben könntest, wäre ich dir sehr dankbar.

Danke und Gruß
Lutz

Hallo Lutz

Ja ich habe Erfahrung mit dieser Reiseroute und es stimmt, sie ist wirklich der schnellste Weg in den nördlichen Teil von Norwegen, denn die Straße Richtung Norden führt wenn man so will mehr oder weniger einfach geradeaus nach Norden durch Finnland durch. Dort ist dann hinter Helsinki Höchstgeschwindigkeit 80 bzw. 90 Kmh angesagt. Die Landschaft ist leider mit seinen riesigen Waldgebieten auf die Dauer sehr eintönig und es zieht sich doch mit der Zeit sehr, dennoch ist es schneller als durch Norwegen. Am besten viel Musik fürs Radio mitnehmen, denn stellenweise kann diese Strecke sehr sehr schläfrig machen. Von Helsinki bis Kirkenes sind es so rund 1500 Km und je nach der Dauer der Zwischenpause - es sei denn man will ca. 22 Stunden am Stück ohne Schlaf durchfahren, kann man für diese Strecke rund 2 Tage rechnen.

Ab Rovaniemi (übrigends lange Zeit das Hauptquarier der deutschen Lappland Armee bzw. 20. Gebirgs-Armee unter Dietl) wird es landschaftlich etwas interessanter und man beginnt dann teilweise schon praktisch mit dem historischen Teil der Reise, indem man die dortige Eismeerstraße (finn.: Jäämerentie) der Wehrmacht befährt, welche damals die einzige brauchbare Verbindung in Richtung Petsamo und Kirkenes darstellte.

Vor der Norwegischen Grenze - also etwa im Bereich Ivalo oder Inari noch mal den Tank vollknallen und bei Bedarf vielleicht auch Lebensmittel einkaufen, denn Finnland ist EU-Land und billiger als das Königreich Norwegen. Die finnischen Grenzorte leben von den norwegischen Hamstertouristen und man ist oft erstaunt was man so alles in den kleinen Geschäften dort irgendwo im nirgendwo so angeboten kriegt.

Grüße Saska

TumraNeedi
23.11.2015, 23:21
Hei Lutz,

finde ich ja cool, dass es so hoch in den Norden geht. Wie Saska bereits sagt UNBEDINGT alles was Du brauchst und lagern kannst noch vor Norge einkaufen. Die Preise kennen dort nach oben keine Grenzen, Stückchen Gouda 12 € in Suomi nur 4,-.

Man kommt dort oben recht gut voran! Gute Musik einpacken und los. Eine spannendere Landschaft als Nordnorwegen, Nordschweden und Nordfinnland gibt es gar nicht. Wenn es im Sommer nicht dunkel wird kann man ewig fahren, man wird halt nicht müde... Bin von Südschweden nach Kirkenes in zwei Tagen mit je etwas über 700km/d gefahren.

Als kleiner Eindruck was aus Nordfinnland...

https://www.youtube.com/watch?v=4liA5n4K5g4&feature=youtu.be

Gruß Tumra

TumraNeedi
23.11.2015, 23:36
Der Norweger:

"Der Araber der Nordsee, er schwimmt im Geld, weil er im Öl schwimmt. […] Seitdem ist der Norweger unermesslich reich geworden und könnte mit dem Geld nur so um sich schleudern, tut er aber nicht. […] Der Norweger pflegt seinen Ölreichtum mit Understatement. Protzige Bauten sind bei ihm an der Westflanke Skandinaviens selten - keine gewaltigen Opernhäuser, keine Petrokonzernwolkenkratzer. Wenn er sich etwas besonderes gönnt, dann lieber ein schickes Fährschiff. ...[…] Diebischen Spaß hat der skandinavische Strickpulli-Araber daran, indirekt anzugeben, indem er unauffällige, nahezu sinnlose und stets milliardenteure Bauwerke außerhalb der Sichtweite irgendwelcher Neider schafft. Aufwendige untermeerische Straßentunnel, zwischen zwei beinahe unbewohnten Lofoteninseln zum Beispiel, oder futuristische Stahlbetonbrücken über abgelegene Täler, damit Großvater zweimal im Jahr sein Schaf auf geradem Weg zu den Almen am anderen Fjordufer treiben kann. So etwas erhöht den Lebensstandard ungemein und das beeindruckt den Fremden gewaltig, wenn er dort zufällig mal vorbeikommen sollte…"

Helge Sobik - Urlaubslandsleute





http://forum.hidden-places.de/attachment.php?attachmentid=100845&d=1448321648

jollentreiber
24.11.2015, 20:21
Hei Lutz,

finde ich ja cool, dass es so hoch in den Norden geht. Wie Saska bereits sagt UNBEDINGT alles was Du brauchst und lagern kannst noch vor Norge einkaufen. Die Preise kennen dort nach oben keine Grenzen, Stückchen Gouda 12 € in Suomi nur 4,-.



Nabend Saska, Hi Tumra

Das mit den Lebensmittelpreisen....ja eigentlich ist dort in Norwegen ja alles etwas teurer als bei uns gewohnt. Für uns als Touristen sicher erschreckend aber für die normale Bevölkerung Norwegens eher normal.
Während meiner bisherigen Arbeitsaufenhalte im Bereich um Oslo hatte ich auch Kontakt zu einheimischen Baufirmen und wenn man dann die Lohnstrukturen sieht, dann kann man schnell erkennen das es sich dort im Vergleich zu uns nicht sehr viel anders darstellt.
Also kurz gesagt: höherer Lohn >>> höhere Preise.

Na gut, das hilft uns Touris nun aber auch nicht weiter. Also mache ich es genau wie bei der N 2015... sehr viel aus Deutschland mitnehmen und nur die frischen und verderblichen Lebensmittel werden vor Ort gekauft oder von der Straße aufgesammelt (Hasen, Rehe oder anderes Viehzeug was so zu finden ist).
Verhungert bin ich jedenfalls nicht.

Das mit dem Schnee in der Nähe des Polarkreises dürfte ja nun geklärt. Das Thema hat mir eigentlich nie so richtige starke Sorgen bereitet. War Gedanklich eher eine ungewisse Situation.

Was da wichtiger ist, wäre die Frage der Netzabdeckung dort im hohen Norden.
Dieses Jahr war ich mit meiner Datenkarte für´s Internet sehr gut bedient. Netzabdeckung zum größten Teil so gut das ich hier in den Tagesberichten sogar diverse Bilder laden konnte.
Das klappt in manchen Teilen Deutschlands nicht so gut. Kann da durch meine ständige Montagetätigkeit ein Lied von singen.
Evtl. kann ja Saska dazu was schreiben.

Ok. es wurde ja von @BP kurz noch mal die Recherche und die Routenplanung angesprochen.
Es geht jeden Abend ein Stückchen weiter mit der Lokalisierung neuer Ziele. Aktuell sind 26 Objekte genauer gepinnt. Bin aber lange noch nicht mal bei der Hälfte.
In die engere Wahl sind nun aber schon 5 - 6 Objekte gekommen die einiges versprechen.

Eines wird mit Sicherheit der noch vorhandene 35m hohe Luftschiffmast bei Vadsøya sein der 1926 aufgestellt wurde. Er diente nur zwei Luftschiffen als Ankermast. Eines davon war das von Roald Amundsen der sich mit diesem dann zum Nordpool aufmachte.

http://flickrhivemind.net/blackmagic.cgi?id=5692597625&url=http%3A%2F%2Fflickrhivemind.net%2FTags%2Famund sen%252Cnobile%2FInteresting%3Fsearch_type%3DTags% 3Btextinput%3Damundsen%252Cnobile%3Bphoto_type%3D2 50%3Bmethod%3DGET%3Bnoform%3Dt%3Bsort%3DInterestin gness%23pic5692597625&user=&flickrurl=http://www.flickr.com/photos/55137494@N04/5692597625



Um jetzt aber noch mal den Sinn dieser doch etwas intensiven Vorbereitung zu zeigen.

Letztens hat der @Sven K. sich ja indirekt über den Schirm eines FuMG 65 „Würzburg Riese“ beschwert. Was habe ich nicht alle versucht um den guten Freund glücklich zu machen. :highly_amused:


Danke Lutz! Ist zwar nur der Spiegel, aber immerhin. Eigentlich fehlt noch der .........

Gruß Sven!


v
v
v

Nur der Spiegel ?!?

Da klettere ich an fremden Zäunen rum, zerreiße meine Hose, riskiere sogar meine Freiheit in einem fremden Land, nur um Bilder zu bekommen die Dich erfreuen...... und dann kommt "nur der Spiegel".

Die Welt ist so grausam! :highly_amused: :highly_amused:

Wenn Du mir wöchentlich einen Beitrag zur Bestreitung meines Lebensunterhaltes überweist, dann ja dann könnte ich auch den Rest des Puzzels suchen. :encouragement:

Mach mal bitte, ich bin nicht abgeneigt von der Idee.

Gruß
Lutz


Seine Sehnsucht war mir natürlich Befehl.
Eine nächtelange Suche und eine neue Brille von Fielmann haben den Erfolg gebracht.
Nächstes Jahr gibt es nun keinen „schnöden“ Würzburg-Spiegel mit grad mal 7,5 m Durchmesser...nö, jetzt bekommt er einen riesigen vom FuMG 402 "Wassermann" mit dem Maßen ca. 30m x 10m.

100860

Die Reste der Radaranlage stehen (liegen) nicht nur sehr hoch auf einem Berg bei Svartnes sondern auch ganz oben auf meiner Liste.....dem Sven wird’s hoffentlich nun freuen und mich natürlich auch !!

Zweites Bild ist aktuell von einer HKB. Auf dem ersten Blick, naja und evtl. mal schauen. Der zweite Blick mit Netzrecherche erbrachte dann richtig gute Infos und....nee, dazu gibt es dann mehr wenn ich meine eigene Bilder vor Ort gemacht habe.

100861

So Männers, das war es also wieder mal kurz zur Info.
Gruß
Lutz

Quelle der Bildausschnitte: Norgeskart

jollentreiber
24.11.2015, 20:50
Ups, Info zur FuMG "Wassermann" vergessen. Hier nun mal einiges zur obigen Gerät:

https://de.wikipedia.org/wiki/Wassermann_(Radar)


Tumra,

das Bild in #15 ist ja der Hammer. Ich habe es übrigens nicht geschafft so schnell meine Knipse vom Beifahrersitz zu greifen.

Muß man sich vorstellen, da fährt man etliche Kilometer in einem Tunnel und dann kommt erst das blaue Licht und dann ein KREISVERKEHR inmitten eines Felsmassives.
Unglaublich die Norweger!!

TumraNeedi
26.11.2015, 13:09
Lutz,

bist Du dann auch an dem Bunker in Hammningsberg? https://www.instagram.com/p/wo9usJjoOi/ Wenn Du schon so weit gen Norden fährst!? Der Weg von Vardö nach Hammningsberg ist landschaftlich unglaublich genial (hätte Mordor eine Küste, sähe sie wohl so aus) und in Hammningsberg gibt es einen Touristellplatz mit naja, sagen wir mal einer "Sanitären-Anlage" ...
https://www.google.de/maps/@70.5411398,30.6098517,3a,75y,256.74h,72.85t/data=!3m6!1e1!3m4!1sMQz8r4MtR1Hcg3sZ25cmCQ!2e0!7i1 3312!8i6656

TumraNeedi
26.11.2015, 13:14
Mal ein kleiner Eindruck von dort oben, den Tag vorher waren es in Kirkenes noch sonnige 21 Grad, jetzt knappe neblige 12°.

http://forum.hidden-places.de/attachment.php?attachmentid=100863&d=1448543549

TumraNeedi
26.11.2015, 13:20
Tumra,

das Bild in #15 ist ja der Hammer. Ich habe es übrigens nicht geschafft so schnell meine Knipse vom Beifahrersitz zu greifen.

Ich habe einfach angehalten! ;)

Habe hinterher noch mit einem Holländer gesprochen und der zeigte mir ein Video, wie sie da drinnen drei Runden drehen, um sich das Ding anzusehen. :D

Gruß Tumra.

blitzpilot
29.11.2015, 18:40
Hallo Lutz,

hier mal noch ein Hinweis zu Deiner geplanten Reise.
Im MOZ Journal vom WE ist ein Artikel über Nord Norwegen. Vielleicht kannst Du etwas davon gebrauchen.
Leider finde ich den Link dazu nicht. Aber Du bist ja ein findiges Kerlchen, oder?:chuncky:

BG BP

jollentreiber
14.12.2015, 15:31
Lutz,

bist Du dann auch an dem Bunker in Hammningsberg? https://www.instagram.com/p/wo9usJjoOi/ Wenn Du schon so weit gen Norden fährst!? Der Weg von Vardö nach Hammningsberg ist landschaftlich unglaublich genial (hätte Mordor eine Küste, sähe sie wohl so aus)...


Danke Tumra, die HKB 3/448 Havningberg steht jetzt auch auf meiner ABC-Liste. Werde mal schauen wie die sich in die Planung einbauen lässt. Sie liegt zwischen Vardø und Båtsfjord, also eigentlich auf dem Weg.

Du Tumra, helfe mir mal bitte auf die Sprünge. Wer/was ist "Mordor"?



Hallo Lutz,
...
Im MOZ Journal vom WE ist ein Artikel über Nord Norwegen. Vielleicht kannst Du etwas davon gebrauchen.
Leider finde ich den Link dazu nicht. Aber Du bist ja ein findiges Kerlchen, oder?:chuncky:
BG BP

Ha...ein findiges Kerlchen!?

Na klar bin ich das, besonders wenn Du das sagst! Danke für die Blumen.

Gruß
Lutz
psssst BP...den Link habe ich trotz Suche nicht gefunden. Können wir beide damit nun trotzdem leben?

jollentreiber
14.12.2015, 19:41
Hier reißt ja ganz schön was ein. Mein letzter themenbezogene Beitrag zur Vorbereitung der NORGE 2016 ist vom 24.11.15. Schon ganze 20 Tage her.

Na jut, richtig faul war ich in der Zeit nun auch nicht. Neben dem Gelderwerb standen auch kleinere Recherchen zum Thema an.
Was mir aber bis Gestern immer noch einiges an Kopfzerbrechen bereitet hat, ist die optimale Wahl der Fährüberfahrten.
Kiel-Oslo, Travemünde-Helsinki, Rostock-Trelleborg oder gar über Polen nach Helsinki. Zurück über Oslo-Kiel u.s.w. oder gar keine Fähre und gleich über die Öresundbrücke.
Genau so unentschlossen ging das auch bei der vorherigen Planung zur 2015.

Aber jetzt ist das Thema endgültig geklärt.

Geholfen hat mir nun eine Exeltabelle in der ich alle möglichen Strecken mit allen Angaben wie Fahr- und Fährzeiten, Fährkosten, zu fahrende Straßenkilometer, mein erwarteter Wohlfühlfaktor, sehenswürdige Objekte auf der An- bzw. Abreiseroute,Toilettenpreise u.s.w. eingetragen habe.
All diese einzelnen Angaben wurden dann mit einem komplizierten Punktesystem bewertet und berechnet.
Zum Schluss der aufwendigen Berechnung kam dann der Faktor 3650 raus und der besagt das ich.....

Weiterhin wurde auch an der Zielrecherche im nördlichsten Teil gearbeitet. Es ist so wie @Saska es beschrieb. Einige der bis jetzt genauer unter die Lupe genommenen Objekte scheinen sich vom heutigen Zustand her „nicht mehr sehr komplett“ zu zeigen.
Aber ohne Saskas Aussagen zu schmälern, selbiges habe ich auch von einzelnen Batterien bei der 2015er Tour gedacht. Es kommt doch immer darauf an was man für sich selbst an Erwartung stellt.

Hier sei als aktuelles Beispiel mal der alte Seefliegerhorst „Billefjord“
https://www.google.com/maps/@70.34896,25.08355,2398m/data=!3m1!1e3
genannt.

Bisher ergab die Recherche, neben einigen technischen Daten wie Mannschaftsstärke, Flugzeugtypen usw., nur Hinweise auf div. Barackenfundamente.
http://www.ww2.dk/Airfields%20-%20Norway.pdf

Ok, ich werde 2016 einfach mal nachschauen was es dort sonst noch so zu finden gibt. Jeder hat ja eigene Ansprüche, Betrachtungsweisen und Adrenalinausschüttungen beim Erblicken von altem Beton. Und wenn dort nun wirklich, auch im letztem Gebüsch, kein bisschen Zeugs ist welches mir ein historisches Glücksgefühl bereitet....ok, dann fahre ich weiter oder mache ich mir ein kleines Feuer, nehme meine Angel und genieße die Ruhe und Einsamkeit der schönen Natur dort oben. Ist doch ganz einfach...oder?

Was ich bisher in der Vorbereitung noch nicht so verfolgt habe, ist die teilweise erstellte Streckenführung der Hochgebirgsbahn im Polargebiet Norwegens, Hitlers Polar-Eisenbahn.
Ziel dieses irrsinnigen Unternehmens war es eine Trassenführung von Kirkenes bis nach Mittelnorwegen zu bauen um wichtige Erztransporte für die deutsche Kriegsproduktion zu sichern.
Im Zuge dieser Baumaßnahmen, die selbst in Friedenszeiten eine sehr große Herausforderung an die Deutsche Reichsbahn und die betreffenden Baueinheiten gestellt hätte, sind sehr viele russische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter ums Leben gekommen.

http://www.my-scandinavia.de/pdf/Polareisenbahn_in_Norwegen.pdf

Die Streckenführung ist bis 1945 nicht fertig gestellt worden. Man kann aber auch heute noch viele dieser Baulose in Form von fertigen und unfertigen Tunneln und Dämmen im Gelände erkennen und begehen.




https://www.youtube.com/watch?v=6Bpy-pqEgHo


Alleiniger „Nutznießer“ dieser damaligen Anstrengungen ist das Land Norwegen, welches viele der damaligen Streckenabschnitte auch bis heute noch nutzt.

Genau diesem Thema werde ich mich also in der nächsten Zeit auch etwas mehr zuwenden müssen. Eine große Hilfe ist da das Buch „Hitlers Polareisenbahnpläne“ von Joachim Petersen welches mir @Büttner schon letztes Jahr heimlich in die Tasche gesteckt hat.
Stefan, willst Du das Buch eigentlich nach der Tour wieder zurück oder ist es eine Dauerleihgabe. Kann nicht versprechen ob es dann noch so schön unbelesen ausschaut.


So Männer´s, das war mal wieder ein kurzer Zwischenbericht zum Stand der Dinge. Ich gehe jetzt mal davon aus das ich in den Tagen bis zum Jahreswechsel noch einiges an Planungsaktivitäten in die Reihe bekomme. Bericht folgt dann wieder Zeitnah.

Ach ja, die (Auf)Lösung der An- und Abreiseroute steht ja noch aus.
Nachdem ich meinen Taschenrechner zum glühen gebracht habe steht nun die Streckenführung fest.

Anreise erfolgt mit der Reederei Finnlines von Travemünde nach Helsinki und dann ca. 1350 km bis nach Kirkenes.

Da ich mich ja während der Tour südwestlich bis in den Raum der Lofoten und Bodø vorarbeite ist die Rückreise aus dieser Region über den Landweg von ca. 1200 km nach Oslo vorgesehen. Von Oslo dann wieder mit der Color Line zurück nach Kiel.

Ja, irgendwie haben die Schiffe der Color Line etwas anziehendes, und wenn es nur die lang ersehnte und sicher notwendige Luxusdusche oder die Sauna, die Massage sowie der Whirlpool im Color SPA & Fitness Center ist.

Also, das Thema ist nun auch endlich vom Tisch und die Fähren können gebucht werden. Ich tue mich bei solchen Entscheidungen immer sehr schwer. Jetzt ist es aber endgültig.....obwohl, ich buche ja den Flextarif.


Gruß
Lutz

railroader
14.12.2015, 19:49
@Jollentrteiber,
schöne Tour die Du da wieder machen wirst. Neidisch gucken...

Gruß RR

saska
14.12.2015, 19:56
Hallo Lutz

Ich will Dir ja nicht Deine Planung vermiesen oder über den Haufen werfen, aber ich befürchte Du wirst es wohl in der Zeit nicht von Kirkenes nach Bodö schaffen um dazwischen noch Batterien anzusehen und dann noch die Strecke zurück nach Oslo in der Zeit zu bewältigen. Da gibst keine Autobahnen, nur Tempo 80 und extrem viele Wohnmobile im Schneckentempo etc.

Wäre nicht ein Stop bei oder südlich Tromsö besser um dann den schnelleren Weg und kürzeren Weg zurück Schweden/Dänemark zu nehmen? Im Grenzbereich Finnland/Schweden gibt's übrigends noch deutsche Auffangstellungen von 1945 zu bestaunen, das würd auf dem Weg liegen.

Nur so ein Gedanke.....


Grüße Saska

jollentreiber
14.12.2015, 20:31
Hallo Lutz

Ich will Dir ja nicht Deine Planung vermiesen oder über den Haufen werfen, aber ich befürchte Du wirst es wohl in der Zeit nicht von Kirkenes nach Bodö schaffen um dazwischen noch Batterien anzusehen und dann noch die Strecke zurück nach Oslo in der Zeit zu bewältigen. Da gibst keine Autobahnen, nur Tempo 80 und extrem viele Wohnmobile im Schneckentempo etc.

Wäre nicht ein Stop bei oder südlich Tromsö besser um dann den schnelleren Weg und kürzeren Weg zurück Schweden/Dänemark zu nehmen? Im Grenzbereich Finnland/Schweden gibt's übrigends noch deutsche Auffangstellungen von 1945 zu bestaunen, das würd auf dem Weg liegen.

Nur so ein Gedanke.....


Grüße Saska

Hi Saska

Ja ich bin immer sehr optimistisch mit meiner Planung. Gut das es Leute wie Dich z.B. gibt.
Aber lasse mich mal kurz rechnen.

Sagen wir mal ich fahre am 28.05. mit der Fähre von Travemünde ab und bin dann am 29.5. in Helsinki. Am 22.06. muss ich dann wieder in Oslo sein.

Das sind für die Tour Helsinki - Kirkenes - Bodö - Oslo dann 24 Tage.

2,5 Tage rechne ich bis Kirkenes, wäre also am 01.06. oben.

Von Bodö nach Oslo rechne ich 2 Tage Wegstrecke.

Bleiben also nach meiner Planung 18 Tage für die reine Besichtigungstrecke von Kirkenes bis Bodö. Meinst Du das ich da in zeitliche Schwierigkeiten geraten könnte. Klar, die WOMO´s auf der Strecke halten schon auf.

Was meinst Du?

