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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : 24.09-27.09.2015: Fahrt nach Skandinavien



Martin K.
07.09.2015, 09:45
Liebe Forengemeinde, eventuell gibt es noch zwei freie Plätze für unsere Fahrt nach Skandinavien. Folgende Programm ist geplant:

Donnerstag:
- Anreise nach Kopenhagen (Abfahrt 16:30 Uhr)

Freitag:
- Kopenhagen (Festungsbauten, Bunkermuseum und mehr)

Samstag:
- Göteborg, Aeroseum (Flugzeugstollen)

Sonntag:
- Hanstholm, Bunkermuseum
- Odense, Bunkermuseum

Hätte jemand Lust?

Kosten: ca. 500 EUR (Mietwagen, Benzin, Maut, Fähren, Hotelübernachtungen und Frühstück, Eintritte und Gebühren)

BG
Martin

Martin K.
14.09.2015, 13:29
Update: alle Plätze voll. Na dann kann es ja nächste Woche losgehen :).

BG
Martin

Panzermensch
15.09.2015, 11:54
Hallo Martin,
da wäre ich gern dabei gewesen, konnte es aber zeitlich nicht einrichten. Vielleicht klappt es beim nächsten mal. Euch viel Spaß und maximale Forschungserfolge!

Martin K.
29.09.2015, 14:44
Unser Reisetagebuchschreiber Lutz ist natürlich unschlagbar, dennoch aber einige Zeilen zu unserer spannenden und fotoreichen Exkursion durch einen sehr kleinen Teil Skandinaviens.

Tage: 3.5
Kilometer: knapp 2000 Kilometer
Etappen: Berlin > Kopenhagen > Göteborg > Hanstholm > Odense > Berlin

Die Reise startete in Berlin. Als erstes Etappenziel stand der Fährhafen Rostock auf dem Programm. Wir sind pünktlich in der Abenddämmerung angekommen und konnten während der zweistündigen Überfahrt nach Dänemark stimmungsvolle Bilder einfangen. Knapp 3.5h nach Abfahrt der Fähre erreichten wir unser Quartier für diese Nacht.

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Am Freitag morgen waren wir nach vorheriger Anmeldung im Ejby Bunker verabredet. Der Bunker hat in der Nebensaison nur am Wochenende geöffnet. Das Bauwerk fungierte ab 1954 bis zu seiner Außerdienststellung als Kommandostelle für die verschiedenen Luftabwehrstellungen, die rund um Kopenhagen errichtet wurden. 2005 verlor das Bauwerk seine militärische Funktion und wurde in ein Museums- und Erlebnisbunker umgewandelt. Schüler werden spielerisch an den Kalten Krieg herangeführt. Daneben kann durch das lösen von Aufgaben ein Spion im Bauwerk gefunden werden.

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Nach dem Besuch ging es zu einigen Sehenswürdigkeiten in der Hauptstadt Dänemarks.

Kastell
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Auf der gegenüberliegenden Uferseite wurden historische Schiffe auf dem Gelände der Marineschule Holmen besichtigt.

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Von einem Besichtigungspunkt ganz in der Nähe waren drei der historischen Festungsinseln: Trekroner Fort, Middelgrundsfort und das Flakfort zu sehen.

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Im kommenden Jahr wird es eine Reise zu den drei Eilanden geben. Die Reisedaten und das gesamte Programm wird rechtzeitig bekannt gegeben.

Nach einer kurzen Wanderung durch das Kastrupfort führte unsere Reise direkt weiter nach Schweden.

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In Malmö befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Kockumswerft ein Winkelturm. Vermutlich handelt es sich um das einzige Exemplar in ganz Skandinavien. Warum der 18 Meter hohe Bunker im neutralen Schweden 1940 errichtet wurde, konnte bis dato noch nicht geklärt werden.

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Weiter gehts es in Teil II...

Martin K.
29.09.2015, 14:47
Nach einem kurzen Stop an der Festung Landskrona ging es weiter in Richtung Norden.

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Bei Helsingborg stand das The Military Defence Museum in Viken auf dem Programm.

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Ein weiterer Stop wurde auf dem Flugplatz in Ängelholm eingelegt.