TumraNeedi
14.12.2015, 21:54
Danke Tumra, die HKB 3/448 Havningberg steht jetzt auch auf meiner ABC-Liste. Werde mal schauen wie die sich in die Planung einbauen lässt. Sie liegt zwischen Vardø und Båtsfjord, also eigentlich auf dem Weg.

Du Tumra, helfe mir mal bitte auf die Sprünge. Wer/was ist "Mordor"?

Hei Lutz, freut mich, dass ich mal was "konstruktives" beisteuern konnte, also abseits von irgendwelchen Felsen... ;)

Wenn Du Mordor nicht kennst, empfiehlt es sich "Herr der Ringe" von Tolkien als Lektüre mit auf die Reise zu nehmen... oder Tante Google befragen!

http://www.dylancolestudio.com/Professional/ROTK/images/547_7_Mordor_FINAL.jpg

Gruß Tumra :)

TumraNeedi
14.12.2015, 21:59
Das sind für die Tour Helsinki - Kirkenes - Bodö - Oslo dann 24 Tage.


Bedenke bitte auch, dass im südlichen Teil Norwegens auf der E6 in den letzten Jahren viele Blitzer ( / Section Control) installiert wurden. Auf einigen Strecken im Süden gibt es auch Maut, die man entweder durch eine Mautkarte finanzieren kann (Rabat, soweit ich weiß) andernfalls bekommt man irgendwann eine Rechnung von einem Englischen Unternehmen, dass die Maut eintreibt und kann es als Summe überweisen, vielleicht weiß Saska zu der Mautabrechnung vor Ort mehr...

jollentreiber
14.12.2015, 23:40
Bedenke bitte auch, dass im südlichen Teil Norwegens auf der E6 in den letzten Jahren viele Blitzer ( / Section Control) installiert wurden. Auf einigen Strecken im Süden gibt es auch Maut, die man entweder durch eine Mautkarte finanzieren kann (Rabat, soweit ich weiß) andernfalls bekommt man irgendwann eine Rechnung von einem Englischen Unternehmen, dass die Maut eintreibt und kann es als Summe überweisen, vielleicht weiß Saska zu der Mautabrechnung vor Ort mehr...

Tumra,
Blitzer waren 2015 kein Problem. Denke mal das ich mit meiner überladenen "Kiste" da eh nicht so gefährdet bin.

Das Thema Mautgebühren (nicht die Maut an sich) kann man locker umgehen indem man sich über diese Seite registriert:

http://www.autopass.no/de/zahlung-fur-besucher

Die buchen als erstes 300 NOK (ca.31 € ) von deinem Konto ab und ziehen automatisch bei jeder Durchfahrt der Mautstellen die erforderliche Summe ab. Nach dem Ende der Reise kommt dann eine genaue Abrechnung und der nicht beanspruchte Betrag wird dir wieder auf deinem Konto rücküberwiesen.
Es besteht auch die Möglichkeit zwischendurch über Internet einen Blick auf deine bisher abgebuchten Beträge zu schauen.

Hat dieses Jahr super geklappt und werde ich auch 2016 wieder so machen.

saska
15.12.2015, 15:54
Hi Saska

Ja ich bin immer sehr optimistisch mit meiner Planung. Gut das es Leute wie Dich z.B. gibt.
Aber lasse mich mal kurz rechnen.

Sagen wir mal ich fahre am 28.05. mit der Fähre von Travemünde ab und bin dann am 29.5. in Helsinki. Am 22.06. muss ich dann wieder in Oslo sein.

Das sind für die Tour Helsinki - Kirkenes - Bodö - Oslo dann 24 Tage.

2,5 Tage rechne ich bis Kirkenes, wäre also am 01.06. oben.

Von Bodö nach Oslo rechne ich 2 Tage Wegstrecke.

Bleiben also nach meiner Planung 18 Tage für die reine Besichtigungstrecke von Kirkenes bis Bodö. Meinst Du das ich da in zeitliche Schwierigkeiten geraten könnte. Klar, die WOMO´s auf der Strecke halten schon auf.

Was meinst Du?


Also das könnte schon möglicherweise klappen, nur hängt das davon ab wie intensiv man in welchen Bereichen die Dinge ansehen will und wie man die Fahrtroute plant. Wenn man intensiv von Kirkenes bis Bodö in Küstennähe entlangfahren und die dortigen Batterien und ähnliches ansehen möchte, auch wenn es nicht alle sein sollen - dann reicht diese Zeit nicht. Die Abstände zueinander und die überlangen Fahrtwege sind zu zeitaufwendig.

Ich würde mich an Deiner Stelle im Bereich Finnmark aufgrund der langen Wege und des Erhaltungsgrades der Anlagen auf zwei Zentren konzentrieren und dann recht bald weiter nach Süden verlegen, sprich Tromsö und südlicher. Klar muss man dann Abstriche machen und Auswählen, aber so ist es eben. (Man kann ja im nächsten Jahr wieder zurückkommen, wenn es einem gefallen hat.) Auf jeden Fall hat dies den Vorteil, dass man Unmengen Kilometer spart und je weiter südlicher man kommt - also ab Tromsö sind die Anlagen nicht mehr gesprengt worden und die Abstände dazwischen und die Erreichbarkeit wird etwas besser - zumindest meißtens. In diesem Bereich ist es dann ergiebiger und viel sinnvoller mehr Zeit zu investieren als im hohen Norden.

Allgemein kann man den Atlantikwall bzw. die Anlagen der Wehrmacht in der Finnmark in folgende Zentren einteilen:

-Kirkenes-Vardö-Vadsö (Nähe zur russ. Grenze, Flugfeld, Kriegshafen etc.)

-Lakselv (Flugfeld, Verkehrsknotenpunkt etc.)

-Hammerfest (Kriegshafen ztl. auch Uboothafen jedoch offen am Kai, Flugfeld)

-Alta (Kriegshafen - Stichwort Tirpitz, Scharnhorst, Nordmark, Admiral Hipper etc., Flughafen des Eismeergeschwaders, etc.)


Davon können wir Hammerfest schon mal komplett weglassen, denn dort ist der Erhaltungszustand miserabel und der weite Umweg lohnt nicht. Die Stadt selbst ist auch nicht der Bringer und im Sommer voller Touris. Zudem ist der Weg dorthin, Hammerfest liegt auf einer Insel nicht gut ausgebaut ist und jedes Wohmobilmeint dorthin zu wollen. Überholen? Vergiss es!!! Kurven, Kurven, Felsen.....Es ist nervtötend. Wenn man nun diesen Bereich im Landesinneren umfährt und zwar an der finn. Grenze entlang und nicht an der Küste, dann spart man schon enorm Zeit.

Der Bereich um das Flugfeld in Lakselv sowie der Flughafen selber ist neben der zivilen Nutzung der größte Militärstützpunkt der Norwg. Armee und viele Bereiche dort sind gesperrt. Es gibt im Küstenbereich eine interessante Dinge, hier müßte man sehen was wie erhalten ist und aussieben.

Kirkenes-Vardö-Vadsö ist der "Muss-ich-sehen" Bereich schlechthin, denn hier wurde ja aufgrund der Nähe zur russ. am meißten, am schwersten und auch in den dichtesten Abständen gebaut. Ebenfalls sind hier wohl noch die meißten der intakten Anlagen in der Finnmark zu finden. Rechne hier mal gute 3 Tage (hängt natürlich vom persönlichen Tempo ab).

Der Bereich Alta hat zwar nicht so viele Highlights wie die Grenzregion zu Russland, dennoch gibt es einige lohnende Ziele. Hier müßte man wieder auswählen. 1-1,5 Tag reicht aber normal aus. Zudem liegt dieser Bereich komplett an der E6 und auf dem Weg nach Tromsö. Von hier sind es noch ca. 7-8h Fahrt, dann ist man schon in Tromsö.

Die Bereich zwischen diesen Zentren sollte man sich genau vorher ansehen und streng überlegen was - auch in Anbetracht des Weges Sinn macht. Lieber auf etwas verzichten wenn es vom Weg her Zeit spart und einfach im nächsten Jahr wiederkommen.

So würde ich es machen, wenn ich dann noch etwas im südlicheren Bereich ansehen wollte und um schnell voran zu kommen. Sprich such Dir aus der Finnmark die Sahnestücke raus und reise zügig weiter gen Süden, denn der weg nach Oslo ist verdammt lang.


Es gibt zudem eine Liste über den Erhaltungszustand der dt. Anlagen in der Finnmark und deren Besuchswert in drei unterschiedlichen Klassen. Das würde hier ungemein bei der Planung helfen.

Grüße Saska

jollentreiber
15.12.2015, 21:41
Saska, vielen Dank für die ausführlichen Antworten.

Ich bin am Überlegen wie ich mich für die vielen Ratschläge und Tipp´s bei dir ehrlich machen kann. Aber sicher fällt mir da auch noch was passendes ein. Da bin ich mir ganz sicher!

Jetzt mal zum Thema.


Also das könnte schon möglicherweise klappen, nur hängt das davon ab wie intensiv man in welchen Bereichen die Dinge ansehen will und wie man die Fahrtroute plant.

Ich bin nun soweit das ich fast alle Ziele, die evtl. im Nordbereich in Frage kommen könnten, zusammen habe. Ist auf den ersten Blick sehr viel, wird sich aber in den nächsten Tagen bei der Feinrecherche sicher ausdünnen. Das erste „Opfer“ ist nach deinen letzten Ausführungen hier im Forum die MKB 1/514 Hammerfest. Sicher aber nicht das letzte.

101064
Bildquelle: Google Earth

Ich habe (leider) bei einigen sehr erfolgversprechenden Objekten festgestellt das sie für mich und meinen Möglichkeiten nicht erreichbar sind. Hier fehlt einfach die Zeit bzw. ein seegängiges Boot. Mein Prion Kajak sehe ich in diesen Fällen als nicht geeignet an.

Hier mal als Beispiel die HKB 33/971 Gammelvaer.

101061
Bildquelle: Google Earth

Durch die Bergmassive schön abgelegen und sicher auch fast unberührt (ok. sie wurde angesprengt) ist die Anlage für mich leider nicht erreichbar. Es führt, so weit wie ich es jetzt ermittelt habe, kein Landweg bis zum Objekt.

Ähnlich ist es z.B. auch mit bei der Torpedo-Batt. Bökfjord und der HKB Bökfjord Fyr im nördlichen Bereich Kirkensens.

101063
Bildquelle: Norgeskart

Hier ist wohl ein längerer Landzugang (ca. 5 Std.) über die Berge nördlich von Ropelv möglich, jedoch soll sich die genaue Lokalisierung der Anlage im Felsmassiv vor dem Abstieg von oberhalb sehr schwierig gestalten.
Für einen Ortsunkundigen und allein durch die steilen Felsen kletternden „Bunkerbekloppten“ wie mich wäre das an einem Tag sicher nicht machbar. Auch hier bei dieser Batt. muß ich realistisch handeln und planen....leider.
Auf dies Art werden sich also meine bisherigen Ziele beim genaueren recherchieren von selbst noch ausdünnen.




Ich würde mich an Deiner Stelle im Bereich Finnmark aufgrund der langen Wege und des Erhaltungsgrades der Anlagen auf zwei Zentren konzentrieren und dann recht bald weiter nach Süden verlegen, sprich Tromsö und südlicher.


Zu deinen Bereichen Bereichen in der Finnmark. Hier habe ich mir auf alle Fälle Kirkenes-Vardö und Alta vorgenommen.

Kirkenes-Vardö bezüglich des Hafens und der umliegenden Objekte und Vardö u.a. wegen der alten Festungsanlage. Ein Hauptgrund ist auch das FuMG „Wassermann“ welche sich noch auf der Bergkuppe befindet und dessen Besuch ich meinem Freund @Sven K. noch schuldig bin.

Ich erweitere diesen Bereich sogar noch bis zur HKB 4/448 Kongsfjord. Dort steht nämlich ein alter WKI Panzer vom Typ Renault FT in den Klippen. Diesen Anblick lasse ich mir dann auch gerne mal 208 km Umweg und knapp 6 Std. Fahrzeit kosten.
Ja ja, das Hobby ist teilweise schon sehr bekloppt!! :dejection:

https://de.wikipedia.org/wiki/Renault_FT


Saska, deinem Tipp folgend fallen die MKB Hammerfest und Nordkapp sowie die HKB Billefjord, Kistrand, Revsneset, Nordmannset sowie mein Angelaufenhalt am Seefliegerhorst Billefjord aus.
Das mit dem Angeln ist nicht weiter schlimm, ich mache mir eh nicht so viel aus selbst gefangenen Fisch.

Zweiter großer Etappenpunkt wäre dann, in und um, Alta.
Hier steht auf alle Fälle das Tirpitz Museum auf dem Plan und evtl. ergibt sich ja dort auch die Möglichkeit eine Flasche Whisky los zu werden.

Als weitere Ziele wären dann bis jetzt die MKB Voldstrand (wohl mit kleinem HGS-System) und MKB Store Korsnes, sowie die HKB Öksfjord vorgesehen und es stand.....,ja das Thema hatten wir weiter oben schon, die nicht zu erreichende HKB 33/971 Gammelvaer auf dem Plan > ist jetzt gestrichen.

Gut, das war es erst mal im Groben zu Bereich Finnmark. Mal sehen was ich noch so finde und auch einknüpfen kann.

Saska, du sprachst von einer List mit drei Erhaltungsklassen der Objekte. Meinst du jetzt die Liste die ich mir mache oder gibt es in den Weiten des "www" eine Liste die man verfügbar machen könnte?

Schöne Restwoche und Gruß
Lutz

Damit sich die HP-Gemeinde vorstellen kann von was wir hier schreiben, gibt es jetzt noch was aus der Rubrik „Land und Leute“.

Dieses mal kein alter Beton oder ähnliches. Nein, diesmal kommt ein beruhigender Naturfilm mit super Nordlichterscheinungen in HD.
Nicht ganz so farbenprächtige Nordlichter konnte ich schon einmal in diesem Jahr genießen. Bei der NORGE 2016 und viel weiter im Norden werden sie hoffentlich prächtiger ausfallen.

Viel Spaß.



https://www.youtube.com/watch?v=I66v6m-dT2M

saska
16.12.2015, 14:46
Hallo Lutz

Also der Seefliegerhorst Billefjord ist so dermaßen in bierkistengroßen Betonschutt zersprengt, dass man selbst mit viel Fantasie nicht sagen kann was denn nun wohin gehört. Es gibt zwar Wandreste der Unterkunft, doch die sind - man will es nicht glauben, obwohl mitten in der Tundra - voller hässlicher Grafitisprayereien und zugemüllt. Zudem lohnt das Angeln dort nicht wirklich denn der Fjord wird dort im flacher und die Strömung und der Wind sind eher verhalten, was wiederum wenig Nahrung bedeutet.

Viel mehr Sinn macht dies aber in MKB Store Korsnes, denn hier teilt sich der Fjord in drei Richtungen (Langfjord, Altafjord und Richtung Hammerfest) es ist sehr tief und gute Drift somit oft Futter für die Fische da. Die vielen Fischernetze der Berufsfischer dort sprechen da für sich. Die Batterie selber ist im Bereich Alta, DAS ZIEL schlechthin. Obwohl eigentlich teilweise gesprengt ist sie dennoch sehr beeindruckend und verfügt ebenfalls über eine Stollenanlage zur Lagerung von Munition. Hinzu kommt, dass diese Batterie eigentlich aus zwei Batterien besteht, denn sie wurde später erweitert.

MKB 3/514 Store Korsnes I mit 4 x 15,5 cm K418 (f) sprich franz. Beutekanonen in Feldlafette in offenen Bettungen

sowie die MKB 6/514 Store Korsnes II mit 4 x 15 cm SKC/28 welche vom nie fertiggestellten dt. Flugzeugträger Graf Zeppelin als Flugabwehrgeschütze stammten und schließlich in den dafür gebauten Geschütztürmen als Zwillingsgeschütze in Store Korsnes zum Einsatz kamen. Zudem ist die Gegend sehr beeindruckend und man kann mit etwas Orientierungshilfe sogar die Nachbarbatterien MKB Voldstrand und MKB Alta am anderen Ende des Fjordes sehen. Es lohnt sich also.

Anbei einige Eindrücke aus Store Korsnes

Bzgl. der angesprochenen Liste, die gibt es nicht im Internet einzusehen. Näheres hierzu am besten über PN.

Grüße Saska

saska
16.12.2015, 15:02
Zur Batterie Voldstrand ist zu sagen, dass sich direkt daneben die Batterie Alta befindet. Beide Batterien liegen unmittelbar neben der E6, man kann gut parken und ist in 2min an den Objekten.

Hier etwas zur MKB 4/514 Alta, was ich mal vor längerer Zeit verfasst hatte:

Die Batterie MKB 4/514 Alta befindet sich mit 3 x 13 cm Kanonen russischer Herkunft bei Isnestoften, wo sich der Altafjord und der Langenfjord vereinen. Neben der Sperrung dieser beiden Fjorde übernahm diese Batterie ebenfalls die infanteristische Sicherung der direkt neben der Batterie verlaufenden Küstenstrasse Tromsö – Alta. Dementsprechend fiel auch der Aufbau der Batteriestellung mit zusätzlichen Feldbefestigungen und Sperranlagen aus. Von allen aufgefunden Anlagen, konnten lediglich zwei Ringstände als intakt bezeichnet werden. Für eine Überraschung sorgte dann allerdings eine der offenen Geschützbettungen der Batterie, denn zwischen deren Resten fanden sich dann noch Teile eines Tarnnetzes. Aufgrund dem völlig aus Metal bestehenden Materials, sogar dem künstlichen Laubes, überdauerte dieses die Zeit zwischen den Trümmerteilen. Zusätzlich sorgten dann noch Beschriftungen der Richtungskoordinaten im Leitstand der Batterie für angenehme Überraschungen. Trotz des stark zerstörten Zustandes der Batteriebauten, kann aufgrund der allgemein vorhandenen Reste der Gesamtaufbau der Batteriestellung und deren wichtige Lage, im Gelände gut nachvollzogen werden.

Trotz des Erhaltungszustandes lohnt der Besuch dieser Batterie aufgrund der direkten Nähe zur Straße, man kann dann gleich wieder weiterreisen sowie der Stollenanlage der MKB Voldstrand direkt nebenan.

Anbei Eindrücke zur MKB 4/514 Alta

Weiter Infos und eine ganz besondere Geschichte zur MKB Voldstrand folgen im weiteren Verlauf des Abends.


Grüße Saska

saska
07.01.2016, 05:54
Hallo Zusammen


Auch wenn es nicht direkt mit dem Thema zu tun hat, hier einmal eine Erklärung warum für die Gegend dort oben, wo unser Lutz hin will der Sommer die bessere Besuchszeit ist. Wem momentan in Deutschland die Temperaturen auf die Nerven gehen, der sollte sich mal die aktuelle bzw. Situation von gestern Abend in der Finnmark ansehen, nicht ohne Grund nennt sich das dort Arktis...:biggrin:

https://twitter.com/Meteorologene/status/684815553190559744/photo/1?ref_src=twsrc%5Etfw


und die Vorhersage für die nächsten Tage lässt nur wenig Hoffnung aufkommen:

http://www.altaposten.no/lokalt/nyheter/2016/01/05/Synker-mot-40-kalde-p%C3%A5-vidda-11989937.ece


Grüße Saska

TumraNeedi
07.01.2016, 07:34
Ist halt der Norden...

101582

:)

jollentreiber
07.01.2016, 18:16
Hallo Zusammen

Auch wenn es nicht direkt mit dem Thema zu tun hat, ......

....und die Vorhersage für die nächsten Tage lässt nur wenig Hoffnung aufkommen:

http://www.altaposten.no/lokalt/nyheter/2016/01/05/Synker-mot-40-kalde-p%C3%A5-vidda-11989937.ece



Doch doch Saska, passt schon zum Thema.

Wenn man sich so weit in den Norden begibt, dann sollte man auch wissen wie es den Leuten da im tiefsten Winter ergeht. Ich glaube da sieht man einige Sachen und Strukturen bei (hoffentlich) Sonne und Plusgraden dann etwas anders.

Ich hoffe nur das sich das mit den Temperaturen bis Ende Mai noch ein wenig normalisiert. Bis knapp -15°C habe ich schon mal eine Nacht im Defender, nur mit Bettzeug und Standheizung, hinter mir.
Ob ich das aber über mehrere Tage haben will...nee eigentlich nicht. :highly_amused:


Gruß
Lutz

nauticcruise
23.01.2016, 14:19
Hallo Lutz,

aus Deinem sehr schönen Vortrag auf dem letzten Stammtisch (leider waren die Lachsschnittchen schon alle :smug:)kamen mir auf dem Heimweg noch folgende Fragen in den Sinn:

1. Bei Deinen Fußmärschen zu den einzelnen Stellungen, die ja zum Teil Stunden dauerten, kam bei mir die Überlegung, wie die einzelnen Stützpunkte mit Nachschub versorgt werden konnten ( auf welchem Weg)? Teils wird es wohl auf dem Wasserweg passiert sein, aber wenn es von Land geschehen wäre müsste es doch auch die entsprechenden Zuwendungen gegeben haben.

2. Welche Beleuchtung nimmst Du auf Deine Erkundungen mit?

Vielen Dank schonmal Voraus!

BG Lars

jollentreiber
25.01.2016, 20:26
Hallo Lutz,

aus Deinem sehr schönen Vortrag auf dem letzten Stammtisch (leider waren die Lachsschnittchen schon alle :smug:)kamen mir auf dem Heimweg noch folgende Fragen in den Sinn:

1. Bei Deinen Fußmärschen zu den einzelnen Stellungen, die ja zum Teil Stunden dauerten, kam bei mir die Überlegung, wie die einzelnen Stützpunkte mit Nachschub versorgt werden konnten ( auf welchem Weg)? Teils wird es wohl auf dem Wasserweg passiert sein, aber wenn es von Land geschehen wäre müsste es doch auch die entsprechenden Zuwendungen gegeben haben.



Lars, evtl. ist da beim Vortrag etwas ungenau rüber gekommen.

Bei weitem nicht jede der besuchten Anlagen stand zwangsläufig in Verbindung mit einem langen Fußmarsch. Es gab auch Objekte die leicht ergehbar waren.
Diese hatten jedoch zum Teil dann aber auch den Makel das sie vermüllt, beschmiert, ein Museum oder völlig entkernt waren.

Mein Ziel während der Tourvorbereitung der Norge 2015 war es jede sich anbietende Stellung auf der Strecke zu besuchen, dazu hatte ich mir eine Liste der Zustände und Wertigkeit erstellt. Großen Vorrang hatten die Objekte die am interessantesten erschienen....tja und die besten, die lagen eben „etwas“ weiter abgelegen.






2. Welche Beleuchtung nimmst Du auf Deine Erkundungen mit?



Zum Thema Licht, da habe ich mich seit einigen Jahren komplett für Lampen der Firma „Led Lenser“ entschieden.

Ich persönlich verwende aktuell die Typen LED LENSER® M7R X und die klassische LED LENSER® P7 als Handlampen und die LED LENSER® H7.2 als Kopflampe.

Bin damit bisher immer gut klar gekommen.

Gruß
Lutz

PolleBLN
25.01.2016, 21:07
.Ich persönlich verwende aktuell die Typen LED LENSER® M7R X und die klassische LED LENSER® P7 als Handlampen und die LED LENSER® H7.2 als Kopflampe.

Gute Wahl. Nutze ich auf Arbeit jeden Tag.
Robust, langlebig und extrem hell.

Bei Fehlern und sinnfreien Worten ist die Autokorrektur zur Verantwortung zu ziehen. grmpf

Klondike
27.01.2016, 08:45
Morgen,
gute Frage @nauticcruise....
und nachdem die Lachsschnitten alle aufgegessen waren, haben sich einige von uns auch gefragt wie die Baumaterialien dort hin geschaft wurden? Nach deiner Beschreibung bleibt ja nur der Wasserweg, gibts davon evtl. historische Aufnahmen?

Grüsse

nauticcruise
04.07.2016, 19:13
Letzter Eintrag Ende Januar 2016......
Was gibt es aktuelles zur Norge 2016 oder ist das Projekt auf Eis gelegt?

BG Lars

jollentreiber
11.07.2016, 20:16
.....oder ist das Projekt auf Eis gelegt?

BG Lars



Nein nein Lars, ist nur so wie bei der NORGE 2015....ein klein wenig verschoben. ABER seit 2 Tagen laufen nun die letzten Vorbereitungen auf Hochtouren und noch diesen Monat geht es dann auch endlich los.
Also keine Sorge, außer die Anreiseroute nach Kirkenes (nun über Schweden und Finnland) und die Zeit (jetzt knapp 5 Wochen) hat sich an dem Projekt nicht viel geändert.

Gruß
Lutz

PolleBLN
11.07.2016, 20:19
Gibt's den von mir gewonnenen in Plastetüte eingelegten Schuh eigentlich noch? Der müsste doch eigentlich langsam durch sein. Hatte ja nun n Jahr lang Zeit zum reifen.

jollentreiber
11.07.2016, 20:38
Gibt's den von mir gewonnenen in Plastetüte eingelegten Schuh eigentlich noch? Der müsste doch eigentlich langsam durch sein. Hatte ja nun n Jahr lang Zeit zum reifen.

Oh Polle, ob Du den wirklich noch haben willst???

PolleBLN
11.07.2016, 20:40
Nee lass mal.
Ich glaub, für den gilt mittlerweile das Kriegswaffenkontrollgesetz.
Ich warte dann doch lieber auf den Nächsten.

wellenhhopser
12.07.2016, 17:34
Na dann eine gute reise. Und schreibe auch mal ein paar berichte.

nauticcruise
12.07.2016, 18:55
Danke Lutz für das Update! Ich wünsche Dir dann auch eine gute, interessante, pannenfreie, schön Wetter jeden Tag und viele Aha-Erlebnisse Reise!
Du weißt ja ich lege immer Wert auf die kulinarischen Aspekte beim Tourbericht ;))))!

Bis zum ersten Tourbericht
BG Lars

Gesendet von meinem SM-T805 mit Tapatalk

jollentreiber
12.07.2016, 21:12
Du weißt ja ich lege immer Wert auf die kulinarischen Aspekte beim Tourbericht ;))))!



Lars, ich habe mir für diese Tour sehr stark vorgenommen meinen Fokus mal mehr in Richtung Fisch und weniger auf Salami zu richten.
Wie lange halten eigentlich gefrostete und fest in Zeitungspapier gewickelte Fischstäbchen von ALDI in einer Kühltasche?? :highly_amused:

Gruß
Lutz

PolleBLN
12.07.2016, 21:13
Bis zur Fähre.

jollentreiber
12.07.2016, 21:25
Bis zur Fähre.
Na jut, ab da kann ich ja dann angeln. 👍

PolleBLN
13.07.2016, 08:33
Geile Steilvorlage. Kommt gleich wieder ne dusselig Idee von mir dazu.
Kannst sie dir ja ne halbe Stunde vor der Fähre zusammen mit Butter in Alufolie einwickeln und in die Nähe des Krümmers klemmen. Dann haste beim warten aufm Parkplatz wenigstens warmes Futter.

Hab das mal auf Kollonnenfahrt gemacht. Hatte irgendwann mal den Tipp bekommen und wollte es testen.
Allerdings mit Hühnerfleisch, Gemüse, Kartoffeln und n paar Gewürzen. Schön fest eingewickelt, damit nix tropft.
Da bin ich gut 2 Std mit rumgejuckelt und keiner hats gemerkt. Mein Fahrzeugführer hat sich nur gewundert, daß die Kabine so aufgeräumt war. Es flog mal nix rum und alles war ordentlich verstaut.
Beim technischen Halt hatten alle Knast wie blöde. Ich hab meine Kabine gelupft und mein Essen ausm Block rausgekramt.
Gab n Riesen Aufschrei und ungläubige Blicke. Hat aber lecker geschmeckt.
Danach haben sie mich allerdings für komplett durchgeknallt gehalten.
Mir wars egal. Ich war satt.

So. Und nu weiter im Text.
Ick freu mich schon auf deine Berichte. Ist immer n bissl, als wenn man mit bei ist.
Und eigentlich fängt jetzt auch wieder an mit den Hummeln im Hintern. Da will man gleich wieder selber auf Trebe.

Gruß Polle

jollentreiber
13.07.2016, 09:36
Geile Steilvorlage. Kommt gleich wieder ne dusselig Idee von mir dazu.
Kannst sie dir ja ne halbe Stunde vor der Fähre zusammen mit Butter in Alufolie einwickeln und in die Nähe des Krümmers klemmen.....


Schade das Du (wieder) nicht dabei bist. Wir wären sicher ein cooles Gespann....vor allem bei den Ideen die wir entwickeln würden.:highly_amused:
Muss jetzt aber erst mal los, Besorgungen (Feuerchip´s) machen und so weiter.
Zeit zum dusslig Quatschen haben wir dann später noch genügend.

:encouragement:

PolleBLN
13.07.2016, 18:20
Naja. Reizen würds mich.
Aber 5 Wochen am Stück sind bei mir nicht drinn. Nicht mehr.
Da springt mein Chef im Dreieck.

Falls du aber mal wieder zum OWB fahren solltest, wäre das ne Option.

Klondike
15.07.2016, 09:12
Freu mich auf deine Berichte Jolle!

jollentreiber
16.07.2016, 18:29
NORGE 2016

Tag 1
Ziele: Peenemünde
Tachokilometer: 298
Wetter: bedeckt, 21°


Ok meine Freunde in den heimischen Schlafsofas, die Reise in den hohen Norden hat eben begonnen. Für Euch (so gewollt) etwas bequemer und Zuhause, für mich dafür viel spannender im Defender in der freien Natur Norwegens.
Aber halt, ehe ich die ersten norwegischen Laute von Einheimischen höre ist es noch ein weiter Weg.


104114

Meine erste Etappe hat mich heute zu guten Freunden auf die „Halbinsel Peenemünde“ geführt.

http://www.halbinsel-peenemuende.de/

Hier findet jetzt noch schnell eine Angeleinweisung für mich Unfähigen statt und ja, dann muß ich mich auch noch bei dem Team der „Tarantul“ abmelden. Ein ehrenamtliches Projekt bei dem ich ab und an unterstützend mitwirke.

http://www.tarantul-peenemuende.de/84/aktuelles

Ab Morgen soll es dann aber richtig gen Norden gehen und weil ich ein Dickschädel bin, habe ich mich doch für eine anders als geplante Routenführung nach Kirkenes (NO) entschieden.

Ich habe beschlossen das auch polnische Seeleute unterstützt werden sollten und wage mich auf die Überfahrt von Swinemünde nach Ystad mit der Reederei POLFERRIES.
Und weil das alleine ja noch nicht spannend genug ist, habe ich auch noch keine Buchung getätigt oder gar eine Peilung von den Fahrplänen. Ich fahre Morgen in der Frühe einfach zum Terminal nach Swinemünde und erkläre denen das ich nach Schweden will und die mich da nun hinbringen müssen.

Ja, das ist aber auch das einzigste was ungeplant bei der NORGE 2016 über die Bühne laufen wird/soll. Für alles andere gibt es einen groben Ablaufplan.

Als erstes wird die Bewältigung des 2260 km langen Landweg von Ystad nach Kirkenes anstehen. Hier sind wohl 2 Tage strammes Fahren erforderlich. Der „Dicke“ hat letzte Woche noch eine Rundumpflege aller relevanten Bauteile bekommen und dürfte keine Probleme machen. Was mein Allerwertester nach der Strecke macht....ich darf gar nicht daran denken.

Zum Zielgebiet der diesjährigen NORGE hatte ich ja vorab schon geschrieben. Zu den geplanten Zielen sind, jetzt nach der Überarbeitung, noch einige interessante Objekte hinzugekommen und andere dafür raus. Die Zielkarte schaut auf alle Fälle sehr spannend aus.
Aber jut, zu den Einzelheiten kommen wir ja während der Tour hier noch genauer.

Was ich dieses Jahr jedoch etwas ändern werde ist meine „Freizeitgestaltung“ nach den täglichen Tourpunkten.
Letztes Jahr (wurde mir immer wieder gesagt) ist das Angeln zu kurz gekommen. Ok, wenn es denn so sein soll, dann werde ich mich dieses Jahr mal intensiver mit den Nahrungsreserven der Norweger beschäftigen. Es soll aber später keiner behaupten das ich an der eingetretenen Hungersnot der Nordmänner schuld bin.
ICH WAR DAS DANN NICHT !!!

So Männers,
für alle die auch dieses Jahr wieder virtuell an der NORGE teilnehmen wollen...ich werde ab jetzt wieder versuchen aktuell von der Tour zu berichten. Mit der 12 GB SIM-Karte und fast 6 Wochen Tourzeit wird wohl einiges an Lesestoff zusammen kommen.

Ach ja, falls der eine oder andere Fragen, Anregungen, schlaue Tipp´s (Polle) oder Beileidsbekundungen los werden will....kein Problem. Immer hier rein damit.

Das war´s dann vom ersten Tag. Gruß und einen schönen Wochenstart in Deutschland

Lutz

PolleBLN
16.07.2016, 19:06
Mensch Lutz
Mein Neid ist dir gewiss.
Viel Spaß auf der Tour.
Ich freu mich auf die Berichte.

Und keine Angst. Dusselig Kommentare und "schlaue" Tipps werden folgen. ;o)

Gruß Polle

Varga
17.07.2016, 13:02
Hallo
Im Moment bin ich auf der Hurtigroute in Richtung Nordkap unterwegs. Das Wetter ist mehr schlecht als recht. Und das schon die ganze Woche.
Ich wünsche dir viel Vergnügen.

Gruss
Varga

Klondike
18.07.2016, 08:43
@Jolle, wolltest du dein Kanu nicht "falschrum" auf Dach schnallen, damit es nicht wieder volläuft? Also Öffnung mach unten?
Da war doch mal was..... glaube....

GUTE FAHRT !

jollentreiber
18.07.2016, 09:27
Hallo
Im Moment bin ich auf der Hurtigroute in Richtung Nordkap unterwegs. Das Wetter ist mehr schlecht als recht. Und das schon die ganze Woche.
...


Hallo Varga, schöne Grüße aufs Schiff.
Interessante Reise machst Du da und ehe ich da oben bin ist das Wetter sicher auch besser.
Im Moment "schlucke" ich noch viele viele Kilometer auf dem Weg dorthin.

Die Tagesberichte schreibe ich dann (stehend!!!) im Hafen von Kirkenes (NO):encouragement:

KLONDI....ick hatte doch letzte Tour das Wäschewaschproblem unterwegs.
Das ist dieses mal unter der gelben Spritzdecke gelöst.
Regenwasser > dreckige Boxershorts > Fit > schnelle Kurvenfahrt.....alles klar?!?!:highly_amused:

PolleBLN
18.07.2016, 09:59
KLONDI....ick hatte doch letzte Tour das Wäschewaschproblem unterwegs.
Das ist dieses mal unter der gelben Spritzdecke gelöst.
Regenwasser > dreckige Boxershorts > Fit > schnelle Kurvenfahrt.....alles klar?!?!:highly_amused:


Aaaahhhhh
Der Mann ist lernfähig. :o)
Pack noch n paar Steine rein. Damit es ordentlich durchgewalkt wird.

Varga
18.07.2016, 10:12
Im Moment Nordkapp. Schönes Wetter.

Gruss
Varga

jollentreiber
18.07.2016, 11:03
Aaaahhhhh
Der Mann ist lernfähig. :o)
Pack noch n paar Steine rein. Damit es ordentlich durchgewalkt wird.

Polle, meine Klamotten sind soooo alt.....wenn ich da jetzt noch kleine Felsen dazwischen schmeiße, dann habe ich nichts mehr zum anziehen. Aber ich kann ja meine schmutzigen Töpfe und Teller mit zulegen. Die walken nicht so stark und abwaschen brauche ich das Zeug dann auch nicht mehr.
:highly_amused:

P.s. Ist ehlendig langweilig hier auf der E4 Richtung Stockholm und noch 1.700 km bis nach Kirkenes. :cower:

jollentreiber
18.07.2016, 11:06
........104123...Ich singe schon schwedische Volkslieder im Radio mit.

Varga
18.07.2016, 14:53
Ankunft am 19.7.16 09:00 Uhr mit der MS Lofoten in Kikenes. Dann eine Tour zu der russischen Grenze. 12:30 Weiterfahrt nach Vardo.

Gruss
Varga

jollentreiber
19.07.2016, 09:47
Ankunft am 19.7.16 09:00 Uhr mit der MS Lofoten in Kikenes. Dann eine Tour zu der russischen Grenze. 12:30 Weiterfahrt nach Vardo.

Gruss
Varga

Hallo Varga, das schaffe ich leider nicht. Bin grad eben 80 km vor der Grenze zu Finnland .
Wünsche Dir eine gute Weiterreise .

jollentreiber
20.07.2016, 22:59
Moin moin Männer's

Leider gibt es eine schlechte aber auch zwei gute Nachrichten.
Die eine gute ist das ich an der Grenze zum Oblask Murmansk angekommen bin und es hier 24 Std. TAGHELL ist.
Und die zweite das der Dicke nach einem Bruch der Dieselleitung inmitten des "weiten Nichts" hier oben in der nordöstlichen Finnmark nun wieder einsatzbereit. Schön das es hier auch um Nachts noch hell ist und die Reparatur so etwas erleichterte.

Die Schlechte ist das ich Probleme mit meiner extra für Norwegen beschaffte Datenkarte im Tablet habe. Ich kann keine Verbindung vom Tablet zum Laptop (Tetering) aufbauen. Anscheinend ist das dieses Jahr vom Anbieter gesperrt worden. Letzte Tour ging es noch völlig ohne Probleme.
Das bedeutet soviel das ich die fertigen und bebilderten Tagesberichte nicht vom Laptop ins Netz laden kann.

Ich werde nun versuchen die Berichte über einen offenen Hotspot hier in Norwegen abzuschicken. Mal sehen wie oft ich einen solchen hier finde....McDonalds z.B. soll es hier nicht viele geben (lach)
Ist zwar echt blöde, aber im Moment das einzige was mir zu dem Problem als Lösung einfällt.

Ok, das als kurze Meldung zum Stand der Dinge.

Gruss aus dem Norden
Lutz

jollentreiber
20.07.2016, 23:09
Blick Nachts um 00:07 aufs Wasser der Barentsee. Das Bild ist gänzlich ohne Lichtunterstützung o.ä. nur mit dem Tablet aufgenommen.
Ist der absolute Hammer mit der Nachtsonne.....aber auch gewöhnungsbedürftig beim Schlafen.


104230

wellenhhopser
21.07.2016, 10:40
Hast du dieselleitung selbst repariert?
In der Taiga gibt es doch kein ADAC.

jollentreiber
21.07.2016, 10:55
Hier gibt es den ADAC-Partner 'Falk". Die kommen auch bis in die (fast) letzte Ecke und helfen zur Not aus.
Mir fehlte die nötige Schlauchverbindung der Dieselleitung, nun ist aber alles wieder Ok und es geht seit gestern Abend weiter.

Sascha Kellner
21.07.2016, 12:38
Das is schon sehr beneidenswert was du da machst, hab ich großen Respekt vor.
Was du dort so alles zu sehen bekommst in der absoluten Einöde is fantastisch und für manch einen unvorstellbar.
Ich hoffe auf viele Bilder das man das erlebte teilen kann.
Noch eine schöne weiter Reise wünsche ich dir und komm ja heile nach hause.

LG
Sascha

Varga
21.07.2016, 14:48
Moin moin Männer's

Ich werde nun versuchen die Berichte über einen offenen Hotspot hier in Norwegen abzuschicken. Mal sehen wie oft ich einen solchen hier finde....McDonalds z.B. soll es hier nicht viele geben (lach)
Ist zwar echt blöde, aber im Moment das einzige was mir zu dem Problem als Lösung einfällt.

Ok, das als kurze Meldung zum Stand der Dinge.

Gruss aus dem Norden
Lutz
Lutz, wenn in einem Hafen ein dicker Pax-Pott schwimmt, kann es gut sein, dass du offene WILAN findest.

Gruss
Varga

jollentreiber
21.07.2016, 20:05
Das is schon sehr beneidenswert was du da machst, hab ich großen Respekt vor.
Was du dort so alles zu sehen bekommst in der absoluten Einöde is fantastisch und für manch einen unvorstellbar.
Ich hoffe auf viele Bilder das man das erlebte teilen kann.
Noch eine schöne weiter Reise wünsche ich dir und komm ja heile nach hause.

LG
Sascha

Hi Sascha, danke für die guten Wünsche.

Ja ist schon einiges was man hier etwas weiter weg von der eigenen Haustür zu sehen bekommt. Beneiden brauchst Du mich aber nicht. Ist ja auch nichts dolles hier rumzukurven. Ich habe die Tour viele Monate vorab geplant und das nötige Geld dazu beiseite gelegt.
Wenn man das also will und die Zeit dazu aufbringen kann ist alles machbar. Du bist doch noch jung....packe Kohle beiseite und im nächsten Jahr biste dann auch auf Tour in den hohen Norden. Zu erleben gibt's hier und mit unserem Hobby genügend.

Was die Bilder und Eindrücke angeht, da mach dir mal keine Sorgen. Auch wenn es aktuell mit dem täglichem Bericht nicht so klappen will, einstellen werde ich sie auf alle Fälle.

Ok, habe das jetzt auf dem Tablet geschrieben und muss weiter. Heute stehen noch zwei weitere Anlagen auf dem Plan.
Ist schon irre Geil wenn man sich überlegt um 22:30 Uhr noch mal in die Berge zu klettern um Geschichte zu dokumentieren.
Das Gefühl das es ja bald dunkel wird bekommt man nicht so einfach los.....ist hier aber durch die Mittsommernacht ganz anders.
Hier geht man auch um 24:00 oder 03:00 Uhr noch bei besten Tageslicht auf Tour.
Schlafen kann ich bei dem Licht eh nicht. Wie gesagt...ist kompl. Irre das Gefühl.

Damit der Bericht nicht ganz ohne Bilder abläuft, hier mal schnell zwei mit dem Tablet aufgenommene.

Gruß Lutz

p.s. Was sich hinter der Treppe und auf dem Bergrücken befindet, das zeige ich dann wenn ich wieder richtig senden kann.

104241 104242

wellenhhopser
23.07.2016, 16:13
Wie bist du weitergekommen? Heute ist schon der 23. Juni.

Varga
23.07.2016, 16:36
Der sucht einen Hotspot. Geduldig sein .................

Gruss
Varga

TumraNeedi
24.07.2016, 19:39
Viel Spaß da Oben. Ich mache mich am Dienstag auch auf in Richtung Norden, aber mit anderem Schwerpunkt. ;D Aber Mitternachtssonne ist schon das geilste - man wird ja auch nicht wirklich müde...

Bambusritze
25.07.2016, 21:17
Hallo Lutz, beste Grüße aus P'münde in den Norden. Die Schwierigkeiten mit der Verbindung sollten dich dennoch nicht abschrecken Streckenberichte abzusetzen. Wir sind doch gespannt wo du was erlebst. Die moralische Unterstützung zur Bewältigung unvorhergesehener Probleme ist dir gewiss. Gib mal wieder Laut wenn du auf Sendung bist. Tarantel und ich sind gespannt und erwarten deinen Reisebericht.

jollentreiber
26.07.2016, 09:48
Ach ja, Deutschland gibt es ja auch noch. Hallo nach da unten !!!

Männer´s mir geht es gut, sehr gut sogar. Das einzigste Problem ist, neben den Verbindungsschwierigkeiten, eben das ich selten die Möglichkeit habe hier in der Finnmark in irgend einer Ortschaft zu sein in der es auch einen Hotspot gibt.
Des weiteren fehlt mir auf Grund der Mitsommernacht einfach die Zeit um langen Berichte wie bei der NORGE 2015 zu schreiben. Letztes Jahr zur Tour im Sept. wurde es gegen 20:00 dunkel und man konnte nichts mehr unternehmen. Hier und jetzt läuft um 20:00 der Tag noch auf volle Touren, der Sonne ist es geschuldet.

Wie ist der Stand?

Aktuell befinde ich mich zwischen Alta und Trömsö und habe mit dem Defender nun knapp 4.300 km bewältigt. Und, toi toi toi, es gibt nach der gebrochenen Dieselleitung nun keine weiteren Probleme mehr. Alle vorab ausgesuchten Ziele wurden gefunden und besichtigt und ich werde diese dann in Deutschland hier im Forum auch ausgiebiger und bebildert behandeln.

Was die Frage von Lars bezüglich der Versorgung angeht, die habe ich Dank „einiger“ Salamivorräte und Schmalzfleischbüchsen auch wieder ganz gut im Griff. Wobei mir dieses Jahr auch schon das Angelglück (5x Dorsch) holt war. Auch dazu später mehr.

Ich bin ja nun erst seit 10 Tagen auf Tour und werde noch fast 4 Wochen unterwegs sein. Was ich bis jetzt sagen kann ist das es einige Tourpunkte gab die sich vom Zustand weitem besser dargestellt haben als wie vermutet.
Ist echt der Wahnsinn was man hier Abseits der Straßen und Ortschaften noch aus der deutschen Besatzungsgeschichte entdecken kann.
Dazu gehören nicht nur die div. Küsten Batterien sondern auch Objekte und Orte die mit der gesamten Struktur der Besatzungszeit in Verbindung stehen. Im Moment erlebe ich immer neue Eindrücke obwohl ich die vorherigen noch gar nicht vollständig verarbeitet habe.
Geschichte erleben kann hier eben nicht nur spannend sondern auch anstrengend sein. Und da meine ich nicht nur die teilweise anstrengende kraxelei zu den einzelnen Punkten der Begierde.