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In Göteborg angekommen stand noch eine Wanderung zum besten Inder der Stadt auf dem Programm. Auch kulinarische Highlights dürfen ja nicht zu kurz kommen :).

Der Bericht zum zweiten Tag folgt.

BG
Martin

jollentreiber
29.09.2015, 17:51
Unser Reisetagebuchschreiber Lutz ist natürlich unschlagbar, dennoch aber einige Zeilen .....



Ich will hier aber nicht der Maßstab der Berichtserstattung in der geschichtsinteressierten HP-Userschaft sein.

Ist schön wenn einige andere, so wie Du, dann auch von ihren Touren hier im Forum berichten. Bringt ja für jeden neues Wissen und neue Ziele für sich selbst und lockert auch das Forum auf. Danke für die Eindrücke.

Habt ja scheinbar super Wetter gehabt!

Gruß
Lutz

Büttner
29.09.2015, 21:00
Habt ja scheinbar super Wetter gehabt!

Gruß
LutzVon den obligatorischen fünfminütigen DHS-Wolken abgesehen, ja.

Nachdem sich in den frühen Morgenstunden des Samstags die Reisegruppe personell vervollständigte ging es sogleich gemeinsam zum Fort König Oscar II auf dem Västerberget an der südlichen Hafeneinfahrt von Göteborg. Auch wenn der Großteil der Anlage unterirdisch ist bilden die beiden weithin sichtbaren 24cm-Kanonen einen groben Anhalt von dem was einem dort erwartet. Das Fort ist im Prinzip vollständig und unverändert erhalten sowie verfügt desweiteren über mehrere 4er-Batterien mit den Kalibern 57 mm und 15 cm. Die militärische Nutzung hielt bis vor etwa 20 Jahren an, im Randbereich zeugen militärische Antennenanlagen von weiteren Aktivitäten. Eine Begehung dieses Fort ist perspektivisch in Planung.

Im Anschluss erfolgte ein Zwischenstop im Göteborger Stadtteil Eriksberg, einst eine der wichtigsten schwedischen Industriebetriebe. Diese Werft stellte die Produktion in den 1970er-Jahren ein. Das Gelände wurde seitdem mit Wohnbebauung neu gestaltet. Markante Punkte sind hier der 450t-Portalkran (seit 2012 Kulturdenkmal) sowie die Docks 5 und 6. Mehrere "herumliegende" gewaltige Schiffsschrauben zeugen von dieser Ära. Der Stadtteil ist touristischer Anziehungspunkt.

Büttner
29.09.2015, 21:50
Trotz des schönen Wetters ging es nun unter Tage, zum Höhepunkt: Das sog. Aeroseum bei Göteborg, ein Luftfahrtmuseum in der Stollenanlage (Flugzeugkaverne) eines Militärflugplatzes! Mehrere Tausend Quadratmeter groß zu Beginn der 1950er-Jahre gebaut sollte der Schutz vor Massenvernichtungswaffen gewährleistet sein. Die gewaltigen Verschlusstore sind übrigens aus Stahlbeton. Es gibt lediglich noch in China eine ähnliche Anlage in musealer Nachnutzung. Dieses Museum hier bei Göteborg fällt auch wieder durch seine Familien- und Kinderfreundliche Gestaltung positiv auf. Es ist zudem möglich auf und am Berg herum zu laufen in dem sich die komplexe Stollenanlage befindet. Zudem ergibt sich ein gute Blick auf den Flugplatz.

Die beiden Stollenanlagen in Albanien mögen zwar größer sein und auch befinden sich darin vergleichsweise mehr Flugzeuge abgestellt aber eine normale Zugänglichkeit oder museale Verwendung ist durch eine fortwährende militärische Nutzung ausgeschlossen. Da ich eine Vergleichsmöglichkeit habe, die schwedische Bauausführung und Qualität der Anlage ist vergleichsweise absolut hochwertig. Ich bin beeindruckt.

Das Aeroseum ist uneingeschränkt empfehlenswert!