Hier z.B. das Wrack einer engl. Hellcat die bei einem Angriff auf das im Kafjord liegende Schlachtschiff Tirpitz abgeschossen wurde. Fast 400m Höhenunterschied musste ich als "Flachländer" zum erreichen der Absturzstelle in den Bergen des Fjordes schwitzend überwinden. :encouragement:


http://www.fotos-hochladen.net/uploads/img1320nkjvpo1qli.jpg (http://www.fotos-hochladen.net)
104300

Gut Männer´s, ich werde versuchen mich jetzt mal öfters von der Tour zu melden. Habe mir dafür nun endlich eine App mit einem Hotspotfinder auf das Tablet installiert und auch den Laptop gleich griffbereit neben mir positioniert.
Ob ich es täglich schaffe kann ich nicht sagen, aber ich versuche es so oft wie Möglich.

Ich werde aus Tronsö versuchen einige Bilder rüber zu schicken. Hier ist im Moment das Signal einfach zu schwach.


Und ja zum Team nach Peenemünde.
Hans und Jörg, passt mir gut auf die „Tarantul“ auf, nicht das der Pott Leck schlägt und tiefer liegt als die alten Schweden nebenan! Schöne Grüße auch an Olli, Peggy und den Rest der Truppe dort.

Das erst mal auf die schnelle und vor der Morgentoilette. Ich gehe nun zum Tagesbeginn eine Runde mit den Eisschollen im Fjord im schwimmen......brrrr.

Schönen Gruß aus dem Norden
Lutz

jollentreiber
26.07.2016, 09:56
Viel Spaß da Oben. Ich mache mich am Dienstag auch auf in Richtung Norden, aber mit anderem Schwerpunkt. ;D Aber Mitternachtssonne ist schon das geilste - man wird ja auch nicht wirklich müde...

Hi Tumra, welche Route fährst du in den Norden. Evtl. können wir es ja so einrichten das wir uns unterwegs treffen. Ich habe noch lecker Schmalzfleisch im Auto und würde mit dir am Lagerfeuer auch eine Büchse teilen.
Ich bin die nächsten Tage im Bereich Tromsö unterwegs. Kannst dich ja mal melden.

Und ja, müde wird man hier bei der 24 Stundenbeleuchtung wirklich nicht so richtig. :highly_amused:

Gruß
Lutz

saska
26.07.2016, 13:20
Hallo Lutz


Vielen Dank für Deinen Besuch bei uns hier in Kafjord am Tirpitzliegeplatz und die netten Stunden zusammen im Gelände und am Wasser und beim Infoaustausch überhaupt. Habe mich gefreut, dass wir uns einmal persönlich kennenlernen durften, noch dazu mitten am nördlichsten Ende des Atlantikwalls :)

Viele weitere schöne Stunden in Norwegen und gute Weiterfahrt.

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Grüße aus Kafjord, dort wo Tirpitz lag

Saska

jollentreiber
26.07.2016, 14:13
Hallo Lutz


Vielen Dank für Deinen Besuch bei uns hier in Kafjord am Tirpitzliegeplatz und die netten Stunden zusammen im Gelände und am Wasser und beim Infoaustausch überhaupt. Habe mich gefreut, dass wir uns einmal persönlich kennenlernen durften, noch dazu mitten am nördlichsten Ende des Atlantikwalls :)

Viele weitere schöne Stunden in Norwegen und gute Weiterfahrt.

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Grüße aus Kafjord, dort wo Tirpitz lag

Saska

Hallo Saska, wer sich bedanken muss bin ja wohl ich.

Ohne den netten Kontakt zu Dir und deiner Gastfreundschaft hätte ich so einiges nicht gesehen und auch zur Geschichte und der Lebensweise der Norweger hätte ich jetzt sehr viel weniger Wissen.

Also Danke nochmal auch von mir für die zwei schönen Tage bei Dir im Kafjord.
Und besonderen Dank auch dafür das ich bei Dir gelernt habe meine gefangenen Fische nun selber fachgerecht zu filetieren. Ab jetzt ist die Zeit der Büchsenwurst vorbei und die Fjorde bald ohne Fische.

Gruß Lutz, der jetzt gleich am nächsten geschichtlichen Ort der Tirpitz, in Tromsö, ist.

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Zur Info:
Der "kleine Krater" in dem @Saska da hockt stammt von einer Tallboy die auf die Tirpitz geworfen wurde. Sie hat das Ziel verfehlt und hat diesen Krater im Felsen hinterlassen.
Die Metallteile am Grund sind Reste der mit 5,6 t gefüllten Bombe.

Bambusritze
31.07.2016, 21:21
Hallo Jollentreiber, wo immer du jetzt auch steckst, Grüße vom Peenestrom in den Norden an dich. Wir hoffen, bei dir ist alles o.K. Und Verpflegung hast du auch noch. Ansonsten habe ich dir ja gesagt, wie man problemlos zu Fisch kommt. also ran an den Fisch, die Schlackwurst schmeckt auch zu Hause. Grüße von hier nach dort von Bambusritze.

jollentreiber
31.07.2016, 22:58
Hi Bambus und die HP-Gemeinde
Ist alles bestens bei mir. Habe jetzt mit Tag 16 knapp 5.500 km auf dem Tacho, leide keinen Hunger, habe später richtig viel zu berichten, eigentlich keine Sehnsucht nach Deutschland und nur noch 10 Schachteln Zigaretten. Also fast alles gut.

Die Finnmark liegt seit 3 Tagen hinter mir, die Ziele im Bereich Tromsö sind alle gefunden und im Kasten. Wird eine Menge Arbeit die vielen Rohdaten zu bearbeiten.
Morgen komme ich dann in die Zone um Narvik. Och hier sind div. Objekte vorgemerkt.

Es gibt also viel zu tun und der Tag ist immer lang.

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Die 4 Bilder sind mit dem Tablet aufgenommen, deshalb bitte ich die Qualität zu entschuldigend.

Ich wünsche Euch einen schönen Wochenstart und ein Gruß in den Süden

Lutz

jollentreiber
31.07.2016, 23:16
Ups...das letzte Bild wollte nicht so. Dann müsst ihr eben den Rechner auf den Kopf stellen.:dejection:

Als Trost für den Wochenstart sende ich noch ein Naturbild.
Die Finnmark ist so Einsam das selbst Füchse keine Angst haben.
Den hier habe ich beim Aufstieg zur Batterie Kongsfjord in den Felsen entdeckt und aus knapp 4 m Entfernung in Ruhe abgelichtet.
Vielleicht war er auch nur erschrocken als ich da mit meine 2 m und 125 kg die Felsen hochhechelte.

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jollentreiber
08.08.2016, 21:26
Guten Nabend in die Runde

Wollte mich hier von Bord der polnischen Fähre "Polonia" kurz mal melden.
Ja, die Tour ist jetzt beendet und die Speicher und mein Schädel voller Eindrücke.
Ich mache jetzt auf dem Weg Nachhause kurz in bei guten Freunden in Peenemünde Urlaub vom Urlaub und werde dann wie versprochen die Tourpunkte hier einarbeiten.
Was ich aber jetzt schon sagen kann, es waren genau wie bei der NORGE 15, wieder einige abgelegene Topobjekte die ich aufgesucht und besichtigt habe dabei.
Mir ist bei der Vorbereitung der Tour sowiso aufgefallen das sich zum norwegischen Bereich des Atlantikwalles nicht viel deutschsprachiges im Netz finden lässt. Von den Bildern der "Allerweltsmuseen" im Süden des Landes mal abgesehen. Die sollten und waren aber auch nicht Ziel meiner Reise sein.

Aber dazu dann später.

Gruß von Bord der "Polonia"
Lutz

PolleBLN
08.08.2016, 21:32
Na kiek. Lutz lebt noch.

Schade, daß es dieses Jahr mit den regelmäßigen Berichten nicht geklappt hat. Erlaubte es letztes Jahr doch durchaus erfrischende und kurzweilige Momente.
Nu bin ich ja mal gespannt, was als Ausbeute zu Tage befördert wird. Und in welcher Menge.
Ich wünsch noch ne entspannte Heimfahrt.

Gruß Polle

jollentreiber
16.08.2016, 17:35
NORGE 2016

Tag 1
Ziele: Peenemünde
Tachokilometer: 298
Wetter: bedeckt, 21°

......

Ich habe beschlossen das auch polnische Seeleute unterstützt werden sollten und wage mich auf die Überfahrt von Swinemünde nach Ystad mit der Reederei POLFERRIES.

......

So Männers,
für alle die auch dieses Jahr wieder virtuell an der NORGE teilnehmen wollen...ich werde ab jetzt wieder versuchen aktuell von der Tour zu berichten. Mit der 12 GB SIM-Karte und fast 6 Wochen Tourzeit wird wohl einiges an Lesestoff zusammen kommen.


Lutz

Mit diesem ersten Bericht (leicht gekürzt) habe ich mich von der Tour gemeldet. Ab dann war ja aus bekannten Gründen Schluss mit den täglichen Lageberichten.
Nun bin ich wieder in Peenemünde, sitze an Bord der "Tarantul" und kann die Norge 2016 hier in Ruhe für das Forum aufarbeiten.

http://www.tarantul-peenemuende.de/79/besuchen-sie-uns

Mal sehen was wir hier nun alles so zusammen bekommen.


- - - - - - - - - - - - - - - -

Tag 2
Strecke: Peenemünde-Swienemünde-Fähre-Ystab (S)-Rastplatz Lagen
Tachostand: 547 km
Wetter: ok



Tach die Herren

Wenn ihr diese Zeilen lest dann ist das ein Zeichen das ich die Überfahrt mit der polnischen Fährgesellschaft überlebt habe und wohlbehalten in Schweden angekommen bin.

Scheint bisher also alles bestens zu sein !!!

Was gibt es zu berichten vom 2. Tag?
Ach ja....die Aktion mit der poln. Fähre lief besser als gedacht. Gelesen hatte ich heute Morgen von 15:00 Uhr Abfahrt mit der Fähre „Baltivia“ von Swinemünde nach Ystad. Ok, 15:00 Uhr passt.
Also früh los von Peenemünde nach Swinemünde. Dort noch mit Kippen und Diesel eingedeckt und dann weiter zum Terminal der POLFERRIES.
12:30 Uhr und eigentlich noch locker Zeit in Ruhe zu fragen ob und wo ich an ein Fährticket nach Ystad komme. Habe ich so gedacht.....

Nur mit einmal ging es dann alles ganz ganz schnell.
Eine dicke Tilli am Einlass zum Terminal wedelte mir mit ihren üppigen und fleischgefüllten Armen wie wild zu und im selben Augenblick schon war ich auch 418,60 PLN los und wurde dann durch eine Schranke auf die Fähre gescheucht.

Uiiiii dachte ich.....die polnische Arbeitsmoral stimmt hier aber !!

Als dann aber gleich nach mir die Rampe von der Fähre abgehoben wurde (12:55 Uhr), da waren wir ja eigentlich noch zwei Stunden vor der eigentlichen Abfahrtszeit der „Baltivia“, da war mir doch ein wenig komisch. Von einer Abfahrt um 13:00 Uhr habe ich nämlich nirgends gelesen.

Hmmm.....lach. Ich bin unbeabsichtigt um 13:00 Uhr als letzter Fahrgast auf der M/F „Polonia“ der Unity Line gestrandet und mit ihr dann von Swinemünde aus in See gestochen.

http://www.unityline.de/ferries/polonia

Schiff war akkurat sauber, Bordrestaurationen (3x) sehr schmackhaft, das Sicherheitsempfinden (Rettungsausschilderung usw.) gut. Ich kann sagen das ich die Überfahrt nach Ystad echt genossen hab.
Hab´s also überlebt und kann die Fährgesellschaft jedem als Alternative zu den anderen Überfahrten nach Schweden empfehlen.

NUR vor eines sollte man sich tunlichst in Acht nehmen.....vor der „Dicken Tilli“ am Terminal !!!

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Angekommen in Ystad ging es dann gegen 20:30 noch auf die Piste Richtung Norden. Das ganze ist aber keiner weiteren Erwähnung wert. Habe mich Streckenweise wie in Mecklenburg Vorpommern gefühlt...Windkraftanlagen, Kornfelder im flachen Land, leichter Regen und auch hier, wie in MVP...... keine Menschen.

Das war´s vom ersten richtigen Reisetag. Nicht´s wirklich spektakuläres passiert.

Gruß
Lutz

TumraNeedi
16.08.2016, 17:49
. bin auf deine kilometerzahl gespannt. bei mir waren es dieses mal 7993 :) also vglw. wenig!

jollentreiber
16.08.2016, 18:42
Tag 3
Strecke: Rastplatz Lagen (S)-Anderstorp (S)
Tachostand: 1.856 km
Wetter: im Auto ok


Was soll ich über einen Tag schreiben an dem ich mir 1.305 km gnadenlos den Arsch auf meinem englischen „Luxussitz“ im Dicken wund gesessen habe???

1.300 km fahren...tanken...fahren...tanken...!!

Nun gut, eigene Schuld. Hätte ja auch Zuhause bleiben können....nur ob mir das besser gefallen hätte, das wage ich doch zu bezweifeln.
Ziel war es, wie es viele Durchreisende in Schweden machen, Kilometer zu schrubben. Das ist mir dann bis in die späte Nacht und bis zur endgültigen Ermüdung dann auch gelungen.
1.309 km mit einem Auto welches die Engländer gebaut haben und was im halbwegs spritsparenden Modus und voll gepackt auch nur bis max. 80km/h gefahren werden sollte ist das schon eine recht gute Tagesleistung.

Falls jetzt jemand wissen möchte was es unterwegs zu sehen gab.....? Mal sehen was ich in der Knipse noch so finde.

Zum ersten mein Aufwachort auf diesem Rastplatz. Nichts besonderes also auch nichts weiter in der Fotokiste.


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Dann haben die Schweden diese Verkehrsbremser an ihrer Schnellstraße. Ich habe jedenfalls gebremst....bei 80 km/h keine besondere Leistung.


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Dann haben die ja auch noch eine Hauptstadt, Stockholm mit Namen. Wenn die Avus in Berlin nehme sehe ich keinen Unterschied.


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Straße, Straße, Straße und seitlich auch mal einen Blick zur Sonne.


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Und ja, die heutige Welt besteht nur noch aus Lügen!!!
Auch mit Ingvar Kamprad, dem Gründer des schwedischen Möbelhauses. Mit dem Laden, wo er uns die Bretterstapel verkauft aus denen wir dann Zuhause mühsam unsere Möbel zusammen bauen müssen.....nee mit dem Laden ist Ingvar NICHT Millionär geworden.
Der Kumpel macht seine Kohle nämlich in Schweden als Baumulti. Das Bild ist der Beweis und das Bretterstapelgeschäft nur sein Hobby!! :highly_amused:


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Ich denke das reicht für den Tag. Mehr gab es nicht zu sehen oder ich war zu sehr damit beschäftigt textsicher die schwedischen Volkslieder im Radio mit zu summen.

Klondike
17.08.2016, 09:10
Eeeendlich gehts los! Mit dem Bericht....
Mach in Ruhe Lutz.....aber schnell ;-)

Grüsse

jollentreiber
18.08.2016, 17:40
. bin auf deine kilometerzahl gespannt. bei mir waren es dieses mal 7993 :) also vglw. wenig!

Das Geheimnis kann gleich gelüftet werden.

Ich hatte den Dicken zum Schluss knapp 9.000 Kilometer (8.960 km) unter meinem Hintern. Der eh schon unbequeme Sitz wurde von mal zu mal unbequemer aber meine wachsende Hornhaut am Hintern hat es erträglich gemacht. :highly_amused:

jollentreiber
18.08.2016, 18:45
Tag 4
Strecke: Anderstorp (S) – Finnland – Grense Jakobselv (Grenze Oblask Murmansk)
Tachostand: 2.835 km
Wetter: 22 -24°C, 24 Std.sonnig

Geschafft!!

Der erste Zielpunkt der Norge 2016, die nordöstlichste Ecke Norwegens, der Grenzbereich zum Oblask Murmansk, ist erreicht.
Aber nicht ohne das es mir auf den knapp 1.000 km langweilig wurde. Oh nee.

Gefrühstückt um 07:00 Uhr. Und genau da ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen.....das Problem ist wieder da!!
Das selbige wie schon bei der NORGE 2015. Die Nahrungsvielfalt meines täglichen Frühstück`s und sicher auch des Mittag- und des Abendessen >>> Salami in Hülle und Fülle.
Aber nicht ganz, 10 Büchsen besten Schmalzfleisches lagerten auch noch irgendwo im Defender. Aber das kommt letztendlich doch wieder auf´s selbe raus, auf eine ziemlich einseitige Ernährung.


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Schweden war nun eigentlich zum größten Teil durchfahren und Finnland schon fast in „Sichtweite“. Was noch fehlte war die Überquerung des Polarkreises. Hatte ich diesen Akt in 2015 in Norwegen sehr lieblos vernachlässigt, wollte ich es dieses mal weit kulturvoller in Schweden zelebrieren. Dieser traurige Anblick des Ortes ist mir dann doch nur eine kurzer Stopp wert gewesen. Könnte natürlich auch an der trostlosen Nebenstraße gelegen habe auf die mich mein Navi geführt hatte. Aber trostlose Nebenstraßen sehen hier oben ganz anders aus, wie ich noch erleben durfte.


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Die, also „trostlose“ Straßen, schauen nämlich in Schweden so aus.


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Nee nee, ick habe mich da nicht verfahren!! Es ist hier wohl völlig normal, jedenfalls hat sich keiner in der Schlange aus VW, Mercedes und Audi erregt gezeigt, das aus einer befahrbaren Asphaltstraße eine aktive Baustelle wird. Eine Baustelle inmitten den Weiten der Hochebene.
Hier wurde, gänzlich ohne deutsche Normen einer Straßenbaustelle, die Piste neu gebaut. Soll heißen das der Sattelkipper seinen Schotter auf die Piste kippt, die Raupe das Zeug verteilt und zwischendurch Audi und Co sich locker durch das Gewusel windet. Hier kann man nun wirklich von einer „Schotterpiste“ sprechen.

Ich hatte ja mit meinem Dicken unterm Arsch dort keine Schwierigkeiten, jedoch der Gedanke die Situation in Deutschland mal zu erleben....der bereitete mir doch schon einige lustige „Kopfbilder“. Unglaublich Hart im nehmen die Schweden!!!

Schweden war dann auch bald Geschichte und Finnland aktuell.


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Dachte ich bis jetzt schon die Härte der nördlichen Straßenkultur erlebt zu haben ward mir in Finnland noch eine Steigerung gegeben.
Ich kann es nicht sagen ob mein Navi mich da in meiner ständigen Langeweile unterhalten wollte, auf alle Fälle schob es mich für über 50 Kilometer auf eine solche Straße. Eine nicht enden wollende Piste aus einem undefinierbaren lehmigen Straßenbelag.
Der Belag war auch hier nicht so das Problem. Eher beunruhigte mich das fehlen von jeglicher Zivilisation inkl. Tankmöglichkeiten.
Gelesen hatte ich vorab das sich im Norden die Tankmöglichkeiten verringern....hier schienen die Finnen überhaupt keine Tankstellen zu kennen.
Letztendlich hatte auch diese innere Unruhe ein Ende und ich tankte sicherheitshalber an einem Campingplatz inmitten des Nichts eines weitläufigen Waldgebietes inmitten von Finnland.


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Der Rest der Durchfahrt der Weiten von Finnland verlief dann recht Unspektakulär. Die norwegische Grenze wurde erreicht und war völlig unbesetzt.
Zeitlich gesehen schien es mir also zu gelingen das Tagesziel an der Barentssee zu erreichen.

Ich hatte bei der NORGE 2015 schon einige Erlebnisse die mich stark begeisterten, aber hier, ganz oben an der Barentssee, nee das ist schon eine Hausnummer extra. Zudem ich auch als einzigstes Fahrzeug die letzten 50 km Weg bis zum Zielpunkt „geschaukelt“ bin.

23:30 Ankunft im Grenzgebiet zu Murmansk und was soll ich sagen.....es ist, wie es sich die letzten 2 Tage schon abzeichnete, TAGHELL zu dieser Zeit hier oben !! Gewusst habe ich es ja das die Sonne zu dieser Zeit hier nicht am Horizont verschwindet, aber wie es sich anfühlt, nee das habe ich nicht geahnt.


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Einfach geil zu wissen das ab jetzt der TAG 24 Std. hat und ich nun ungebremst alle ausgewählten Objekte rund um die Uhr suchen und besichtigen kann !!! Schlafen kann man in Deutschland > hier wird nun 24 Std. Geschichte erlebt.



https://www.youtube.com/watch?v=ielFe8yUg0c

Aber gut, der Körper reguliert den Ablaufplan der Tour und so bin ich nicht umhin gekommen mein Bettzeug zu krallen und es mir im Dicken für ein einige Stündchen bequem zu machen.
01:00 Uhr war ich dann soweit und musste feststellen (ist mir die Nacht in Schweden schon aufgefallen) das der Ausbau des Dicken nicht tauglich ist für diese Region um diese Zeit.
Nicht nur draußen sondern auch im Fahrzeug ist es eine Stunde nach Mitternacht noch taghell.
Hier werde ich die Tage, trotz schwarz getönter Scheiben und Vorhänge, noch eine „Nachtverdunkelung“ einbauen müssen.

Jetzt war aber erst mal Nachtruhe bei Tageslicht angesagt und die Decke weit über den Kopf gezogen.


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jollentreiber
19.08.2016, 19:45
Tag 5
Strecke: Grense Jakobselv – Bereich westlich von Kirkenes
Tachostand: 2.940 km
Wetter: 24°C, sonnig und ich in kurzen Hosen


Bis jetzt lief es technisch gesehen alles so wie geplant....aber zu dem Thema kommen wir noch.

Tag 5 der Tour begann mit einem fürchterlichem Geschrei. Nicht von mir, weil ich habe ja noch den Schlaf der Gerechten gehuldigt.
Eine Dame aus einem rollenden Wohnhaus neben mir hat in der Bucht Wale entdeckt und war der Meinung dieses nun lauthals den wenigen Leuten westlich der Grenze durch Gebrüll mitteilen zu müssen. Meine Sorge bei dem wilden Geschrei der älteren Dame in der Morgenruhe war allerdings nicht den Walen gewidmet sondern eher den armen Grenzposten auf er russischen Seite. Hätte das doch in der momentanen Phase der politischen Spannungen von diesen durchaus auch als Angriffsgeheul der Nato gedeutet werden können.

Jut, der Trouble war perfekt! Die Aufklärungshubschrauber der Gegenseite blieben glücklicherweise aus aber meine kurze Nacht war schlagartig beendet.
Was blieb mir übrig als nun auch „Whale watching“ zu machen. Wo anders bezahlt man ja richtig Geld dafür, hier hat es legendlich etwas Schlaf gekostet.


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Um die Wale jetzt nicht zu verschrecken habe ich auf mein geplantes Morgenbad in der Barentssee schmunzelt verzichtet und meine Morgentoilette (außer Zähne putzen) auf die zweite Tageshälfte verschoben.

Zur Gegend in die es mich in der Nacht verschlagen hat, sie sah am Morgen noch viel interessanter aus. Felsformationen mit satten Wiesen dazwischen, die Ruhe mit er weiten Sicht über die Barentssee und die ganz ganz wenigen Touristen die diese Ecke Norwegens für sich entdeckt haben.
Wenn man sich die nachfolgenden Bilder anschaut, dann kann der geneigte Leser sicher empfinden was einem deutschen Flach- und Binnenländer durch den Kopf ging.
Einfach herrlich diese Natur!!


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Als ich mich bei den obigen Gedanken erwischt habe, hatte ich das böse Gefühl nun doch langsam „alt“ zu werden.
Nicht auszudenken, ICH mit einem Wohnmobil inzwischen von anderen Wohnmobilfahrern in sinnlose Gespräche über grüne Wiesen, Duschmarken,Wetterberichte und den besten Entsorgungspunkten für den Fäkalienbehälter verwickelt.
Nee nee, solange ich noch keinen Gehhilfe brauche bleibe ich 49+ und meinem „Dicken“ treu. Die Verwirklichung meiner abenteuerlichen und ungebundenen Freizeitgestaltung ist mir wichtiger als die Gemeinschaft inmitten von Weißhausfahrern.

Aber kommen wir wieder zurück.

Was jetzt für einen perfekten Tagesstart fehlte waren die Objekte wegen welcher ich diese Geschichtstour überhaupt angetreten bin.....alter Beton!
Einzelne alte Fundamente waren hier zwar erkennbar, haben dann aber doch nicht so mein Interesse geweckt. Es zeichnete sich ab das es die „ganz großen Sachen“ nicht zu entdecken gab.

Gegen Mittag war es auch genug dort. Die Tour hatte aus geschichtlicher Sicht nun erst richtig begonnen und sah noch einiges vor.
Zum Beispiel Kirkenes, die letzte Stadt vor der russischen Grenze mit seinen verschiedenen Gef.- Ständen sowie die Splitterschutzzellen am Fliegerhorst Hoybukten sollten ein Ziel sein. Sachen gepackt und auf ging´s!


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Kirkenes zeigte sich als verschlafenes Städtchen mit einem Hafen in denen zu Hauf die obligatorischen Krabbenfangkörben gestapelt lagerten. Und genau dort unten im Hafen befinden sich u.a. auch zwei alte R 631 Kampfstände. Fürs erste schon mal etwas Beton der mehr oder wenig frei begänglich war. Zusätzlich befindet sich das "Grenselandmuseet" am Stadtrand welches sich u.a. auch mit der Geschichte der deutschen Besatzungszeit auseinander setzt.


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Die Kampfstände und zahlreichen Torbruk´s auf der südlichen Anhöhe habe ich hier und in diesem Fall ausgelassen da diese mir in der Recherche vorab als nicht so Interessant erschienen. Ob ich damit für mich nun richtig lag wird sich evtl. nie mehr sagen lassen. Egal, größere und weit bessere Zeitzeugnisse standen noch auf dem Routenplan.
Eines dieser Zeugnisse sollten die ca. 12 km entfernten Splitterschutzzellen des eheml. Fliegerhorst Hoybukten sein. Errichtet zwischen 40 und 41 war dieser Flugplatz einer der Luftwaffenstützpunkte in der Finnmark.

Wie geschrieben nur 12 km, während dieser 12 km muss es dann auch passiert sein. Ich hatte mich schon gewundert warum es während der Fahrt den langgezogenen Berg hoch so nach Treibstoff gerochen hatte. Die Nähe des immer noch aktiven Flugplatzes hatte ich als Grund vermutet. Weit gefehlt, am Ziel angekommen hatte ich die Bescherung. Die Dieselleitung vom Hecktank zum Motor war gebrochen und die Dieselpumpe förderte ununterbrochen weiter Kraftstoff in die offene Leitung unter dem Fahrzeug.
Unterbodenwäsche mal anders!!

Tja, was nun. Grube oder eine andere Reparaturmöglichkeit war nicht gegeben und ich auch ziemlich angepisst von dem Fakt das ich genau diese Leitung vor einem halben Jahren schon mal geflickt hatte und sie eigentlich vor der Tour noch gewechselt werden sollte.....hab´s vergessen.
Und nun, genau hier am „Arsch der Welt“, da bricht mir das Teil.

Egal jetzt, ADAC angerufen und dem Menschen an der Strippe in Deutschland kurz erklärt was los ist und wo ich bin. Hat etwas gedauert bis er gerafft hat wo der Fliegerhorst Hoybukten mal gelegen war. Hab ihm das aber verziehen, ist halt nicht jeder mit der deutschen Geschichte auf dem laufenden. :highly_amused:


Kurz und gut, der norwegische Partnerclub des ADAC (Falk) hat mich aufgesammelt und in der Werkstatt in Kirkenes den Schaden schnell und unkompliziert repariert.
Fahrt konnte weiter gehen und als Trostpflaster für meine eigene Dummheit in der Vorbereitung habe ich mir ein fürstliches Abendmahl gegönnt.


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War also vom Morgenschrei bis zum Abendschreck mit der Panne ein abwechslungsreicher Tag dort oben in der Ecke wo sich nicht mal die Grenzer beider Seiten „Gute Nacht“ sagen.

jollentreiber
19.08.2016, 21:56
Für alle welche sich morgen wieder erwartungsvoll in das Thema stürzen und Tag 6 lesen möchten.
Es gibt "leider" das Problem das der selbige dermaßen voller interessantem Material ist das ich hier tiefer gehend berichten möchte. Des weiteren bin ich im Moment noch mit einem anderen Projekt beschäftigt was auch ein wenig Zeit beansprucht.
Es wird also mit dem vorbereiten und schreiben etwa 2 -3 Tage dauern.

Ja so ist das eben wenn man sich weit in ein geschichtsträchtiges Gebiet begibt welches hier bei uns im Forum ja auch noch nicht so sehr beleuchtet wurde.

Als kleines Trostpflaster hier schon mal ein Bild aus der Gegend um die es sich u.a. im Bericht zum Tag 6 handelt. Also schön neugierig bleiben!! :encouragement:



http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/mg0745kopi1qc4ky73zd.jpg (http://www.fotos-hochladen.net)

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ElLennart
21.08.2016, 20:14
Hast du auf dieser Tour den Defender aufgelastet oder warum erscheint er mir auf dem Abschleppfoto hinten so hoch...? Oder hast du zu wenig Salami mitgenommen... oder gar den kompletten Diesel verloren!?! :-O

Edit: Ich sehe gerade, dass er im Beitrag 93 eher wieder in Waage steht.

Gruß aus dem wiederkehrenden Sommer in Babelsberg! Weiterhin viel Glück.

jollentreiber
21.08.2016, 21:17
Hast du auf dieser Tour den Defender aufgelastet oder warum erscheint er mir auf dem Abschleppfoto hinten so hoch...? Oder hast du zu wenig Salami mitgenommen...



Nein nein, weder das ich dieses Jahr dicker geworden bin noch musste ich wegen der Salamireserve auflasten. :highly_amused:

Da Fahrzeugheck steht nur deshalb so hoch weil wir mit der hydraulischen Plattform des Abschleppers unter der Hängerkupplung die Schraubenfedern etwas entlastet haben. Sind so besser an die defekte Dieselleitung gekommen.

jollentreiber
23.08.2016, 00:04
Tag 6
Strecke: Bereich westlich von Kirkenes - Ekkeroy
Tachostand: 3.350 km
Wetter: 25°C, immer noch sonnig und auch ich immer noch in kurzen Hosen

Bin grade von der „Tarantul“ in Peenemünde zurück und versuche jetzt hier weiter im Text zu kommen.

Tag 6, ein Tag der nun das erste mal geschichtlich voll eingeschlagen ist.
2 Batterien (Hamningberg und Kiberg), ein FuMg „Wassermann“ und der noch erhaltener Luftschiffmast in Vadsø an dem der Polarforscher Roald Amundsens 1926 sein Luftschiff „Norge“ auf dem Weg zum Nordpol ankerte. Dazu aber später, jetzt kommt der "schnöde" Tagesbericht.

Gab also viel zu sehen...unter anderem am frühen Morgen schon diese Sprengnischen an dieser Brücke der geplanten Polarbahn. Zu selbiger, Hitlers Plan der Polarbahn, kommen wir aber viel später noch mal genauer zu sprechen. Die Bilder sollen zum ersten einen kleinen Eindruck vermitteln.


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Ich hatte ja schon geschrieben das beim geplanten Rückzug der deutschen Truppen aus den östlichen Bereichen der Finnmark alle Bewohner ihre Häuser und Grundstücke verlassen mussten und fast alles hinterlassene in Flammen aufging.
So gesehen ist/war es schwer dort in der Region noch alte Bauwerke aus dieser Zeit zu finden.
Wie alt z.B. dieses Häuschen nun genau ist kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen, aber von weitem sah es und das Umfeld sehr interessant aus.
Auf Grund der schwachen Besiedlung des Landes ist dort eigentlich alles interessant was von Menschenhand gebaut wurde und nun teilweise auch wieder verfällt. Ist eben der Lauf der Geschichte.


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http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/img03653wrqsyv1gi.jpg (http://www.fotos-hochladen.net)


Jetzt könnte wieder mein Spruch „Wenn mal jemand in der Nähe ist dann sollte er sich auf alle Fälle mal....“ kommen. Ich weiß aber das viel der hier lesenden nicht einfach „mal in der Nähe sein können“.
Das kleine Partisanenmuseum im Fischerörtchen Kiberg wäre, neben der Großbatterie MKB 3/513, so ein Tipp den ich geben könnte.

http://www.varangermuseum.no/besok-oss/besokssteder/partisanmuseet/

Hier wird eindrucksvoll die Bewegung und Aktionen der örtlichen Partisanen erläutert.
Viele der einheimischen Kämpfer im Widerstand haben aktiv mit der Roten Armee zusammen gearbeitet und wurden wegen ihrer Gesinnung und die Zusammenarbeit mit den „Roten“ nach dem Krieg durch die norwegische Gesellschaft geschasst.
Erst 1992 hat sich König Harald im Namen der ganzen Nation bei den Überlebenden entschuldigt und ihnen Anerkennung für ihren Kriegseinsatz ausgesprochen.

http://www.kongehuset.no/tale.html?tid=30959

Das muss man sich mal reinziehen....da geben Norweger im Kampf um ihre Land das Leben und werden nach dem Krieg durch ihr Land verachtet!! Mir fehlten beim Lesen im Museum die Worte.




http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/mg0402vzogjmfbq4.jpg (http://www.fotos-hochladen.net)

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Aber fahren wir jetzt weiter in Richtung Vardø.
Auf den nun kommenden Punkt habe ich in der Vorbereitung der Tour mit am meisten hingefiebert !! MEIN (wohl das einzigste noch in der Größe erhaltene) FuMg „Wassermann“. Ist es wirklich noch da und vor allen ist es für mich auch erreichbar?
Des Rätsels Lösung verbirgt sich hinter dieser Bergkuppe und wird extra behandelt. Ich weiß...das ist jetzt gemein wa?!



http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/img0404jixfq325g8.jpg (http://www.fotos-hochladen.net)
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Ich bin ja nun schon wieder einige Tage in Deutschland und wenn ich meine vielen Tagesbilder nicht hätte wären manche Episoden und Erlebnisse schon wieder verblasst. Ja die Zeit ist doch schon sehr schnelllebig (oder ich vergesslich).

Es ging also weiter zur HKB 3/448 Hamningberg.
@Tumra hat ja im Beitrag 18 schon mal auf den Ort hingewiesen. >>> https://www.google.de/maps/@70.5403383,30.6284161,3a,75y,290.09h,74.14t/data=!3m6!1e1!3m4!1sHg-kQJY7HjKI_22h6SdoNA!2e0!7i13312!8i6656


Lutz,

bist Du dann auch an dem Bunker in Hammningsberg?
......und in Hammningsberg gibt es einen Touristellplatz mit naja, sagen wir mal einer "Sanitären-Anlage" ...



....die „Sanitäre Anlage“ habe ich dort nicht gesehen bzw. auch nicht gesucht, aber die Landschaft (Anfahrt) ist dort oben echt die Härte. Und das nicht nur wegen den Felsen rechts und links neben der schmalen Zufahrtsstraße zum Sackgassenort Hamningberg.



http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/img0617lqr47fb6ai.jpg (http://www.fotos-hochladen.net)
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Ich war also da, am Fuße des Bergmassives mit der Heeres Küsten Batterie auf dem Gipfel. Natürlich, in meinem ungebrochenem Elan und der gesteigerten Vorfreude bin ich den steilsten und dümmsten Weg zur Stellung geklettert. Einfach grade zu los und mitten rein in die zerklüftete ansteigende Felsenlandschaft
Eine kurzer Blick auf Google Earth hätte mir einiges an Schweiß erspart....aber ich hätte auch diesen Kumpel in den Felsspalten nicht entdeckt. Ich glaube wir haben uns beide gleichermaßen beim unerwarteten Zusammentreffen inmitten der schroffen Natur erschrocken.


http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/mg050898mx7nyq4r.jpg (http://www.fotos-hochladen.net)
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Ende Teil 1

jollentreiber
23.08.2016, 01:26
Teil 2, Tag 6

Die HKB 3/448 Hamningberg mit seinen ehemals 4 x 14,5 Geschützen in offener Deckung, den in den Fels geschlagenen Gängen und Räumen und der KwK 5 war dann aber der Lohn des mühsamen Aufstieges. Hier nun einige Aufnahmen aus dem Inneren und dem Umfeld.


http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/img0524k7l5rgph6d.jpg (http://www.fotos-hochladen.net)

http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/mg054405bezmuof8.jpg (http://www.fotos-hochladen.net)

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Zurück vom Berg ging´s dann bedeutend besser, gewiss auch weil es bergab ging. Nächstes Ziel.....ach nee, hier oben ist der Weg das Ziel und jeder Blick ist hier einer zu wenig.
Es ging also 50 km die „Einbahnstraße“ zurück in Richtung Kiberg. Nicht ohne unterwegs noch etliche Blickpausen zu machen. Man sollte sich auch wirklich die Zeit nehmen. Ich stelle jetzt in der Nachbetrachtung fest das ich das eigentlich viel öfters so hätte machen sollen.

Irgendwie steckt in uns Deutschen aber der Zwang immer gehetzt durchs Leben zu jagen. Andere Nationen leben uns da, meiner Meinung nach, eine bessere Lebenseinstellung vor.


http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/mg05844itwbzcxjr.jpg (http://www.fotos-hochladen.net)

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Der letzte Tagespunkt war dann gegen 23:00 Uhr die Anhöhe mit der HKB Kiberg. Eine Anlage die es auch wert ist einen bebilderten Beitrag extra zu bekommen.

Jut Männer´s, dann mache ich mich jetzt an die fehlenden Berichte zum Tag 6.
Hoffe das ihr bis hier schon viel Spaß beim lese hattet und wenn Fragen auftreten....kein Problem. Die könnt ihr beruhigt auch in den laufenden Faden hier einstellen.

Schöne Woche und Gruß
Lutz

PolleBLN
23.08.2016, 08:03
Na Lutz
Nu musst ich erstmal ne Weile lesen.
Scheen scheen. Da haste ja n Ritt gemacht. 1300km an einem Tag. Das is ne Ansage. Wäre eigentlich mal testenswert, ob ich das mit meinem kleinen Mutterschiff auch schaffen würde. Allerdings würde ich auf der Strecke 3x volltanken müssen.
Zur Schonung des Popometers kann ich dir wärmsten n Schafsfell empfehlen. Ist angenehm weich, wärmt und entspannt den Rücken und trotzdem schwitzt man nicht. Macht sich auch abends gut auf nem Campingstuhl. Ich hab mich lange vor geziert. Weil ich immer dachte, daß wäre was für die Alten. Aber es ist saugemütlich. Ich geb meins nicht mehr her. Eher kauf ich mir noch weitere.

Ich freu mich schon auf weitere Berichte.
Auch wenn dieses Jahr das tagesaktuelle Geblödel und rumgealbere weg fällt.

Gruß Polle

TumraNeedi
23.08.2016, 08:16
Ich hatte den Dicken zum Schluss knapp 9.000 Kilometer (8.960 km) unter meinem Hintern.

Fein! Bei der Tour dort hatte ich damals 10240km. Aber ich bin auch nicht Fähre gefahren, sondern über die Brücken von Dänemark aus. Aber schön, dass Dir die Straße nach Hammningsberg auch gefallen hat. Ich fand die Strecke bezaubernd (Falls Mordor eine Küste hätte, sähe sie so aus), leider hatte ich miserables Wetter und Regen, so dass da fototechnisch nicht viel zu machen war. :/

Und ich finde ja, kein Mensch sollte südlich des Polarkreises Urlaub machen müssen :)

Gruß Tumra

TumraNeedi
23.08.2016, 08:23
Vielleicht interessiert es hier ja auch jemanden, auch wenn es schwedisches Militärgebiet ist ;)

. death has a tendency to encourage a depressing view of war (Donald Rumpsfeld)

http://forum.hidden-places.de/attachment.php?attachmentid=104775&d=1471936904

Hartziel


Unter http://forum.hidden-places.de/showthread.php/906-Natur-pur/page32?p=114734&viewfull=1#post114734 habe ich noch ein paar Landschaftsaufnahmen eingestellt. Wenn es jemanden interessiert... :)

jollentreiber
23.08.2016, 09:47
Na Lutz
Zur Schonung des Popometers kann ich dir wärmsten n Schafsfell empfehlen. Ist angenehm weich, wärmt und entspannt den Rücken und trotzdem schwitzt man nicht. .........Ich hab mich lange vor geziert. Weil ich immer dachte, daß wäre was für die Alten. Aber es ist saugemütlich. Ich geb meins nicht mehr her. Eher kauf ich mir noch weitere.



Hi Polle

Genau dieses "Problem" habe ich aktuell noch.:highly_amused:
Aber ich habe mit einer Wolldecke schon mal heimliche Tests durchgeführt...jo jo fühlt sich Abends im Campingstuhl sitzend schon ganz gut an.
Jetzt muss ich nur mal schauen wann ich das nächste mal ein großes Schaf optimal vor die Stoßstange bekomme. :hopelessness:

jollentreiber
23.08.2016, 09:54
.....
Und ich finde ja, kein Mensch sollte südlich des Polarkreises Urlaub machen müssen :)

Gruß Tumra

Da hast Du wohl Recht, nur schaut es außerhalb der kurzen Sommerzeit dort sehr düster aus. Ob da dann für manche das optimale Urlaubsgefühl aufkommen kann.....? Mich würde es, für eine gewisse Zeit, nicht sonderlich stören.

nauticcruise
23.08.2016, 11:00
Danke Lutz, für die Impressionen! Du hast Dir ja auch schön was in die Pfanne gehauen....... Wie wir sehen konnten, hast Du auch eine der seltenen "Fuchstellungen" entdeckt. ;))))
Dein Bericht und das was noch kommen mag, macht wiedermal Lust auf mehr!
Beste Grüße von Lars, der gespannt auf die Fortsetzng wartet!

Gesendet von meinem SM-T805 mit Tapatalk

jollentreiber
23.08.2016, 12:00
Im letztem Jahr gab es mal Anfragen zu diesem Teil (Abwehr-Flammenwerfer 42).

http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/img0563hut526nila.jpg (http://www.fotos-hochladen.net)

104776

Da die alten Behälter auch in diesem Jahr wieder vereinzelt auf Bildern auftauchen können, habe ich mal in meinem Archiv geschaut und diese Blatt zur Erläuterung eingestellt.

http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/abwflammwer7gx0smu8ln.jpg (http://www.fotos-hochladen.net)

104777

jollentreiber
24.08.2016, 19:07
Tag 6/2
Bericht zum Funkmessgerät „Wassermann“ (FuMG 404)

Es gibt im Leben immer ein „noch größer und noch besser“. So ist das auch bei meiner zweiten Geschichts-Tour nach Norwegen gewesen.

Hatte ich 2015, mit etwas Stolz, die Einzelteile eines FuMG „Würzburg Riesen“ gefunden und vorgestellt, ging es dieses mal nicht nur weiter in den Norden sondern Gerätemäßig auch in die Höhe.
Diesmal war das Ziel das einzigste in seiner Art, Zustand und in freier Wildbahn noch erhaltene FuMG 404 „Wassermann“. Jedenfalls ist mir bei der Recherche zum Ziel kein einziges in diesem Erhaltungszustand unter gekommen.

Da es von diesem „Wassermann“ nördlich über Vardö nur zwei Bilder im Netz zu finden gab, war ich sehr gespannt ob das Gerät in seinem gezeigtem Zustand jetzt in 2016 überhaupt noch vorhanden ist.
Der letztendlich genau recherchierte Liegeplatz sprach jedoch auf Grund seiner doch sehr abgelegenen Lage dafür.

Es sah also gut aus mit dem Vorhaben den „Wassermann L“ einen Besuch abzustatten.

Aber ehe wir uns jetzt über die neu gemachten Bilder her machen (denn es gibt ja ab jetzt hier eine ausführliche Bilderserie zu diesem FuMG 404), möchte ich für die Laien unter uns einiges zur Geschichte und dem Verfahren bzw. Sinn dieses Funkmessgerätes einstellen.

Ich denke wenn man die nachfolgenden Informationen etwas überfliegt dann hat man beim betrachten der Bildern eher einen Überblick um Was und um welche Größenordnung es sich hier überhaupt handelt.



„Wassermann”

Das „Wassermann”-Gerät (FuMG 404) war eine Rundsuchanlage, die seit 1940 von Siemens entwickelt wurde. Das Radar Wassermann entstand aus dem Versuchsradar Freya- „Fahrstuhl”, bei dem zur Höhenmessung die Antenne an einem Stahlmast hoch- und runtergefahren werden konnte. Da dies ein zeitaufwändiger Vorgang war, wurden später mehrere Antennenfelder übereinander montiert, die nun schnell abwechselnd an den Sender/Empfänger geschaltet werden konnten.