(Tagesbericht wird morgen fortgesetzt)

klausm
30.09.2015, 13:44
Ein paar Fakten zum Aeroseum finden sich auch im download guide:
http://www.aeroseum.se/guide/guidehaften.html

Gruß Klaus

Büttner
30.09.2015, 21:01
Ein paar Fakten zum Aeroseum finden sich auch im download guide:
http://www.aeroseum.se/guide/guidehaften.html

Gruß KlausDanke für den Hinweis, hatte ich übersehen. Das Aeroseum in der Stollenanlage (22 000 Quadratmeter) des Nya berget hat übrigens noch einen Vorgänger auf dem Flugplatz. Im Gamla berget entstand im 2. Weltkrieg eine deutliche kleinere Anlage (8000 Quadratmeter) die sich wohl immer noch in militärischer Nutzung befindet.

Und nun die Fortsetzung des Reiseberichtes vom Samstag:

Nach Besichtigung des Aeroseum ging es zurück nach Göteborg zum Museumshafen. Hier sind unzählige, sehr unterschiedliche Schiffe zu besichtigen. Schließlich stand die nächste Fährüberfahrt, zurück nach Dänemark (Frederikshaven) an. Was sich zuvor schon andeutete, die Hafenausfahrt gestaltete sich sehr fotoreich. In den Morgenstunden bereits erspäht ließ sich die Festung Nya Älvsborg in der nördlichen Hafenzufahrt nun optimal festhalten. Diese Insel ist touristisch erschlossen und mit einem Boot erreichbar. Letzte Landmarke waren Leuchtturm und Seezeichen von Vinga.
Zur Durchfahrt des Kattegat, naja, da sagt man wohl "Eine Seefahrt, die ist lustig", einige Passagiere waren angeheitert zugange ...

Nach Sonnenuntergang landeteten wir in Frederikshaven an, stärkten uns rustikal in Aalborg's Innenstadt und schlugen zu später Stunde in Hansholm ein.

Martin K.
01.10.2015, 12:40
Am dritten und letzten Tag der Reise durch Skandinavien standen mehrere Ziele in Dänemark auf dem Programm. Nach dem Frühstück ging es zur I. Batterie Hanstholm. Die Geschützbunker der vier 17 Zentimetergeschütze sowie weitere Regelbauten wurden besichtigt.

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Anschließend fuhren wir zur II. Batterie. Neben dem Museumsbunker wurde u.a. auch die westlichste Geschützbettung in der zahlreiche Szenen des Films "Die Olsenband fährt nach Jütland" gedreht wurden besichtigt.

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Aufgrund des Wetters führte unsere Weiterfahrt auch kurz zu den Bauten des Stützpunkt Vigsö.

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Die Zeit streng im Blick sollte uns der letzte Programmpunkt der Tour – der Bunker Odense – wiedermal mit tollen Perspektiven überraschen. Bei dem Bauwerk handelt es sich um die kommunale Kommandozentrale für den Kriegs- oder Katastrophenfall. In gesamt Dänemark wurden 115 typenähnliche Bunkerbauten errichtet. Das Bauwerk aus den 1960iger Jahren wurde in 80zigern durch einen Neubau erweitert. Die Einrichtung ist quasi vollständig vorhanden.

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Beste Grüße
Martin

Büttner
01.10.2015, 15:44
Am dritten und letzten Tag der Reise durch Skandinavien standen mehrere Ziele in Dänemark auf dem Programm. Nach dem Frühstück ging es zur I. Batterie Hanstholm. Die Geschützbunker der vier 17 Zentimetergeschütze sowie weitere Regelbauten wurden besichtigt.

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Habe hier eine interessante Seite gefunden:
http://www.hanstholmregistreringen.dk/marine_kystbatterierne/hanstholm1/hanstholm1_kanonstillingen.html
(1. Batterie der 118. Marineartillerieabteilung 118)

klausm
01.10.2015, 19:51
Habe hier eine interessante Seite gefunden:
http://www.hanstholmregistreringen.dk/marine_kystbatterierne/hanstholm1/hanstholm1_kanonstillingen.html
(1. Batterie der 118. Marineartillerieabteilung 118)

Hier gleich noch der Flyer zur Batterie Hanstholm 1 als Pdf: http://www.museumscenterhanstholm.dk/media/39922/Batterie%20Hanstholm%20I%20-%20tysk.pdf

Gibt es auch für 5 DKR im Museum der Batterie Hanstholm 2.

Gruß Klaus