Die Antenne bestand aus einem ortsfesten drehbar gelagertem Gittermast (später rundem Mast) von 37 bis 60 Metern Höhe. An diesem Maste waren Haltegerüste von 4 bis 12,4 Metern Breite befestigt, an welchem anfangs nur 4 Freya- Antennen befestigt waren. Durch Antennenvariationen wurden der Öffnungswinkel der Antenne und die Reichweite des Radars wesentlich beeinflusst. Der Antennenspiegel bestand aus vier Feldern mit bis zu 144 Dipolen.

Im Einzelnen setzten sich die Antennen von
Wassermann L (leicht) aus 12 Zeilen mit je 6 Dipolen, (36 m hohes abgespanntes Gerüst)
Wassermann M (mittel) aus 12 Zeilen mit je 8 Dipolen (36 m hoher freitragender Turm) und
Wassermann S (schwer) aus 12 Zeilen mit je 12 Dipolen (bis zu 60 m hoher abgespannter Turm)
zusammen.

Für Fernzielerfassung werden die beiden oberen Spiegelviertel eingeschaltet, zur Erfassung von Tieffliegern die beiden unteren. Die oberste Dipolzeile gehörte zum „Gemse” Kennungsgerät.

Zur Bedienung der Geräte wurden etwa 7 Mann benötigt.

Quelle:http://www.radartutorial.eu/19.kartei/11.ancient/karte007.de.html


Das nachfolgende Bild zeigt einen FuMG "Wassermann", aufgenommen am 21.August 1944 in Bergen (Niederlande)


http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/wassermanny10y3bv79xpqon.jpg (http://www.fotos-hochladen.net)
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http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/wassermannanteg0dvl8wyr5.jpg (http://www.fotos-hochladen.net)
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http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/wassermann3sc9h7ef86an0.jpg (http://www.fotos-hochladen.net)
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http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/wassermannfreqzx3rfp0nte.png (http://www.fotos-hochladen.net)
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Quelle der obigen Bilder:http://www.cdvandt.org/wassermann_survey.htm



Wer sich einen noch genaueren Überblick verschaffen möchte oder das Ganze für sich im Vorgarten nachbauen will, der sollte sich diese Seite nicht entgehen lassen!!!

http://www.cdvandt.org/wassermann_survey.htm

Ich habe den tieferen technischen Inhalt nicht nicht so richtig verstanden.....ist aber auch kein Wunder da das FuMG „Wassermann“ damals in der Polytechnischen Oberschule der DDR nicht gelehrt wurde. Also...... :highly_amused:

Okay, das soweit zur geschichtlichen Seite. Jetzt werde ich mich mal daran machen den aktuellen Zustand des Gerätes hoch oben im Norden von Norwegen zu beleuchten.
Da diese Aufnahmen einen "kleinen exklusiven Charakter" haben, setze ich in diesem Fall mein Wasserzeichen drüber.

jollentreiber
24.08.2016, 19:42
Hier nun das FuMG 404 „Wassermann“ in seiner noch vorhandenen Pracht. Ich lasse jetzt einfach mal die Bilder sprechen.

Das ich, um an den Standort und somit an die Bilder für die HP-Gemeinde zu gelangen, fast 2kg meines Lebendgewichtes geopfert habe.....na ja, ist gerne geschehen. :highly_amused:



Nachtrag: Sehe eben das die Bilder nicht der Reihenfolge nach geladen sind. Dann fangt ihr eben von unten an. :encouragement:


http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/mg0456bdac0vg2qk.jpg (http://www.fotos-hochladen.net)

nauticcruise
25.08.2016, 15:12
Lutz, klasse Bilder! Hab sie mir jetzt mehrmals angesehen...... Kannst Du vielleicht noch ein wenig Erklärung zu den einzelnen Bildern geben?
Kannst Du eigentlich leicht von solchen Orten "loslassen" um zum nächsten zu Reisen?

BG Lars

Gesendet von meinem SM-T805 mit Tapatalk

Sven K.
25.08.2016, 23:06
Top Bilder vom gestorbenen Wassermann! Hast du noch ein Bild vom Sockel?

Gruß Sven!

PolleBLN
26.08.2016, 06:55
Scheeeen
So muss ein Tag beginnen.
Ich sitz vor der Firma inne Sonne, genieße Kaffee und Zigarette und darf mir solche Bilder ansehen.
Ab jetzt kanns nur noch blöde werden.

Mir fällt gerade auf, daß eben für solche Anlagen ne Drohne ganz praktisch gewesen wäre. Das würde als Kurzfilm oder Gesamtbild wahrscheinlich ne runde Sache abgeben und die Dimension der Antenne besser preisgeben.

Ich bin gespannt, wie n Flitzebogen, wie es weitergeht.

Gruß Polle

Aschekater
26.08.2016, 07:20
Dann immer schön denken `Arbeit hau ab ! ` und den nächsten Kaffee bestellen !

PolleBLN
26.08.2016, 10:19
Ach, schön wärs.
Im Termingeschäft mit Privatkunden ist das nicht so leicht.
Heute isses besonders angenehm. Weil körperliche Arbeit zu Wasserverlusten an besonders erlesenen Stellen führt.

jollentreiber
26.08.2016, 14:08
Lutz, klasse Bilder! Hab sie mir jetzt mehrmals angesehen......


Sehr schön....und ich dachte die ganzen "Klick´s" auf dem Zähler kommen von der restlichen HP-Gemeinde. :highly_amused:





Kannst Du vielleicht noch ein wenig Erklärung zu den einzelnen Bildern geben?




Lars, wenn Du technische Erläuterungen meinst, da bin ich absolut nicht der Fachmann. Das können andere hier sicher besser. Auf alle Fälle habe ich einige der im Link in Beitrag #105 abgebildete Teile auch dort oben bei dem "Wassermann L" wiedererkannt.




Kannst Du eigentlich leicht von solchen Orten "loslassen" um zum nächsten zu Reisen?




Bei der Frage muss ich schmunzeln.
Ja ist schon geil wenn man, nach der vorbereitenden Planung im Winter, das Ziel dann erreicht/gefunden hat. Dann stehst du da oben, staunend mit offenen Mund, und fragst dich "Wie oft bin ich schon mit Google Earth hier oben gewesen".
Ja und dann schaut man und schaut man und freut sich und vergisst fast die Fotoknipse auszupacken. :dejection:

Tja....das loslassen muss ja dann irgendwann kommen. Der Tourplan verlangt es und die kommenden Ziele waren ja auch noch sehr vielversprechend.

jollentreiber
26.08.2016, 14:16
Top Bilder vom gestorbenen Wassermann! Hast du noch ein Bild vom Sockel?

Gruß Sven!

Sven, du vermutest sicher einen Betonsockel für das FuMG 404?
Selben habe ich dort nicht gefunden und ich gehe, den alten Bildern zufolge, davon aus das diese leichte Ausführung auf einem Stahlunterbau montiert war. Ein solcher Unterbau ist wohl auf dem letzten Bild in #106 zu sehen.

jollentreiber
26.08.2016, 14:35
Ich sitz vor der Firma inne Sonne, genieße Kaffee und Zigarette und darf mir solche Bilder ansehen.
Ab jetzt kanns nur noch blöde werden.



POLLE.....warte ab!!!
Das war doch nur ein (der erste) Höhepunkt. Wenn nicht schon früher (wovon ich ausgehe), dann fällt dir spätestens am Tag 16 die Kinnlade runter und bleibt 3 Tage in dieser häßlichen Stellung. :highly_amused::highly_amused:




Ich bin gespannt, wie n Flitzebogen, wie es weitergeht.


Das kannst sein.
Ich brauche nur etwas Zeit um die jeweiligen Tagesberichte zu schreiben. Aktuell bin ich nämlich schon wieder auf eine andere Tour und das Geschreibe schiebe ich immer mit dazwischen.

jollentreiber
26.08.2016, 16:28
Tag 6/3
Bericht zum Landemast der Luftschiffe „Norge“ und „Italia“

Auf dem Weg nach Kiberg lag Vadsö.

Ein Ort der in den Jahren 1926 und 1928 als Zwischenlandeplatz der Luftschiffe „Norge“ und „Italia“ auf dem Weg zum Nordpol diente. Und da auch damals schon Luftschiffe einen Haltemast benötigten wurde dieser in Italien gebaut und im Frühjahr 1926 auf der Insel vor Vardö montiert.
Am 06.Mai 1926 legte die N1 „Norge“ als erstes Luftschiff auf dem Weg zum Nordpol dort an. 1928 folgte das LS „Italia“ ebenfalls auf Zwischenstopp nach Vardö.

Die Luftschiffe selbst und die beiden Luftschiffahrer Amundsen und Nobile sind längst Geschichte. Der damalige Landemast hat allerdings alle überlebt.


Mittig des folgenden Link sind noch Infos zur Geschichte zu finden.
http://www.meiervision.de/reiseberichte/berichte/2008_Lappland/2008_Lappland_main_S4.htm




http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/img0318ucw6hyjivo.jpg (http://www.fotos-hochladen.net)
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Zwei Filme zu den Expeditionen von Amundsen und Nobile




https://www.youtube.com/watch?v=1F8wU9sLKak




https://www.youtube.com/watch?v=oC6YyUYoxFE

Parzival2
26.08.2016, 21:22
Lieber Lutz!

Da sitze ich hierauf meiner Biesdorfer Terrasse und bestaune an einem lauen Sommerabend die Bilder, die Du in einem 9000 km Tripp „ersessen“ und „erlaufen“ hast.

Meinen Respekt!...und natürlich meinen Dank, wieder auf diese Tour virtuell mitgenommen worden zu sein. Der Luftschiffmast! Vor einiger Zeit hatte ich gelesen, dass bei einem dieser großen Luftschiffprojekt ein den 20 Jahren ein Postaustausch auf See mittels Schiff an so einem Mast vorgenommen werden sollte. Man hatte Bedenken, ob der „Entladungen“ am Mast und hat die Post aus einiger Entfernung herübergerudert. Jetzt habe ich wenigsten eine Vorstellung, wie die Mastspitze aussah.

Auch die WassermannAntenne ist für den stubenhockenden Fan eine tolle Impression.
Was soll ich das jetzt loben… aber für den geneigten Mitleser sind natürlich alle hintergrundbeschreibenden Erläuterungen, wie eine neumodische iPhone3D Brille.

Große Klasse!

Reisebeschreibungen, besonders wenn Sie auch noch unterhaltsam sind, haben seit Jahrhunderten ihren ungebrochenen Reiz. Pückler bspw. wobei ich noch nicht weiß, wie der seine Gärten bewässert hat...hat seine aufwendigen Gartenprojekte Muskau und Branitz mehrheitlich mit Reisebeschreibungen finanziert...ich will Dich nicht desorientieren, weil ich ja glücklicher Nutznießer bin...so wie es ist

Danke!

jollentreiber
27.08.2016, 10:17
Lieber Lutz!

Da sitze ich hierauf meiner Biesdorfer Terrasse und bestaune an einem lauen Sommerabend die Bilder, die Du in einem 9000 km Tripp „ersessen“ und „erlaufen“ hast.

Meinen Respekt!...und natürlich meinen Dank, wieder auf diese Tour virtuell mitgenommen worden zu sein.

........



Guten Morgen mein Freund Parzival

Mach ich doch gerne, dir deinen Abend auf deiner Terrasse so angenehm zu gestalten.

Ich teste mit meiner beweglichen Zweitwohnung seit zwei Tagen, abgelegen in der Wildnis, meine autarke Überlebensfähigkeit für den Tag X den uns die Regierung in Erinnerung gesetzt hat.

Was jedoch die vom Minister angeratenen Hamsterkäufe angeht....die spinnen doch da oben!!
Wie viele von den kleinen Tierchen soll ich den für die angeratene Vorsorge von 10 Tage im Zoohandel kaufen?

Nee nee, ich verlasse mich da lieber auf die freie Natur mit ihren ertragreicheren Nahrungsvorräten.
Gestern ein wildes Schwein erschlagen und eine schläfrige Wildente für das Lagerfeuer gefangen und schon reicht es zum Überleben.
Heute Nachmittag wird dann im vorbereiteten Erdofen (Pfeil) noch ein Brot gebacken und die Welt ist schick.

Da können die in Berlin doch machen was sie wollen....gelle!

In diesem Sinne beste Grüße zu dir nach Biesdorf und ich mache mich jetzt an den nächsten Tourbericht. Hier bei der Ruhe kann man nämlich, neben dem Backen, Jagen und Baden so schön entspannt schreiben. :encouragement::highly_amused:

Gruß
Lutz

jollentreiber
27.08.2016, 11:00
Tag 7
Strecke: Ekkeroy - Smalfjord
Tachostand: 3.714 km
Wetter: 23°C, beste Laune und Wetter




http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/img0929s8t0h6zc5y.jpg (http://www.fotos-hochladen.net)

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Ha....zu dem einsamen Panzer in der Fjordenlandschaft kommen wir auch noch zu sprechen. Jedoch erst etwas später im Text.


Jetzt ist es um 09:00 Uhr, also Zeit Frühstück zu machen und dabei auch ja nicht das letzte Stück polnischen Käse zu vergessen welches ich schon seit Swinemünde bei Sonne und Fahrtwind in einer der oberen Staukisten durch Schweden, Finnland und nun auch durch die Finnmark geschaukelt habe.

Käse muss reifen sagten manch alte Mütterchen früher ja immer....ob das auch für das Heute noch zutrifft?
Appetitlich sah er nach 8 Tagen ungekühlt jedenfalls nicht mehr aus und so wie er aussah hat er dann auch geschmeckt. Die gute deutsche Lätta hat aber alles rausgerissen.

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Mit der HKB Ekkeroy stand nun das nächste Ziel fest.

Der Ort selber wurde Juli 1940 für 4 Jahre von der Wehrmacht besetzt. Es wurden auch hier private Häuser. Schule, Trafostation und Gästehäuser beschlagnahmt und für die weitere Unterbringung Wohnbaracken errichtet.
Die Festungsanlage wurde ab 1941 unter Zuhilfenahme von Einheimischen und russischen Gefangenen errichtet.

Ich hatte mir in der Vorbereitung 3 Sterne als Markierung für die Batterie gesetzt....warum jedoch, das habe ich mich dann vor Ort gefragt.



http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/mg0758ulme3dg5rq.jpg (http://www.fotos-hochladen.net)


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Am Bergfuß erschienen die sich zeigenden Öffnungen in den Berg noch Interessant. Drin angekommen gab sich allerdings alles sehr öde. Teilweise erinnerte mich der gesprengte Zustand arg an einige Bunker der Festungsfront OWB. Einzig ein versprengte Bereich im Inneren lies etwas Raum für Spekulation zu. Im Außenbereich erwies sich dieses aber dann als verschütteter Durchbruch nach Außen.
Alles klar, unterer Teil der HKB durchlaufen. Evtl. könnte es ja sein das ich oben auf dem Berg noch etwas finde.

Habe ich....ein beschilderter Wanderweg!!! Damit hatte sich schlagartig mein „Forscherdrang“ gelegt.
Kurzer Rundgang und einige langweilige Bilder geschossen.

Nun gut, man muss dazu sagen das einiges der ursprünglichen Batterie auf Grund des wenig tragfähigen Untergrundes 1943 zum Teil wieder demontiert und nach Finnland verbracht wurde.

Hier einige Bilder zur HKB Ekkeroy.

Wegen der Beschränkung der Bildanzahl Ende Teil 1.

jollentreiber
27.08.2016, 12:47
Zweiter Teil vom Bericht zum Tourtag 7



http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/mg08192belyog9v6.jpg (http://www.fotos-hochladen.net)


Da mir die (provisorische) Reparatur der Dieselleitung in Kirkenes noch immer im Magen lag, habe ich unterwegs nochmal eine Werkstatt aufgesucht. Der KFZ Profi bestätigte mir nach einer kurzen Inspektion jedoch auch das ich locker und fröhlich weiter fahren kann.
Die Rechnung welche ich dann bei seinem Chef für die 30 Min. bezahlen konnte machte mich aber nicht locker und schon gar nicht glücklich.
Preise haben die da oben, unglaublich.

Aber was soll´s, jetzt hatte ich doch ein ruhigeres Gefühl und brauchte beim fahren nicht mehr ständig meinen Schädel raus zu hängen um nach Dieselgeruch zu schnuppern.
Ist wegen dem Fahrtwind auch viel gesünder, habe ich mal gehört.


Die Batterie Kongsfjord hatte ich mir u.a. rausgesucht weil es dort noch einige original mit Holz überdeckte Laufgänge und auch einige Einbauten und Gänge im Berg geben soll. Ja und natürlich auch wegen dem alten französischen Renault FT 17 der da seit vielen Jahren auf einem Felsvorsprung steht.

Nach dem ich auch von dem "teurem" Werkstattchef die Bestätigung einer uneingeschränkten Mobilität erhalten hatte, wagte ich nun auch dem Dicken wieder mehr zu. Letztendlich hat man ja ein geländegängiges Auto um nicht selber so viel im Gelände laufen zu müssen.....stimmt´s?

Die Zufahrt am Hang zur Batt. Kongsfjord abgecheckt und Gas gegeben. Oh oh, mein Profil auf den Reifen und der Felsenschotter. Das Thema ist/war auch so eine Sache auf die ich später noch zurück kommen werden muss.
Egal, jetzt hieß es viel fahren und danach trotzdem auch noch viel laufen. Aber jeder Meter mit dem Dicken unter dem Arsch ersparte mit Meter mit den in der Hitze von Schweiß durchtränkten Socken im festen Schuhwerk.

Ich kann nachblickend sagen das die Kongsfjord einen Besuch wert ist. Die 5 Bettungen der 14,5cm K 405 Geschütze sind zwar weitestgehend beräumt aber das gesamte Umfeld in seiner Weite und den erhaltenen Struktur macht schon was her.

Ja alleine der kleine französische Beutepanzer vom Typ Renault FT17, einsam stehend auf dem Felsvorsprung, ist die Anreise wert.



http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/mg0941lg8hpeto4r.jpg (http://www.fotos-hochladen.net)


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Hier, zur Anschauung, wie der Renault FT früher mal kompl. ausgesehen:




https://www.youtube.com/watch?v=GGO-Ercw-L8



Die restlichen Eindrücke, da machen wir es mal wie der Admin Martin K. immer schreibt >>> Lest (schaut) unten im Anhang selber. :encouragement:



Was gab es sonst noch an dem Tag?

Bin wieder viel gefahren und auch sehr viel gelaufen und der faulige Käse vom Frühstück hat sich Darmtechnisch auch nicht mehr bemerkbar gemacht.....

Ich muss dazu aber mal sagen das ich auf der Tour das Essen eh sehr vernachlässigt habe. Habe mich mal nach der Tour gewogen und gesehen das ich knapp 5kg abgenommen habe. Andere rennen dafür 3x die Woche zum Schwitzen ins Studio und bezahlen auch noch viel Geld dafür.

Mein Tipp: Fahrt lieber 2 Wochen zum Wandern nach Norwegen und esst dabei alten polnischen Käse....das hilft!!



Jut Männers, Tag 7 sollte damit auch behandelt worden sein.

Ich mache mich jetzt an den 8. Tag ran. Dort werden wir uns u.a. mal einen Ort im Wald ansehen zu dem unsere Vorvorderen bei schweren Verletzungen verbracht wurden. >>>>> Also, schön neugierig bleiben!!

jollentreiber
27.08.2016, 21:26
Tag 8
Strecke: Smalfjord – Batt. Store Korsnes II
Tachostand: 4.157 km
Wetter: was soll ich schreiben, die Bilder sagen doch alles



Der Wald der toten Betten


http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/img1051u907rmdfvi.jpg (http://www.fotos-hochladen.net)
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Wer mal ehemalige Kriegsteilnehmer befragte, z.B. den Opa oder andere Familienangehörige, da kam es sicher oft vor das diese nur schwerlich zu dem Erlebten Auskunft geben wollten.
Das mag sicher viele Gründe gehabt haben. Verdrängung der Geschichte, befohlene Handlungen die man später im Leben bereute, eigener Abschluss mit der Vergangenheit oder auch schmerzhafte Erlebnisse oder alte Verletzungen aus die dieser Zeit.

Einen Ort an dem diese schmerzhaften und bleibenden Erinnerungen u.a. entstanden habe ich am 8 Tag der Tour besucht.
Nennen wir ihn jetzt erst einmal den „Wald der toten Betten“. Zum Objekt selbst kommen ich dann später noch genauer.


Fangen wir nun den Tag mal mit dem Morgen an.

07:30 Uhr, irgendwo im Nichts der norwegischen Weite bin ich von einer beängstigenden Ruhe geweckt worden.
Jo das geht....wenn man im gewöhnlichem Leben inmitten hektischer Menschensammelstellen wohnt und z.B. morgens das Geräusch eines jeden startenden Auto ungesehen seinem jeweiligem Nachbar zuordnen kann, dann ist zu starke Ruhe im absoluten „Nichts“ nicht gut für den Schlaf.

Aber das Thema war schnell vergessen und der Drang nach Neuem führte mich wieder auf eine....ja eher ruhige Straße.
Ganz nach dem Motto „ Hinter den sieben Bergen bei den.....“.




http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/mg107094sw1taqvj.jpg (http://www.fotos-hochladen.net)
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Während der Fahrt auf diesen ewig langen Straßen hat man sehr viel Zeit um sich Gedanken zu machen. Gedanken zu Gott und die Welt, Gedanken ob der Dicke durchhält und auch Gedanken wie ich Abends mein Essen auch mal ganz Romantisch gestalten kann. Zur Romantik gehört bekanntlich ein Lagerfeuer, die tobende See und alter Beton.....ganz klar!!

Nur mit dem Feuerholz hat es bei der letzten Tour ab und an mal gehapert. Dieses Jahr sollte das vorab schon geklärt sein.
Wenn man sich jetzt mal das obige Bild betrachtet dann kann man feststellen das weite Wälder, so wie sie bei uns üblich sind, hier nicht zum Standard der Landschaftsgestaltung gehören. Die Erfahrung habe ich im letzten Jahr schon mal machen müssen. Schöner Standplatz am felsigen Strand, Topf, Salami und eine Büchse mit Bohnen ausgepackt....was fehlte war der Wald für Feuerholz.

Weit und breit kein Stück Holz aufzutreiben. Notlösung war damals der kleine Supermarkt im Ort. Nicht um Kaminholz zu kaufen. Nein, eine Flasche Cola als Alibi gekauft und dem Verkäufer zusätzlich eine alte Holzpalette abgeschwatzt. Hat ne Weile gedauert bis der scheinbar wusste was ich von ihm wollte oder er weiß es bis Heute noch nicht und denkt das manch Deutscher ganz schön einen an der Klatsche hat.
Und genau diesen Gedanken, so habe ich es mir vorgenommen, wollte ich nie mehr provozieren.

Bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit war das Beil raus und ein junger Waldbestand um ein Bündel "Notholz" gelichtet.



Dem Bündel auf dem Dach habe ich dann allerdings, genau wie dem Kajak, bis zur Fähre in Schweden unangetastet die weite Welt gezeigt. :dejection:



http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/img1001hynuj1zdos.jpg (http://www.fotos-hochladen.net)
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Gut, kommen wir nun zum ersten Tagesziel der Etappe.

Wie viele Soldaten seit Beginn der Operation „Weserübung“ ab 09. April 1940, also dem Einmarsch in Norwegen, bis zur bedingungslosen Kapitulation am 08.Mai 1945 gefallen oder verwundet wurden kann ich jetzt so auf die schnelle nicht sagen.
Auf alle Fälle gab es viel zu viel Leid und Tot auch bei diesem 5 Jahre dauernden Kampf, dem Kampf um die Herrschaft über Norwegen.

In einem Waldstück unweit von Skoganvarre befinden sich die Überreste des größten deutschen Feldkrankenhauses in Norwegen. Der Standort wurde gewählt um eine zentrale Lage zu den deutschen Hafenanlagen und dem größten Kriegsflugplatz in Banak zu gewährleisten.
Des weiteren war geplant, in Zusammenarbeit mit anderen Feldlazaretten, die Frontabschnitte östlich in Richtung Sowjetunion, in der Finnmark und die Truppen in Nord-Finnland zu versorgen.

So war es zumindest geplant und der Ausbau des Feldkrankenhauses ausgeführt. Die Entwicklung der Kämpfe von Seiten der Roten Armee 1944 zwang dann jedoch zum schnellen Umdenken.....zum Rückzug.
Und genau wie bei fast allen Ortschaften in der Finnmark wurde auch hier das was zurück gelassen werden musste dem Feuer übergeben.

Auf dem Areal zu finden sind u.a. die Reste der Wäscherei, Wohnbaracke, Arztwohnung, Küchen- und Verwaltungsbaracke, Kranken- und Rehabaracken sowie die OP-Baracke.
Das einzigste Gebäude welches nicht dem Feuer zum Opfer viel war der große Luftschutzbunker. Dieser wurde komplett gesprengt.

Heute wachsen Bäume durch die Böden der Operations- und Krankensäle und den darin noch verbliebenen metallenden Einrichtungsgegenstände.
Ein Ort an dem die alten rostigen Betten ein Zeugnis vergangenen Elends ihrer unfreiwilligen Nutzer sind.

Es gibt Orte wo man nicht so locker und unbedarft auf Geschichtssuche geht. Orte wo man doch mal inne hält und denkt was beispielsweise diese Krankenbetten erzählen könnten.
Denn auch hier, in diesem Feldkrankenhaus, haben unsere Großväter einen sinnlosen Krieg gekämpft, und besonders hier auch um ihr Leben.

Ich hatte bei der NORGE 2015 auch solch einen Ort bei dem ich in einer ähnlichen Situation war. Schlagartig fühlt man sich Gedanklich in die damalige Zeit versetzt und versucht noch stärker zu Begreifen was und wie sich die jungen Deutschen wohl damals gefühlt haben müssen.
Den Versuch kann man machen, doch sich richtig in die damalige Zeit hinein zu versetzen, dass wird man als nachgewachsene Generation ohne selber einen Krieg erlebt haben zu müssen nie schaffen!!


Zum damaligen Beitrag dem Link folgen und nach unten auf den Bericht #152 vom 11.09.2015, 22:16 scrollen.

http://forum.hidden-places.de/showthread.php/9891-Tour-NORGE-2015-Vorbereitung-und-Reisetagebuch/page8

Das bis hier zum ersten Teil des Tages.
Die Weiterführung schreibe ich dann am morgigen Tag. Anbei noch einige Bilder von den Resten des ehemaligen deutschen Feldkrankenhauses.

jollentreiber
01.09.2016, 19:40
........
Das bis hier zum ersten Teil des Tages.
Die Weiterführung schreibe ich dann am morgigen Tag.



Sind nun doch fünf Tage geworden! :dejection:

Tag 8, Bericht Teil 2



http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/mg1078hxcnmefop5.jpg (http://www.fotos-hochladen.net)
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Es ist schon ein Kreuz mit der nicht untergehenden Sonne bei Mittsommer da oben. Da kann man den ganzen Abend und sogar die Nacht hindurch, suchen, erkunden und erleben was das Zeug hält.

Nur mit dem photographieren mancher Motive gestaltet es sich bei der tief stehenden Sonne Abends und Nachts etwas schwieriger.
Ich glaube das die meisten unter uns das Problem mit der tief stehenden Sonne auch aus Deutschland kennen. Da weiß man aber das die Abendsonne nur eine gewisse Zeit am Horizont steht und richtet sich dementsprechend ein.
Bei einem Tourtag der jedoch auch noch nach 20:00 Uhr und die ganze Nacht Licht bietet, da versucht man natürlich so viel zu sehen bis einem die Augen zu fallen.

Ja und dann ergeben sich eben diese Motive mit den langen Schatten. Ich finde aber das auch diese Bilder einen gewissen Reiz ausstrahlen.
Einige dieser reizvollen Bilder konnte ich u.a. auch bei der MKB 6/514 Store Korsnes II machen.

Was jetzt jedoch die Geschichte zu dieser Batterie angeht da lasse ich mal den Buchautor von „Marinegeschütze des Westwalls am Oberreihn“, @saska den Vorrang.

http://www.explorate-verlag.de/buecher/000000a0bf0f88d01.php

Er, als Kenner der Materie, lebt vor Ort und hat auch noch einige Bilder aus dem Hafen von Alta die in Zusammenhang mit der Store Korsnes II stehen. Ich hoffe mal das Sascha mittlerweile aus seinem Urlaub zurück ist es sich nicht nehmen lässt diese hier mit beizusteuern.

Wir genießen so lange die Anlage im herrlichsten Abendlicht und in einer Ruhe die nur ein kleines verschlafenes Fischerdörfchen am Eingang zum Altafjord ausstrahlen kann.

Falls nun jemand wieder Bilder direkt aus dem Inneren der Anlage erwartet, der wird genau so enttäuscht werden wie ich es war.
Durch die Sprengung des Objektes sind wohl die Eingänge alle verschüttet worden. Ich habe, außer einen kleinen (unbedeutenden) Zugang, nichts entdecken können.
Wie gesagt, evtl. kann ja Sascha dazu noch was schreiben.



http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/img1088nkeslucrmv.jpg (http://www.fotos-hochladen.net)


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Kommen wir dem Lars (@nauticcruise) zur Freude wieder mal zu seinem scheinbar wichtigen Thema, dem Essen.

Ich hatte vor zwei jahren mal ein kulinarisch übles Erlebnis mit Trockenfisch.
In dem betreffenden Fall hat mir ein aus Russland stammender Arbeitskollege, auf mein mehrfaches Drängen hin, einige Trockenfische aus seinem „Russenladen“ mitgebracht.

Er fragte vorab noch ob ich die MIT oder OHNE getrocknete Innereien haben möchte und ob ich das auch ernst meinte. Ich war der Meinung das man alles mal probieren sollte, jedoch aber lieber erst mal OHNE das Zeug da drinne.

Als die Tüte mit den kleinen blassen und brettharten Fischkörpern dann auf den Tisch lag kamen mir Zweifel ob der Richtigkeit meiner jetzigen Handlung.
Die Größe und das Aussehen ähnelte den Fischen die ich als Kind immer geangelt und dann den Katzen verfüttert habe....ja, auf dem Tisch lagen getrocknete Rotfedern!!!

Mein großer Fehler vor der Verweigerung der Nahrungsaufnahme war seiner Meinung nach das ich an den Wochen alten Fischkörpern gerochen habe. Ich habe die blassen Rotfedern nämlich nicht angeknabbert....nie im Leben hätte ich die Bretter runter bekommen
Die Teile haben nämlich nicht nur nach Fischfutter gerochen.....das war sicher auch selbiges!!!

Und genau dieses damalige Erlebnis hat mich bewogen in Storkorsnes NICHT bei den Fischern nach Nahrung zu betteln.



http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/mg1122f91tlx74hz.jpg (http://www.fotos-hochladen.net)
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Salami und Zwiebeln gedünstet und angereichert mit einer Büchse Grüne Bohnen ist eindeutig die bessere Alternative gewesen.

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So viel zum Tag 8

Hab eben schon mal die „Bilder- und Themenkiste“ der nächsten beiden Tage aufgemacht.
Oha, es gibt viel zu schreiben....von einem ehemaligen Schlachtschiff, einem Marsch zu einem Flugzeugwrack in den Bergen, von großen Bomben, von einem......... ach am besten ihr lasst Euch überraschen.

Denn wie sagte Hans-Joachim Wolfram im Abspann seiner Sendung „Außenseiter-Spitzenreiter“ immer „ Und bleiben Sie schön.......?

Schönes Wochenende der Gemeinde.

railroader
01.09.2016, 20:44
Lutz, die Bilder sind schlicht gesagt, geil!!!!!
Ja die Trockenfische nee das geht gar nicht. Kenne das von meiner Keule. Hatte zur Belustigung aller mal so ein Zeuch aus Norwegen mitgebracht. Grottig, schlimmer sind nur Käsefüsse in wochenlang getragenen Socken. Zum Glück warst nicht in Island, sonst hättest noch Gammelhai versuchen dürfen..

Gruß Dirk

jollentreiber
01.09.2016, 21:29
Lutz, die Bilder sind schlicht gesagt, geil!!!!!

Das freut mich und zeigt das die "Mühe" nicht ganz umsonst war.

Aber Dirk, lasse dich mal überraschen. Wir sind erst bei Tag 8 und es kommt noch etwas besser. ;-)

jollentreiber
05.09.2016, 19:35
Tag 9 und 10
Strecke: Batt. Store Korsnes II - Kåfjord
Tachostand: 4.257 km
Wetter: etwas über 20 °C und Sonne satt

Die Stadt Alta in der Finnmark ist erreicht!!

Hier sollte nun nach 4.257 km und täglichem Stationswechsel ein Zwischenstopp für zwei Tage gemacht werden. Einerseits hatte der Dicke mal eine kleine Durchsicht fällig und ich wollte auch einige Zeit ohne Lenkrad in der Hand verbringen.
Der Hauptgrund aber für den Zwischenstopp war jedoch das hier in der Nähe @Saska wohnt.

Mit Sascha war der Besuch vorab abgesprochen gewesen, jedoch kannte ich ihn bisher nur über das Forum. Jetzt konnten wir uns also endlich auch mal persönlich treffen. Ja und das sogar hier am historischen Ort im Kåfjord, dem Liegeplatz der „Tirpitz“ von 1943-44.

Es war klar das sich die beiden Tage nun alles um die Geschichte des deutsche Schlachtschiffes hier im Kåfjord drehen würde und Sascha war der beste Führer den man sich dazu wünschen konnte. Er hat sich mir zu liebe auch die Zeit genommen.

Aber wie soll ich nun die ganzen Erlebnisse und das gesehene der zwei Tage in einen Bericht unterbringen. Wird schwer werden, ich werde es versuchen.

--------

Ankunft in Alta und eigentlich, außer einer Tankstelle und den Gebäuden an der Hauptstraße, nichts von der Stadt gesehen. Doch, den neu gebauten Tunnel durch den man fahrend auf die anderen Seite in den Kåfjord kommt.

Sascha war noch arbeiten und ich konnte mich derweil mal mit der Gegend hier vertraut machen. Das erste was mir ins Auge gefallen ist war der großer Krater einer der 24 Tallboy die am 11. September 1944 auf die "Tirpitz" geworfen wurden.
Es war der erste, aber nicht der letzte Krater einer Tallboy den ich in den Tagen danach sah.


http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/img11562zr70desyo.jpg (http://www.fotos-hochladen.net)

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Hier also hat sie von März 1943 bis Oktober 1944 gelegen, eines der größten Schlachtschiffe des Deutschen Reiches, die 241m lange „Tirpitz“.
Neben ihr waren damals auch die Scharnhorst, Lützow und weitere Zerstörer, Torpedoboote und Versorger im und in der Nähe des Fjordes anwesend.

Wenn man dort nun so steht und sich den ruhigen beschaulichen Fjord anschaut, dann kann man sich nicht so Recht das damalige Bild vorstellen.
Geschützt durch die umliegenden und hoch aufragenden Felsformationen, aus damaliger Sicht ein idealer Ort um die Tirpitz und deren Begleitschiffe vor englischen Fliegern zu verbergen.



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Aber dazu später noch etwas mehr.

Während ich mich in Ruhe umschaute bekam ich Besuch an meine Seite....Sascha. Kurze und unkomplizierte Begrüßung und los ging es zu einer zweitägigen Reise in die Geschichte des Fjordes. Aber nicht ohne vorab meinen Dicken noch ein wenig auf Vordermann zu bringen.

Die Reifen machten Probleme. Nicht das ich mit allzu schlechten Reifen von Deutschland abgereist wäre....nö. Meine Spur auf der Vorderachse muss etwas in Mitleidenschaft genommen worden sein. Auf alle Fälle zeigte sich eine verstärkte Abnutzung des linken Vorderrades auf der Innenseite.

Hmmm...Spur einstellen vor Ort ging nicht, aber den schwächelnden Reifen gegen einen von der Hinterachse tauschen war machbar. Gesagt getan, alles hin und her getauscht und der Dicke stand wieder auf den Latschen und die Welt wieder in Ordnung.



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Das Tirpitz-Museum in Alta, ein Ort den man sich unbedingt ansehen sollte.

Hab ich gemacht. Von außen recht klein wirkend, hat es im Inneren eine Unmenge zur Geschichte des Schiffes und seiner Besatzung zu bieten. Ich glaube 2,5 Std. habe ich geschaut, gelesen und gelernt.

Es ist erstaunlich welche Mühe und Sammelbegeisterung in diesem privat betriebenen Museum steckt. Diverse originale Ausstellungstücke wie z.B. geborgene Bordbekleidung der Besatzung oder auch Bilder und Dokumente zeugen vom Leben der damaligen Besatzung.
Ich lasse jetzt einfach mal die Bilder sprechen.



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Soweit jetzt für den ersten Teil des Berichtes.
Ich mache mich nun an die Schreiberei zur Fundortbesichtigung des Wrack´s der englischen Hellcat in den Bergen und den anderen Funden die sich im Lauf der Tage so in den Weg gestellt haben.

Bis dann und Gruß
Lutz

railroader
05.09.2016, 19:43
Alter Schwede, Norweger :apologetic:ist das ein Loch von der Bombe...

t3syncro
05.09.2016, 20:48
Tag 9 und 10
Strecke: Batt. Store Korsnes II - Kåfjord
Tachostand: 4.257 km
Wetter: etwas über 20 °C und Sonne satt

...

So, ich muß jetzt auch endlich mal loben und dank sagen das du diesen großartigen Trip hier teilst! Echt genial [emoji106]

PolleBLN
05.09.2016, 21:44
Hui.
Das war jetzt ne Menge zu lesen.
Nachdem ich ja nu n paar Tage aus organisatorischen Gründen für n Olditreffen abgetaucht bin, hab ich mir alles durchgelesen.
Wahnsinn. Richtig gute Bilder, schön geschrieben, und die Neugierde auf mehr ist geweckt. Respekt.
Bin gespannt, was als nächstes kommt.

@Jolle
Schade übrigens, daß du am Donnerstag nicht mehr rum gekommen bist. Aber du hattest n echt nachvollziehen Grund. ;o)
Ich hätte mich mit der Wahl der Prioritäten schwer getan.
Ich hoffe, du hattest deinen Spaß am Wochenende. Ich hatte meinen jedenfalls. Auch wenn ich dir beinahe nachgefahren wäre.

Gruß Polle

jollentreiber
08.09.2016, 20:55
Teil 2, Bericht vom Tag 9 und 10

Das Schlachtschiff „Tirpitz“ und der Kåfjord, diese Konstellation wurde oben schon angesprochen. Ich hatte allerdings zu Beginn des Thema "Tirpitz" diesen Film vergessen einzustellen. Hier kann man sehr gut die gesamte Geschichte des Schlachtschiffes begreifen.

Also schnell mal eingestellt:




https://www.youtube.com/watch?v=7TwNxzQJcUY




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Wie war das aber damals als das 251m lange und 36m Breite Schlachtschiff im Fjord verweilte.

In dem Zeitraum (1943 bis 44) in dem die Tirpitz und ihre Begleitboote relativ geschützt im Fjord Unterschlupf fanden stellte sie für die Konvois der Alliierten alleine nur durch ihre Präsens eine erhebliche Gefährdung ihrer Nordmeergeleitzüge da. Man war also von Seiten der Kriegsgegner versucht das Schiff Handlungsunfähig zu machen.
Sei es im September 1943 durch die Royal Navy mit den nur teilweise erfolgreichen Einsatz von 3 britischen Kleinst-U-Booten (X-Klasse) als auch durch mehrere von Flugzeugträgern gestarteten Angriffe der Alliierten.

Genaueres zu einem dieser Versuche kann man u.a. auch hier lesen:

Operation Source: http://www.schlachtschiff.com/kriegsmarine/schlachtschiff_tirpitz/operationen/operation_source.html


Ich hatte schon geschrieben “teilweise erfolgreichen Einsatz“. Dies bezog sich nicht nur auf die Operation „Source“ mit den Kleinst-U-Booten, sondern auch auf die geplanten und durchgeführten Luftschläge gegen die geschützt liegende Flotte.

Während man die Schlachtschiffe wasserseitig durch ein doppeltes Torpedoschutznetz zu schützen versuchte, sah man für den Schutz aus der Luft unter anderem eine große Anzahl von Nebelbatterien an Land und auf den angrenzenden Bergkämmen vor.



http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/mg1244hf9rni05zx.jpg (http://www.fotos-hochladen.net)
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Alleine im Zeitraum vom 03.04. - 29.08.1944 sind neben 176 Barracudas, 10 Wildcats, 104 Corsairs, 43 Fireflies, 15 Seafires auch 65 Hellcats gegen die Tirpitz zum Einsatz gekommen.
Von allen bei den alliierten Angriffen eingesetzten Flugzeugen wurden 16 verschiedene Maschinen als Verlust gemeldet.

Eine dieser damals angreifenden Maschinen, eine F6F „Hellcat“ befindet sich noch heute bei Alta..... als Wrack auf einer Bergkuppe. Und genau nach dort oben führt uns der heutige Tagesbericht.

Euch nun viel Spaß beim bequemen Klettern vor dem heimischen Rechner.

- - - - - - - -

Der Tag fing wieder an wie eigentlich jeder Morgen seit ich mich hier oben, über 2.000 km Luftlinie von Berlin, rumtreibe. Der Morgen war erleuchtet von der Mitsommernacht..

Sascha musste nochmal kurz zu seinem Job sehen und ich habe mich derweil um das Frühstück aus dem Fjord gekümmert.
Es war also an der Zeit sich das erste mal auf der Tour das Fischüberlistungsgerät aus dem Defender zu schnappen und mal einige von den munteren Tierchen an die frische Luft zu befördern.
Da ich als Angellaie mir mit nur einem Haken alleine an der Strippe wenig Hoffnung machte, hab ich einfach ein paar Haken mehr angeknotet und schon war das Frühstück gesichert.


Na geht doch!!!



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Fachlich richtig und vor allem schneller als ich es je geschafft hat sich dann Sascha um die weitere Zubereitung gekümmert.



Der Aufstieg zum Wrack des englischen Flugzeuges auf dem Bergkamm führte über einen Pfad den ein bayrischer Hüttenwirt mit seiner Liebsten im Arm lächelnd gegangen wäre...ich hatte nur Sascha und arge Mühe seinem Tempo hinauf zu folgen.

Wäre da nicht die Aussicht auf etwas was man ansonsten in dieser Form in Deutschland nicht mehr findet und Sascha mit seinen lockeren Art nicht treibend gewesen.....schwerlich wäre ich auf die Idee gekommen diesen Weg zu gehen.




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Ehe wir jedoch dort oben die herrliche Aussicht auf den Fjord genießen und ich dabei mein Shirt auswringen konnte, ging es an einigen der zahlreichen alten Nebelbatterien vorbei.
Hier auf dem Bergrücken wurden die Nebelkartuschen einfach und zahlreich in Fächer aus Felsplatten eingelegt und zur Zündung verkabelt. Die vielen Reste der Behälter zeugen noch Heute von den großen Anstrengungen die man sich damals gemacht hatte um die Tirpitz vor den Luftangriffen effektiv zu schützen.




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Allerdings konnten diese Batterien auch nicht verhindern das die Tirpitz am 15.September 1944 bei einem Angriff von Lancaster-Bomber der R.A.F. angegriffen wurde. Bei dieser Operation kamen erstmals auch s.g. Tallboy´s gegen das Schiff zur Verwendung.

https://de.wikipedia.org/wiki/Tallboy_(Bombe)

2 dieser über 5t schweren Bomben brachten dem Schiff erneute Beschädigungen. Die anderen schlugen im weiterem Umfeld ein und verursachten unter anderem im massivem Felsen heftige Krater. Diese riesigen Krater und einige Fragmente der Bomben zeugen noch Heute von dem Tag.




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Fortsetzung folgt

jollentreiber
08.09.2016, 22:17
Fortsetzung Tag 9 und 10


Kommen wir jetzt zum letztem Ziel der Kletterei, der Grumman F6F „Hellcat“.

Die trägergestützte F6F wurden im Oktober 1942 erstmalig an die US Navy ausgeliefert und Januar 1943 als Einsatzverband auf auf der USS Essex eingesetzt.
Die Engländer erhielten dann im Zuge der Kämpfe gegen Deutschland über 1100 Hellcat F6F.

Um sich einen Überblick zum damaligen Jagdflugzeug und den nachfolgenden aktuellen Bildern machen zu können habe ich hier nun zwei Videos raus gesucht.





https://www.youtube.com/watch?v=JUziAyx6hG4



https://www.youtube.com/watch?v=-Q7RHR2eD2k



Das Jagdflugzeug welches ich nun auf der Bergkoppe bei Alta sehen durfte war eine der 65 Grumman F6F „Hellcat“ die zu den Staffeln gehörte die im oben genannten Zeitraum vom 03.04. - 29.08.1944 an den Angriffen auf die Flotte im Kåfjord beteiligt war.



Link zu Luftaufnahmen aus dem Kåfjord: http://www.bismarck-class.dk/tirpitz/gallery/themes/gallthemetirkaafjord.html





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Die Absturzstelle war schon etwas beklemmend wie ich meine. Es muss die Maschine dem Anschein nach völlig in der Luft zerrissen haben. Die Trümmerteile liegen entsprechend weit verstreut im Gelände verteilt.

Es ist schon erstaunlich das diese Fundsituation bzw. die einzelnen großen und kleinen Trümmerteile nach über 70 Jahren noch so gut erhalten ist/sind.

Kabel, Stecker, Bespannung der Leitfläche, Motorblock, das fast komplette Heckleitwerk, Rumpfteile.....all das kann man auf dem weitläufigem Plateau noch vorfinden.
Einige ausgesuchte Bilder von meinem Besuch bei den Resten der englischen F6F "Hellcat" habe ich für Euch unten noch mal als Bildfolge eingefügt.

Wie mir Sascha berichtete, gibt es in der weitläufigen Bergregion um Alta wohl noch eine deutsche Messerschmitt Bf 109 die es damals nicht mehr bis zu ihrem Fliegerhorst geschafft hat.
Nur meinte er auch gleich im selben Atemzug (hat anscheinend meine erwartungsvollen Blicke gesehen) das ich mich vor dieser Besteigung erst mal richtig körperlich Fit machen solle. Der heutige Trip sei gegen einen Aufstieg bis zur Bf 109 ein Kinderspiel gewesen!!! :dejection:

Es gibt also auch für die evtl. stattfindende NORGE 2017 noch lohnenswerte Ziele dort oben in der Finnmark und für mich.... ja für mich, vorab und notgedrungen wohl ein Jahresabo im Fitnessclub.

Das soll es erst einmal zum Thema „Schlachtschiff Tirpitz im Kåfjord“ gewesen sein. Zum Schiff und dessen opferreichen Versenkung kommen wir dann später während der NORGE 2016 noch einmal.

Wünsche ein schönes Wochenende und Gruß
Lutz

Varga
08.09.2016, 22:40
Noch was zur Tirpitz. Mir wurde diesen Sommer, als ich da oben war, von einem Einheimischen gesagt, das die Teile der Tirpitz die noch im Wasser liegen, zunehmend Umweltprobleme verursachen. Es kann sein, dass die Reste noch gehoben werden.

Gruss
Varga

nauticcruise
09.09.2016, 18:37
Lutz, vielen, vielen Dank für dieses fotografische und geschriebene Feuerwerk der Impressionen! Ganz großes Kino was Du hier bringst!
Da kann man nur hoffen, das der Bericht noch lange nicht am Ende ist! 😀
Vielleicht hättest Du noch ein Bild, was Saska aus den Fischen zubereitet hat?
Die Landzunge mit der Brücke, ist das die, wo die Tirpitz gelegen hat?

Viele Grüße
Lars, der,schon gespannt auf die Fortsetzung wartet..........

Gesendet von meinem SM-T805 mit Tapatalk

railroader
09.09.2016, 19:14
Erstaunlich das die ganzen Wrackteile des Flieger da noch liegen. Du wirst ja nun nicht der erste sein, der dort rumkraxelt.

Wie gesagt, tolle Sachen..

Danke sehr

kossiossi
27.09.2016, 09:17
moin lutz,

respekt und einfach nur danke. ;)

gruß
danny

jollentreiber
12.10.2016, 14:21
Moin moin die Herren

Keine Sorge, ich habe das Thema nicht vergessen finde nur z.Z. nicht die nötige Zeit um den Faden in gewohnter Art und Weise weiter zu führen.
Und nur einige lieblos eingeworfene Bilder wollen wir uns nun doch auch nicht antun....oder?

Also, es geht demnächst auch hier wieder weiter. :encouragement:

Gruß
Lutz

nauticcruise
18.10.2016, 17:50
Es geht weiter... Mit einer Folge: Was bisher geschah....... Lutz immer ruhig, wirdsich wohl ein Slot auftun! :)))))))

Gesendet von meinem SM-T805 mit Tapatalk

jollentreiber
20.10.2016, 13:54
Tach in die Runde

Ich greife, bedingt durch die Lösung meiner Frage zum „Rätsel zur Woche“:


Ich bleibe mal nach dem Rätsel von @Urian auch auf der Schiene. :highly_amused:

Zu was genau gehört dieses Rad?

Nach der erfolgreichen Auflösung gibt es dann, als "Belohnung", wieder einen ausführlichen Bericht zu dem ????. :encouragement:


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Viel Spaß der Runde.....und ich fange schon mal an den Bericht zu schreiben.
http://forum.hidden-places.de/showthread.php/3663-Das-Rätsel-zur-Woche/page322

jetzt schon mal ein wenig auf einen noch kommenden Tourtag vor.
Keine Sorge, das hier jetzt geschriebene ist nur ein Teil des dann kommenden Tagesberichtes. Der weit größere Bereich lest ihr dann in der Fortführung des Tagebuches.

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Es gibt im Norden des weiten Landes doch immer wieder überraschende Fundstücke....so überraschend das es einem fast die Kamera aus der Hand schlägt.


Aber beginnen wir von vorne.

Ich hatte bei der Vorbereitung der Tour u.a. auch von einem deutschen 150cm Flakscheinwerfer Mod. 34 gelesen, der dort im hohen Norden einsam und verlassen sein bescheidenes Dasein am Ende eines Fjordes verbringen soll. Die im Netz gesehenen Bilder ließen es schwer glauben das so etwas überhaupt noch in dem gezeigten und unberührten Zustand auffindbar sein sollte.

Ich habe mich also noch in Deutschland an die Recherche gemacht um heraus zu finden an genau welchem Ort sich dieses Zeitzeugnis befindet.
Den ungefähren Standort konnte ermittelt werden....den genauen aber bis zum Tourstart eben nicht. Es blieb mir daher nichts anderes über als es vor Ort mit einer intensiven Suche weiter zu führen.

Den ersten Hinweis zur Existenz des Gerätes bekam ich in einem verbunkerten Stromerzeugerraum. In ihm fand sich ein alter Maschinensatz 37 mit 6-Zylinder-BMW-Motor.


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Der angrenzende Mannschaftsraum mit den alten Wandbetten ließ dann den Adrenalinspiegel weiter steigen.


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Stromaggregate- und Mannschaftsbunker....da kann dann ein „Verbraucher“ auch nicht mehr weit entfernt sein. Also wieder an die frische Luft und eine polnische Kippe rauchend um den Felsen gekraxelt.


Tja, und da war es....das alte Tor!!



http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/img2823l2xrid0emy.jpg (http://www.fotos-hochladen.net)

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Nach den vorsichtigen öffnen ist mir beim Anblick dann fast die Kamera aus der Hand gefallen. Da stand der alte150 cm Flakscheinwerfer Mod. 34....ganz so als ob die Zeit seit vielen vielen Jahren stehen geblieben ist.


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UNGLAUBLICH das sich, seit dem Ende des zweiten Weltkrieges, so ein Gerät überhaupt und dann auch noch in diesem Zustand in der freien Natur finden lässt bzw. erhalten geblieben ist.

Der vor Wind und Wetter schützende Unterstand wird ein Grund für den sehr guten äußeren Zustand sein.
Weitere Gründe dafür sind aber sicher auch der weit abgelegene Standort am Ende eines Fjordes und die bis in die Ende der 1970ger Jahre reichende Nachnutzung der in der Nähe befindlichen deutschen Marinebatterie durch das norwegische Militär.

Der überaus unzerstörte Zustand des Flakscheinwerfers hat mich bewogen den genauen Standort hier, im öffentlichem Forum, nicht zu nennen. Ich denke das diese Entscheidung bei den meisten auf Verständnis stoßen wird.

Nach meinen ersten photographischen Annäherungen konnte ich entzückt feststellen das sich der Scheinwerfer noch in einem sehr guten technischem Zustand befindet. Die Bedienelemente erlaubten eine vertikale sowie horizontale Ausrichtung des Gerätes. Ja selbst die 4 Lamellen vor der Scheibe ließen sich noch problemlos bewegen.


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Wenn man sich die Bilder so angesehen hat....ich könnte mir durchaus vorstellen das es nicht viel braucht um den alten Scheinwerfer wieder zum strahlen zu bringen.


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Wie das dann ausschauen würde kann man in diesem Video sehen.




https://www.youtube.com/watch?v=7hv50oRGo48



Zur Verdeutlichung der Entwicklung der Scheinwerfertechnologie nachfolgend ein interessanter Link:

http://www.becklaser.de/heinbeck/bscheinwframeset.html

Schönes Wochenende und Gruß in die HP-Gemeinde
Lutz

urian
20.10.2016, 16:06
WOW was für ein Projekt .. habs mir schon minderst 3xmal durchgeblättert und bekomme einfach nicht genug davon ...

Daher heute endlich mal ein ganz großes Lob und fettes Danke auch von mir ... :applause: :applause: :applause:

Viele Grüße de urian ...

jollentreiber
20.10.2016, 17:31
Sorry, ich sehe grad eben das ich meinen "Briefkasten" lange vernachlässigt habe. :dejection: Wird jetzt Zeit das mal zu ändern.



Mir wurde diesen Sommer, als ich da oben war, von einem Einheimischen gesagt, das die Teile der Tirpitz die noch im Wasser liegen, zunehmend Umweltprobleme verursachen. Es kann sein, dass die Reste noch gehoben werden.

Gruss
Varga

Hallo Varga, es soll sich tatsächlich noch ca. 1/3 des Wrack´s unter Wasser befinden. Fundstücke, geborgen von Tauern um 2008 im Tirpitz-Museum in Alta zeugen auch davon.
Genau so scheint es ja immer noch nicht ganz geklärt zu sein ob wirklich allen geborgenen Seeleuten später ein Begräbnis gegeben worden ist. Ich habe dazu bisher nur wiedersprüchliche Angaben in norwegischen Foren gefunden.




Vielleicht hättest Du noch ein Bild, was Saska aus den Fischen zubereitet hat?


Lars, ich bin zwar kein Typ der jedes Essen im Restaurant vor dem Genuss ablichtet und dann mit der ganzen Welt über Soziale Netzwerke wie Fratzenbuch und Co teilt, aber den von @Saska auf die Schnelle angerichteten Dorsch habe ich schon festgehalten.......

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Die Landzunge mit der Brücke, ist das die, wo die Tirpitz gelegen hat?


Ja Lars, der gekennzeichnete Bereich auf dem Bild unten ist der Liegeplatz der Tirpitz als sie bei den Angriff mit den Tallboy´s nochmals schwer beschädigt wurde.


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Erstaunlich das die ganzen Wrackteile des Flieger da noch liegen. Du wirst ja nun nicht der erste sein, der dort rumkraxelt.


Dirk, es ist schon ein besonderer Ort da oben zwischen den Wrackteilen die mal ein Flugzeug waren und in dem ein junger Pilot damals sein Leben verlor.
Es führt ein kleiner Pfad auf den Gipfel der auch ab und an begangen wird. Die Mentalität der Menschen die den Platz dort besuchen scheint jedoch eine andere zu sein als welche wir leider hier bei uns oft begegnen müssen. Die Wrackteile (auch tragbare) liegen nun schon viele Jahre dort oben.



Lutz, vielen, vielen Dank für dieses fotografische und geschriebene Feuerwerk der Impressionen! Ganz großes Kino was Du hier bringst!

Wie gesagt, tolle Sachen..Danke sehr

moin lutz, respekt und einfach nur danke. ;)
gruß
danny

WOW was für ein Projekt ...
Daher heute endlich mal ein ganz großes Lob und fettes Danke auch von mir ... :applause: :applause: :applause:
Viele Grüße de urian ...

Männer´s, vielen Dank für die netten Bedankungen!!! :encouragement:

Auch wenn es sehr zeitintensiv ist die eigenen Erlebnisse nachträglich für die HP-Gemeinde in dieser Art aufzuarbeiten....es mach mir dennoch Spaß und bringt mich nebenbei auch virtuell das zweite mal an die Orte der Tour.

Gruß
Lutz

Aschekater
20.10.2016, 18:15
Danke für den Bericht !

Klondike
21.10.2016, 08:27
Ganz grosse klasse!
Danke das du dir die Zeit nimmst, Lutz!

kallepirna
21.10.2016, 10:19
Wieder mal ein schöner Bericht mit guten Fotos, da kann man sich schon auf das nächste Abenteuer freuen. mach weiter so. mfg.kallepirna

dasboese72
21.10.2016, 18:26
auch ich finde ein super spannender Bericht

jollentreiber
25.12.2016, 18:51
Nabend die Herren, kurze Meldung zum Thema.

Ich stecke schon wieder voll und ganz in der vorbereitenden Recherche für die nächste geschichtliche Tour, der „NORGE 2017“. Und da es hier im HP-Forum ja scheinbar nicht mehr „In“ ist größere Textpassagen zu schreiben beschränke auch ich meine zeitliche Zuwendung hier ein wenig.
Ja, leider fehlt mir wirklich die Zeit (und auch etwas die Lust) die aufwendigen Berichte zu schreiben.

Aber ok, ganz so abrupt wird es jetzt nun nicht zu Ende gehen. Ich setze für alle Freunde der Zeitgeschichte einige besonders schöne Bilder der noch fehlenden Tourtage ein und Ihr....soweit Interesse besteht, könnt hier entstehende Fragen einstellen.

In diesem Sinn und beste Weihnachtsgrüße

Lutz




Di, 26.07.20126
Strecke: Langfjordbotn - Håkøya
Tachostand: ???? km (vergessen aufzuschreiben)
Wetter: wie immer...prächtig



Fähre und Überfahrt nach Breidvik, dann weiter auf die Insel Håkøya bei Tromsø...der Versenkungsstelle des Schlachtschiffes „Tirpitz“.


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Insel Håkøya...ein schöner aber auch trauriger Ort. Hier fanden am 12.Nov. 1944 um die 1000 Seeleute ihren Tod. Der Krater einer der Tallboy-Bomben zeugt noch heute von dem Tag.


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Einige "Strandfunde" aus der Zeit des Rückbaues des Wrack´s.


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railroader
25.12.2016, 19:14
Erst einmal allen ein frohes und hoffentlich friedliches Fest gewünscht.

Schade Lutz, natürlich sind ein paar erhellende Worte zu den Bildern nicht so schlecht. Aber ich kann auch mit den schönen Motiven leben. Und zu vielen Sachen kann man ja auch den Gockel befragen.

Gruß Dirk

jollentreiber
25.12.2016, 20:52
Mi, 27.07.20126
Strecke: Håkøya - Breivoll
Tachostand: 4.991km
Wetter: naja...erst solala, dann sehr Feucht


U.a. am Wegesrand gesehen...


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Dann sollte laut meiner Tourvorbereitung genau HIER eine Brücke sein :-((
Zum durchfahren zu tief und Rat teuer.
Hmmm...kurz blöde in die Wäsche geguckt, dann Brot und Kavia raus und erst mal Picknick gemacht.
Der nachfolgende „Umweg“ war dann nicht unerheblich.


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Die HKB 21/972 Rödberghamn sollte eigentlich in allen Bereichen zugänglich sein, grimmige Wachen mit Hunde an der Leine waren da aber anderer Meinung. Das im Berg getriebene Gangsystem scheinen einer aktuellen Nachnutzung zu unterliegen.
Ok, ick wollte die Jungs nun nicht unbedingt in eine schmerzhafte Auseinandersetzung treiben, also kurze Diskussionseinlage von wegen Demokratie und das Recht auf Bildung, dann doch lieber Rückzug vom Objektgelände. Die Hunde schienen mir nämlich noch nichts gefressen zu haben. :highly_amused:
Das Bild durfte ich dann aus 700m vom Strand aus machen.


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Was frei zugänglich war, ist der in Beton gegossene Beobachtungsstand in Form eines Wohnhauses und einiges andere im Umfeld.


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Auf dem Weg zur HKB Haagenes ging es weiter in südliche Richtung und dem schlechtestem Wetter der ges. Tour entgegen.
Regen, Regen und nochmals Regen...also viele Kilometer in Gummistiefel auf rutschigem Boden. Immer dicht am Hang entlang und in div. dunkle Löcher gekrochen.
Zum Ende des Tages war alles durchnässt, ein Fotoakku verloren, das Boot abgefackelt und meine Motivation ziemlich am Boden.


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Zum Glück fuhr die nächste Fähre wieder besseren Wetterbedingungen entgegen.


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jollentreiber
25.12.2016, 22:09
Do, 28.07.2016
Strecke: Breivoll – Insel Bjarkøy
Tachostand: 5.039 km
Wetter: es wurde besser und besser

Der Tag begann gegen 10:30 am Wasser und endete um 23:00 am Wasser.
Zwei größere Fährüberfahrten und ein zwangsweise eingelegter Einkaufsbummel in Harstad. Denn durch den Verlust eines meiner drei Akkus am Vortag war ich dazu gezwungen für die Kamera einen Ersatzakku zu beschaffen. Für den geforderten Preis hätte ich locker einmal Tanken können.


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Der Rest des Tages war dann am Fuße der MKB 3/511 Bjarköy als idyllischer Waschtag geplant. Große Wäsche für mich und kleinere Wäsche für einige Klamotten die ich am Leib trug.
Alles beides im arschkaltem Wasser des Andfjordes.


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Beim schwimmen im Fjord sind mir auch einige „geschichtliche Spuren“ am Ufer meines einsam und abgelegenen Camp aufgefallen.
Die Inselbewohner scheinen hier ihr illegales „Museum der Dorfgeschichte“ zu betreiben....Autoteile und Reste größerer Fische säumten teilweise die Uferböschung. Das war das erste und letzte mal das ich so etwas in Norwegen gesehen habe.


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jollentreiber
26.12.2016, 12:57
Fr, 29.07.2016
Strecke: Insel Bjarkøy – Insel Grytoya
Tachostand: 5.144 km
Wetter: siehe Bild



http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/img1882n09hq8cdfo.jpg (http://www.fotos-hochladen.net)
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Die Nacht an meinem einsamen Camp unterhalb der MKB 3/511 auf der Insel Bjarkøy war mit 06:00 recht früh beendet. Fahren brauchte ich nicht mehr, also konnte ich mich eine ¾ Std. später auf die Erkundung der Küstenbatterie machen. Erste Fundstücke fanden sich am Fuße des Berges.


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Mein Ziel an der 3/511 war es u.a. die fast kompl. erhaltene KwK 5 zu finden. Hört sich leicht an, war aber auf Grund meiner Ortsunkenntnis und der fortgeschrittenen Vegetation auf dem weitläufigen Berghang schwerer als gedacht. Es war entsprechend notwendig sich mit offenen Augen durch einiges an unwegsamen Geländeformationen zu „kämpfen“.


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Diverse „Nebenfunde“ säumten meine Suche....nur die KwK war nirgendwo zu finden.


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Fast am Verzweifeln und dem Abgleich einiger Recherchebilder mit den umliegenden Geländeformationen stand sie mit einmal vor mir.....die KwK 5 L.
Die Suche hat den ganzen Vormittag in Anspruch genommen und war nicht umsonst!!


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Weiter ging es am Nachmittag in Richtung Nachbarinsel. Dort war das Wetter nicht unbedingt besser, das wurde aber durch die wunderbare Natur wieder in den Hintergrund gerückt.



http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/mg20759kdjz2irya.jpg (http://www.fotos-hochladen.net)
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Fundstücke war u.a. die Scheinwerferanlage mit Maschinenbunker. Beide, im Gegensatz zum Fund in Beitrag # 136, gänzlich leer.


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Weitere Objekte die im weitläufigen Gelände zu finden waren.


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PolleBLN
26.12.2016, 15:25
Scheene Bilder.
Gerne mehr davon.
Manchmal isses schon unglaublich, was da alles noch so rum steht.

jollentreiber
26.12.2016, 18:42
Sa, 30.07.2016
Strecke: Insel Grytoya - Harstad – wieder Richtung Norden
Tachostand: 5.348 km
Wetter: siehe Bild





http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/img23224xc5bqty0o.jpg (http://www.fotos-hochladen.net)
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Eigentlich mag ich keine überlaufenen Touristenattraktionen (Museen) auf meinen Touren. Bei der „Adolfkanone“ in Harstad dachte ich anfänglich ähnlich. Es erwies sich aber entspannter als gedacht. Keine Massen von Touristen. Dies ist sicher auch der Tatsache geschuldet das sich das Geschütz in einer aktiven Militäranlage befindet und nur mit begrenzter Anzahl von Besuchern besichtigt werden darf/kann.
Ich war also „fast“ alleine.




......zu vielen Sachen kann man ja auch den Gockel befragen.



Über die „Adolfkanone“ kann man sehr viel in I-Net finden. U.a. auch hier: http://www.nordnorge.com/de/?News=194

Von daher setze ich zu dem Thema nur einige Bilder (Damals & Heute) vom Besuch der selben ein und begebe mich dann wieder in abgelegeneren und interessanteren Regionen des weiten Landes.


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Nach dem Besuch in Harstad sollte es eigentlich mit einer kurzen Fährfahrt zur nächsten Anlage gehen.....sollte! Erstaunt musste ich feststellen das die Fährverbindung eingestellt wurde. Tja, die Norweger wussten das schon....bis Deutschland ist es allerdings nicht durchgedrungen.
Blieb mir also nichts über als einen großen Teil schon gefahrenen Strecke nochmal zu absolvieren. Zusatzkilometer waren es dann knapp 180.

Hat sich aber gelohnt. So konnte ich viele Sachen wie Tunnel, die Fähre und Landschaft nochmals von der anderen Seite sehen......


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Ankunft am Ziel war dann gegen 20:00, also zu besten Tageszeit um mir noch einen ersten Überblick zu verschaffen was mich am nächsten Morgen alles so erwarten würde.
Der erste Überblick hat aber getäuscht.....es wurde am nächsten Tag noch viel viel Geiler !!!
Dazu gibt es dann im folgenden Bericht (Ende der Woche) eine ganze Menge mehr zu sehen.


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http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/img23712t5eynwkhqs.jpg (http://www.fotos-hochladen.net)

railroader
26.12.2016, 18:59
Geil, einfach geil

Gruß Dirk

nauticcruise
27.12.2016, 12:41
Scheene Bilder.
Gerne mehr davon.
Manchmal isses schon unglaublich, was da alles noch so rum steht.


Geil, einfach geil

Gruß Dirk

Was soll man noch dazu sagen! Volle Zustimmung!

Einmalig Lutz, mach weiter, viele sind schon auf die Fortsetzung gespannt!

In gespannter Erwartung :tennis:

Lars

jollentreiber
27.12.2016, 17:15
Ja gerne, nur muss ich bei der nächsten Anlage aus über 700 Bildern auswählen....und da ist der "Schrott" schon aussortiert. :dejection:
Ich werde das Objekt mal in 3 Blöcke teilen und versuchen heute noch den ersten Berichtsblock fertig zu stellen.

ElLennart
27.12.2016, 23:18
Ich denke, alle werden geduldig warten . :-) Ich sag mal ganz großzügig: ich warte sogar bis 2017, bevor ich unruhig werde!

Danke von einem, der kaum so weit weg kommt.